Viele Prominente leben bisweilen gefährlich und werden regelmäßig von Fremden auf der Straße angesprochen, wobei nicht alle eine gute Meinung von ihnen haben. Einige Promis gehen daher nur noch mit Bodyguards vor die Tür, andere haben sich dazu entschlossen, sich im Zweifelsfall selbst zur Wehr setzen zu können, indem sie eine (oder gleich mehrere) Kampfsportarten gelernt haben.
Lisa Maria Potthoff: Krav Maga
Lisa Maria Potthoff ist in über 70 Kino- und Fernsehfilmen zu sehen. Sie spielt die taffe Kommissarin Sarah Kohr oder die Susi in den kultigen Eberhofer-Krimis. Ihre Durchschlagskraft zeigt Potthoff insbesondere in der Rolle der Kommissarin Sarah Kohr in der gleichnamigen ZDF-Krimi-Serie, die im Zweifelsfall einem Nahkampf nicht abgeneigt ist.
Seit einigen Jahren trainiert die Schauspielerin die israelische Selbstverteidigungstechnik Krav Maga, mit der man sein Gegenüber mit einigen gut platzierten Tritten, Schlägen und Griffen außer Gefecht setzen kann. "Ich habe meinem Mann einmal fast die Kniescheibe herausgetreten", sagt Lisa Maria Potthoff - natürlich versehentlich. Sie wollte ihm nur demonstrieren, was sie im Krav Maga gelernt hatte.
"Vor allem viele Freunde in meinem Umfeld versuchen mich mit einem Augenzwinkern zu reizen: ‚Also Lisa, du könntest mich jetzt …? Also könntest du mich jetzt wirklich … umhauen?‘ Ich weiß, dass die Männer das kirre macht: Die Vorstellung, dass ich sie vielleicht ummähen könnte. Und dass man es nicht ausprobieren kann.
Stephan Zinner: Aikido
Natürlich zieht Stephan Zinner erst einmal seine Straßenschuhe aus, stellt sie ordentlich nebeneinander ins dafür vorgesehene Regal im Vorraum. Auf der Türschwelle zum Trainingsraum bleibt er stehen, legt die Hände vor der Brust zusammen, verbeugt sich leicht. Dann macht er einen Schritt nach vorn in den Raum und verbeugt sich noch einmal. Diesmal in Richtung des Meisters Morihei Ueshiba. Der Begründer der japanischen Kampfkunst Aikido ist nicht physisch anwesend. Dreimal die Woche übt sich der Schauspieler in der japanischen Kampfkunst. Dadurch wurde sein Körper so geschmeidig, dass er manche Stunts im Film selbst macht - und er so gelassen, dass er Kritik locker wegsteckt.
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Ken Duken: Brazilian Jiu-Jitsu
Drücken, rollen, entknoten: Der Schauspieler Ken Duken trainiert in seiner Freizeit die ausgefallene Kampfsportart Brazilian Jiu-Jitsu. Für Ken Duken ist die Lage gerade ziemlich aussichtslos. Der Schauspieler ist seltsam mit dem Körper eines Mannes verknotet.
Also versucht er, sein Bein um den Kopf des anderen zu schlingen, aber der drückt sich so sehr in Dukens Hüfte, dass es nicht klappen will. Doch dann macht der Mann einen Fehler: Er hebt seinen Oberkörper an. Jetzt hat der 43-Jährige den Platz, den er braucht, um sich zu lösen. Duken nimmt sein Bein hoch, schließt damit eine Schlinge um den Kopf seines Gegners und drückt ihm die Luftröhre zu. Der Mann unter ihm windet sich, dann klopft er zweimal auf den Boden. Das ultimative Zeichen für: Der Kampf ist vorbei. Das Körpergewirr entknotet sich, die beiden Männer lachen sich an. Eine Begegnung im Schwitzkasten.
Benjamin Piwko: Wun Boxing Thai Style
Benjamin Piwko ist ein deutscher Schauspieler und berühmt für sein Talent als Kampfsportler. Bereits mit fünf Jahren startete Benjamin Piwko mit seiner Karriere als Kampfsportler. 1986 fing er mit dem Judotraining an und eignete sich über weitere 13 Jahre lang die verschiedensten Kampfsportarten an, darunter auch Boxen und Whing Chun.
