Karate Weltrangliste Frauen: Deutsche Athletinnen dominieren

Die jüngsten Erfolge der deutschen Athletinnen und Athleten bei den Europameisterschaften sowie den vier Premier-League-Events des Jahres haben dazu geführt, dass ein DKV-Kumite-Trio in der Weltrangliste des Weltverbandes auf den Plätzen eins, zwei und drei geführt wird. "Das ist eine tolle Moment-Aufnahme", äußerte sich DKV-Präsident Wolfgang Weigert über dieses "vorzügliche Ergebnis".

Herausragende Platzierungen in der Weltrangliste

So nimmt Reem Khamis in der Gewichtsklasse -61 Kilogramm die Pole Position ein - gefolgt von der Chinesin Li Gong, die 1.730 Punkte hinter Khamis auf Rang zwei positioniert ist. In der Gewichtsklasse -55 Kilogramm wird Mia Bitsch auf Position zwei notiert - 410 Punkte hinter der Führenden Anzhelika Terliuga aus der Ukraine. Johanna Kneer (+68 Kilogramm) komplettiert das hervorragende Resultat als Weltranglisten-Dritte. Ihr Abstand zur Nummer eins, Maria Garcia Torres aus Spanien, beträgt 1.065 Punkte. Darüber hinaus hat sich Muhammed Özdemir in der Gewichtsklasse -67 Kilogramm aktuell Weltranglisten-Platz acht erkämpft.

In Reichweite zu den "Top Ten" liegen zudem Madeleine Schröter als Elfte in der Gewichtsklasse -68 Kilogramm, Shara Hubrich als 13. in der Gewichtsklasse -50 Kilogramm, Jonas Abu Wahib als 13. im Kata-Wettbewerb, Nikolai Sekot als 15. in der Gewichtsklasse +84 Kilogramm, Florian Haas als 18. in der Gewichtsklasse -60 Kilogramm und Shirley Ann Lesly Jay als 19. im Kata-Wettbewerb.

Erfolge bei den Europameisterschaften

“Ao no kachi” - was für ein Augenblick, in dem Shirley Jay (Satori Hilden) zur Siegerin der Finalbegegnung und damit zur Europameisterin erklärt wurde! Die Freude beim deutschen Team war riesig, dass sich die Sportlerin mit 0,2 Punkten Vorsprung gegen die italienische Kontrahentin behaupten konnte und sich Gold in der Kategorie Kata Jugend weiblich sicherte. Ebenfalls eine EM-Medaille, in diesem Fall die bronzene, konnte sich Elisabeth Herari (USC Duisburg) sichern. Im kleinen Finale gegen die Kroatin Sara Tomic - amtierende Weltmeisterin - siegte sie mit 3:0.

Nur knapp das Treppchen verfehlte Adrian Heinrich (Goju Ryu Karate Verein Garath) im Kumite der Junioren -76 kg. Ähnliches erging es dem Kata-Team mit Annika Jürgensmann (SC Taisho Siegburg), die kurzfristig für ihre Schwester Natalie eingesprungen war. Die Damen unterlagen im Kampf um Bronze den Spanierinnen. Für Marlene Lindstädt (USC Duisburg) war bei den Juniorinnen -66 kg die EM nach einem Kampf beendet.

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Bundesassistenztrainer Tim Milner (Budokan Bochum) zeigte sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden: “Ich glaube, wir waren der erfolgreichste Landesverband innerhalb des deutschen Teams - aber diese Angabe ist ohne Gewähr!” Auch sein Amtskollege Nika Tsurtsumia (Oberberg Karate Gummesbach) freute sich sehr. Insgesamt erzielte das deutsche Team 2x Gold, 3x Silber, 6x Bronze und 5x den fünften Platz.

Premier League: Mia Bitsch überzeugt

Premier League: 20-Jährige unterliegt im Finale mit 0:2 und ist für die Nachwuchs-Europameisterschaften bestens vorbereitet.

