Mercedes MMA Modelle: Details und Ausblick auf die Zukunft

Mit dem neuen CLA Coupé will Mercedes-Benz überzeugen und betrachtet es selbst als das wichtigste Modell des Jahres 2025. Der neue CLA von Mercedes-Benz wurde speziell für das elektrische und digitale Zeitalter entwickelt und setzt mit seinem einzigartigen Design einen markanten Meilenstein in der Mercedes-Benz Designphilosophie.

Als erstes Modell einer neuen Fahrzeugfamilie verkörpert er eine gelungene Kombination aus Intelligenz und Emotion und leitet das nächste Kapitel der Markenentwicklung ein. Seine fließende Heck-Silhouette sorgt für herausragende Aerodynamik und Effizienz.

Design und Abmessungen

Der lange Radstand, die kurzen Überhänge und das markante GT-Heck verleihen dem CLA sportliche Proportionen. Die flache Dachlinie, die langgestreckte Fronthaube mit Powerdomes sowie die Räder bis zu 19 Zoll unterstreichen den dynamischen Charakter des Fahrzeugs.

Der Innenraum des ersten MMA Modells bietet dank einer Länge von 4.723 mm und einem Radstand von 2.790 mm mehr Platz für die Passagiere. Fahrer und Beifahrer profitieren von zusätzlichem Bein- und Kopfraum. Das serienmäßige Panoramadach sorgt für eine helle Atmosphäre und lässt viel Licht in den Innenraum, was ein Gefühl von Freiheit und Weite vermittelt.

Ein besonderes Highlight ist der Frunk („Front Trunk“) mit 101 Litern Volumen, der als erster moderner Mercedes-Benz mit EQ-Technologie zusätzlichen Laderaum bietet. Besonders praktisch für Handgepäck, Getränkekisten oder das Ladekabel. Das markante GT-Heck sorgt für einen kraftvollen Auftritt.

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Die Heckleuchten im Sternen-Design, verbunden durch ein Leuchtenband mit animierten Begrüßungs- und Verabschiedungsszenarien, setzen einen eindrucksvollen Akzent. Wie bei den sportlichen Mercedes-Benz-Fahrzeugen üblich, sitzt das Kennzeichen im Stoßfänger. Für die Leichtmetallfelgen stehen zehn exklusive Designs in den Größen 17 bis 19 Zoll zur Wahl, die ebenfalls aerodynamisch optimiert wurden.

Effizienz und Reichweite

Der neue CLA mit EQ-Technologie ist das „Ein-Liter-Auto“ für das elektrische Zeitalter. Mit einem außergewöhnlich niedrigen Verbrauch und einer beachtlichen Reichweite setzt er neue Maßstäbe für Elektromobilität im Alltag. Zunächst kommen der CLA 250+ mit EQ-Technologie (Energieverbrauch kombiniert: 14,1-12,2 kWh/100 km | CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km | CO₂-Klasse: A) und der CLA 350 4MATIC mit EQ-Technologie (Energieverbrauch kombiniert: 14,7-12,5 kWh/100 km | CO₂-Emissionen kombiniert: 0 g/km | CO₂-Klasse: A) auf den Markt.

Mit einer Reichweite von bis zu 792 Kilometern nach WLTP bietet der CLA 250+ mit EQ-Technologie einen großen Aktionsradius. So kann dieses 200 kW starke Modell beispielsweise ohne Ladestopp von Stuttgart nach Kiel oder von Bremen nach München fahren. Der 260 kW starke CLA 350 4MATIC mit EQ-Technologie ist die leistungsstarke Performance-Version am oberen Ende der Modellpalette und vereint hohe Effizienz mit Fahrspaß und herausragenden Fahrleistungen. Er beschleunigt in nur 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

In nur zehn Minuten kann der CLA mit EQ-Technologie eine Reichweite von bis zu 325 Kilometern nachladen. Dank des Hauptantriebs an der Hinterachse für beste Traktion und Fahreigenschaften übernimmt Mercedes-Benz ein bewährtes Antriebslayout aus der Mittel- und Oberklasse im Einstiegssegment.

Die 200 kW starke Antriebseinheit an der Hinterachse, basierend auf der PSM-Technologie (permanenterregte Synchronmaschine), wurde vollständig im Unternehmen entwickelt und ist vom VISION EQXX abgeleitet. Das Zwei-Gang-Getriebe an der Hinterachse sorgt für eine hervorragende Kombination aus Dynamik und Effizienz. Der erste Gang ermöglicht eine starke Beschleunigung, hohe Anhängelasten und Effizienz im urbanen Verkehr, während der zweite Gang hohe Geschwindigkeiten und optimale Effizienz auf der Autobahn bietet.

