Karate ist eine Kampfkunst, deren Ursprünge bis etwa zum Jahr 500 n. Chr. zurückreichen. Chinesische Mönche, die keine Waffen tragen durften, entwickelten aus gymnastischen Übungen im Laufe der Zeit eine spezielle Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Diese Kampfkunst galt auch als Weg der Selbstfindung und Selbsterfahrung. Als Sport ist Karate relativ jung: Erst Anfang des vergangenen Jahrhunderts entstand in Japan aus der traditionellen Kampfkunst ein Kampfsport mit eigenem Regelwerk.
Viele Verbände, u.a. die WKF (World Karate Federation), haben sich bemüht, Karatewettkämpfe populärer und für die Olympischen Spiele geeigneter zu machen. Derartige Veränderungen gab es häufiger in der Geschichte des Karate.
Frühe Bemühungen und Rückschläge
Tae Kwon Do wurde als Vorführsportart bei den Olympischen Spielen zugelassen, was die Hoffnungen der Karateka weckte. Allerdings wurden fast alle Medaillen von koreanischen Athleten gewonnen, und es gab Vorwürfe, dass nur Koreaner als Kampfrichter eingesetzt wurden.
Im Jahr 1992 verlor die WUKO (World Union of Karate Organizations) ihre Anerkennung, während der viel kleinere Tae Kwon Do Verband obsiegte. Dies wurde auf die Mitgliedschaft eines Koreaners im Vorstand des IOC zurückgeführt.
Die WKF und die Olympische Anerkennung
Die WKF wies im Jahr 1998 164 Mitgliedsländer nach, von denen 132 die staatliche Anerkennung ihres NOK oder ihrer Regierung besaßen. Es wurden 55 Mio. Mitglieder nachgewiesen.
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Im August 2002 empfahl das IOC, Karate nicht bei den 29. Olympischen Spielen aufzunehmen. Allerdings wurde festgestellt, dass Karate in Zukunft erneut evaluiert werden kann.
Bei den Olympischen Spielen 2012 in London werden nur noch 26 statt bislang 28 Sportarten zum Programm gehören. Karate verfehlte die für eine Aufnahme notwendige Zweidrittel-Mehrheit (38:63).
Karate ist erneut in die Shortlist der für eine Aufnahme anstehenden Sportarten aufgenommen.
Sportaccord Berlin 2005
Es wird festgelegt, dass über alle 28 Sportverbände einzeln entschieden wird; wenn eine rausfällt könnte Karate ins olympische Programm 2012 aufgenommen werden?
IOC Session und die Entscheidung gegen Karate
Die IOC-Vollversammlung am 9. Oktober 2009 entschied, Golf und Rugby in das Programm der Olympischen Sommerspiele 2016 aufzunehmen. Karate verpasste erneut die Aufnahme.
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Das Abstimmungssystem des EB folgte dem üblichen IOC-Verfahren, d.h. mit weniger Stimmen. Vierzehn (14) Mitglieder stimmten ab.
Karate bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio
Am 3. August 2016 stimmte das IOC für eine Aufnahme von Karate in das Programm für die Olympischen Spiele in Tokio 2020. Zusammen mit Karate wurden auch Sportklettern, Skateboarding, Baseball und Surfing in die Liste der vom IOC anerkannten internationalen Verbände aufgenommen.
Ausblick
Die Teilnahme an den Olympischen Spielen wird Karate verändern und es als Mitglied innerhalb der großen Sportfamilie etablieren. Es ist jedoch wichtig, die Werte des Karate zu bewahren und sicherzustellen, dass der Sport nicht durch kommerzielle Interessen oder politische Einflüsse korrumpiert wird.
Karate muss seine eigene Identität als unabhängiger Sport bewahren. Andernfalls könnte dies negative Auswirkungen auf Karate haben und es letztendlich zerstören.
Chronologie der Ereignisse
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1992 | Die WUKO verliert ihre Anerkennung. |
| 1998 | Die WKF weist 164 Mitgliedsländer nach. |
| 2002 | Das IOC empfiehlt, Karate nicht bei den Olympischen Spielen aufzunehmen. |
| 2005 | Sportaccord Berlin: Entscheidung über die Aufnahme von Sportarten ins olympische Programm. |
| 2008 | Karate ist erneut in die Shortlist der für eine Aufnahme anstehenden Sportarten aufgenommen. |
| 2009 | Die IOC-Vollversammlung entscheidet gegen die Aufnahme von Karate. |
| 2016 | Das IOC stimmt für die Aufnahme von Karate in das Programm für die Olympischen Spiele in Tokio 2020. |
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