Kampfsportarten im antiken Griechenland und Rom

Sport im antiken Griechenland war ein integraler Bestandteil des täglichen Lebens und der Kultur. Die Griechen sahen sportliche Aktivitäten als Mittel zur Erhaltung der Wehrtüchtigkeit und als Ausdruck göttlicher Verehrung.

Die Rolle des Sports in der Antike

Die antiken Kulturen Griechenlands und Ägyptens legten großen Wert auf sportliche Aktivitäten, die sowohl religiöse als auch militärische Bedeutung hatten. Im antiken Ägypten war Sport vorwiegend ein Privileg der Reichen, insbesondere der Pharaonen. Der Pferdesport war exklusiv den Reichen, insbesondere dem Pharao, vorbehalten. Die Vielfalt der Sportarten im antiken Ägypten zeigt, dass Sport in der Antike nicht nur auf Griechenland beschränkt war.

Die Olympischen Spiele der Antike

In Griechenland waren die Olympischen Spiele der Antike... Die älteste Disziplin bei den Ersten Olympischen Spielen Antike war der Lauf. Diese vielfältigen Disziplinen zeigen die Bedeutung von Sport in der Antike und wie die Olympischen Spiele im alten Griechenland nicht nur sportliche Wettkämpfe waren, sondern auch religiöse und kulturelle Ereignisse von großer Bedeutung.

Kampfsportarten im antiken Griechenland

Die frühesten Darstellungen des Faustkampfes stammen aus minoischer und mykenischer Zeit (2. Jahrtausend v. Chr.). 688 v. Chr. wurde Boxen als olympische Disziplin eingeführt. Das griechische Boxen unterschied sich in einigen Punkten vom heutigen Boxen. Ein Kampf hatte keine festgesetzte Dauer und endete, wenn einer der Kämpfer aufgab. Gewichtsklassen waren unbekannt, dafür verfügte man über Alterskategorien, um die Kämpfer zu unterteilen.

Um ihre Hände zu schützen, wickelten die Sportler Lederbänder um ihre Knöchel. Auf der Innenseite waren diese Handschuhe mit Wolle gepolstert und auf der Außenseite waren harte Lederstreifen angebracht, um die Schläge effektiver zu machen. Während des Trainings benutzten die Boxer oft weiche Handschuhe.

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Die Regeln beim Boxen verboten es, den Gegner festzuhalten (was hingegen beim Ringen erlaubt war), auf die Genitalien zu schlagen und die Boxhandschuhe mehr als üblich zu verstärken. Trotz dieser Regeln erlitten Boxer häufig Verletzungen und ihre Gesichter wurden durch den Sport entstellt. Daher hielten die Griechen das Boxen für die gefährlichste der drei Kampfsportarten.

Der Faustkampf war ohne Zweifel die Disziplin, die am häufigsten mit dem Tode endete, aber sie wurde recht bald vom Pankration (seit 648 v. Chr.) übertroffen, einem Ringen mit bloßen Händen, bei dem es lediglich verboten war, zu beißen und die Augen des Gegners einzudrücken. Man kämpfte nackt und oft zerrte man auch an den Genitalien.

Den heutigen Vorstellungen entsprach eher der korrektere Ringkampf, auch wenn Würgegriffe sowie das Brechen der Finger und Knie erlaubt waren. Der „Ring“ war im Inneren des Stadions eingerichtet. Es gab zwei Arten des Ringkampfes, im Stand und am Boden. Es siegte derjenige, der zuerst dreimal seinen Gegner zu Boden geworfen hatte. Im 5. Jh. v. Chr. wurde das Fingerbrechen verboten, was jedoch ignoriert wurde.

Kampfsportarten im antiken Rom

Römische Gladiatorenkämpfe wurden als ritualisierte Zweikämpfe inszeniert; vor allem im griechischen Osten des Imperium Romanum hat man Gladiatoren vielfach mit mythischen Heroen verglichen. Gladiatorenkämpfe waren im alten Rom berühmte Sportveranstaltungen. Sie fanden zum ersten Mal im Jahr 264 v. Chr. in Rom statt.

Seit dem Machtantritt von Augustus entwickelte sich das Ereignis zunehmend zu einem Kaiserkult. Bei den Gladiatoren handelte es sich um Berufskämpfer, die als Sklaven bzw. Kriegsgefangene nach Rom gekommen waren. Sie wurden zum Kampf in der Arena gezwungen. Gelegentlich meldeten sich aber auch freie Bürger und Adelige, die freiwillig an Gladiatorenkämpfe teilnehmen wollten. Oft strebten diese nach Ruhm und Ansehen in der Gesellschaft.

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Die Ausbildung erhielten die Kämpfer an einer Gladiatorenschule, in der sie versorgt und trainiert wurden. Im Laufe der Jahre bildeten sich mehrere Typen von Gladiatoren heraus. Sie kennzeichnete ihre unterschiedliche Ausrüstung: Der Thraker verfügte über einen gebogenen Dolch und kleinen Schild. Dazu trug er einen Helm und hohe Beinschienen. Ein Retarier benutzte ein Netz, mit dem er seinen Gegner einfangen und diesen mit einem Dreizack erstechen konnte. Einen Schutzpanzer hatte er nicht.

Der Murmillo trug ein kurzes Schwert und einen rechteckigen Schild mit sich. Auf dem Helm war ein Fischsymbol abgebildet, am linken Bein hatte er unterhalb des Knies eine Beinschiene. Ähnlich ausgerüstet wie der Murmillo war der Secutor, der sich lediglich hinsichtlich des Helmes von ihm unterschied.

