Kickboxen: Ein Vergleich zwischen Frauen und Männern

Traditionell gilt Boxen eher als männlicher Sport, aber seit einigen Jahren werden verschiedene Arten von Boxtraining auch bei Frauen immer beliebter - und das aus gutem Grund! Egal, ob Fitnessboxen, Kickboxen, Thaiboxen oder klassisches Boxen (Englisches Boxen) - Frauen entdecken den Sport immer mehr für sich!

Boxen ist eine der ganzheitlichsten Sportarten überhaupt. Praktisch jeder Muskel des Körpers wird trainiert und auch andere Aspekte wie Ausdauer, Koordination, Reaktionsschnelligkeit usw. kommen nicht zu kurz. Doch was sind die Unterschiede zwischen Boxen für Männer und Boxen für Frauen? Genau dieser Frage wollen wir jetzt etwas genauer auf den Grund gehen. Wir schauen uns an, inwiefern sich die Stile, Techniken, Ziele und das Training unterscheiden.

Die Geschichte des Boxens

Die Kunst des Boxens ist eine uralte Kampfsportart, die auf den antiken Faustkampf und die Pankration zurückgeht. Beide Disziplinen dienten zur Vorbereitung auf echte Kämpfe. Somit handelte es sich von der Antike bis kurz vor der Entwicklung des modernen Boxsports um eine rein männliche, ja maskuline Disziplin, die mit dem Stählen des Körpers vor dem Krieg und zur Kampfvorbereitung ganz allgemein assoziiert wurde.

Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird Boxen offiziell zu den Kampfsportarten gezählt und wird so auch ab 1901 zur einer olympischen Disziplin. Doch erst mehr als ein Jahrhundert später wird Boxen auch für Frauen olympisch, nämlich im Jahr 2012! Männer- und Frauen-Boxen unterscheiden sich also auch deshalb, weil es anfangs gar nicht denkbar war, dass Frauen sich diesem Sport widmen könnten. Der Kampfaspekt, die Aggressivität und Gewalt führen dazu, dass man ihn traditionell einfach eher mit Männern in Verbindung bringt.

Beliebte Boxstile für Männer und Frauen

Manche Boxdisziplinen sind bei den Frauen beliebter als andere:

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  • Französisches Boxen (Savate), das als sanfter gilt als das Englische Boxen
  • Aerobox, das ein sanftes Fitness-Boxtraining ist
  • Kickboxen oder Thaiboxen, bei denen das Kardio-Workout stärker betont wird (z.B. Kickboxen München)

Bei den Männern sind eher die klassischen Boxarten beliebt:

  • Englisches Boxen (das klassische Boxen, wie man es heute meistens im Fernsehen sieht)
  • Muay Thai bzw. Thaiboxen, mit die effektivste Boxart
  • Chinese Boxing, das viele verschiedene Elemente von Kampfsportarten in sich vereint

Natürlich gibt es keinen Grund, warum Frauen nicht auch die klassischen Boxstile machen können und Männer, die Boxen eher als Bestandteil ihres Fitnessprogramms sehen, die sanfteren. Wir erwähnen lediglich die Tendenzen, die in der Praxis zu sehen sind. Bei den „eher weiblichen“ Boxarten und „eher männlichen“ Boxarten unterscheiden sich die Techniken, die Intensität und oft auch die Ziele der Sportler/-innen. Und natürlich sind auch die Vorurteile gegenüber manchen Boxstilen stärker ausgeprägt als gegenüber anderen.

Männer-Boxen: Fokus auf den Kampf

Stell Dir einen Boxring vor, in dem sich zwei Boxer im Clinch befinden. Da kommen einem gleich Bilder von Muhammad Ali, Mike Tyson und Max Schmeling in den Kopf, oder? Die großen Boxkämpfe im Fernsehen finden meistens zwischen Männern statt.

Und natürlich nicht zu vergessen: Filme und berühmte Szenen wie aus „Rocky“, wo einige Minuten zwischen Sieg und Niederlage entscheiden und hartes Training und eiserne Nerven im Kampf einen zur Legende machen. Und genau das verbinden wir mit dem typischen Männer-Boxen, oder? Harte Typen, gestählte Körper und krasse Boxkämpfe, manchmal bis zum K.o.

Besonders bei diesen Disziplinen ist das der Fall:

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  • Kickboxen („full contact“): wird aufgrund seiner Herkunft in manchen Ländern auch „Amerikanisches Boxen“ genannt.
  • MMA (Mixed Martial Arts): sehr harte Boxart, die maßgeblich durch die UFC bekannt und beliebt wurde.
  • Muay Thai bzw. Thaiboxen: Hier spielen Ellenbogen- und Knietechniken sowie das Clinchen eine wichtige Rolle.
  • Lethwei oder Burmesisches Boxen: eine der härtesten Boxarten, die barfuß und mit Handbandagen ausgeübt wird.

Zusätzlich zu der körperlichen Vorbereitung auf den Kampf und das Pushen des Körpers ans Limit spielt auch das Mentale eine extrem wichtige Rolle. Man braucht eine gute Strategie, denn Boxen ist so viel mehr als einfach nur „Prügeln“.

Es kann immer einen unerwarteten Schlag geben, aber es ist wichtig, dass man die Aktionen des Gegners so gut wie möglich antizipieren kann. Trotzdem bleiben das klassische Boxen und auch die anderen bei Männern beliebten Boxarten ziemlich hart und gewalttätig und werden nicht zuletzt deshalb auch eher von Männern bevorzugt (Ausnahmen bestätigen die Regel …).

