Karate Kid: Legends – Eine neue Ära der Kampfkunst

Mit „Karate Kid“ erschien 1984 ein Film, der nicht nur zahlreiche Fortsetzungen nach sich zog, sondern selbst zu einem absoluten Klassiker wurde und einen kleinen Karate-Boom auslöste. Die Geschichte um Daniel LaRusso und Mr. Miyagi machte die Darsteller Ralph Macchio und Pat Morita zu Weltstars. Neben den Filmen wird die Geschichte auch in Form einer Serie fortgesetzt. Bei den vielen Filmen und Serien blickt ihr nicht mehr richtig durch? Kein Problem, dann seid ihr hier genau richtig. Wir verraten euch, in welcher Reihenfolge ihr das „Karate Kid“-Franchise schauen müsst.

Die Handlung von "Karate Kid: Legends"

Nach einer traumatischen Familientragödie muss das überaus talentierte Kung-Fu-Wunderkind Li Fong (Ben Wang) sein Zuhause in der chinesischen Hauptstadt Beijing verlassen und mit seiner Mutter nach New York City ziehen. Dort fällt es ihm schwer, sich in die neue, ungewohnte Umgebung einzufügen und Anschluss an seine Mitschüler zu finden. Obwohl Li Konflikte meiden möchte, scheint er immer wieder in schwierige Situationen zu geraten. Als ein Freund seine Unterstützung benötigt, entscheidet er sich, an einem Karatewettbewerb teilzunehmen. Doch schnell wird klar, dass seine Fähigkeiten allein nicht ausreichen.

Lis Kung-Fu-Lehrer Mr. Han (Jackie Chan) bittet deshalb Karate-Legende Daniel LaRusso (Ralph Macchio) um Unterstützung. Gemeinsam zeigen sie Li, wie er die unterschiedlichen Kampfstile der beiden Meister vereinen kann, um sich auf einen entscheidenden Martial-Arts-Showdown vorzubereiten.

Die legendären Figuren aus dem „Karate Kid“-Universum umstellen allerdings nur die Figur des jungen Li Fang, dessen Geschichte und Entwicklung im Zentrum steht. Hierbei orientiert sich der Kernkonflikt des aktuellen Films, der Kampf zwischen Li Fang und Conor, zwar stark an der Konstellation des ersten „Karate Kid“-Films von 1984, doch in „Karate Kid: Legends“ ist dieser Konflikt viel stärker in der Psychologie der Hauptfigur Li Fangs begründet. Die Verarbeitung seines Traumas als wichtige Phase seines Erwachsenwerdens steht im Mittelpunkt.

Eine neue Generation von Kämpfern

Eigentlich soll Li gar nicht kämpfen, das musste er, aufgrund eines tiefsitzenden familiären Traumas, seiner Mutter (Ming-Na Wen) beim Umzug von China nach New York versprechen. Doch dann erweist sich der Nebenbuhler (Aramis Knight) um die Gunst der Pizzabäckertochter (Sadie Stanley) als Kampfsportkönner, den es bei einem stadtweiten Turnier zu schlagen gilt.

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Li Fang fühlt sich schuldig. Die Gefühle sind aber auch Ausdruck eines Traumas, das er ein Jahr zuvor durch den Tod seines geliebten Bruders erlitten hat. Diese Entscheidung der Hauptfigur wird durch die Handlung von „Karate Kid: Legends“ gleich dreifach motiviert: Zum einen hofft Li Fang auf das Preisgeld, um Victor zu ermöglichen, seine Schulden zurückzuzahlen. Zum zweiten hat Li Fang mit Conor, Mias Ex-Freund, noch eine Rechnung offen. Da Conor im örtlichen Kampfsportstudio trainiert, das dem Gangsterboss gehört, will Li Fang durch einen Sieg nicht nur dessen „Schützling“, sondern auch O’Shea selbst eine Lektion erteilen.

Mit der Hilfe seines, aus China angereisten Onkels Mr. Han und des legendären Daniel „Karate Kid“ La Russo, mittlerweile ein berühmter Karatemeister, schafft es Li Fang in kurzer Zeit eine Mischung aus Kung-Fu und Karate zu erlernen. Mit dieser besonderen Technik glaubt er, Conor besiegen zu können.

