Beim Karatetraining tragen die Teilnehmer Gürtel in unterschiedlichen Farben. Diese geben an, welchen Ausbildungsstand der Karateka bislang erreicht hat.
Gürtelfarben und ihre Bedeutung
Es gibt neun Schülergrade (weiß bis braun) und zehn Meistergrade (alle schwarz).
Um aufzusteigen, muss eine Prüfung absolviert werden, in der Techniken und Trainingsabfolgen abgefragt werden.Im Wesentlichen hat der Gürtel (jap. Obi) zwei Funktionen.
Die Gürtelfarben, aufsteigend nach dem Grad angeordnet, sind:
- weiß
- gelb
- orange
- grün
- blau
- violett (je nach Verband und Dojo werden blau und violett auch gleichwertig verwendet)
- braun
- schwarz
- weiß-rot (nur 10. Dan)
Wie bindet man den Karategürtel?
Der Obi im Karate besteht aus vielen Lagen an Material, ist normalerweise etwa 4 cm breit und muss lang genug sein, um ihn zweimal um den Körper zu wickeln und an der Vorderseite mit einem traditionellen Knoten zu binden.
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Welche Gürtellänge ist notwendig?
In erster Linie musst Ihr Eure Gürtellänge bestimmen, was einfach über die Körpergröße geschieht. Die Hersteller halten hier Tabellen bereit.
Hier ist eine allgemeine Tabelle zur Orientierung:
| Körpergröße (cm) | Gürtellänge (cm) |
|---|---|
| 110-130 | 200 |
| 130-140 | 220 |
| 140-150 | 240 |
| 150-170 | 260 |
| 170-180 | 280 |
| 180-190 | 300 |
| 190-210 | 320 |
Weitere wichtige Informationen zu Karategürteln
Material
In der Regel sind die Karategürtel aus reiner Baumwolle gefertigt, können in einigen Fällen allerdings auch Seide beinhalten.
Preis
Preislich gibt es sehr große Unterschiede, wobei die günstige Variante für den Anfänger vollends ausreicht. Oftmals kaufen sich erst Schwarzgurte einen hochwertigen Gürtel, da sie diesen in der Regel für eine sehr lange Zeit tragen.
Wettkämpfe
Eine Besonderheit bildet die Teilnahme an Wettkämpfen, da der jeweilige Veranstalter hier eventuell spezielle Vorschriften hat. Für die Teilnahme an WKF Turnieren beispielsweise bieten die Shops gesonderte Karategürtel an, welche auf deren Anforderungen zugeschnitten sind.
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Individualisierung
Diverse Shops bieten die Möglichkeit, natürlich gegen Aufpreis, persönliche Schriften, Zeichen oder sogar Bilder auf den Gürtel aufzusticken. Hier bestimmt in der Regel die Menge der Schrift oder die Komplexität des Bildes den Preis.
Reinigung
Euer Karategürtel ist nicht auf häufiges Waschen ausgelegt, was sich auch in den meisten Waschanleitungen widerspiegelt. Normalerweise steht hier ausschließlich die Handwäsche und selbst diese ist nur kalt zu empfehlen.
Traditionell werden Karategürtel nicht gewaschen, da der Gürtel mit dem Schüler zusammen „an Erfahrung gewinnt“.
Gürtelprüfungen im Detail
Weißer Gurt (9. Kyū)
Die Karate Prüfung zum 9. Kyū, dem Weißgurt, enthält grundlegende Techniken und ist die einzige Prüfung, welche übersprungen werden kann. Sie dient als Zwischenstufe, überwiegend für Kinder, um den Einstieg in Kihon und Kata zu erleichtern und enthält nur 6 Techniken sowie eine einfache Kata namens Taikyoku Shodan. Im Kumite müsst Ihr einen Fauststoß des Partners auf zwei Arten abwehren können.
Gelber Gurt (8. Kyū)
Die meisten von Euch werden mit der Prüfung zum Gelbgurt, dem 8. Kyū, beginnen. Hier erwarten Euch einige Einzeltechniken sowie eine neue Fußposition im Kihon und die Kata Heian Shodan. Das Kumite bleibt unverändert.
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Oranger Gurt (7. Kyū)
Der 7. Kyū mit dem orangefarbenen Gürtel bildet das Ende der Unterstufe. Diese Karate Prüfung enthält im Kihon eine erste Kombination und die Kata Heian Nidan. In der Kumite Prüfung müsst Ihr nun auch die ersten Fußtritte abwehren können.
Grüner Gurt (6. Kyū)
Der 6. Kyū trägt den grünen Karate Gürtel und muss überwiegend Kombinationen erlernen, welche langsam die Einzeltechniken verdrängen. Weiterhin müsst Ihr die Kata Heian Sandan beherrschen, eine neue Variante des Kumite lernen und einen neuen Prüfungsteil, die Partnerübung zum Freikampf, vorführen. Diese gehört von nun an zum Prüfungsprogramm dazu.