Die großen Wettkämpfe der Geschichte und die riesigen Spektakel in den Hallen und im Fernsehen haben meistens männliche Boxer als Akteure und um die großen Namen ranken sich zahlreiche Legenden. Doch natürlich gibt es auch bekannte Boxerinnen: Sagen Dir Regina Halmich oder Susianna Kentikian etwas? Wenn nicht, schau Dir die beeindruckenden Karrieren mal an …

Boxen für Frauen: Zwischen Kampf und Fitnesstraining

Wie gesagt: Nicht erst seit gestern haben Frauen Kampfsportarten für sich entdeckt. Und das ist auch nicht verwunderlich, denn abgesehen von der Kraft und einer gewissen Aggressivität geht es insbesondere um Fitness, Selbstbeherrschung, Disziplin, Taktik und eine mentale Stärke - alles Eigenschaften, in denen Frauen den Männern in nichts nachstehen.

Natürlich gibt es auch Frauen, die Boxen als Leistungssport betreiben und entsprechend Wettkämpfe bestreiten, aber oft boxen Frauen auch nur als regelmäßiges Training, um sich richtig auszupowern. Ein Besonderheit am Frauen-Boxen sind daher die Schwerpunkte, die man in der Regel in Kampfsportkursen für Frauen (z.B. Kickboxen Hamburg) setzt:

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  • Ein Training, bei dem man aus sich rauskommt
  • Selbstverteidigungskurse
  • Training zur Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer und Beinarbeit
  • Fitnesstraining für bessere Ausdauer und einen definierten Körper
  • Kardio-Training

Außerdem gibt es auch einige Trainingsprogramme mit Boxelementen, die extra für Frauen entwickelt wurden oder die eher bei Frauen beliebt sind (während Männer eher die klassischen Boxarten praktizieren):

  • Fitnessboxen
  • Kardio-Boxen
  • Bodypump
  • Französisches Boxen (Savate)

Es gibt nichts Besseres, um sich auszupowern, fit zu werden (bzw. zu bleiben) und gleichzeitig sein Selbstbewusstsein zu pushen! Meistens geht es bei diesen Trainings für Frauen eher um diese Aspekte, als darum, eine Gegnerin zu besiegen. Aber wie gesagt: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Bei Fitness-Box-Trainings für Frauen legt man oft auch mehr Wert auf das Aufwärmen und Ausdehnen, um so zusätzlich noch die Beweglichkeit zu stärken. Sich richtig austoben, danach eine schöne Dusche, und schon fühlt man sich wie neugeboren!

Die Gemeinsamen Vorteile des Boxsports

Abgesehen von Schlägen ins Gesicht - also wenn man mal nur vom Training und nicht echten Kämpfen ausgeht - hat Boxen nur Vorteile für Körper und Gesundheit. Boxerinnen und Boxer lieben den Sport, weil sie so:

  • An ihrer Ausdauer und Kondition arbeiten können
  • Ein effektives Kardio-Training absolvieren
  • Muskeln aufbauen und verschiedenste Körperpartien definieren (z.B. Sixpack)
  • Schnelligkeit, Reaktion, Kampfgeist, Fairness und viele weitere sportliche Aspekte trainieren können

Verschiedene Arten und Niveaus im Boxen

Diese Arten bzw. Niveaus gibt es im Boxen (für Frauen und Männer):

  • Amateurboxen
  • Freefight
  • Crosstraining
  • Kickboxen
  • Fitnessboxen
  • Selbstverteidigungsboxen uvm.

Notwendige Ausrüstung

Und das sollte beim Boxen nicht fehlen (egal, ob Mann oder Frau):

  • Kopfschutz (je nach Boxart)
  • Boxershorts/Sporthose
  • Boxhandschuhe bzw. Bandagen
  • Gürtel (je nach Kampfsportart und Niveau verschiedene Farben)
  • Mundschutz
  • Lendenschutz (für Männer)
  • Punching-Ball
  • Sandsack/Boxsack
  • Hanteln (fürs Krafttraining) usw.

Trainingsumgebung

Natürlich sind Boxstudios, Fitnessstudios und Sporthallen am besten ausgerüstet, aber Boxen bzw. verwandte Übungen kann man fast überall trainieren:

  • In einer kleinen Halle mit Boxsack oder Punching-Ball; besonders gut zum Üben des Schlags und als Ausdauertraining
  • Im Freien (am Strand oder in einem Park/auf einer Wiese), um verschiedene Bewegungsabläufe (z.B. Beinarbeit) und Schläge ins Leere zu trainieren
  • In einem Boxclub, wo man auch gegen echte Gegner antreten kann
  • In einer klassischen Sporthalle, in der Kurse und Schnupper-Events stattfinden können
  • Workshops mit ehemaligen oder aktiven Boxern an einem Ort eurer Wahl

Es gibt auch gemischte Boxkurse, wobei diese eher selten sind. Wenn, dann können solche gemischten Trainings in Boxclubs/Boxstudios vorkommen, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine Frau gegen einen Mann im Ring antritt, weil die Kraftunterschiede meist einfach zu groß sind. Einzige Ausnahme: wenn es darum geht, Selbstverteidigung zu trainieren.

Dadurch, dass Frauen- und Männerboxen eine andere Tradition, andere Techniken und oft auch unterschiedliche Ausrichtung haben, ist es auch irgendwie normal, dass die Geschlechter in diesem Bereich - wie so oft im Sport - eher unter sich bleiben.

Doch unterm Strich ist Boxen Boxen, egal ob für Männer oder Frauen. Es ist gut für die Fitness, Ausdauer, Kraft, Disziplin, Schnelligkeit, Reaktionsfähigkeit und das Mentale - und davon können alle profitieren, ganz egal, welchen Geschlechts, welcher Herkunft usw.