Karate Blauer Gürtel Prüfung Anforderungen

Im Karate gibt es, wie in den meisten asiatischen Kampfsportarten, verschiedenfarbige Gürtel, die den Leistungsstand des jeweiligen Karateka widerspiegeln sollen. Diese Stufen geben einerseits dem Schüler eine Orientierung darüber, wo er oder sie steht, was aktuell zum Lernen anliegt, und wo der Weg hinführt. Andererseits helfen die Gürtelfarben Trainingspartnern und Trainern, den Leistungsstand grob einzuschätzen. Somit erhält man eine Orientierung, was vom Gegenüber verlangt werden kann. Um die genannten Funktionen sicherzustellen, muss zur jeweiligen Gürtelprüfung ein entsprechendes Niveau verlangt werden, unter anderem zur eigenen Sicherheit des Prüflings.

Man unterscheidet zwischen Meistern (schwarze Gürtel, Dan-Grade) und Schülern (farbige Gürtel, Kyu-Grade). Als Karate-"Meister" gilt, wer die Dan-Prüfung, d.h. die Prüfung zum Schwarzgurt, abgelegt und das Dan-Diplom erhalten hat. Bei den Graduierungen wird zwischen den Kyu- und den Dan-Graden unterschieden. Während letztere die Meisterstufe bezeichnen, stellen die Kyu-Grade die Stufen der Schüler dar. Jeder dieser Stufen wird eine Farbe zugeordnet. Der 9. Kyu ist hierbei die unterste Stufe.

Die Gürtelfarben im Karate

Denn beim Karatetraining tragen die Teilnehmer Gürtel in unterschiedlichen Farben. Diese geben an, welchen Ausbildungsstand der Karateka bislang erreicht hat. Es gibt neun Schüler (weiß bis braun) und zehn Meistergrade (alle schwarz bzw. weiß-rot). Um aufzusteigen muss eine Prüfung absolviert werden, darin werden Techniken, Trainingsabfolgen abgefragt bzw. gezeigt.

Es gibt die folgenden Farben, aufsteigend nach dem Grad angeordnet:

  • weiß
  • gelb
  • orange
  • grün
  • blau
  • violett (je nach Verband und Dojo werden blau und violett auch gleichwertig verwendet)
  • braun
  • schwarz
  • weiß-rot (nur 10. Dan)

Prüfungsinhalte der einzelnen Gürtelgrade

Hier eine Übersicht über die Prüfungsinhalte der verschiedenen Gürtelgrade:

