Angesichts der Popularität der Mixed Martial Arts (MMA) wollen viele in diesen Sport einsteigen und ihn professionell betreiben. Es ist wichtig zu wissen, welche Voraussetzungen für die Teilnahme an einem MMA-Turnier erfüllt sein müssen. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte detailliert beschrieben.
Gesundheitliche Voraussetzungen
Jeder MMA-Sportler muss seine Wettkampftauglichkeit durch eine ärztliche Untersuchung nachweisen. Dieser Nachweis muss beim Wiegen vorgelegt werden, darf nicht älter als ein Jahr sein und muss explizit auf den MMA-Sport hinweisen. Ohne diesen Nachweis darf der Sportler nicht kämpfen! Vor jedem Kampf muss der Kämpfer zusätzlich auf seine Kampftauglichkeit untersucht werden. Stellt der Arzt fest, dass der Kämpfer durch Krankheit, Doping oder aus anderen Gründen nicht kampftauglich ist, wird der betreffende Kämpfer sofort vom Kampf ausgeschlossen.
Der betroffene Kämpfer hat alle für diese Kampfpaarung anfallenden Kosten zu tragen und seine eventuell ausgelobte Kampfgage verfällt (Reisekosten, Hotel, (eventuelle) Kampfgage des Gegners, Ausfallentschädigung für den Veranstalter usw.). Der Arzt ist auch berechtigt, nach einem Kampf eine Dopingkontrolle durchzuführen. Sollte sich der betreffende Kämpfer weigern, wird ihm - im Falle eines Sieges - der Sieg wieder ab erkannt.
Regeln und Verhalten
Die Kämpfe werden von den jeweiligen Gremien reglementiert und geleitet. Es zählt zu den Aufgaben der Kämpfer, der Betreuer und des Kampfgerichtes auf die Gesundheit der Kampfteilnehmer zu achten. Die Sportler haben so zu kämpfen, dass sie die eigene Gesundheit und die des Gegners nicht unnötig gefährden. Sollte es eine Gefährdung der Gesundheit während eines Kampfverlaufes geben, dann sind alle Genannten verpflichtet, diesbezüglich einzuschreiten.
Es ist jedem Veranstalter einer MMA-Veranstaltung gestattet, unter Beachtung der „Legion Fighting Championships Rules”, das Regelwerk noch spezieller / angepasster für Anfänger zu definieren. Die Anmeldungsvorgabe für MMA Fighter ist bindend für alle Veranstaltungen. Besondere Aufmerksamkeit haben die Matchmaker auf den sportlichen Hintergrund der Kämpfer zu legen.
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Vor einem Kampf findet eine Regelbesprechung statt, in der das jeweilige Regelwerk durchgesprochen wird. Der Arzt, der Veranstalter, das komplette Kampfgericht und alle Kämpfer sowie alle Betreuer bzw. Trainer müssen anwesend sein. Ich werde an der Wettkampfbesprechung teilnehmen und die dort erteilten Verhaltensmaßregeln befolgen. Ich beteilige mich auf eigene Gefahr an der ausgeschriebenen Veranstaltung.
Ich bestätige, dass mein Gesundheitszustand den Anforderungen des Wettkampfes entspricht und ich nicht unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten stehe, die die Wettkampftüchtigkeit in irgendeiner Art und Weise beeinflussen können. Ich bestätige, dass ich darauf hingewiesen wurde, dass mir aus der Absendung dieser Anmeldung kein rechtlicher Anspruch auf Teilnahme am „Elite MMA Championship“ entsteht.
Wiegen und Kampfablauf
Die Kämpfer werden zu einem vom Veranstalter festgelegten Zeitpunkt gewogen. Der HKR und sein Team haben dafür zu sorgen, dass immer beide Gegner zur gleichen Zeit gewogen werden. Der HKR ist für die Erstellung eines Wiegeprotokolls verantwortlich. Sollte einer der Kämpfer Übergewicht haben, so wird ihm eine Frist von ca. 2 Stunden eingeräumt, um das geforderte Gewicht auf die Waage zu bringen.
Während den MMA - und Junior/ Kids Wettkämpfen dürfen sich maximal 2 Personen, pro Kämpfer in der Ecke des Kämpfers befinden. Jede Person die ihren Kämpfer beim Kampf betreuen möchte muss bei der Regelbesprechung anwesend sein! Die Trainer und Sekundanten die ihren Kämpfer betreuen, haben Sportkleidung und Turnschuhe zu tragen. In der Kampfzeit, haben die betreuenden Personen auf zwei Stühlen zu sitzen und dürfen während des Kampfes diese nicht verlassen. Der Trainer ist berechtigt, einen Kampf abzubrechen. Dies macht er dem Ringrichter deutlich, indem er ein Handtuch in den Ring wirft. Diese Regel schließt aber nicht aus, dass der Kämpfer selbst aufgeben kann.
