Kickboxer – Die Vergeltung: Handlung und Hintergründe

"Kickboxer - Die Vergeltung" ist ein US-amerikanischer Martial-Arts-Film aus dem Jahr 2016 und ein Remake des Klassikers "Kickboxer" von 1989. Der Film erzählt eine Geschichte von Rache, Training und dem Kampf gegen übermächtige Gegner.

Handlung

Kurt Sloan (Alain Moussi) und sein Bruder Eric (Darren Shahlavi) leben im kalifornischen Venice bei Los Angeles und sind erstklassige Karatesportler. Letzterer stellt dies nicht zuletzt durch die gewonnene Weltmeisterschaft unter Beweis. Dadurch erregt Eric die Aufmerksamkeit eines zwielichtigen Promoters, der ihn zu einem Kampfsport-Event nach Asien lockt. Kurts Proteste bleiben ungehört, und Eric verlässt seine Heimat.

Schon bald bittet Eric seinen in den USA zurückgebliebenen Bruder mit einem Brief, ihn in Thailand zu treffen. Als Kurt in Bangkok ankommt, muss er mitansehen, wie sein Bruder im Kampf getötet wird. Der Bruder von Kurt Sloan wird in einem illegalen Muay Thai Kampf in Thailand getötet. Nachdem der Karateprofi Eric Sloane (Darren Shahlavi) während einer China-Reise mit einem zwielichtigen Promoter brutal ermordet wird, macht sich Erics Bruder Kurt (Alain Moussi), ebenfall Karateprofi, auf die Suche nach seinem Mörder.

Um den Tod seines Bruders zu rächen, sucht Kurt die Hilfe von Master Durand (Jean-Claude Van Damme), dem ehemaligen Lehrer seines Bruders. Mit der Unterstützung von Davids ehemaligem Lehrer Durand (Jean-Claude Van Damme) versucht Kurt nun die Kunst des Thaiboxens zu meistern, um den Mörder seines Bruders, einen tödlichen Kickboxer namens Tong Po (Dave Bautista), zu besiegen. Er erfährt, dass sein Bruder in Thailand von dem brutalen Kickboxer Tong Po (Dave Bautista) ermordet wurde und holt sich bei dem Lehrer Master Durand (Jean-Claude Van Damme) Hilfe.

Im Remake schlüpft Jean-Claude Van Damme in die Rolle des Master Durand. Jean-Claude Van Damme spielte in der Originalvorlage den Kickboxer Kurt Sloane, der seinen Bruder, welcher seit einem unfairen Boxkampf im Rollstuhl sitzt, rächen will. Mit knallharten Fäusten schlägt er sich so in Thailand durch, bis er schließlich seinem Rivalen begegnet.

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Hintergründe und Produktion

Das Kickboxer-Franchise ist offiziell zurückgekehrt und bringt dem geneigten Zuschauer keine neue Grundgeschichte, da es sich im Wesentlichen um einen sogenannten „Reboot“ des Originals handelt, das praktisch die gleiche Handlung und die gleichen Charaktere präsentiert, deren Rollen lediglich von neuen Schauspielern übernommen werden.

Regie führte John Stockwell, der zuvor Filme wie "Into the Blue" und "Turistas" inszenierte. Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in Thailand statt. Die Kamera weiß dabei geschickt die exotische Landschaft Thailands hervorragend in Szene zu setzen. Es gibt mehrere beeindruckende großformatige Landschaftsaufnahmen zu bestaunen, die auch einige der wunderschönen Tempel des Landes zeigen.

Alain Moussi übernimmt das Ruder als Star des Features und ersetzt Van Damme als Sloane, den der im Original Kickboxer von 1989 porträtierte. Es ist schwer zu sagen, ob Moussi der nächste große Actionstar werden wird, weil man ihn hier aufgrund Mangels an Dialogen kaum einmal sprechen hört. Kein Zweifel besteht allerdings über seine körperlichen Fähigkeiten, die sein Talent als Kampfkünstler hervorragend unter Beweis stellen. In seiner ersten großen Hauptrolle macht er diesbezüglich jedenfalls eine sehr gute Figur.