Veranstaltet wurden die Wettkämpfe zunächst von reichen Privatleuten, später vor allem von den Kaisern im Kolosseum. Gladiatoren traten entweder gegeneinander oder gegen wilde Tiere an. Oft kämpften zwei gleiche Gladiatorentypen, manchmal fanden aber auch unterschiedliche Paarungen statt.

Bei den Gladiatorenkämpfen gab es strenge Regeln, die von einem Schiedsrichter vorgegeben wurden. Wenn ein Kämpfer auf dem Boden lag und um die Aufgabe bat, durfte ihn der Gegner nicht mehr attackieren. Dann verwies der Schiedsrichter auf den Kaiser, der über das weitere Leben des Verlierers entscheiden sollte. Meist richtete sich der Kaiser nach den Meinungen der Zuschauer.

Die Bedeutung von Zweikämpfen in der Antike

Die Antike kennt das neuzeitliche Konzept des (Ehren-)Duells, also des Zweikampfs um die Ehre, nicht. Der Zweikampf ist entweder, wie meist in der griechisch-römischen Epik, als Episode in ein Kriegsgeschehen oder, wie z. B. im babylonisch-assyrischen Gilgamesch-Epos oder im indischen Ramayana-Epos, in die Erzählung eines aventiurehaften Heldenlebens integriert.

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Als historische Praxis aristokratischer Kämpfer spielte er in militärischen Auseinandersetzungen vor der Einführung von Massenkampf-Techniken, wie bspw. der Hoplitenphalanx ca. 700 v. Chr., wahrscheinlich eine gewisse Rolle. Während er danach in Griechenland mit wenigen Ausnahmen - jenseits der athletischen Agonistik - schnell verschwand, hielt er sich in Rom bis ans Ende der Republik als formalisiertes und nicht kriegsentscheidendes Ritual, in dem sich ehrgeizige Kämpfer militärische Sporen erwerben konnten.

Zweikämpfe in der Literatur

In der Literatur ist das Heldenepos das typische ⟶Genre zur Darstellung von Zweikämpfen. Zwischen dem 3. und 1. Jhtsd. v. Chr. gehörten in den frühen Hochkulturen Ägyptens, der Levante, Anatoliens und Mesopotamiens Zweikämpfe zum narrativen Repertoire. Vor allem Herrschern wurden außerordentliche Zweikampfsiege auch gegen gefährliche Tiere oder Mischwesen zugeschrieben.

Homers Epos Ilias (8./7. Jh. v. Chr.) stellt die Heroen vielfach im Massenkampf dar. Die Szenen werden aber durchweg in Zweikämpfe (griech. monomachia) aufgelöst - entgegen der damals zeitgenössischen kollektiven Kampftechnik. In Serien von Zweikämpfen wird so die überragende Leistung einzelner Krieger deutlich gemacht. Zweikämpfe scheinen so zeitgenössische Kampftechniken zu überblenden. Dies lässt die agonale, individuelle Leistungsfähigkeit der Heroen hervortreten. Doch erhält der Zweikampf durch seine Präsenz bei Homer auch heroenhafte Züge.

Visuelle Kultur des Zweikampfes in der Antike

Die Bildkunst zeigte den ägyptischen Pharao vor allem als einzelnen Sieger über Feindesgruppen. In Mesopotamien und der Levante stellte seit dem 3. Jhtsd. v. Chr. der sieghafte, meist bewaffnete Zweikampf eines bzw. zweier Männer mit einem menschlichen oder tierischen Gegner (‚Tierkampfmotiv‘) ein Standardmotiv dar, vor allem in der Glyptik (Rollsiegel), auch in Reliefs.

Im minoischen und mykenischen Griechenland erschienen Zweikampfszenen zu Fuß, mit Wagen oder bei der Jagd in unterschiedlichen Bildmedien. Die Vielzahl der Darstellungen zeigt die legitimierende, machtanzeigende Funktion des Zweikampfsieges auch für Herrscher der Bronze- und frühen Eisenzeit.

Die Eliten Athens nutzten im 8. Jh. v. Chr. in Athen Massenkampfszenen zur Dekoration ihrer repräsentativen keramischen Grabmäler. Im späten 8. und 7. Jh. v. Chr. nahm die Zahl der Darstellungen von kriegerischen Zweikämpfen in unterschiedlichen Bildmedien zu. Spätestens im 7. Jh. v. Chr. und dann im 6. und 5. Jh. v. Chr. war die Zweikampfszene Standard der Darstellung von Kämpfen und zwar sowohl für mythische Heroen wie diejenigen der homerischen Epen, Herakles und Theseus, als auch für generische oder alltäglich-zeitgenössische Kämpfe, die von mythischen Kämpfen oft nicht zu unterscheiden sind.

Auch an Grabmonumenten, wie dem Relief des Dexileos (394 v. Chr.), erscheint der Verstorbene, obgleich in einer Schlacht gefallen, als Sieger im Zweikampf. Dies alles zeigt eine anachronistische, heroisierende Sichtweise, die auf die Leistung des Einzelnen fokussiert, auch wenn Siegergewalt und Unterlegenheitsstatus in vielfältiger Weise dargestellt werden konnten. Es kann zudem als Ausdruck einer eher individualisierten als kollektiven Erfahrung von Kampf verstanden werden.

Tabelle: Olympische Spiele der Antike - Kampfsportarten

Olympiade Jahr Ereignis
18. 708 v. Chr. Ringen wurde in die Spiele aufgenommen
23. 688 v. Chr. Boxen wird Olympisch
33. 648 v. Chr. Pankration wurde aufgenommen
37. 632 v. Chr. Knabenringen wurde aufgenommen
41. 616 v. Chr. Knabenboxen wurde aufgenommen