Karate Verein Nürnberg: Eine Welt der Kampfkunst

Karate ist mehr als nur ein Sport; es ist eine Kampfkunst, die Körper und Geist schult. In Nürnberg gibt es zahlreiche Möglichkeiten, diese Disziplin zu erlernen und zu vertiefen. Dieser Artikel beleuchtet einige Aspekte des Karate in Nürnberg, von engagierten Trainern bis hin zu den vielfältigen Angeboten der Vereine.

Engagierte Trainer als Herzstück der Vereine

Viele Karate Vereine leben durch das Engagement ihrer Trainer.

Im Rahmen dieses Ehrenamt-Programms ist unsere Kollegin Evelyn Hagel als Trainerin für Allstyle Karate tätig 🥋. Sie selbst macht den Sport schon seit 18 Jahren und hat sich 2010 dazu entschlossen, ihr Wissen auch an andere weiterzugeben.

Jeden Freitagabend können Kinder und Erwachsene in dem Verein mit Evelyn trainieren und von ihr lernen. Auf die Frage, was Evelyn am meisten Spaß macht hebt sie vor allem die #Weiterentwicklung der Kinder hervor, die sie am meisten beeindruckt.

Aber auch für sie selbst ist das Trainerdasein und Allstyle Karate eine große Bereicherung. Durch neue Lehrgänge hat auch sie die Möglichkeit sich immer weiterzuentwickeln.

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Außerdem ist sie sehr stolz darauf, ihr Wissen weiterzugeben, sodass nicht nur sie sich durch den Verteidigungssport sicher auf der Straße fühlt, sondern auch alle anderen, die an ihrem Kurs teilnehmen.

Vielleicht haben unsere KollegInnen mal die Möglichkeit mit Evelyn einen Einblick in die Sportart zu erhalten.

Vielfalt der Stile und Möglichkeiten

Die Welt des Karate ist vielfältig, und es gibt zahlreiche Stile und Schwerpunkte, die in den verschiedenen Vereinen in Nürnberg angeboten werden.

Meine Wurzeln liegen hierbei im Karate, Stilrichtung Shotokan modern, welches ich 8 Jahre in Deutschland als Jugendlicher und junger Erwachsener bei Shihan Ahmet Sönmez betrieben habe. Lehrgänge besuchte ich schon immer bei diversen Meistern u.a. Soke Hideo OCHI, dessen Veranstaltungen ich heute immer noch sehr gerne besuche und zu Ahmet Sönmez verbindet mich ein freundschaftliches Verhältnis. Er zeigte mir die ersten Wege im Dschungel der Kampfkünste.

Durch berufliche Ausbildung, Lehr- und Wanderjahre und Familiengründung legte ich dann eine längere Pause ein, blieb also auf meinem Kampfkunstweg mehr oder weniger stehen. Mit meinem Umzug in die Schweiz fand ich insbesondere durch meine Töchter wieder zurück zum Karate.

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Mein neuer Lehrer wurde Shihan Giovanni MARTELLINO, selbst ein Schüler von Tsutomu OHSHIMA, welcher ein sehr traditionelles Shotokan Karate vermittelt. Shihan Martellino, ein sehr strenger Lehrer, welcher stets hohe Anforderungen an sich selbst und seine Schüler stellt, betrachtete mich (zu Recht) als absoluten Neuling und so begann ich meinen Weg noch einmal von vorne.

Aufgrund meiner beruflichen Reisetätigkeit konnte ich immer wieder Dojo diverser Stilrichtungen besuchen und war stets herzlich willkommen an deren Training teilzunehmen.

Ich besuchte Seminare verschiedener Meister zunächst nur in Karate und erweiterte mein Wissen durch einschlägige Lektüre in Buchform oder elektronischen Medien. So wurde ich u.a. auf Meister Mitsusuke HARADA aufmerksam, welcher Begründer der von Shotokan abgeleiteten Stilrichtung Shotokai ist.

Die von Meister Harada vermittelten Basics möchte ich nicht mehr missen. Das Körpergefühl, welches er vermittelt, habe ich sonst nirgends gefunden.

Zusätzlich machte ich erste Bekanntschaften mit einzelnen traditionellen japanischen Waffen, wie dem Bo, der Tonfa oder dem Shinai. Hierdurch neugierig geworden nahm ich an einem Seminar von Andrée Kielholtz und Nils A. Scheiring teil, bei welchem ich tiefer in Kobudo einstieg und zum ersten Mal mit Kyucho und Tuite Bekanntschaft machte.

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Kobudo wurde anfänglich von unserem Trainer Raphael Jermann unterichtet, später übernahm ich dieses Training und bildete mich parallel bei Shihan Karl-Hans König und Shihan Andree Kielholtz weiter, bis ich im Dezember 2015 schliesslich meine Shodan-Prüfung in Kobudo bei Shihan Karl-Hans König und Irmi Klemm und im Dezember 2017 meine Nidanprüfung beim Präsident des Kampfkunstkollegium, Shihan Toni Dietl ablegen durfte.

