Karate-Training und Gemeinschaft beim Tokaido-Verein Kappeln

Vor 50 Jahren wurde der „Tokaido“-Verein Kappeln von Werner Wilhelmsen gegründet. Von jung bis alt werden hier Judo- und Karatebegeisterte auf dem Weg vom weißen bis zum schwarzen Gürtel begleitet.

Einblick in das Karate-Training

Beim Betreten des „Dojo“, dem Trainingsraum beim Karate, verbeugt sich Jäger. Als wir die Sporthalle des Berufsbildungszentrums betreten, läuft noch das Judotraining. Christopher Maier ist Spartenleiter im Karate und seit 1993 Mitglied im Verein. Zweimal pro Woche trainiert er Karate.

Aufwärmen und Grundschule

Zum Aufwärmen gibt er uns verschiedene Übungen vor, die mich ein wenig an Yoga erinnern. Doch so sanft sei das Training nicht immer gewesen. Stephan Clausen, ein langjähriges Mitglied von „Tokaido“, erzählt mir, dass das Dehnen früher deutlich härter und schmerzhafter gewesen sei. Auch Maier bestätigt, dass sich die Trainingsmethoden weiterentwickelt hätten. Im Anschluss geht es mit den Grundübungen weiter - der sogenannten „Grundschule“, die bei jedem Training aufs Neue geübt wird, um die Bewegungsabläufe zu perfektionieren. Ich merke schnell: Das ist gar nicht so leicht.

Was auf den ersten Blick wie ein paar einfache Schritte wirkt, erfordert viel Körperkontrolle und das richtige Timing. Sobald eine neue Armbewegung dazukommt, machen meine Beine wieder ihr eigenes Ding. Maier ruft die einzelnen Schritte auf Japanisch. Alle Karatekas führen die Bewegungen synchron aus, bis wir die andere Seite der Halle erreicht haben. Die Techniken richten sich dabei gegen einen imaginären Gegner auf Augenhöhe.

Kumite - Partnertraining

Während ich noch an der „Grundschule“ feile, sind die anderen schon beim „Kumite“ - dem Partnertraining. Was von außen wie ein choreografierter Zweikampf wirkt, hat es technisch in sich. Es geht um das richtige Timing, ein gutes Gespür für die Distanz und um Kontrolle. Denn die Schläge sollen möglichst ohne vollen Körperkontakt ausgeführt werden. Denn: Im Karate zählt nicht rohe Kraft, sondern wie man Energie nutzt.

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Das demonstriert Maier, als er mit ausgestreckter Faust auf mich zukommt. Statt die Faust zu blocken, soll ich ausweichen und gezielt kontern. Mein Fazit: Ich habe den Eindruck bekommen, dass man durch den Sport ein ziemlich gutes Körpergefühl entwickelt und lernt, es gezielt einzusetzen.

Die Gemeinschaft des Tokaido-Vereins

Gleich in der Umkleidekabine habe ich Karen Jäger kennengelernt. Nach 30 Jahren Karate-Pause hat sie vor fünf Jahren in Kappeln wieder angefangen. Ihr Physiotherapeut hat sie dazu inspiriert. Sie ist 77 Jahre alt und die älteste Karateka der Gruppe.

Geleitet wird es von Thomas Lange, dem Spartenleiter für den Bereich Judo. Seit 45 Jahren ist er Mitglied im Verein. Seine Motivation: Die Judo-Werte an die Sportler weitergeben. „Das ist unser Alleinstellungsmerkmal hier“, sagt er.

50-jähriges Jubiläum und Lehrgang

Um ein halbes Jahrhundert „Tokaido“ zu feiern, lädt der Verein zu einem Lehrgang in der Sporthalle der Gemeinschaftsschule Kappeln ein. Ein Lehrgang findet am 28. und 29. Juni ab 10 Uhr statt. Am 28. und 29. Juni ab 10 Uhr sind alle Karatekas willkommen.

Eine Mitgliedschaft in einem Karate-Verein wird vorausgesetzt. Es muss aber nicht der „Tokaido“-Verein sein.

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