Die Verbindung zum "Miyagiverse"

„Karate Kid: Legends“ ist der 5. Film des Franchise und knüpft direkt an die Netflix-Serie „Cobra Kai“ (6 Staffeln, 2018-2025) an, in der die Geschichte der beiden Kontrahenten des ersten Films, Daniel „Karate Kid“ LaRossa und Johnny Lawrence, nach mehr als 30 Jahren wieder aufgenommen und weitererzählt wird. Ralph Macchio als LaRossa spielt nun auch im aktuellen Kinofilm weiter eine wichtige Nebenrolle, Lawrence-Darsteller William Zabka hat am Ende einen kurzen Cameo-Auftritt. Der Titelzusatz „Legends“ dürfte zudem durch die Performance von Jackie Chan begründet sein.

Zwar soll der neue Eintrag im „Miyagiverse“ die Serienhandlung aus „Cobra Kai“ komplett ignorieren, Fans können sich aber dennoch auf ein altbekanntes Gesicht aus dem Franchise und der Serie freuen: Johnny wird bei diesem Film nämlich auch wieder mit von der Partie sein. In welcher Form dieser Überraschungsauftritt stattfinden wird, könnt ihr im Kino herausfinden.

Kritische Auseinandersetzung mit Kampfsport

Allerdings ist der Moraltransfer, den der Film in seiner Darstellung dieser Aufarbeitung durch Kampfsport vermittelt, zwiespältig: Durch die Gegenüberstellung des bösen O’Shea („Wir kämpfen, um zu töten“) mit Mr. Han, („Es geht im Kampf nicht ums Siegen, sondern darum, niemals aufzugeben“) macht der Film deutlich, welche gegensätzlichen moralischen Prinzipien sich im Fight Li Fang-Conor gegenüberstehen. Der Showdown wird schließlich nicht nur verdeutlichen, welch eine hohe Dramatik in der Aussage von Mr. „Niemals aufzugeben“ ist eine sehr gängige Botschaft gerade US-amerikanischer Coming-of-Age-Filme, in deren Tradition auch „Karate Kid: Legends“ gesehen werden kann.

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Zwar plädiert der Film in mehreren Szenen für einen gewaltfreien Umgang miteinander jenseits des Rings oder Wettkampf-Areals. Ein anderes Verhalten, etwa durch Conor, wird negativ bewertet. Gleichwohl nutzt Entwistles Film die Kampfszenen, unterlegt u.a. Dadurch bleibt die Anti-Gewalt-Botschaft des Films äußerst zwiespältig.

Die "Karate Kid"-Reihenfolge nach Erscheinungsdatum

  1. „Karate Kid“ (1984)
  2. „Karate Kid II: Entscheidung in Okinawa“ (1986)
  3. „Karate Kid III: Die letzte Entscheidung“ (1989)
  4. „Karate Kid“-Zeichentrickserie (1989)
  5. „Karate Kid IV: Die nächste Generation“ (1994)
  6. „Karate Kid“ (2010)
  7. „Cobra Kai“ (2018-2025)
  8. „Karate Kid: Legends“ (2025)

Weitere Filme und Serien im "Karate Kid"-Universum

Das „Karate Kid“-Universum ist seit den 80ern stetig gewachsen. Hier eine kurze Übersicht über die einzelnen Filme:

„Karate Kid“ (1984)

Der junge Daniel (Ralph Macchio) hat Schwierigkeiten, sich nach dem Umzug von New Jersey nach Los Angeles einzugewöhnen. Als er sich in die hübsche Ali (Elisabeth Sue) verguckt, wird ihr Ex-Freund Johnny (William Zabka) eifersüchtig und beginnt, Daniel zu schikanieren. Zur Rettung kommt der alternde Hausmeister Mr. Miyagi, der Daniel in Karate unterweist.

„Karate Kid II: Entscheidung in Okinawa“ (1986)

Mr. Miyagi erhält die Nachricht, dass sein Vater im Sterben liegt und reist nach über 40 Jahren das erste Mal wieder nach Japan. Daniel entscheidet sich dazu, ihn zu begleiten. In Okinawa begegnen sie Miyagis ehemals bestem Freund Sato (Danny Kamekona), der nach 45 Jahren noch immer Hass auf Miyagi verspürt. Deshalb fordert er Miyagi zum Kampf auf Leben und Tod, während sein Neffe Chozen (Yuji Okumoto) es auf Daniel abgesehen hat.

