Im Karate gibt es verschiedene Techniken, die im Fachjargon unterschiedliche Bezeichnungen haben:
- Kihon: Wird im Fachjargon als Kihon bezeichnet und wird mit Fundament, Grundlage, Quelle, Ursprung (des Könnens) übersetzt. Konkret stellen sich die Schüler in einer Reihe auf. Der Lehrer gibt eine Übung (Z.B. Abwehr mit Kontertechnik in einem bestimmten Stand/Schritt) vor.
- Kumite: Wird im Fachjargon als Kumite bezeichnet und bedeutet für uns die Kunst der Begegnung. Für das Kumite gibt es viele unterschiedliche Übungsformen, welche je nach Reifegrad der Schüler und jeweilige Zielsetzung angewendet wird.
- Kata: Wird im Fachjargon als Kata bezeichnet und dient zur Überlieferung und Übung der Prinzipien.
- Mondo: Wird im Fachjargon als Mondo bezeichnet. Die Belehrungen mittels Kurzvorträgen sind Hilfen, die uns das Erkennen von Gesetzmässigkeiten vereinfachen sollen und uns helfen Verbindungen zu schaffen.
Kata im Detail
Kata bedeutet übersetzt Form, und stellt einen festgelegten Ablauf verschiedenster Einzeltechniken dar. In allen traditionellen Kampfkünsten gibt es diese Formen, die die eigentliche Basis darstellen. In den Anfängen auf Okinawa wurde das Karate-Do nur mit Hilfe dieser Kata trainiert. Jede Kata für sich betrachtet stellte einen eigenen Kampfstil dar, den die Meister in der früheren Zeit in dieser verschlüsselt versteckt hielten und nur ausgewählten Personen offenbarten.
Die Kata helfen aber nicht nur die Techniken zu erlernen, sondern sie schulen auch die innere Haltung des Trainierenden. Atmung, Ruhe, Gelassenheit, Sicherheit, Entschlusskraft, Kampfgeist und Rhythmus sind einige Punkte aus den inhaltlichen Aspekten, die eine Kata lebendig machen und die andersherum der Übende von der Kata erlernen soll. In der perfekten Ausführung einer Kata "sieht" der Übende die imaginären Gegner und reagiert somit auf deren "Angriffe". Er behält Zanshin während des ganzen "Kampfes" bei und seine Spannung (körperlich und geistig) löst sich erst, wenn kein "Angriff" mehr erfolgt, d.h.
Um aber eine Kata als Form der Selbstverteidigung zu verstehen, ist es wichtig diese in viele Einzelkombinationen zu zerlegen und zu trainieren. Hierbei werden die imaginären Gegner in der Kata durch einen realen Partner ersetzt. Das Trainieren dieser Kataanwendungen wird Bunkai genannt. In den Anfängen der Kampfkünste stellte jede Kata einen eigenen Kampfstil dar.
Die Meister der damaligen Zeit hielten so ihr Wissen in einer verschlüsselten Form fest, da anfangs das Trainieren einer Kampfkunst verboten war. Heute wird im Shotokan Karate-Do eine Vielzahl von Kata trainiert, doch das war nicht immer so. Die Meister der früheren Zeit kannten höchstens vier oder fünf Kata, die aber vielfach intensiver trainierten wurden als in der heutigen Zeit.
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Das sich die Anzahl vergrösserte, verdanken wir Meister Gichin Funakoshi, der bei den verschiedensten Meistern trainierte und die Kata auswählte, die er für lehrreich und nutzbringend hielt. Er fand insgesamt 15 Kata die seiner Meinung das Karate-Do repräsentierten.
Kampfkunst wurde immer mündlich und durch praktische Anleitung weitergegeben; oftmals im Geheimen. Daher fertigte man keinerlei schriftliche Aufzeichnungen an. Stattdessen entwickelte jeder Meister seine persönliche Kata, die die Essenz seiner Lehre darstellt und komprimierte.
Bekannte Kata
Hier sind einige bekannte Kata aufgelistet:
- Taikyoku Shodan (von jap. „Taikyoku“, „universale Kata“, „vorbereitende Kata“ und jap. „Shodan“, „erste Stufe“) ist eine Anfänger-Kata im Karate, die hauptsächlich aus zwei Abwehrtechniken besteht: Gedan Barai (Abwehr nach unten) und Oizuki (gleichseitiger Fauststoß). Diese Kata wurde als Vereinfachung aus der Kata Heian Shodan entwickelt. Sie wird in den Stilen, in denen sie verbreitet ist, meist als erste Kata unterrichtet und dient dazu, den Schüler in das Wesen der Kata einzuführen.