Aufgrund einer persönlichen Entscheidung von Shihan Martellino wechselte das Dojo Suisse Shotokan Karate Laufen 2014 zur Suisse Fudokan Federation, eine Landesgruppe der Fudokan Karate Federation. Der Begründer dieser Stilrichtung ist Soke Prof. Dr. Ilija JORGA.

Bei ihm habe ich 2015 meine Shodan-Prüfung abgelegt und war damit auf meinem Weg an der Stelle angekommen, an der für einen Karateka das tiefere Verständnis dieser Kampfkunst überhaupt erst beginnt.

2018 erfüllte sich ein weiterer Traum durch das erfolgreiche Bestehen der Sandan-Prüfung bei Shihan Karl-Hans König und Sensei Irmi Klemm. Im Jahr 2022 durfte ich dann meine Prüfung zum Yondan bei Shihan Toni Dietl und Sensei Nadine Joachin ablegen.

Ich danke allen, die mich bis heute auf diesem langen Weg unterstützt haben und mir so die Möglichkeit eröffnet haben, mein Verständnis für die Kampfkünste auch zum Wohle meiner Schüler immer weiter zu vertiefen.

So oft es meine Zeit erlaubt erlerne und praktiziere ich TaiChi und QiGong (zur Erlangung der inneren Ruhe und Fokussierung der Energie), welche ich bei Shihan Salvatore Caprino (ebenfalls Fudokan Karateka), Meister LeMing sowie Andreas Egger erlernt habe.

Durch die Bekanntschaft mit Shihan Toni Dietl lernte ich dessen Programm "Samurai Kids" kennen, welches über viele Jahre gemeinsam mit Polizei und Universitäten entwickelt und speziell auf die Bedürfnisse von Kindern im Alter zwischen 4 und 13 Jahren abgestimmt wurde.

Die Schwerpunkte sind Sicherheit, Konzentration, Koordination und Fitness (Gesundheit). Beim Unterrichten der Kinder nach dem Samurai Kids Programm werde ich von meinen Töchtern Julia (ebenfalls Yondan in Karate und Nidan in Kobudo) und Anna-Lena (Sandan Karate) unterstützt.

Ein weiteres Highlight meiner Trainertätigkeit erlernte ich bei Shihan Karl-Hans König. Er hat gemeinsam mit Soke Prof. Dr. Ilija Jorga und dessen Bruder Vladimir ein gesundheitsorientiertes Training im biomechanischen Optimum entwickelt, welches bis ins hohe Alter problemlos ausgeübt werden kann: FUDOMOTION.

Seit 2016 bin ich zertifizierter Diplom Karatelehrer Fudomotion für Erwachsene und Ältere. Dieses System setze ich vor allem im Bereich des Inklusionstrainings ein.

Karate als Weg zur persönlichen Entwicklung

Viele Karateka sehen in ihrer Kampfkunst nicht nur eine sportliche Betätigung, sondern auch einen Weg zur persönlichen Entwicklung.

Für mich war lange Zeit Kampfsport/Kampfkunst kein Thema, obwohl ich immer schon gerne Sport getrieben habe und auch vor Herausforderungen nicht zurückschrecke. Die Gründe waren damals ganz andere, oft wird einem vermittelt, Kampfsport sei kein Sport für Frauen und Mädchen, da es ein zu brutaler Sport sei, für den man als Frau nicht geeignet ist.

Rückblickend war vermutlich genau diese Unterstellung, dass ich als Frau nicht in der Lage sein könnte, in diesem Sport genau das Gleiche zu erreichen wie meine Trainingspartner, mein Ansporn es trotzdem zu versuchen.

Noch während meiner Schulzeit habe ich angefangen unter Shihan Giovanni Martellino klassisches Shotokan Karate zu trainieren. Da ich es liebe, Neues zu entdecken und auch gerne über den sprichwörtlichen Tellerrand hinausschaue, habe ich im Laufe der Jahre an zahlreichen Seminaren und Lehrgängen der verschiedensten Stilrichtungen teilgenommen.

Diese Lehrgänge haben mich in der Welt des Kampfsportes und der Kampfkunst ein wenig herumgebracht, man kann es vergleichen mit einem Handwerker, der auf die Walz geht um seinen Horizont zu erweitern und seine Technik zu verfeinern.

Meine Reise hat mich schon zu einigen Meistern geführt, so habe ich die ersten Jahre meines Trainings nach den traditionellen Lehren von Meister Oshima trainiert, habe aber auch die Welt des Shotokai-Karate unter Meister Harada, sowie die Lehren des modernen Shotokan-Karate von Meister Ochi kennengelernt.

Ende 2014 ist unserer Dojo schliesslich geschlossen in die Swiss Fudokan Federation eingetreten, nach deren Regeln wir heute trainieren.

