Der Wettkampf kann alles in eine ganz andere Richtung führen. Hiermit ist u.a. die Kommerzialisierung gemeint, die uns allen Sorge bereitet und die man jeden Tag in den Medien verfolgen kann.
Die Verschmelzung von Kampfsport und Kampfkunst ist ein weiterer Schritt, der den Wettkampf als notwendiges Förderband sozialer und psychischer Kompetenzen sieht. Fokussiert werden sollte dabei nicht ausschließlich das Gewinnen eines Wettkampfes, auch das Verlieren muss gelernt und kultiviert werden und kann durch das Prinzip des „nicht-Kämpfens“ keinesfalls ausgeklammert werden.
Es geht nicht ausschließlich um den Kampf mit dem eigenen Ich, gegen eigene Ängste und Bedenken, sondern ebenso stellt sich der Kampf in der Soziobiologie als eine grundlegende Bedingung der Möglichkeit dar, seine Selbstwirksamkeit zu stärken.
Immer wieder wird argumentiert, dass ein Kampf nicht notwendig sei, um ein starkes Selbst zu sein. Dennoch ist es in den soziobiologischen Grundzügen der Menschen festgesetzt, dass ein natürliches Gegeneinander stattfinden muss - dazu gehören nun einmal auch das Toben und Rangeln.
In der realen Lebenswelt muss man sich stets gegen andere Mitstreiter beweisen - im Beruf, in der Familie, im Alltag. Dabei muss verhandelt, taktiert, nachgegeben und auch einmal gekämpft werden. Dies ist alles natürlich, ehrlich und fair und basiert auf moralisch-ethischen Grundfesten, welche wiederum von einem gesunden Selbstwertgefühl abhängen und durch die Kampfkunst entwickelt werden können.
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Die Rolle der Budosport-Pädagogik
Die Budosport-Pädagogik sieht sich hier besonders in die Pflicht genommen dafür zu sorgen, dass es nicht um die Zerstörung des Gegenübers geht, sondern um die Möglichkeit, sich im Wettkampf mit Körperkontakt, Kraft und Technik so zu begegnen, dass ein fairer Kampf gestaltet werden kann.
In der Budosport-Pädagogik wird der Kampfkunstschüler zu lösungs- und zielorientierten Handlungen erzogen.
Jeder muss für seine Taten Verantwortung übernehmen - Verantwortungsbewusstsein ist ein entscheidender Faktor der Persönlichkeitsentwicklung. Es sind nicht immer die anderen Schuld, wenn etwas nicht so funktioniert, wie man sich das vorstellt.
Die Akzeptanz, dass andere in der jeweiligen Situation besser sein können, ist eine Grundvoraussetzung für eine realistische Selbsteinschätzung. Diese Eigenverantwortung kann mithilfe des Kampfes gefühlt und erlebbar gemacht werden. Weiterhin setzt dies neue Kräfte frei, um eigene Handlungen neu ausrichten zu können. Es entsteht ein selbsterstarkter, mündiger Schüler.
Natürlich spielt die körperliche und seelische Unversehrtheit des Kämpfers innerhalb eines Wettkampfes eine große Rolle.
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Als die höchste Form eines Kampfes wird aber immer der nicht geführte Kampf (körperlich) betrachtet. Erreicht werden soll dieser mit der körperlichen Präsenz, Aura, Ausstrahlung und der Fähigkeit, sich mit seinem Selbstwertgefühl, seiner inneren Stärke, seiner klaren Körpersprache einer Konfliktsituation so gegenüber zu stellen, dass der Angreifer nicht nur gewarnt ist, sondern den Konflikt lieber verbal als körperlich weiterführt. Dazu zählen auch im Laufe der Budo-Laufbahn erlernte Deeskalationsstrategien, wie auch das Kennen und Lesen der Körpersprache des Gegenübers.
Wettkampf als Instrument der Persönlichkeitsentwicklung
Die Formenwettbewerbe nehmen eine eigene Rolle im Bereich des Wettkampfes ein. Der Schüler stellt sich dabei einem Kampfgericht vor und läuft dann seine Bewegungsform innerhalb seines Kampfkunstsystems. Nach Beendigung seiner Darstellung wird der Schüler vom Kampfgericht bewertet. Dieses Konstrukt beinhaltet viele positive, pädagogische Möglichkeiten, um die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen, seinen Ressourcen entsprechend zu fördern, sodass ein Vergleich, also ein Wettkampf, unverzichtbar ist.
Dieses Wettkampfprinzip im Formenbereich ist in die reale Lebenswelt der Schüler übertragbar. Die vorgestellten Faktoren zu Erlangung eines gesunden Selbstwertgefühls, in dem der Transfer in die reale Welt von Schule, Beruf oder Beziehung, der die ständige Aufgabe beinhaltet, sich bemühen zu müssen, stattfindet.
Diese Erfahrungen des Kampfes, des Gewinnen und Verlierens, stärkt das eigene Ich und somit wird der Umgang mit Misserfolgen und Konflikten erlernt. Solche Erfahrungen unterstützen die Impulskontrolle und geben einem die Möglichkeit, die eigenen Frustrationswerte neu zu kalibrieren.
Es ist klar, dass ein Sieg immer auch eine Niederlage für den anderen bedeutet. Der Schüler muss jedoch erkennen, dass die Anerkennung der Niederlage immer auch ein Sieg über das eigene Ich, den eigenen Egoismus bedeutet.
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Die Bedeutung von Selbstwirksamkeit und Lehrer-Schüler-Beziehung
Die Selbstwirksamkeit des Schülers bildet den Fokus in der Schüler-Lehrer-Beziehung. Eine blinde und diktatorische Form, also eine von oben herab geführte Lehrer-Schüler-Beziehung kann das Selbstwertgefühl in keiner Weise unterstützen, sondern schafft lediglich eine sinnlose Abhängigkeit zum Lehrer. In dieser Hinsicht sind asiatische Kulturen nicht unbedingt dafür bekannt, dass sie das Selbst, das Individuum in den Mittelpunkt stellen.
Die östliche und westliche Kultur und dessen Philosophie der Persönlichkeitsentwicklung muss einer genaueren Betrachtung unterzogen werden, um die bestmöglichen Stellschrauben für die positive Selbstwirksamkeit herauszufiltern und diese dann für die Budosport-Pädagogik zu nutzen. Während westliche Kulturen zu großen Teilen das Individuum betrachten, prägt das kulturelle Bild der östlichen Gesellschaften eher Gehorsam gegenüber den Obrigkeiten. In westlichen Gesellschaften wird stets versucht mit Misserfolgen und Frustration umzugehen, sodass die eigenen Handlungen einen Lerneffekt beinhalten.
Motivation, Wille und Glaube als Schlüssel zum Erfolg
Erforderlich sind jedoch immer eine Form der Motivation, der Wille und der Glaube an sich. Unbedingt erforderlich ist Mut, Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, Dinge aushalten zu können. Diese Energie kann nur aus der Zustimmung erwachsen, die wir für unser Leben empfinden. Diese Liebe ist der Anfang der Tugend. Sie ist das Förderband für unsere höchsten und edelsten Ambitionen. Sie ist die treibende Kraft, die hinter der Budosport-Pädagogik steht, sie ist die letzte Säule unseres Selbstwertgefühls unserer Budosport-Pädagogik.
Von allen Urteilen, die wir in unserem Leben fällen, ist keines wichtiger als das Urteil, das wir über uns selbst fällen. Persönliches Glück und berufliche Karriere hängen davon ab, inwieweit wir die Grundprinzipien des Selbstwertgefühls verstehen und sie bei sich selbst fördern.