- Heian Shodan oder auch Pinan Nidan (bestehend aus den Wortteilen Friede und anfängliche Stufe, bzw. zweite Stufe ist der Name einer Kata (eines stilisierten Kampfes gegen imaginäre Gegner) der japanischen Kampfkunst Karate, die die erste, bzw.
- Heian Nidan (Friede, zweite Stufe) ist eine Kata in der japanischen bzw. okinawanischen Kampfkunst Karate. Sie ist die zweite der Heian-Katas bzw. unter ihrem älteren Namen Pinan Shodan (anfängliche Stufe) die erste der Pinan-Reihe. Der Karateka erlernt sie direkt nach Heian Shodan (Pinan Nidan). Ursprünglich war diese Kata die erste der Reihe, Funakoshi Gichin änderte jedoch die Reihenfolge, weil sie im Vergleich zur Heian Shodan schwieriger zu erlernen ist.
- Heian Sandan ist eine Kata im Shōtōkan (Karate), die von den Karateka direkt nach Heian Nidan gelernt wird. Ihr älterer Name, unter dem sie auch noch in einigen anderen Stilrichtungen geführt wird, ist Pinan Sandan.
- Die Heian Yondan ist die vierte Kata der Heian-Gruppe im Shotokan-Karate. Der Karateka führt sie bei der Prüfung zum 5. Kyu (1. Blaugurt) vor. Ihr Ablauf ist durch eine große Dynamik gekennzeichnet, durch das Studium der doppelten Abwehrformen und den Gebrauch von Fußtechniken. Wahrscheinlich wurde sie aus der Kankû entwickelt.
- Heian Godan ist die fünfte und letzte Kata der Heian-Gruppe. Der Karateka führt sie bei der Prüfung zum 4. Kyu (2. Blaugurt) vor. In ihr vereinigen sich mehrere Grundprinzipien des Karate: Mizu nagare-gamae stellt ein bedeutendes Prinzip der Abwehrtechniken dar, wechselnde Abwehrformen zwischen Gedan, Jodan und Chudan, Ergreifen des gegnerischen Arms und Kontern, Kontertechnik mit Blickwechsel, Vermeiden eines Angriffs durch einen Sprung, Abwehren und Kontern (Tai-sabaki) mit Nagashi-Techniken, die klassische Kamaekata Manji-gamae und so weiter. Durch die Vielfalt der Techniken lehrt diese Kata bereits einen umfangreichen Kampfstil. Gleichzeitig stellt ihre Ausführung jedoch hohe Ansprüche an Rhythmus und Timing. Die Kata kombiniert abwechselnd schnell aufeinander folgende Bewegungen mit schnell ausgeführten Techniken.
- Bassai Dai (Passai, Patsai) ist der Name einer Karate-Kata. Sie gilt im Karate als eine der ältesten Kata. Bassai heißt übersetzt "die Mauer zerstören" oder "Erstürme die Festung". Dementsprechend kraftvoll soll auch die Kata vorgeführt werden. Sie lässt sich auf die okinawanischen Tōde-Katas zurückführen. Man geht davon aus, dass sie in ihrer Urform bereits im späten 13. Jahrhundert durch chinesische Meister gelehrt wurde und in Folge der Handelsbeziehungen nach Okinawa kam. Bassai Dai gehört zur Gruppe der Shorin-Kata, deren Trainingszweck es ist, die Schnelligkeit des Karateka zu verbessern. Hauptmerkmal der Kata ist, dass die einzelnen Techniken sehr schnell und kraftvoll ausgeübt werden. Sie enthält viele defensive Block- und Hebeltechniken und vergleichsweise wenige Beintechniken. Mit rund 40 Einzeltechniken ist Bassai Dai eine der längeren Katas. Im Shotokan-Stil werden zwei Varianten der Bassai geübt: die Bassai Dai und die Bassai Sho. Das Suffix "dai" bedeutet "groß", und kennzeichnet somit die große Variante der Bassai, während das Suffix "sho" "klein" bedeutet und eine kleinere Variante der Bassai bezeichnen will. Bemerkenswert zur Bassai-Sho ist eine Entwaffnungstechnik gegen einen vertikalen Stockangriff, denn Entwaffnungstechniken kommen nicht in jeder Kata vor.