All diese verschiedenen Einflüsse und Puzzelteile haben sich schliesslich zu einem immer klarer werdenden Gesamtbild zusammengefügt und haben es mir ermöglicht im Jahr 2015 meine Shodan-Prüfung für meinen ersten schwarzen Gürtel bei Soke Prof. Dr. Ilja Jorga erfolgreich abzulegen.

Neben meinem Training im klassischen Karate habe ich vor ein paar Jahren auch das Training mit den traditionellen japanischen Waffen (Kobudo) für mich entdeckt. Auch hier war ein Lehrgang, an dem ich Bekanntschaft mit der ersten Waffe, dem Bo (Langstock) gemacht habe, der Auslöser für mein Interesse.

Nach und nach gesellten sich auch andere Waffen, wie der Tonfa (eine Polizeischlagstock ähnliche Waffe), das Shinai (Bambusschwert), sowie die Sai (Dreizack-ähnliches Messer mit achteckiger Klinge) dazu.

Nachdem das Interesse geweckt war, bildete ich mich auf diesem Gebiet fort und trainierte das Kobudo unter der Anleitung von Shihan Karl-Hans König.

Das Interesse am Kobudo hat mir zudem die Tür zu einer weiteren, mir bis dahin völlig unbekannten Facette des Kampfsports geöffnet. Durch die Teilnahme am jährlich stattfindenden Kobudo/Kyucho-Lehrgang von Andrée Kielholtz und Niels Scheiring hatte ich die Möglichkeit einmal in die Welt des Kyucho (Vitalpunktmanipulation) und Tuite (Gelenkmanipulation) hineinzuschnuppern.

Seither besuche ich regelmässig Lehrgänge auf diesem Gebiet, mit dem Ziel mich auch in dieser Richtung weiterzuentwickeln.

All diese Erfahrungen und Erlebnisse haben meinen Weg der Kampfkunst geprägt und werden wohl auch in Zukunft einen grossen Einfluss auf weitere Entwicklungen haben.

Aus diesem Grund habe ich vor einiger Zeit beschlossen eine Ausbildung zum Trainer zu absolvieren um ein Training zu gestalten, welches vor allem Kindern zu Gute kommt und auf ihre speziellen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Für diese Zwecke bietet sich das Programm „Samurai Kids“ von Shihan Toni Dietl sehr gut an, da es speziell auf die Bedürfnisse von Kindern im Alter zwischen 4 und 13 Jahren abgestimmt ist.

Es basiert auf den 4 wichtigen Grundpfeilern Sicherheit, Konzentration, Koordination und Fitness/Gesundheit, die kindgerecht und spielerisch vermittelt werden. Dieses Programm möchten wir, mein Vater Klaus-Thomas (ebenfalls 4. Dan Karate und 2.

Bereits mit neun Jahren, entdeckte ich meine Leidenschaft für Kampfkünste, als mich eine Kollegin in ihr Training mitnahm. Bis heute verstehen viele Leute nicht, weshalb eine Frau eine Kampfkunst ausübt, denn die Vorurteile des unkontrollierten aufeinander Einprügelns und die ständigen Verletzungen, trüben das Bild des tatsächlichen Trainings.

Vor allem Karate hat mir beigebracht, auf meinen Körper zu hören, ihn besser zu verstehen und meine Grenzen auszutesten, ohne mich dabei selbst kaputt zu machen. Stetig von unserem Sensei unterstützt, sammelte ich immer wieder neue Erfahrungen durch den Austausch mit anderen Vereinen und Kampfkunstrichtungen, um auch diese in meine Techniken einfliessen zu lassen.

Gerade diese Faszination ständig etwas Neues auszuprobieren, immer dazu zu lernen, nie stehen zu bleiben, hat mich dazu veranlasst mein Wissen im Training weitergeben zu wollen.

Bekannte Persönlichkeiten und ihre Wege im Karate

Viele Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen haben im Karate eine Leidenschaft gefunden und ihren eigenen Weg in dieser Kampfkunst beschritten.

Mit Karate begann ich sehr jung als 8-jähriger bei Wladimir Jorga und in der Folge auch bei Ilija Jorga in deren Dojo in Novi Sad, Serbien. Als Jugendlicher zog ich mit meinen Eltern in die Schweiz und trainierte zunächst bei Koichi Sugimura in Zürich und in der Folge bei Tsutomu Ohshima.

Von dort wechselte ich zu meinem Mentor und Hauptlehrer Taiji Kase, den ich auf vielen Seminaren und europaweit begleitet habe. Unter seiner Anleitung trainierte ich in den Dojo in Paris und Brüssel und erhielt von ihm kurz vor seinem Tod den 8.

Heute freut es mich vor allem mein Wissen an junge Menschen weiter zu geben.

Als «Spätberufener» entdeckte ich Karate erst, als mich Klaus Hildesheim zum Training einlud. Ich konnte mir nicht vorstellen, in meinem Alter noch eine Kampfkunst zu erlernen.

Besondere Freude bereitet mir das Training mit den Veteranen z.B. in Seniorenheimen. Dies zeigt mir ganz besonders, dass man nie zu alt ist, um Karate zu trainieren bzw.