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Schaltpunkte werden von einem Online-Optimierer ständig an die aktuellen Fahrsituationen und Fahreranforderungen angepasst. Der CLA 350 4MATIC bietet zusätzlich eine 80 kW starke Drive-Unit an der Vorderachse, die je nach Fahranforderung nur bei Bedarf zugeschaltet wird. Diese neue Technologie optimiert die Traktion und die Effizienz und wird durch die innovative Disconnect-Unit (DCU) gesteuert, die eine Entkopplung des Elektromotors bei geringer Last ermöglicht, um die Reichweite zu maximieren.

Die serienmäßige Multi-Source-Wärmepumpe sorgt für hohe Effizienz und komfortable Vorklimatisierung, indem sie die Abwärme des elektrischen Antriebs und der Batterie sowie die Umgebungsluft nutzt. Das neue One-Box-Bremssystem optimiert die Rückgewinnung von Bremsenergie und trägt zur Verlängerung der Reichweite bei.

Durch das By-Wire-Konzept bleibt das Bremspedalgefühl konstant und präzise - egal, ob die Bremsung durch Rekuperation oder Reibbremsung erfolgt. Die Rekuperation erfolgt bei fast allen Bremsvorgängen, mit einer Rekuperationsleistung von bis zu 200 kW. Der Fahrer kann die Rekuperationsstufen über den Wählhebel hinter dem Lenkrad anpassen und so die Energieeffizienz optimieren.

Das innovative Batteriesystem besteht aus vier großen Zellmodulen und bietet eine kompakte und flache Bauform. Mit einer nutzbaren Energie von 85 kWh bei den Modellen CLA 250+ und CLA 350 4MATIC liefert die Batterie eine hohe Energiedichte und verlängert die Reichweite. Ende des Jahres wird ein Modell mit Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie (LFP) und einer Kapazität von 58 kWh eingeführt.

Der CLA auf der neuen MMA Plattform ist außerdem auf bidirektionales Laden vorbereitet und kann als Energiespeicher für das Zuhause oder das Stromnetz verwendet werden. Der neue CLA wird gegen Ende des Jahres auch als Hybrid-Modell mit 48-Volt-Technologie und einem im Getriebe integrierten Elektromotor erhältlich sein.

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Dank der modularen Architektur der CLA-Modellfamilie ermöglicht Mercedes-Benz höchste Flexibilität bei der Antriebskonzeption und der Produktion. Optisch unterscheidet sich der CLA Hybrid nur minimal von seinem vollelektrischen Pendant. So können Kunden je nach Fahrprofil und Nutzung flexibel zwischen den beiden Antriebskonfigurationen wählen. Der Antriebsstrang wurde von Mercedes-Benz-Ingenieuren in Deutschland nach höchsten Qualitätsstandards entwickelt.

Der Verbrennungsmotor des CLA Hybrid wird zu Beginn in drei Leistungsstufen angeboten, mit der Wahl zwischen Frontantrieb und 4MATIC. Weitere technische Details und Ausstattungsinformationen werden rechtzeitig vor dem Verkaufsstart bekanntgegeben. Das Motor- und Getriebedesign ist besonders kompakt, dank des geringen Zylinderabstands und der Side-by-side-Anordnung des Elektromotors. E-Motor, Wechselrichter und Getriebe bilden eine hochintegrierte Einheit.

Die neu entwickelte 48-Volt-Lithium-Ionen-Batterie bietet einen Energieinhalt von bis zu 1,3 kWh. Der Elektromotor unterstützt den Verbrennungsmotor über den gesamten Drehzahlbereich, insbesondere bei niedrigen Drehzahlen, und verbessert so die Beschleunigung. Bei Geschwindigkeiten unter 20 km/h kann der CLA Hybrid rein elektrisch fahren.

Das effiziente „elektrische Segeln“ ermöglicht es, mit abgekoppeltem Antriebsstrang bis etwa 100 km/h zu fahren. Durch die Kombination von Drehmomenten aus Verbrennungs- und Elektromotor wird das maximale Drehmoment über einen breiten Drehzahlbereich erzielt. Der Verbrennungsmotor kann zudem vollständig über die E-Maschine und eine Trennkupplung gestartet werden, sodass kein herkömmlicher Ritzelstarter notwendig ist.