Kampfgericht und Wertung
Das Kampfgericht (KG) besteht aus einem oder mehreren Hauptkampfrichter (HKR) drei Kampfrichter (KR) und einem Arzt, dieser wird unabhängig von der Wettkampffläche „Ring Arzt” (RA) genannt. Der HKR steht im Ring und wertet nicht, die KR punkten nach den KG Vorgaben. Nur in Ausnahmefällen kann auch ein sogenanntes „kleines Kampfgericht” einen Kampf leiten, dann wertet der HKR mit und wird von zwei KR unterstützt. Der HKR ist der Teamchef und für die Arbeitsaufteilung verantwortlich, zwei KR während des Kampfes für das Protokoll und als Zeitnehmer zu ständig. Die Kampfrichter, im besonderen der HKR überwachen die Einhaltung der Vorschriften und Regeln. Der HKR ermahnt, verwarnt oder disqualifiziert einen oder beide Kämpfer, je nach Schwere des Verstoßes gegen die geltende MMA Regeln.
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Das KG hat unparteiisch und nach besten Wissen und Gewissen Aufgrund der vorgeschriebenen Wertungsrichtlinien, die Leistungen der Kämpfer zu beurteilen. Sie haben am Ende des Kampfes das komplette Ergebnis im Protokoll zu vermerken. Die KG Kleidung besteht grundsätzlich aus einem schwarzen kurzärmligem Hemd oder T- Shirt, schwarzer Hose und schwarzen Sportschuhen. Die KR haben selbst dafür zu sorgen das ihre Kleidung immer sauber und anständig aussieht. Weiterhin hat der HKR beim Wettkampf Gummi Handschuhe zu tragen. Dabei gilt: ein Kampf ein paar Handschuhe. Der HKR darf keine Gegenstände tragen, welche den Kämpfer verletzen könnten. Das tragen von Ringen, Halsketten und Uhren während des Kampfes ist verboten.
Nachdem es nach Ablauf der regulären Kampfzeit keinen Sieger gibt, liegt die Entscheidung bei den Kampfrichtern. Ein anwesender Trainer oder ein Kämpfer hat die Möglichkeit, Protest gegen ein Urteil einzulegen. Protest ist immer in schriftlicher Form beim Veranstalter einzureichen. Bevor die Bearbeitung beginnt, muss die Protestgebühr von 200,- Euro auf dem Veranstalterkonto gutgeschrieben worden sein. Betreten während eines Kampfes Trainer und/oder Sekundanten die Kampffläche, wird der Kampf abgebrochen und der Gegner erhält den Sieg als TKO zuerkannt! Der Kampf ist erst zu Ende, wenn der HKR das Ergebnis verkündet, oder die Kampffläche für die Pausenbetreuung freigegeben wurde. Benehmen sich Trainer und/oder Sekundanten in irgend einer Form unsportlich, wird diese Mannschaft ermahnt oder verwarnt. Die Wertung dieser Ermahnung / Verwarnung fließt in die Kampfbewertung mit ein. Der HKR kann auch den Kampf sofort abbrechen.
Wertungskriterien
Die Kampfrichter bewerten MMA - Techniken nach effektiven Schlägen, effektiven Bodenkampf, Kontrolle des Kampfareals, effektive Aggressivität und Verteidigung. Die Bewertungen findet in der oben genannten Reihenfolge statt.
- Effektive Schläge: Gesamtzahl der erlaubten schweren Treffer, die durch einen Athleten ausgeführt werden und beim Gegner landen.
- Effektiver Bodenkampf: Erfolgreiche Wurftechniken und Konter gegen Würfe.
- Kontrolle des Kampfareals: Der Athlet, der das Tempo und den Ort des Kampfes bestimmt.
- Effektive Aggressivität: Vorwärtsbewegung und das Landen eines erlaubten Schlages.
Gewichtsklassen
Die Gewichtsklassen sind wie folgt unterteilt:
- LFC Kids Class: 10 - 14 Jahre (25, 27, 29, 31, 34, 37, 41, 45, 49, 53, 57 kg +offiz. Gewichtsklassen Mädchen und Jungen gemeinsam)
- LFC Young Guns: 15 -18 Jahre/ Erwachsene (25, 27, 29, 31, 34, 37, 41, 45, 49, 53, 57 kg +offiz. Gewichtsklassen Mädchen und Jungen getrennt)
- Erwachsene aller Klassen / Pro Class: ab 18 Jahre (offiz. MMA Kämpfe in der Erwachsenen Klasse gehen maximal über drei Runden, davon dauert jede Runde nicht länger als fünf Minuten, mit einer Pause von einer Minute zwischen den beiden Runden.)
Fouls und Disqualifikation
Nach drei „normalen” Fouls oder einem „groben” Foul, wird der Athlet disqualifiziert. Die Wertigkeit zwischen einem „normalem” und einem „groben” Foul obliegt dem HKR.
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- Ein Foul im Affekt bzw ohne erkennbare Absicht wird als „normales Foul” behandelt.
