Karate Tiger ist ein Actionfilm aus Hongkong und den USA aus dem Jahr 1987 unter der Regie von Corey Yuen. Der Film erzählt die Geschichte des Teenagers Jason Stillwell, der von Bruce Lee träumt und von ihm in der Kampfkunst Jeet Kune Do unterwiesen wird.
Handlung von Karate Tiger
Teenager Jason Stillwell (Kurt McKinney) ist einer der größten Bruce-Lee-Fans in Los Angeles und trainiert im hauseigenen Karate-Dojo seiner Eltern. Seine Kindheit und weite Teile seiner Jugend verbrachte Jason Stillwell (Kurt McKinney) in Los Angeles, wo er im Karate-Dojo seines Vaters (Timothy D. Baker) die Kampfkunst lernte, doch zugleich seine Passion für Bruce Lee, dessen Filme und dessen Konzept des Jeet Kune Do, stetig wuchs.
Eines Tages muss er jedoch mit seinen Eltern vor einer Verbrecherbande um Schläger Ivan (Jean-Claude Van Damme) nach Seattle flüchten. Von einem skrupellosen Verbrecher-Syndikat unter Druck gesetzt, zieht es der Karatelehrer Stillwell vor, Los Angeles zu verlassen, um sich in Seattle eine neue Existenz aufzubauen.
Jason ist fortan von dem eintönigen Leben in der neuen Stadt gelangweilt, trainiert aber in der Garage weiter. In Seattle schließt Jason Freundschaft mit R.J. (J.W. Fails), einem Nachbarsjungen, mit dem ihn ein Interesse für Basketball verbindet und welcher ihn in die Dojos in Seattle einführt.
Zugleich jedoch macht er sich Feinde, durch die gemeinen Intrigen eines anderen Nachbarsjungen, der R.J. verachtet und ebenso alle Freunde, die dieser hat, und als er seine Freunde im Kampf verteidigt. Jasons Bereitschaft zu kämpfen, wenn es sein muss, verschärft den Konflikt mit seinem Vater noch weiter, sodass es letztlich zum Bruch zwischen den beiden kommt und der Teenager ausziehen muss.
Lesen Sie auch: Mehr über Karate
Er sucht Trost am Grabe Bruce Lees, der ihm daraufhin im Traum erscheint und ihn in der Kampfkunst Jeet Kune Do unterweist. Als Tom Stillwell (Timothy D. Baker, „Blackbelt”) sich weigert seine Karateschule mit einer Bande brutaler Gangster zu teilen, schlägt ihn der grimmige Scherge Ivan (Jean-Claude Van Damme) zum Krüppel. Mit Sack und Pack zieht Tom in eine andere Stadt und kehrt dem Kampfsport den Rücken. Sein Sohn Jason (Kurt McKinney, „Sworn to Justice“) jedoch ist völlig vernarrt in die Martial-Arts und trainiert emsig in der heimischen Garage. Dessen erklärtes Vorbild ist Bruce Lee.
Bei einem Karate-Wettkampf trifft Jason schließlich auf die Schergen, welche seinen Vater zum Krüppel schlugen und ihnen das Dojo wegnahmen. Da tauchen die Gangster aus Los Angeles auf. Jason wird zu einem Duell mit dem russischen Champion Ivan gefordert. Er bekommt die Chance eine alte Rechnung zu begleichen. Jason besiegt den Russen.
Hintergrund & Infos zu Karate Tiger
In Deutschland erschienen insgesamt zehn Nachfolgefilme zu Karate Tiger, wie z. B. Karate Tiger 2, Karate Tiger IV - Best of the Best und Karate Tiger 10. Die Filme haben jedoch wenige bis keine Verbindungen untereinander, sondern bilden teilweise ganz eigene Filmreihen. Einzig der Name Karate Tiger wurde zu Marketingzwecken hinzugefügt.
Durch eine kriminelle Organisation aus dem Geschäft getrieben, muss die Familie nach Seattle umziehen, wobei sich Vater und Sohn immer weiter auseinanderleben, vor allem, nachdem er durch die Hand Ivan Kraschinskys (Jean-Claude Van Damme), eines Schützlings der Organisation, so verletzt wurde, dass er seinen Job als Karate-Trainer nicht mehr länger ausführen kann.
Aus Verzweiflung bittet und bettelt er am Grab seines Idols Bruce Lee um Unterstützung und eines Nachts erscheint ihm tatsächlich der Geist Lees (Tai-chung Kim), unter dessen Leitung er nun an seiner Kampfkunst arbeitet und mit der Zeit immer besser wird. Weil Jason in der Zwischenzeit nicht länger den Prellbock spielen möchte, heult er sich am Grab von Bruce Lee die Äuglein aus dem Kopf. Und siehe da, der Geist des großen Meisters schaut tatsächlich mal für eine Trainingsstunde in der Garage seines Fans vorbei. Dort funktioniert Bruce Lee (Kim Tai Chong, „Fist of Death“) den fleißigen Teilzeitschüler zur gestählten Kampfmaschine um und entschwindet wieder ins gleißende Licht des Nachlebens.