Der Übergang zwischen den beiden Motoren sowie die Start-Stopp-Funktion erfolgen für die Fahrerin oder den Fahrer nahezu unmerklich. Integriert ist der Elektromotor samt Wechselrichter in ein neues, kompaktes Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe (8F-eDCT). Als Verbrennungsmotor kommt ein neu entwickelter Vierzylinder-Ottomotor mit 1,5 Litern Hubraum von Geely zum Einsatz.

Der Motor im MMA Modell gehört zur modularen FAME-Motorenfamilie (Family of Modular Engines) von Mercedes-Benz und eignet sich für verschiedene Fahrzeuganwendungen. Die neue Motor-Getriebe-Einheit ist kompakt und quer zwischen den Achsschenkeln im Fahrzeug verbaut. Zudem überzeugt sie mit vorbildlichem NVH-Verhalten (Noise, Vibration, Harshness - Geräusch, Vibration, Rauigkeit).

Der Vierzylindermotor bietet aufgrund seiner Konstruktion mit vier Zylindern sowie einem umfangreichen NVH-Paket aus Schäumen und Abdeckungen eine besonders geringe Geräuschentwicklung.

Interieur und Ausstattung

Der Innenraum des neuen CLA beeindruckt mit dem optionalen, schwebend gestalteten MBUX Superscreen, der sich über die gesamte Fahrzeugbreite erstreckt. Hinter einer großzügigen Glasfläche befinden sich der 26 cm (10,25 Zoll) große Fahrer-Bildschirm sowie das 35,6 cm (14 Zoll) große Zentral-Display, beide mit LCD-Technologie (Details zum Anzeige- und Bedienkonzept finden sich in einem separaten Kapitel). Nach Markteinführung des CLA wird der MBUX Superscreen auch mit einem weiteren 35,6 cm (14 Zoll) großen Bildschirm für den Beifahrer erhältlich sein. Fehlt dieser, setzt ein Zierteil mit Starpattern-Grafik die Glasoptik im Beifahrerbereich fort.

Die runden Lüftungsdüsen an beiden Seiten des MBUX Superscreens verstärken den modernen und sportlichen Charakter des Innenraums. Ihre Ringe scheinen vor der trichterförmigen Anordnung zu schweben. Eine flache Mitteldüse in Hightech-Optik ersetzt die traditionellen Lamellen.

Die Türen des CLA bieten mit ihren scheinbar schwebenden Mittelfeldern einen Wow-Effekt. Der konkav gestaltete Türkörper tritt dabei in den Hintergrund. In die Türverkleidungen sind offene Ablagen integriert, und der Zuziehgriff im klassischen Rohrdesign wirkt reduziert, sportlich und kraftvoll.

Ein weiteres Highlight im Interieur ist die sportlich hoch positionierte Mittelkonsole, die unter dem Superscreen dynamisch nach vorne zieht. Wie in höheren Fahrzeugklassen ist die Konsole in zwei Ebenen gegliedert: Die obere Ebene bietet eine großzügige Zierteilebene, die in verschiedenen Ausführungen erhältlich ist. Serienmäßig kommt der CLA auf MMA Plattform mit einem neuen Multifunktions-Lenkrad, dessen kapazitive Schalterfelder links und rechts nahtlos in die Oberfläche integriert sind.

Die Bedienung wurde im Vergleich zur vorherigen Lenkradgeneration optimiert, mit haptischen Fühlhilfen im Bereich der Symbole für eine verbesserte Orientierung. Die Funktionen wurden reduziert, und das rechte Schalterfeld bietet ein Fingernavigations-Pad zur Steuerung des Fahrer-Displays. Die Lautstärkeregelung erfolgt jetzt über den Volume-Slider mit separater Mute-Funktion und haptischem Feedback.

Der CLA bietet zwei Sitztypen: Der Komfortsitz, großzügig dimensioniert und einladend, verwendet ein Layer-Design im Schulterbereich, das aus höheren Fahrzeugklassen bekannt ist. Der Sportsitz basiert ebenfalls auf diesem Design, wobei Sitzfläche und Seitenwangen zu einer Einheit verschmelzen. Die Kopfstütze im Integralsitz-Design ist schwebend und in der Tiefe verstellbar.