- Sappushi Wanshu kam 1683 als einer der ersten Chinesen nach Okinawa (Tomari). Er lehrte eine Karate-Kata, die nach seinem Namen benannt wurde (Wanshu). Es wird davon ausgegangen, dass der Tode-Meister Sanaeda für dessen Verbreitung auf Okinawa sorgte. Der ursprüngliche chinesische Name war Kuan Yin Yang Pao Lit. Diese Tatsache wird auch durch Gichin Funakoshi in seinem ersten Buch Ryu Kyu Kempo Karate bestätigt. Empi bedeutet Flug der Schwalbe und war eine Namensgebung von Funakoshi Sensei in den 1930er Jahren als er alle chinesischen Kanji aus politischen Gründen änderte. Der Name bezieht sich auf das Embusen (Schrittdiagramm), da hier sehr viele abrupte Richtungswechsel mit einer ständigen Hüftverlagerung gefordert sind. Artverwandt einer Schwalbe, welche die Flughöhe sowie die Richtung im Flug schlagartig und permanent ändert.
- Jion ist der Name einer Karate-Kata und bedeutet Shaolin oder Liebe und Güte. Die Kata hat ihren Ursprung aus China und wurde von der Tomari-Region auf Okinawa ausgehend verbreitet. Man verbindet sie mit den Künsten des Shaolin weil,die zweite Bereitschaftsstellung der Jion identisch mit dem Gruß der Shaolin ist. Diese typische Shotokan Kata hat Meister Gusukuma (Meister Azatos) als Schöpfer. Sie ist eine der höheren Grundkata von mittlerer Schwierigkeit, muss zum 1. Lernziel sind ruhige Bewegungen, die in ihrer Sanftheit Buddha entsprechen, aber im Inneren voll von geistiger Energie sind sowie elegant auch in Wendung und Wechsel. Ihre übung vermittelt die vollkommene Harmonie in der Bewegung, das Gleichgewicht des Geistes und führt zu einem direkten, wirkungsvollen Kampfstil. Typisch sind Yori Ashi und Drehung (Manji uke) mit Folgeabwehr in oberer, mittlerer und unterer Stufe.
- Den Namen Hangetsu, also Halbmond, erhielt sie vom Stilrichtungsbegründer Funakoshi Gichin, der mit dem Namen auf die gleichnamige Stellung der Füße hinweist, der in der Kata eine zentrale Rolle zukommt. Dabei werden die Füße circa 45 Grad nach innen gedreht und die Knie bei gleichzeitiger Außenspannung der Beinmuskulatur leicht nach innen gekippt.
- Jitte oder auch Jutte (Zehn Hände) ist eine Kata, d.h. einen stilisierten Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner, in der japanischen Kampfkunst Karatedō. Der Begriff Jitte bezeichnet außerdem eine japanische Variante des Sai, einer gabelförmigen aus China stammenden Waffe, die zum Bereich des aus Okinawa stammenden Kobudō zählt.
- Gankaku (Kranich auf dem Felsen) oder älter Chintō ist eine Kata, d. h. ein stilisierter Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner, in der japanischen Kampfkunst Karatedō.
- Ji'in (Liebe und Schatten, Mitgefühl und Unterstützung), auch transskribiert als Jiin, ist eine Kata im Karate.
- Sochin ist der Name einer Kata im Karate. Die Kata entstammt ursprünglich der Aragaki-Schule (Naha-Te), wurde jedoch im Laufe der Zeit oft geändert, so dass es heute verschiedene Versionen gibt. Der Name der Kata bedeutet "Stärke und Ruhe" oder (seltener) "Krieg und Frieden". Der Name impliziert bereits die ruhigen und kraftvoll, dynamischen Techniken. In der Aragaki-Version der Sochin werden die Bewegungen meist aus der Stellung Sanchin-Dachi heraus ausgeführt. Die Shotokan-Version der Sochin wurde in der Mitte des 20. Jahrhunderts von Yoshitaka Funakoshi entwickelt und hat mit der Aragaki-Sochin nicht mehr viel gemeinsam. Der Stand ist hier meistens Sochin-Dachi (gelegentlich auch als Fudo-Dachi bezeichnet), eine Kraftstellung zwischen Zenkusu-Dachi und Kiba Dachi. Die Shotokan-Variante der Sochin ist sehr expressiv für typische Shotokan-Prinzipien. Besonders der Mittelteil der Kata (Mikazuki-Geri Jodan aus der Drehbewegung) erfordert ein sehr gutes Gleichgewichtsgefühl. Durch die allgemein sehr tiefen und kraftvollen Stellungen wirkt Sochin sehr stark und trainiert besonders die Beinmuskulatur. Der Legende nach soll die Kata Sochin auch "Die Kata des Alten Mannes" sein: Ein alter Mann lud einst Funakoshi Gichin ein, doch Meister Funakoshi war zu der Zeit beschäftigt, also schickt er seinen Sohn Gigo nach Okinawa. Der alte Mann war hocherfreut ob Gigos Besuch, verschloss Türen und Fensterläden, sodass niemand von außen in sein Haus hineinsehen konnte.