Lesen Sie auch: Rapserdflöhe bekämpfen mit Karate Zeon
In seiner Heimat Hongkong sowie in Hollywood gehört Corey Yuen zu einem der bekanntesten Schauspieler und Action-Choreografen, der in der Traumfabrik an Projekten wie Romeo Must Die, Lethal Weapon 4, The Expendables und X-Men arbeitete. Nachdem er in Hongkong an vielen Martial Arts-Projekten mitgewirkt hatte, schaffte er Anfang der 80er den Übergang nach Hollywood, wo er 1985 mit Karate Tiger zum einen versuchte, was er gelernt hat in einen neuen kulturellen Kontext zu setzen, und zum anderen dafür sorgte, dass der zukünftige Actionstar Jean-Claude Van Damme eine seiner ersten Filmrollen in den USA erhielt.
Wenn sich ein Martial Arts-Fan an Karate Tiger erinnert, wird dies in erster Linie wahrscheinlich wegen des Finales sein, in dem Jason dem von Jean-Claude Van Damme gespielten Ivan abermals gegenübertritt, was eine Begegnung darstellt, auf die der Film schließlich seine ganze Laufzeit über den Zuschauer vorbereitet.
Hier stimmt dann auch wiederum vieles, was vorher nur teilweise oder gar nicht funktionierte, auf schauspielerischer wie auch technischer Hinsicht. Während man auf der einen Seite als Zuschauer für den jugendlichen Protagonisten ist, der sich durch einen langen und harten Prozess - 80er Jahre typisch ausgedrückt mittels mehrerer Montagen - verbessert hat und zu jemand Anderem geworden ist, setzt Van Damme auf eine zugegeben eindimensionale Bösartigkeit eines Menschen, der jeden im Ring besiegen kann, was wohl einige der Darsteller am Set am eigenen Leibe erfahren mussten.
Leider lässt ich dies nicht für die Zeit vor diesem Finale sagen, das nicht nur schlecht gealtert ist, sondern zudem noch viele andere Probleme aufweist. Das seltsame Over-acting, das deplatziert wirkende Voice-Over oder wenig organische wirkende Übergänge sind nur einige der Makel, die sich im Laufe der Handlung immer wieder zeigen. Hinzu kommt noch das Drehbuch von Keith W. Strandberg, welches offensichtlich eine Liebe zur Kampfkunst zeigt, aber dem es am Gefühl mangelt, eine solche Geschichte in einer anderen Kultur umzusetzen.
Am Beginn einer Weltkarriere stand „Karate Tiger“. Der im Original mit „No Retreat, No Surrender“ betitelte Streifen ebnete nicht nur der langlebigsten Filmreihe der deutschen Videohistorie den Weg, sondern führte auch den damals 25-jährigen Belgier Jean-Claude Van Damme in den Orkus des Actionfachs ein. Das keiner der bis 1996 veröffentlichten zehn Teile der Serie wirklich „Karate Tiger“ heißt, stört heute eigentlich niemanden mehr. Bei deren Auftakt blieb ohnehin nur der schlagkräftige Kurzauftritt Van Dammes haften.
Lesen Sie auch: Die Lehre im Karate Dojo
In Hongkong war die Mär der ´Rival Schools´ längst ein alter Hut, als Corey Yuen das Prinzip für den US-Markt aufkochte. Yuen, der sich in seiner Heimat als Regisseur, Produzent, Darsteller und Action-Choreograph etablieren konnte, zählt zu den geschäftigsten Vertretern seiner Zunft. Mehr als 30 Filme entstanden seit den frühen Achtzigern unter seiner Leitung, in mehr als 50 wirkte er mit. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen „Saviour of the Soul“, „Fong Sai Yuk“, „So Close“ und die Luc Besson-Produktion „The Transporter“.