Obwohl Van Damme eher eine Nebenrolle spielt, ist er doch das heimliche Sternchen des Flics und zeigt, dass er seinen Gegnern mit 55 Jahren noch immer ordentlich in den Hintern treten kann. Er ist in phänomenaler körperlicher Verfassung und hat mehrere gut choreographierte Kampfszenen zu bestreiten.

Besetzung

Der Rest der Besetzung besteht aus ehemaligen professionellen Wrestlern und UFC-Stars, die zu „Schauspielern“ wurden; dazu gehören Dave Bautista als Antagonist, Gina Carano, Georges St-Pierre, Cain Velasquez und Fabricio Werdum.

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  • Alain Moussi: Kurt Sloane
  • Jean-Claude Van Damme: Master Durand
  • Dave Bautista: Tong Po
  • Gina Carano: Marcia

Kritik

Trotz des offensichtlich formelhaften Plots, liefert der Streifen mehr als genug Action, um Fans des Genres zu unterhalten, während Jean-Claude Van Damme in einer Co-Hauptrolle die Show stiehlt. Erwartet man eine epische Geschichte oder eine neue Spielart des Genres, sollte man sich lieber einen anderen Martial Arts Film aussuchen. Hier wird nicht versucht das Rad neu zu erfinden, wobei der Zweck der Handlung hauptsächlich darin besteht, die Kampfsequenzen miteinander zu verbinden sowie weiter voranzutreiben. Der Dialog wird auf ein Minimum beschränkt, wodurch die Trainings- und Kampfszenen noch mehr in den Vordergrund gerückt werden.

Insgesamt gibt es einfach ein paar coole Moves zu wenig, ein paar Filmfehler und Schlampigkeiten zuviel und die auch hier vorzufindende Simplizität der Handlung wird nicht ausreichend in einen memorablen Charme umgewandelt. Moussi zeigt später in einzelnen Momenten, dass er vor allem in Sachen Muay Thai eine Menge drauf hat, doch das Drehbuch beharrt zu lange darauf, ihn als Greenhorn zu zeichnen und selbst gegen Handlanger und Stümper in massive Probleme laufen zu lassen.

Dave Bautista hat als Endgegner zwar die gewünschte Masse und Aura der Unbesiegbarkeit und weiß im Ring mit purer Physis zu überzeugen, jedoch reicht er nicht an die fast schon mystische Bedrohlichkeit heran, die Michel Qissi im Original zu erzeugen vermochte. Van Damme hingegen ist immer noch in hervorragender Form und weiß den Film mit einigen coolen Auftritten zu veredeln. Dem Klischee des alten chinesischen Meisters widersprechend wird er eingeführt und verhält sich während des gesamten Films entsprechend alternativ, meist gekleidet mit Hut, Sonnenbrille und eventuell einem locker geknöpften oder geöffneten Hemd und stets bereit zum Kampf.

Die Kombination von Van Dammes Mitwirken und Moussis körperlichen Fähigkeiten hat höchstwahrscheinlich zur Ankündigung von Kickboxer - Die Abrechnung geführt, der mittlerweile auch bei Ascot Elite erschienen ist und hier bald ebenfalls besprochen werden wird.

In der besten Szene, jener kurz vor dem Abspann, hüpft Alain Moussi tanzend aus einer Gefängniszelle und verarscht Jean-Claude Van Damme, dessen legendäre Tanzszene aus dem originalen „Kickboxer“ von rechts langsam zum Vergleich eingeschoben wird. Der belgische Veteran ist dann in seiner neuen Rolle als Trainer auch das einsame Highlight in einem eher unnötigen Neuaufguss des Prügelklassikers von 1989, dessen naiver Charme zu keinem Zeitpunkt erreicht wird. Und das, obwohl Alain Moussi, der bis hierhin hauptsächlich als Stuntman beschäftigt war, durchaus die Naivität ins Gesicht geschrieben steht.

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