- Meikyo (klarer Spiegel) ist eine Kata aus dem Shōtōkan-Karate.
- Chinte (Seltene Hand) ist eine Kata, d. h. ein stilisierter Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner, in der japanischen Kampfkunst Karatedō.
- Nijūshiho (24 Schritte), auch Niseshi, ist eine Karate-Kata die im Shōtōkan und Shitō-Ryū praktiziert wird. Nijūshiho ist eine Kata der Niigaki-Schule, deren Ursprünge im chinesischen Baihequan (Weißer-Kranich-Stil) liegen. Sie wurde vom Kampfkunstmeister Aragaki Seisho, der in seiner Funktion als übersetzer für Chinesische Sprache des Ryukyu-Hofes oft nach China reiste, nach Okinawa gebracht.
- Wankan (japanisch für Königskrone) ist eine Kata - also ein stilisierter Kampf gegen imaginäre Gegner - im Karate. Ihr Ursprung liegt im Tomari-Te (Shō rei-Schule), einem Vorläufer des modernen Karate aus dem 19. Jahrhundert. Gichin Funakoshi nannte sie Matsukaze ("Pinienwind") sowie Hito (飛雲, "fliegende Wolke"). In dieser Kata wird nur ein Kiai gesetzt. Als besondere oder königliche Technik gilt Koku Uke ("Tigermaulabwehr"), die in einem Kniehebelwurf endet.
- Unsu (dt. Wolkenhand) ist eine Kata, d. h. ein stilisierter Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner, in der japanischen Kampfkunst Karatedō. In der auf Funakoshi Gichin zurückgehenden Stilrichtung Shōtōkan ist Unsu die höchstentwickelte Kata. Ihren Weg in diese Stile fand die Kata über Mabuni Kenwa, ein Freund Funakoshis, der ihn die Variante seines Shitō-ryū lehrte. Die Kata wurde dann von Funakoshi an seinen Stil angepasst und gilt seitdem, obwohl sie mit 90 Sekunden Dauer nicht die längste Kata dieser Stile ist, als die Schwierigste.
Online-Trainingsmöglichkeiten
Es gibt eine Fülle von Online-Trainings mit klingenden Namen und neuen Entdeckungen. Einige SKR Dojos bieten Online Trainings an, die öffentlich zugänglich sind. Hier der Link zur Liste der Dojos.
Einige von Euch haben Glück und eine Dachterrasse, eine Wiese, einen Keller oder sonst eine Gelegenheit zum Trainieren. Eine Stube haben alle. Mit dieser Anleitung könnt ihr Hejan Shodan auf einer 2x2 Meter “grossen” Fläche laufen. Das Zauberwort heist Kiri Kaeshi, das ist der Fusswechsel auf der Stelle.
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Mit dieser Übung könnt Ihr die Hüfte trainieren. Jede Technik (ausser die Wendungen) wird 2 x gemacht. Bei der Wiederholung muss Spannung aufgebaut werden und durch den Vergleich mit der ersten Technik habt Ihr die Möglichkeit, zu erkunden, wie es sich anfühlen sollte. Ich finde, eine sehr hilfreiche Möglichkeit, die Hüftspannung zu verbessern.
Damit das mit den Katas gut funktioniert, braucht es Rumpfkraft. Es gibt unzählige gute Online-Trainings. Allen, die sich dafür engagieren, ein grosses Danke schön.
Der Vorteil an den Onlinetrainings ist, dass die Senseis sehr geduldig sind und nicht gleich jeden Fehler sehen.
Karate für Kinder
Karate ganz einfach, sprich "kinderleicht", der Titel ist Programm. Ideal für Einsteiger jeden Alters, denn es vermittelt das Fachwissen "kinderleicht" mit einem Augenzwinkern. Die Begeisterung des Tigers, unseres etwas unkonventionellen Lehrers, steckt an. Ein wertvolles Hilfsmittel zur Ergänzung des Unterrichts für alle Trainer.
Details:
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| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| ISBN/GTIN | 978-3-938037-11-9 |
| Produktart | Taschenbuch |
| Einband | Paperback |
| Erscheinungsdatum | 18.11.2014 |
| Auflage | 2005 A. 5., neubearbeitete Auflage |
| Seiten | 112 Seiten |
| Sprache | Deutsch |
| Masse | Breite 159 mm, Höhe 213 mm, Dicke 12 mm |
| Gewicht | 273 g |