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Gürtelfarbe Prüfungsinhalt
Weißer Gurt Die Karate Prüfung zum 9. Kyū, dem Weißgurt, enthält grundlegende Techniken und ist die einzige Prüfung, welche übersprungen werden kann. Sie dient als Zwischenstufe, überwiegend für Kinder, um den Einstieg in Kihon und Kata zu erleichtern und enthält nur 6 Techniken sowie eine einfache Kata namens Taikyoku Shodan. Im Kumite müsst Ihr einen Fauststoß des Partners auf zwei Arten abwehren können.
Gelber Gurt Die meisten von Euch werden mit der Prüfung zum Gelbgurt, dem 8. Kyū, beginnen. Hier erwarten Euch einige Einzeltechniken sowie eine neue Fußposition im Kihon und die Kata Heian Shodan. Das Kumite bleibt unverändert.
Orange Gurt Der 7. Kyū mit dem orangefarbenen Gürtel bildet das Ende der Unterstufe. Diese Karate Prüfung enthält im Kihon eine erste Kombination und die Kata Heian Nidan. In der Kumite Prüfung müsst Ihr nun auch die ersten Fußtritte abwehren können.
Grüner Gurt Der 6. Kyū trägt den grünen Karate Gürtel und muss überwiegend Kombinationen erlernen, welche langsam die Einzeltechniken verdrängen. Weiterhin müsst Ihr die Kata Heian Sandan beherrschen, eine neue Variante des Kumite lernen und einen neuen Prüfungsteil, die Partnerübung zum Freikampf, vorführen. Diese gehört von nun an zum Prüfungsprogramm dazu.
1. Blauer Gurt Der 5. Kyū trägt je nach Verband den violetten oder blauen Gürtel (manchen Verbänden ist das auch egal) und besteht im Kihon ausschließlich aus Kombinationen. Die benötigte Kata nennt sich Heian Yondan und im Kumite findet Ihr die Sonderform, dass der Partner, welcher den ersten Angriff ausführt, auch den Treffer landet. Ab dem 5. Kyū kann der Prüfer alle vorher gelernten Kata auf Wunsch vorführen lassen.
2. Blauer Gurt Der zweite blaue Gürtel, der 4. Kyū, muss für seine Prüfung den aus Filmen bekannten Rückwärtstritt Ushiro-Geri lernen und die Kata Heian Godan beherrschen. Das Kumite bleibt unverändert und im Freikampf werden nun erstmals Tritte eingesetzt.
1. Braune Gurt Der erste braune Karate Gürtel, der 3. Kyū, muss die Kata Tekki Shodan beherrschen und erstmals das Bunkai (die Anwendung einer Kata am Gegner) der Kata Heian Godan vorführen können. Im Kumite sind von hier an keine Kontertechniken mehr vorgegeben, sondern von Euch frei zu wählen.
2. Braune Gurt Der 2. Kyū, weiterhin braun, benötigt die Kata Bassai Dai und deren Bunkai zum Bestehen. Das Kumite sollte inzwischen mit deutlich mehr Geschwindigkeit und Improvisation ausgeführt werden können.
3. Braune Gurt Der 1. Kyū ist der letzte braune Gürtel und bildet das Ende der Oberstufe. Hier könnt Ihr erstmals Eure Kata selbst wählen, wobei Euch einige zur Auswahl vorgegeben werden. Diese müsst Ihr laufen können und im Bunkai anwenden.
1. Schwarze Gurt Karate Meister darf sich erstmals nennen, wer die Prüfung zum 1. Dan abschließt, wobei das Hintergrundwissen an Bedeutung gewinnt. Hier steigt nicht nur die Schwierigkeit des Kihon enorm an, sondern auch der Wert der Kata und des Bunkai. Von größter Wichtigkeit ist es für einen Karate Dan, den Sinn hinter den Techniken einer Kata korrekt zu erkennen. Eine Kata darf der Anwärter selbst wählen, die er erst läuft und anschließend im Bunkai vorführt. Es darf jedoch nicht die Gleiche sein, die er bereits für den 1. Kyū wählte. Das Kumite bleibt unverändert.
2. Schwarze Gurt Die Karate Prüfung zum 2. Dan ist die letzte Prüfung, deren Programm noch weitestgehend vorgeschrieben ist. Ihr müsst diverse Techniken im Kihon beherrschen, eine Kata nach eigener Wahl laufen und analysieren und bekommt 2 weitere vom Prüfer genannt. Das Kumite bleibt unverändert.
3. Schwarze Gurt Ab der Prüfung zum 3. Dan bestehen die Prüfungsinhalte im Kihon zum Teil aus von Euch gewählten Techniken, bei denen Ihr Eure Stärken demonstrieren könnt und zum Teil aus vom Prüfer Gewählten. Bei der Kata bleibt das Verhältnis einer selbst Gewählten zu zwei vom Prüfer ausgesuchten Kata bestehen, wobei der angehende Karate Meister hier den Ablauf einer Kata erklären muss. Das Kumite besteht ausschließlich aus vom Prüfer vorgegebenen Techniken.
4 - 9. Schwarze Gurt Die Prüfungen der Dan Grade 4 bis 9 kennzeichnen sich dadurch, dass der praktische Teil der Prüfung schrumpft, während der theoretische Teil, das Wissen um die Anwendung der einzelnen Kata, weiter an Bedeutung gewinnt. Dass Fehler bei der Ausführung der Techniken in diesen Prüfungen nicht mehr toleriert werden, sollte sich als selbstverständlich erweisen. In den oberen Schwarzgurt-Graden spielt auch das Alter eine Rolle und diese Ehre kommt nur erfahrenen Lehrern mit überdurchschnittlichen Leistungen zuteil.
10. Schwarze Gurt Die oberen Schwarzgurte unterscheiden sich beim japanischen und chinesischen System. Ein 10. Dan wird nur im japanischen System vergeben, dort endet die Ausbildung mit dem 9. Dan. Ab dem 7.

Die Bedeutung von Kihon, Kata und Kumite

Bei einer Gürtelprüfung, werden die in den Trainingsbereichen Kihon, Kata und Kumite eingeübten Techniken und Abläufe von mehreren Prüfern geprüft. Hierbei wird auf Sauberkeit, Effektivität und Rhythmus geachtet. Alle Prüfungsprogramme sind individuelle auf die Graduierung abgestimmt und festgelegt. Ein Stufenweise Aufbau der Komplexität und der Summe an Techniken soll dem Karateka, das einfache und gezielte erlernen der zahlreichen Techniken erleichtern.