In beiden Sitzvarianten kommen Sekundärmaterialien zum Einsatz - vom Sitzbezug über den Sitzschaum bis hin zum Unterbau und den Metallstrukturen. Der Komfortsitz ist in fünf Polstervarianten erhältlich, einschließlich einer Ledernachbildung aus recycelten PET-Flaschen. Diese Textilien werden durch Regranulierung und Garnherstellung aus PET-Flaschen produziert. Zudem ist ein nachhaltig verarbeitetes Leder verfügbar, das unter Berücksichtigung aller Produktionsschritte, einschließlich der Viehzucht und des Gerbprozesses, chromfrei gegerbt wird. Der Bodenbelag besteht aus Econyl-Garn, das zu 100 % aus Recyclingmaterial hergestellt wird.

Das Interieur bietet eine ausgewogene Farb- und Materialvielfalt, die das luxuriöse Gesamtbild unterstreicht. Es stehen exklusive Lackfarben wie Aquamint uni und Klarblau metallic sowie luxuriöse Innenausstattungen in Beechbrown und Mikrofaser-Artico zur Verfügung. Die Zierteile im Innenraum reichen von offenporigem Holz über gebürstetes Aluminium bis zu einzigartigen Zierteilen aus Papier, gefertigt aus Zellulose und Hanffasern. Diese robusten Dekoroberflächen bieten einen neuen, innovativen Look.

Mercedes-Benz typische Ambientebeleuchtung betont den schwebenden Charakter des Superscreens, der Mittelkonsole und der Türmittelfelder, und schafft so eine besondere Wohlfühlatmosphäre. Das optionale Burmester® 3D Surround-Soundsystem mit Dolby Atmos sorgt für ein unvergleichliches, multidimensionales Klangerlebnis.

Aerodynamik und Fahrwerk

Der CLA auf der MMA Plattform bietet auch hervorragende aerodynamische Eigenschaften, die vor allem bei Elektrofahrzeugen entscheidend für die Reichweite sind. Mit einem cw-Wert ab 0,21 führt der vollelektrische CLA die Bestenliste seiner Klasse an. Aerodynamisch optimierte Räder, einschließlich einer Bicolor-Vollblende für Leichtmetallräder, tragen zur Reduzierung des Luftwiderstands bei.

Das stahlgefederten Komfortfahrwerk des CLA basiert auf einer neu entwickelten Dreilenker-Vorderachse, die eine hohe Sturzsteifigkeit und ein präzises Lenkverhalten ermöglicht. Eine neu entwickelte Raumlenkerachse im Heckbereich sorgt für hervorragende Radführungs-Qualitäten.

Sicherheit

Mercedes-Benz setzt beim CLA neue Maßstäbe in Sachen Sicherheit. Serienmäßig verfügt der CLA über fortschrittliche Assistenzsysteme, die eine Vielzahl von Unfällen verhindern können. Sollte es dennoch zu einem Unfall kommen, schützt der CLA mit stabiler Fahrgastzelle, optimierten Knautschzonen und Rückhaltesystemen.

Weitere MMA Modelle und Strategie

Für März 2025 steht die Weltpremiere des neuen CLA Coupé (erstes Derivat der neuen MMA Plattform). Im Sommer kommen die ersten CLA Fahrzeuge zu den Kunden. Zu Beginn ausschließlich mit der 85 kWh großen NMC Batterie für knapp über 750 km gemäß WLTP. Einige Monate später (vermutlich im Herbst 2025) folgt die 58 kWh große Version mit LFP Batterie. Der Hybrid 4-Zylinder mit M252 kommt im CLA dann Anfang 2026.

Bestätigt sind auf der MMA Mercedes Plattform in Summe vier Modelle. Nun sind erstmals Erlkönige vom neuen GLB aufgetaucht. Der GLB behält seine kantigere Form und unterscheidet sich dadurch auch deutlich vom etwas größeren GLC Elektro, der ebenfalls in 2026 startet. Der EQB wird Ende 2025 eingestellt, der neue GLB wird dann im Jahr 2026 anlaufen. Der Name EQB wird verschwinden. Der M252 Hybrid mit 48 Volt Technik wird 136, 163 und 190 PS leisten und ist mit einem 27 PS E-Motor kombiniert. Kurze elektrische Strecken sind damit möglich.

Die Reichweite wird beim GLB durch den höheren Aufbau und die kantigere Form unter den 750 km (CLA Coupé Wert) liegen. Die 58 kWh LFP Batterie im CLA gut für ca. 520 km Reichweite wäre im GLB etwas zu gering. Die zeitliche Abfolge der MMA Plattform (Roll-Out ab März 2025) für alle Derivate inkl. Es wird damit gerechnet, dass der neue GLB in Ungarn und Peking (für den lokalen Markt) gebaut wird.