1. Blauer Gurt (5. Kyū)
Der 5. Kyū trägt je nach Verband den violetten oder blauen Gürtel (manchen Verbänden ist das auch egal) und besteht im Kihon ausschließlich aus Kombinationen. Die benötigte Kata nennt sich Heian Yondan und im Kumite findet Ihr die Sonderform, dass der Partner, welcher den ersten Angriff ausführt, auch den Treffer landet. Ab dem 5. Kyū kann der Prüfer alle vorher gelernten Kata auf Wunsch vorführen lassen.
2. Blauer Gurt (4. Kyū)
Der zweite blaue Gürtel, der 4. Kyū, muss für seine Prüfung den aus Filmen bekannten Rückwärtstritt Ushiro-Geri lernen und die Kata Heian Godan beherrschen. Das Kumite bleibt unverändert und im Freikampf werden nun erstmals Tritte eingesetzt.
1. Brauner Gurt (3. Kyū)
Der erste braune Karate Gürtel, der 3. Kyū, muss die Kata Tekki Shodan beherrschen und erstmals das Bunkai (die Anwendung einer Kata am Gegner) der Kata Heian Godan vorführen können. Im Kumite sind von hier an keine Kontertechniken mehr vorgegeben, sondern von Euch frei zu wählen.
2. Brauner Gurt (2. Kyū)
Der 2. Kyū, weiterhin braun, benötigt die Kata Bassai Dai und deren Bunkai zum Bestehen. Das Kumite sollte inzwischen mit deutlich mehr Geschwindigkeit und Improvisation ausgeführt werden können.
3. Brauner Gurt (1. Kyū)
Der 1. Kyū ist der letzte braune Gürtel und bildet das Ende der Oberstufe. Hier könnt Ihr erstmals Eure Kata selbst wählen, wobei Euch einige zur Auswahl vorgegeben werden. Diese müsst Ihr laufen können und im Bunkai anwenden.
1. Schwarzer Gurt (1. Dan)
Karate Meister darf sich erstmals nennen, wer die Prüfung zum 1. Dan abschließt, wobei das Hintergrundwissen an Bedeutung gewinnt. Hier steigt nicht nur die Schwierigkeit des Kihon enorm an, sondern auch der Wert der Kata und des Bunkai. Von größter Wichtigkeit ist es für einen Karate Dan, den Sinn hinter den Techniken einer Kata korrekt zu erkennen. Eine Kata darf der Anwärter selbst wählen, die er erst läuft und anschließend im Bunkai vorführt. Es darf jedoch nicht die Gleiche sein, die er bereits für den 1. Kyū wählte. Das Kumite bleibt unverändert.
2. Schwarzer Gurt (2. Dan)
Die Karate Prüfung zum 2. Dan ist die letzte Prüfung, deren Programm noch weitestgehend vorgeschrieben ist. Ihr müsst diverse Techniken im Kihon beherrschen, eine Kata nach eigener Wahl laufen und analysieren und bekommt 2 weitere vom Prüfer genannt. Das Kumite bleibt unverändert.
3. Schwarzer Gurt (3. Dan)
Ab der Prüfung zum 3. Dan bestehen die Prüfungsinhalte im Kihon zum Teil aus von Euch gewählten Techniken, bei denen Ihr Eure Stärken demonstrieren könnt und zum Teil aus vom Prüfer Gewählten. Bei der Kata bleibt das Verhältnis einer selbst Gewählten zu zwei vom Prüfer ausgesuchten Kata bestehen, wobei der angehende Karate Meister hier den Ablauf einer Kata erklären muss. Das Kumite besteht ausschließlich aus vom Prüfer vorgegebenen Techniken.
4 - 9. Schwarzer Gurt (4. bis 9. Dan)
Die Prüfungen der Dan Grade 4 bis 9 kennzeichnen sich dadurch, dass der praktische Teil der Prüfung schrumpft, während der theoretische Teil, das Wissen um die Anwendung der einzelnen Kata, weiter an Bedeutung gewinnt. Dass Fehler bei der Ausführung der Techniken in diesen Prüfungen nicht mehr toleriert werden, sollte sich als selbstverständlich erweisen. In den oberen Schwarzgurt-Graden spielt auch das Alter eine Rolle und diese Ehre kommt nur erfahrenen Lehrern mit überdurchschnittlichen Leistungen zuteil.
10. Schwarzer Gurt (10. Dan)
Die oberen Schwarzgurte unterscheiden sich beim japanischen und chinesischen System. Ein 10. Dan wird nur im japanischen System vergeben, dort endet die Ausbildung mit dem 9. Dan. Ab dem 7.