Im Prüfungsbereich des Kampfes (Kumite) wird in den Prüfungen bis einschließlich zum Orangegurt noch Gohon-Kumite, das sind festgelegte Angriffe und Abwehrtechniken abverlangt. Dagegen wird bereits in den Grün- und Blaugurtprüfungen das Kihon-Ippon-Kumite bis hin zum Jiyu-Ippon-Kumite der Braungurte geprüft. Der erste wirklich freie Kampf muss erst in der Dan-Prüfung (Scharzgurt-Prüfung) gezeigt werden. Alle Prüfungrelevanten Techniken werden im Training vertieft und bis zu den jeweiligen Prüfungen verbessert.

Vorbereitung auf die Gürtelprüfung

Regelmäßiges, konzentriertes Karatetraining ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg! Es ist ein großer Unterschied, ob man einmal oder zweimal die Woche trainiert. Unser Ziel ist es daher unsere Schützlinge sicher auf ihrem Karateweg (Karate-Do) zu führen, bis sie erfolgreich ihr jeweiliges Zwischenziel erreicht haben. So werden Enttäuschungen und Fehlentwicklungen vermieden. Ob eine Prüfung absolviert wird, wird daher bei uns eng mit den Trainern abgesprochen.

Bei höheren Kyu- und den Dan-Graden gelten längere Vorbereitungszeiten. Diese wird manchmal fälschlicherweise auch als "Wartezeit" bezeichnet. Es geht hierbei nicht darum, auf den nächsten Prüfungstermin zu warten, sondern sich darauf gründlich vorzubereiten. Das bedeutet, in dieser Zeit regelmäßig das Training zu besuchen und an den Dingen zu arbeiten, die bei der letzten Prüfung und im Training als Defizite aufgezeigt wurden. Dabei sollte man darauf achten, nicht zu viele Dinge gleichzeitigt verbessern zu wollen. Bei der Vorbereitung zur nächsten Gürtelprüfung sollte man sich Zeit nehmen und sich so Stück für Stück verbessern. Es ist völlig normal, dass dafür manchmal mehr Zeit als die vorgegebene Mindestvorbereitungszeit gebraucht wird. Vor allem bei den Gürtelprüfungen der Mittel- und Oberstufe reicht die Mindestvorbereitungszeit keinesfalls aus, um sich ordentlich vorzubereiten.

Die Unter-, Mittel- und Oberstufe

Die Prüfungsordnung ist in vier Gruppen aufgeteilt. In jeder Gruppe werden besondere Schwerpunkte in der Ausbildung gesetzt.

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Unterstufe (9. - 7. Kyu)

In der Unterstufe erlernt der Prüfling die Grundform der einzelnen Techniken. Prüfer und Prüfling achten vor allem auf sichere Stände, korrekte Techniken und Ausholbewegungen. Dabei ist die aufrechte Haltung des Oberkörpers ein wichtiges Merkmal. Die Prüflinge zum 7. Kyu sollen gute Ansätze der inneren und äußeren Spannung beim Ausführen der Techniken zeigen.

Mittelstufe (6. - 4. Kyu)

Die Grundtechniken, die jetzt häufig in Kombinationen gezeigt werden, sollen sich von der Grundform zur Feinform entwickeln. Bei der Ausführung der Kombinationen ist wichtig, dass sich die Qualität der Einzeltechnik nicht verschlechtern darf. Das bewusste Einsetzen der Hüfte, die Atemtechnik und das Kime nehmen hier eine wichtige Rolle ein. Im Kumite sollen sich die technischen Fertigkeiten des Karatekas in seiner Bewegungsvielfalt, in seinem Kampfgeist und in der Kontrolle ausdrücken.

Oberstufe (3. - 1. Kyu)

Die Grundschule der Oberstufe zeichnet sich durch eine Vielzahl schwieriger Kombinationen aus. Dabei ist auf die Qualität in den Einzeltechniken, Rhythmus in den Verbindungen, Standfestigkeit und nicht zuletzt Ausdauer zu achten. Im Kumite wird der Karate Schüler sowohl auch im Jiyu- Ippon- Kumite, geprüft. In Kata und im Bunkai muss der Prüfling ein fortgeschrittenes Verständnis des Zusammenhangs von Kata und sinnvollen Anwendungen zeigen können.

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