„Karate Kid III: Die letzte Entscheidung“ (1989)

Der Inhaber des Cobra Kai Dojos Kreese (Martin Kove) will sich nach der Niederlage beim Hauptkampf der Meisterschaftsveranstaltung an Miyagi und Daniel rächen, weshalb dieser Teil an der Handlung des ersten Teils ansetzt. Kreese holt sich Hilfe bei seinem alten Freund Terry Silver (Thomas Ian Griffith), der einen Keil zwischen Miyagi und Daniel treiben soll. Dieser engagiert Mike Barnes (Sean Kanan), den Bad Boy des Karate, um Daniel dazu zu zwingen, erneut am All Valley Turnier teilzunehmen.

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„Karate Kid“-Zeichentrickserie (1989)

Die Zeichentrickserie erschien im selben Jahr wie der dritte Teil und stellt auch Mr. Miyagi und Daniel in den Mittelpunkt. Hinzukommt die Figur Taki Tamurai. Doch die Serie hat nicht viel mit den Filmen zu tun, denn hier sind Mr. Miyagi und Daniel auf der Suche nach dem heiligen Schrein. Daher gehört die Serie auch nicht zum Kanon des Franchises.

„Karate Kid IV: Die nächste Generation“ (1994)

Julie Pierce (Hilary Swank) leidet unter dem Tod ihrer Eltern und lebt bei ihrer Großmutter. Da diese mit ihrer rebellischen Enkelin nicht auskommt, bittet sie einen ehemaligen Kriegskameraden ihres Mannes um Hilfe. Bei diesem handelt es sich um Mr. Miyagi, der sie unter seine Fittiche nimmt. Nach einigen Problemen in der Schule nimmt Miyagi Julie mit zu einem Kloster, in dem er Julie die fernöstliche Lebensphilosophie und Karate näher bringt.

„Karate Kid“ (2010)

Der zwölfjährige Dre Parker (Jaden Smith) zieht mit seiner Mutter von Detroit nach China, wovon er gar nicht begeistert ist. Als er mit seiner Klassenkameradin Mei Ying (Wenwen Han) spricht, mischt sich Cheng (Zhenwei Wang) ein und verprügelt Dre. Fortan drangsaliert er den zugezogenen Amerikaner mit seinen Freund*innen, bis dieser von Mr. Han (Jackie Chan) gerettet wird. Um bei einem Kung-Fu Turnier den Respekt von Cheng und seinen Freund*innen zu erlangen, trainiert Mr. Han ihn in der Kampfkunst. Es handelt sich um ein Reboot, das sich nicht in die Originalreihe einordnen lässt. Dennoch liegt es chronologisch zwischen den Filmen und der ersten „Karate Kid“-Serie.

„Cobra Kai“ (2018-2025)

34 Jahre nach seiner Niederlage im All Valley Turnier gegen Daniel LaRusso ist Johny (William Zabka) noch immer am Boden. Er hat eine Scheidung hinter sich und sein einziger Sohn Robby (Tanner Buchanan) will nichts von ihm wissen. Als er den jungen Miguel (Xolo Mariduena) aus der Nachbarschaft vor einer Gruppe Mobbern rettet, bittet dieser, ihn in Karate zu unterweisen. Nach anfänglichem Zögern gibt Johnny nach und eröffnet ein neues Cobra Kai-Dojo. Das bleibt vor Daniel nicht verborgen, der fürchtet, dass Johnny denselben Weg einschlagen wird, wie einst dessen Lehrer John Kreese. Dadurch erwacht die Rivalität der beiden von Neuem.

Fazit

“Karate Kid: Legends" hat eine Altersfreigabe ab 12 Jahren bekommen. Das bedeutet, dass nur Personen, die mindestens 12 Jahre alt sind, diesen Film im Kino sehen dürfen. Da die Ereignisse in "Karate Kid: Legends" innerhalb des "Karate Kid"-Franchises 3 Jahre nach der Handlung der Serie "Cobra Kai" (2018-2015) angesiedelt sind, wartete man bewusst für die Premiere des Films erstmal das Serienfinale von "Cobra Kai" im Februar 2025 ab.

"Karate Kid: Legends" ist kurzweilig, char­mant und warmherzig. Er kräftigt die Rei­he mit clev­eren Ergänzun­gen, ohne dabei die „Karate Kid“-Essenz aus den Augen zu ver­lieren. Nach unser­er „Karate Kid: Legends“-Kritik kön­nen wir sagen: Der Film zele­bri­ert gute Action und behan­delt aber auch Jugend­liebe und Ver­lustäng­ste.