2005 erhielt er den Schwarzgurt von einem Großmeister auf Hawaii. Dort feilte er auch an seinem eigenen Kampfsportstil. Er vereinte Boxen mit Selbstverteidigung und Kung Fu und bezeichnete seine Kunst als "Wun Boxing Thai Style". So kam Benjamin Piwko im Jahr 2008 zu seiner Selbstständigkeit und baute sich ein eigenes Unternehmen unter dem Namen "WBT DEFENCE" auf, welches die Kurzform seines eigenen Kampfstils ist. Seine Schule eröffnete er in Hamburg, wo er bis heute auch Kinder und Erwachsene trainiert. Für seine Arbeit wurde er siebenmal mit dem "International Hall of Fame Award" ausgezeichnet.
Weitere prominente Kampfsportler
Es gibt natürlich immer auch Promis, die für die eine oder andere Figur in die Rolle eines Kampfsportlers oder einer Kampfsportlerin schlüpfen und dafür trainieren müssen. Aber diese Prominenten hier haben ihre Kampfsportart häufig über viele Jahre trainiert und nicht wenige von ihnen sind Träger*in eines schwarzen Gürtels.
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- Tom Hardy: Brazilian Jiu-Jitsu (lila Gürtel)
- Forest Whitaker: Kempō-Karate (schwarzer Gürtel)
- Ashton Kutcher: Brazilian Jiu-Jitsu (brauner Gürtel)
- Ed O’Neill: Brazilian Jiu-Jitsu (schwarzgurtträger)
- Katheryn Winnick: Taekwondo (schwarzer Gürtel 3. Grades), Karate (schwarzer Gürtel 2. Grades)
- Wesley Snipes: Kickboxen, BJJ, Hapkido, Shōtōkan-Karate (5. Dan), Kung Fu, Eskrima, Capoeira
- Mark Zuckerberg: Jiu-Jitsu
- Wiz Khalifa: MMA
- Keanu Reeves: Brazilian Jiu-Jitsu, Aikido, Judo, Karate, Krav Maga
Daniel Gärtner: Kickboxen und mehr
Kampfkunst kann man ausüben, man kann von ihr schwärmen, aber man kann sie auch leben. Genau dies ist die Lebensmaxime von Daniel Gärtner. Seit Kindesbeinen an haben ihn asiatische Kampfsportarten in ihren Bann gezogen. Sein Leben ist ein Spiegelbild dieser ungezügelten Begeisterung: Als Kickboxer maß er sich mit der Weltelite, als Stuntman riskierte er Kopf und Kragen, als Kampfsportexperte stand er Pro7 für „Galileo“ beratend zur Seite, als Coach betreute er die deutsche Snowboardund Skisprungnationalmannschaft. Seine Erfahrung und sein Wissen teilt er nicht nur in gern besuchten Kampfsport- und Stretching- Seminaren, sondern auch als Dozent und Sportwissenschaftler an der TU München mit. Aktuell arbeitet er zusätzlich an einer Doktorarbeit.
Gärtner sagt: "Für mich ist Kampfkunst jedoch nicht nur die Reduzierung des Kämpfens zum Zwecke der Selbstverteidigung. Vielmehr vereint der Begriff „Kampfkunst“ Traditionen und Werte, die die Charakteristik eines Stils widerspiegeln und deren primäres Ziel nicht nur die Selbstverteidigung darstellt."
Auf die Frage, welchen Kampfsport er sich zugehörig fühlt, antwortet Gärtner: "Aber erst im letzten Jahr habe ich meine Wurzeln wieder gefunden und kann deshalb sagen, dass ich dem Kun-Tai-Ko Karate zugehörig bin. Nicht deshalb, weil ich von den Techniken und Inhalten des Stils überzeugt bin. Nein, eher aus dem Grund, weil dieser Stil meine Heimat und meinen Ursprung darstellt und ich viele Freunde darunter zählen kann, die ich sehr schätze."
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