Im Karate gibt es, wie in den meisten asiatischen Kampfsportarten, verschiedenfarbige Gürtel, die den Leistungsstand des jeweiligen Karateka widerspiegeln sollen. Diese Stufen geben einerseits dem Schüler eine Orientierung darüber, wo er oder sie steht, was aktuell zum Lernen anliegt, und wo der Weg hinführt. Andererseits helfen die Gürtelfarben Trainingspartnern und Trainern, den Leistungsstand grob einzuschätzen. Somit erhält man eine Orientierung, was vom Gegenüber verlangt werden kann. Um die genannten Funktionen sicherzustellen, muss zur jeweiligen Gürtelprüfung ein entsprechendes Niveau verlangt werden, unter anderem zur eigenen Sicherheit des Prüflings.
Man unterscheidet zwischen Meistern (schwarze Gürtel, Dan-Grade) und Schülern (farbige Gürtel, Kyu-Grade). Während letztere die Meisterstufe bezeichnen, stellen die Kyu-Grade die Stufen der Schüler dar. Jeder dieser Stufen wird eine Farbe zugeordnet. Der 9. Kyu ist hierbei die unterste Stufe.
Die Mittelstufe (6. - 4. Kyu)
Mit der Mittelstufe werden die Ansprüche größer. Die Grundtechniken werden kombiniert und die Haltung, Spannung und Bewegung sollte langsam die Feinform annehmen. Bei den Kombinationen wird sich die Geschwindigkeit erhöhen, wobei die Qualität in der Umsetzung der Einzeltechniken sich nicht verschlechtern darf. Das bewusste Einsetzen der Hüfte, die Atemtechnik und das Kime nehmen hier eine wichtige Rolle ein.
Als Kime bezeichnet man die angespannte Energie beim Ausführen der Techniken. Im Kumite drücken sich die technischen Fertigkeiten des Karatekas in seiner Bewegungsvielfalt, in seinem Kampfgeist und in der Kontrolle und Respekt vor dem Partner aus.
Vorbereitung auf die Prüfung
Bei der Vorbereitung zur nächsten Gürtelprüfung sollte man sich Zeit nehmen und sich so Stück für Stück verbessern. Es ist völlig normal, dass dafür manchmal mehr Zeit als die vorgegebene Mindestvorbereitungszeit gebraucht wird. Vor allem bei den Gürtelprüfungen der Mittel- und Oberstufe reicht die Mindestvorbereitungszeit keinesfalls aus, um sich ordentlich vorzubereiten. Sicherlich gibt es hier Ausnahmen.
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Zusammengefasst sollen Prüfungen bei uns motivierende Erfolgserlebnisse sein, die den Karate Weg begleiten. Das Ziel im Training ist eine ganzheitliche Ausbildung, die sich nicht auf einzelne Prüfungen reduzieren lässt.
Regelmäßiges, konzentriertes Karatetraining ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg! Es ist ein großer Unterschied, ob man einmal oder zweimal die Woche trainiert. Manchmal ist auch die Selbstwahrnehmung bei Prüflingen eine andere als die Fremdwahrnehmung der Trainer oder des Prüfers.
Unser Ziel ist es daher unsere Schützlinge sicher auf ihrem Karateweg (Karate-Do) zu führen, bis sie erfolgreich ihr jeweiliges Zwischenziel erreicht haben. So werden Enttäuschungen und Fehlentwicklungen vermieden. Ob eine Prüfung absolviert wird, wird daher bei uns eng mit den Trainern abgesprochen.
Es gibt Fälle, in man in der Lage wäre, die Anforderungen der Prüfungsordnung zu erfüllen und dennoch raten wir in manchen Fällen ab, zum jetzigen Zeitpunkt die Prüfung zu absolvieren. Dies kann unterschiedliche Gründe haben (z.B. Zeit bis zur nächsten Prüfungen, Zusammenhalt in der Gruppe, hohe Ansprüche).
Als grobe Orientierung kann man danach eine Kyu-Prüfung pro halben Jahr absolvieren. Das variiert jedoch von Person zu Person und kann auch länger ausfallen. Im Vordergrund sollte immer der Spaß am Training stehen - nie eine Prüfung.
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Bei höheren Kyu- und den Dan-Graden gelten längere Vorbereitungszeiten. Diese wird manchmal fälschlicherweise auch als "Wartezeit" bezeichnet. Es geht hierbei nicht darum, auf den nächsten Prüfungstermin zu warten, sondern sich darauf gründlich vorzubereiten. Das bedeutet, in dieser Zeit regelmäßig das Training zu besuchen und an den Dingen zu arbeiten, die bei der letzten Prüfung und im Training als Defizite aufgezeigt wurden. Dabei sollte man darauf achten, nicht zu viele Dinge gleichzeitigt verbessern zu wollen.
Ob du Anfänger oder Fortgeschrittener bist, unser Prüfungsprogramm bietet einen klaren und strukturierten Weg zur Meisterung, mit einem Lehrplan, der Kata, Kumite und andere Schlüsselelemente des Kyokushin Karate beinhaltet.
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