Ausgerechnet im sechsten und letzten Kampf hat Mia Bitsch ihre erste Niederlage einstecken müssen. Im Finale der Gewichtsklasse -55 Kilogramm unterlag die U21-Europameisterschafts-Dritte der Japanerin Airi Shima mit 0:2. Trotz der Niederlage ist der zweite Platz bei einem Premier-League-Turnier ein großartiger Erfolg - zumal Bitsch nicht nur in der Weltrangliste Plätze gut machen wird, sondern auch die ersten Punkte auf dem Weg zur Einzel-Weltmeisterschaft 2025 in Kairo gutgeschrieben bekommt.

Nach fünf Siegen, drei davon in der Vorrunde, und insgesamt 23:8 Match-Punkten hat Mia Bitsch beim Premier-League-Event in Paris das Finale in der Kumite-Gewichtsklasse -55 Kilogramm erreicht. Nachdem Bitsch in der Runde der letzten Acht zunächst die Japanerin Akira Yatoji mit 4:0 bezwungen hatte, folgte im Halbfinale ein ungefährdeter 6:1-Triumph über Louiza Aboriche (Algerien). Der Final-Einzug, verbunden mit dem Gewinn einer Medaille, ist der bislang größte Erfolg für Bitsch auf der Premier-League-Tour.

Für die 20-Jährige ist nach Paris vor Tbilisi. Dort finden in zwei Wochen die Europameisterschaften in den Altersklassen U16, U18 und U21 statt. Und in dieser Verfassung gehört die Thüringerin durchaus zu den Medaillen-Kandidatinnen.

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Hannah Riedel hat unter Beweis gestellt, dass sie mit der Weltspitze mithalten kann. Allerdings haben ihre zwei Erfolge - gegen Lynn Snel (Niederlande) und Eda Eltemur (Türkei) - nicht bis ins Viertelfinale in der Gewichtsklasse +68 Kilogramm geführt, da Tsubasa Kama (Japan), die nach der Vorrunde ebenfalls zwei Siege auf dem Konto hatte, das direkte Duell gegen Riedel mit 1:0 gewonnen hatte. Auch Madeleine Schröter war nach zwei Siegen und nur einer Niederlage - diese allerdings gegen die Gruppen-Beste Thalya Sombe aus Frankreich - auf dem zweiten Platz notiert worden.

Für Muhammed Özdemir, der beim Premier-League-Turnier für die Rhein-Neckar Knights an den Start gegangen war, endete der Wettkampf in der Gewichtsklasse -67 Kilogramm ebenfalls auf Rang zwei nach der Vorrunde - was angesichts der Qualität der Konkurrenz, die in der Weltrangliste auf den Rängen neun, zehn und elf geführt wird, aller Ehren wert ist. Einzig der Auftakt gegen den späteren Gruppen-Sieger Afeef Ghaith aus Jordanien war dem deutschen U21-Meister misslungen. Danach folgten indes zwei beeindrucke Triumphe.

Für den vierten zweiten Vorrunden-Platz war Johanna Kneer verantwortlich gewesen: Die Europameisterin hatte den zweiten ihren drei Kämpfe in der Kumite-Gewichtsklasse +68 Kilogramm gegen die Spanierin Garcia Maria Torres mit 0:1 verloren - und musste trotz zweier Siege der Weltranglisten-Vierten den Vortritt lassen.

DKV-Kampfrichter im Einsatz

Wie schon beim Serie-A-Turnier in Athen gehörte Uwe Portugall in Paris der "Appeals Jury" an, die für die Bewertung der Proteste verantwortlich ist. Zudem war Eva Mona Altmann die Aufgabe übertragen worden, als Tatami Assistent Managerin zu fungieren. Zusammen mit Stephan Koch waren Portugall und Altmann für die Final-Kämpfe nominiert worden - wobei Koch dem "Video Review Team" angehörte. Auch der vierte DKV-Kampfrichter, Faruk Bayraktar, wusste zu überzeugen.

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