Um der aufgestauten Spannung gleich vorweg zu greifen: Jason bekommt das Mädchen, Vater Einsicht und Van Damme hübsch blödsinnig die Fresse poliert. Der spätere Action-Star spielt in seinem Debüt eine denkbar kleine Rolle. Zu Beginn und Ende schaut er mal kurz vorbei und mit der Ausstrahlung eines Pfundes Steckrüben dröge in die Kamera. Dabei schärft der Film nicht nur die Sinne gegen Russen, sondern auch gegen fettleibige Teenager. Bei all dem herrlichen Nonsens kommt unfreiwilliger Humor natürlich nicht zu kurz. Sei es das stets selbstklebende Bruce Lee-Poster, der auf Michael Jackson gebürstete schwarze Sidekick oder die deutsche Synchronisation - für Trash-Fans wird bei „Karate Tiger“ gleich beidhändig aus den Vollen geschöpft. Textliche Einfalt des Schlages „Komm mir nicht in die Quere Fatzke“ oder „Hörst du das Fatzke? Sie weiß wer der Beste ist.“ ist da bloß der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein. Absolutes Highlight ist jedoch der verhinderte Bruce Lee-Ersatz.
„Karate Tiger“ ist eine krude Mischung aus Coming-of-Age-Film und Martial-Arts-Spektakel. Die finalen Kampfszenen sind gut choreographiert und mit Tempo inszeniert, der Rest ist künstlerisches Schweigen im Walde. Spaß macht der muntere Unfug trotzdem - und sei es einzig aufgrund seiner überbordenden Lächerlichkeit. Mit Philosophien aus dem Glückskeks und Handlungssegmenten, die jeder Vorabend-Soap die Schamesröte ins Gesicht treiben würden, unterhält der grobe Schabernack auf ganzer Linie. Und eine passende Moral von der Geschicht´ serviert der Streifen gleich dazu: Flenne lang genug am Grab deines größten Idols und alles wird sich zum guten wenden.
Jason (Kurt McKinney) ist ein Teenager in L.A. Sein Vater weigert sich, sein kleines Karate-Dojo an ein kriminelles Großunternehmen zu verkaufen. Da diese Männer mit den Karate-Schulen ihre dunklen Machenschaften verschleiern wollen, gehen sie natürlich wenig zimperlich mit Nein-Sagern um (wie genau das geht, weiß eigentlich keiner). Mit gebrochenem Bein zieht der Vater samt Familie schließlich nach Seattle. Doch hier geht der Ärger weiter. Jason findet in R.J. zwar einen neuen Freund, doch legt er sich mit den örtlichen Halbstarken an.
Doch während Jasons Vater der Gewalt völlig entsagt hat, sich also auch nicht mehr verteidigen will, teilt Jason zu seinem und R.J.s Schutz auch gut aus. Da Jason mehr als einmal eine aufs Maul kriegt, heult er sich abends vor seinem Bruce Lee-Poster aus. Und siehe da, eines Tages steht selbiger, eingehüllt in gleisendes Licht, vor Jason und lehrt ihn die geheimsten Geheimnisse seiner Kampfkunst. Und es dauert nicht lange und die bösen Buben aus L.A. tauchen auch in Seattle auf.
Die Frage ist berechtigt, warum ein so unterirdisch schlechter Film zu so einem Kult werden konnte. Der Rezensent gibt zu, als kleiner Bub selbst total auf Karate Tiger abgefahren zu sein. Mit den Jahren Abstand gibt es auch immer noch Momente, die einfach kultig sind. Kultig schlecht wohlgemerkt. Der dauerfressende Fettsack, die Testosteron befeuerten Halbstarken, die lächerlich miesen Sprüche und das eisenharte Training sind nur ein paar dieser Momente. Auch darstellerisch gibt es hier wenig zu holen. Van Damme hinterlies zurecht mit seinem Spagat und den Kicks den meisten Eindruck. Es gab ja sonst keine Highlights, die die Aufmerksamkeit auf sich hätten ziehen können. Und ja; Regie, Kamera und Schnitt taugen allesamt nichts.
Doch jetzt kommt das große Aber. Karate Tiger hat Charme. Und das hebt diese Gurke über all die lächerlichen Karatefilme der 80er und 90er hinaus. Das Dirty Dancing-Syndrom, wenn man so will: Die Zutaten sind so lala, aber irgendwie passt alles und unterhält dann doch ganz gut. Karate Tiger ist ein Unfall, bei dem man nicht hinsehen will, es aber doch muss.
Leider täuscht die schicke Metall-Box der Limited Edition der DVD (übrigens erstmals uncut mit äußerst überflüssigen Szenen) darüber hinweg, dass die Bildqualität unter aller Sau ist. Jedes Karate Tiger-Videotape aus den 90ern (wie das des Rezensenten) hat ein besseres Bild. Der Ton ist ebenfalls furchtbar. Wie auch immer, ob VHS oder DVD, Karate Tiger ist ein Jungsfilm, wie er im Buche steht.
Besetzung
- Kurt McKinney als Jason Stillwell
- Jean-Claude Van Damme als Ivan
- J.W. Fails als R.J.
- Tai Chung Kim als Geist von Bruce Lee
- Timothy D. Baker als Tom Stillwell