- Ein Foul das zu verhindern gewesen wäre und/oder das mit Absicht begangen wurde, wird als „grobes Foul” behandelt.
Ein Foul führt zu Abzug eines Punktes durch den HKR vom Punktestand des foulenden Athleten. Die Kampfrichter notieren für jede Runde die durch den HKR abgezogenen Punkte. Nur ein HKR kann ein Foul erklären. Erklärt der HKR kein Foul, so dürfen die Kampfrichter nicht eigenmächtig diese Entscheidungen treffen.
Beispiele für Fouls:
- Kopfstöße
- Anspucken
- Tiefschläge
- Augenkratzen
- Haare ziehen
- Beißen / Kratzen / Kneifen
- Festhalten des Schlüsselbeines
- Unsportliche Vorgehensweise / Beleidigungen
- Beleidigungen innerhalb des Ringes / Zaunes
- Angriffe während der Pause
- Fremdes Eingreifen
- Unsportliche Vorgehensweise die eine Verletzung zur Folge hat
- Nichtbeachtung der Schiedsrichterentscheidungen
- Einführung der Finger in Körperöffnungen / Verletzungen
- Angriffe auf Gegner unter der Obhut des Schiedsrichters bei fehlender Kampffreigabe
- Hebel an kleinen Gelenken (weniger als 2 Finger/Zehen)
- Feigheit, u. a. Vermeidung des Kontaktes mit dem Gegner, absichtliches oder wiederholtes Verlieren des Mundschutzes oder Vortäuschen einer Verletzung
Ausrüstung und Vorbereitung
Der HKR organisiert die Kontrolle: der Bandagen, der Handschuhe, der Schutzausrüstung und das Auftragen der Vaselie direkt vor dem Kampf. Während dem Kampf Auf ein Zeichen des Hauptkampfrichters (HKR) betreten beide Sportler die Kampffläche. Der HKR fragt beide Kämpfer ob sie fertig/bereit zum Kampf sind. Es ist möglich dass er nochmals auf einzelne Regeln des Kampfes hinweißt. Beide Kämpfer grüßen, auf ein Signal des HKR, (in ihrer ihrem Stil entsprechendenWeise) ihren Gegner!
Ausschließlich den Cutman, nicht einem der Betreuer, ist es erlaubt, den Kämpfer mit Vaseline einzureiben, um Cuts zu behandeln oder vorzubeugen. Nach Kampf Ende treten sich die Kämpfer wieder gegenüber. Beide Sportler geben sich die Hände. Der Hauptkampfrichter (HKR) und der Ringarzt sind die Einzigen, die befugt sind den Ring/die Kampffläche jederzeit während des Kampfes zu betreten.
Kommandos im Kampf
- Kommando “Bist Du bereit?” (“are you ready?”) - der Kämpfer muss klar mit “Ja” (“yes”) antworten oder ganz offensichtlich nicken (bzw. seine Kampfbereitschaft zeigen).
- Kommando “kämpft” (“fight”) eröffnet den Kampf!
- Kommando “Pause” (“break”) unterbricht den Kampf
- Kommando “STOP” (“Stop” / “Stop the Fight”) heißt alle Handlungen sofort beenden!
- Das Kommando “STOP - Position merken” (“freeze”) dient dazu den Kampf zu stoppen, wenn die Kämpfer, im Bodenkampf aus dem Ring fallen könnten.
Empfehlungen für angehende MMA-Kämpfer
Es gibt keine genaue Zeitspanne, die man braucht, um ein professioneller Kämpfer zu werden. Die Lernfähigkeit ist bei jedem unterschiedlich. Aber man muss mindestens 2 Jahre lang regelmäßig trainieren, und zwar am besten an fünf Tagen pro Woche. Danach kannst Du an Amateurkämpfen teilnehmen.
Es ist wichtig, die richtige Kombination von Kampfsportarten zu wählen. Unabhängig davon, für welchen Kampfsport Du Dich entscheidest, Du solltest eine Kampfkunst wählen, die sich auf das Schlagen konzentriert, und eine andere, die sich auf die Bodenarbeit konzentriert. Wenn es um die Schlagdisziplin geht, wird Muay Thai oder Boxen weithin als die effektivste Kampfsportart für MMA angesehen. Du kannst als professioneller Kämpfer nicht erfolgreich sein ohne BJJ zu lernen, denn BJJ ist die effektivste Kunst für den Bodenkampf.
Die folgende Tabelle zeigt die erlaubten Techniken in den verschiedenen Klassen:
| Techniken | Kids Class (10-13 Jahre) | Young Guns (14-17 Jahre) | Adult Class (ab 18 Jahre) | Pro Class (ab 18 Jahre) |
|---|---|---|---|---|
| Schläge zum Kopf (im Stand) | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Ellbogen zum Kopf (im Stand) | Nein | Nein | Nein | Ja |
| Schläge zum Kopf (am Boden) | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Ellbogen zum Kopf (am Boden) | Nein | Nein | Nein | Nein |