Die derzeitige GLB Fertigung in Mexiko (im Gemeinschaftswerk mit Nissan) wird aufgegeben. Der GLB startet 2026 in einem Jahr mit viel Konkurrenz im eigenen Stall. Schließlich startet im selben Jahr der elektrische GLC (der größentechnisch nicht so weit weg ist) und im Mai 2025 startet der smart #5 als direkter Konkurrent (was die Größe angeht) rund 6-9 Monate früher.

Mercedes plant eine E-Auto-Architektur für die Kompakt- und Mittelklasse, die auch Verbrenner aufnehmen kann. Deren erster Vertreter, die viertürige Limousine CLA , debütiert im kommenden Frühjahr. Es folgen eine Shooting-Brake-Variante sowie die Nachfolger der SUV GLA /EQA und GLB /EQB. Jetzt gibt der Hersteller Details zur Antriebstechnik bekannt.

Das ermöglicht eine besonders hohe Ladeleistung, im Fall der MMA von bis zu 320 kW. Damit soll es möglich sein, innerhalb von 10 Minuten, Energie für bis zu 300 km Fahrt (oder 36 kWh) nachzuladen. Doch alleine mit der hohen Spannung lässt sich das nicht erreichen, die Zellchemie muss ebenfalls dazu passen. MMA sieht zwei Akku-Größen vor: 58 kWh und 85 kWh.

"Wir wollen nicht einfach eine große Batterie ins Auto packen, um 1000 Kilometer zu fahren", sagt Torsten Eder, Vice President Development Electrified Drivetrains bei Mercedes. Bis zu 750 km sollen mit dem größeren Akku im CLA möglich sein. Die Zellen der Top-Variante verfügen über Anoden, bei denen Siliziumoxid zum Graphit beigemischt ist.

Im Vergleich zur Vorgänger-Batterie mit herkömmlichen Graphit-Anoden konnte die gravimetrische Energiedichte um bis zu 20 Prozent erhöht werden. Übersetzt: Bei vergleichbarem Energiegehalt ist die neue Batterie um 20 Prozent leichter. Die volumetrische Energiedichte der Zellchemie liegt bei 680 Wh/l - 30 Prozent weniger als bislang. Sprich: Die Batterie ist kleiner, bei entsprechend gleicher Kapazität.

Bei den aktuellen Modellen (EQA/EQB) beträgt sie 69,7 kWh. Der Anteil an Kobalt konnte weiter reduziert werden.Während die 85 kWh-Variante eine Nickel-Metallydrid-Cobalt-Chemie (NMC) nutzt, sind es bei der 58 kWh-Variante die günstigere Lithium-Eisenphosphat-Kathoden (LFP). Deren volumetrische Energiedichte beträgt 450 Wh/l. Interessant: Der Akkupack besteht immer aus vier Modulen mit je 48 Zellen, ist also immer gleich groß (Zwei Meter lang, 1,30 Meter breit).

In die Bodenplatte des Gehäuse ist eine Flüssigkeitskühlung integriert, in der wiederum ein Zuheizer steckt, um den Akku bei kalten Außentemperaturen zu erwärmen. Der Hersteller gibt acht Jahre oder 160.000 km Garantie auf die Batterie. Und die Sicherheit? Mit entsprechenden Abständen zwischen den Batteriezellen sowie dem Aufbau der Zellen und der Zellmodule umfassende wurden Vorkehrungen gegen eine potenzielle thermische Reaktion der Batterie getroffen.

Neben den gesetzlichen Vorgaben müssen sowohl das Gesamtfahrzeug wie die Batterien zusätzlich Mercedes-interne, "teils strengere" Prüfnormen bestehen. Beim Pfahlaufpralltest, einem konzerneigenen Crashversuch, geht es bei Elektrofahrzeugen beispielsweise nicht nur darum, dass die Seitenstruktur möglichst viel Insassenschutz bietet. Untersucht wird dabei auch das Deformationsverhalten der Batterie.

Bei dieser Crashtest-Konfiguration prallt das Testfahrzeug auf einem Schlitten seitlich gegen einen Stahlpfahl. Mit einem weiteren speziellen Prüfstandsverfahren testet Mercedes das sogenannte Aufsetzmanagement. Darunter werden die konstruktiven Vorkehrungen gegen Beschädigungen des Unterbodens durch Aufsetzen etwa beim Überfahren von Bordsteinen verstanden.

Beim Test wird ein Stempel mit einer Kraft von mehreren Tonnen in den Fahrzeugboden gedrückt. Damit wird zugleich getestet, ob auf der Fahrbahn liegende Fremdkörper in den Akku eindringen könnten.