Raufen, toben, rangeln - das Ausprobieren der eigenen Kräfte gehört bei Kindern zum Wachstumsprozess. Es macht sie mental und körperlich stärker. Der kindlichen Lust am spielerischen Kräftemessen bietet das Kampfsporttraining einen idealen Raum.
Das ideale Einstiegsalter
„Das beste Einstiegsalter dafür ist mit fünf, sechs Jahren“, sagt Kampfsporttrainerin Ana Yagües. Das hängt aber stark von den Voraussetzungen des Kindes ab. „Es gibt Kids, die mit fünf Jahren schon recht groß und kräftig sind. Andererseits sind manche auch mit sechs Jahren noch eher klein und zierlich. Es kann auch sein, dass ein Kind im Alter von sechs Jahren noch sehr zurückhaltend und schüchtern ist, ein Fünfjähriges hingegen schon sehr forsch und mutig agiert.“
Für Kinder ab dem vierten Lebensjahr sei Budo-Turnen ein guter Einstieg. „Dabei lernen die Kleinen viel über Körperkontrolle, beispielsweise, wie man sich richtig nach vorn oder hinten abrollt und fällt, ohne sich wehzutun. Karate und Taekwondo sind für Schüchterne ein guter Anfang. Beides ist weniger körperlich.“
Manche Kinder kommen mit Sorgen in ihren Unterricht und wollen das kontrollierte Kämpfen lernen. „Sie müssen sich in der Schule oder in der Nachbarschaft gegen Bullying wehren. Sie werden ausgelacht oder sogar bedroht.“
Welche Rolle spielen Größe, Alter und Stärke der Kinder?
Selbst kampfsporterprobt, ist es der Hamburgerin eine Herzensangelegenheit, ihre Erfahrungen weiterzugeben. In ihren Gruppen kämpfen Schmale, Kräftige, Kleine, Große, Leichte und Schwere miteinander. Ist das nicht unverhältnismäßig? Die klare Antwort von Trainerin Ana Yagües: „Nein, im Gegenteil. Meine älteste Tochter ist elf Jahre alt und wiegt 42 Kilo. Würde sie immer nur mit ihrer Freundin kämpfen, die dieselben Voraussetzungen hat, dann würde sie nichts lernen, sich nicht weiterentwickeln.“
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Es sei wichtig für die Kinder zu erfahren, wie es ist, sich mit einem stärkeren oder größeren Gegner zu messen. Daher werden die kleinen Sportler in den Gruppen immer wieder mit anderen Partnern zusammengewürfelt: „Der Kampf mit einem körperlich überlegenen Kind trainiert nicht nur die eigene Stärke und Technik, sondern man lernt auch, dass man nicht immer gewinnen kann und wie es sich anfühlt zu verlieren. Das bringt für die jungen Menschen automatisch mehr Respekt vor jeder weiteren Auseinandersetzung mit sich.“
Es sei ein gutes Training, im Kampf gegen einen stärkeren Gegner auch mal am Boden zu liegen.
Wie gefährlich ist Kampfsport für Kinder?
Das Thema Fair Play ist Ana Yagües ohnehin besonders wichtig: „Es geht in jedem Alter darum, die Kontrolle über die Situation zu bewahren. „Das gilt für die körperliche Kraft, aber auch für die eigenen Gefühle, die beim Kämpfen hochkommen. Wutausbrüche lassen Kinder zum Beispiel sofort jegliche Konzentration und Technik vergessen.“
Während des Unterrichts gibt es klare Regeln: „Wer nach einem gewonnenen Kampf prahlt oder seinen Gegner gar auslacht, den lassen wir danach mit unserem Mat-Forcer, also dem besten aus der Riege, kämpfen. Es ist von vornherein klar, dass man gegen den nicht gewinnen kann.“ Demut und Respekt sind für die wettkampferprobte Lehrerin wichtige Werkzeuge im Kampfsport: „Wir sind vor einem Kampf Freunde und hinterher sind wir es auch wieder.“
Welche Kampfsportarten für Kinder gibt es?
Das Training hilft Kindern beim Abbau von Aggressionen und stärkt sie in Auseinandersetzungen jeder Art. Auch die körperliche Fitness profitiert vom Sport, denn in der Regel werden Muskeln in allen Bereichen des Körpers gefordert. Auf der psychischen Ebene verbessert das Kampftraining Achtsamkeit und Konzentration.
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- Judo: Das Prinzip hinter dieser Kampfsportart: Siegen durch Nachgeben. Dabei machen sich die Judokas, so heißen die Schüler, die Angriffswucht des Gegners zunutze und leiten die Energie in Hebel und Würfe um. Diese Techniken machen den Sport auch für Kinder und zarte Frauen ideal: Mit dem richtigen Ansatz kann ein Leichtgewicht mühelos einen doppelt so schweren Gegner zu Fall bringen. Judo ist auch keine Sache der Größe: Es gibt spezielle Techniken für große und kleine Kämpferinnen.
- Brazilian Jiu-Jitsu: Der Mix aus Ringen und Bodenkampf wird auch als „Schach auf der Matte“ bezeichnet. Der Name ist Programm: Brazilian Jiu-Jitsu ist sehr gut geeignet, um zu lernen, den Gegner oder Angreifer zu kontrollieren, ohne ihn zu verletzen. Tritte und Schläge sind tabu. Mit den effizienten Hebeltechniken und dem richtigen Einsatz des Körpergewichts können sich selbst weniger kräftige Kinder gegen stärkere Angreifer durchsetzen.
- Taekwondo: Die koreanische Kampfkunst lebt vom gezielten Einsatz von Fuß (tae) und Hand (kwon). Der Stil ist auf Schnelligkeit, Dynamik und Beintechniken ausgelegt. Im Training werden häufige Angriffe und wirksame Gegenreaktionen durchgespielt. Die Techniken helfen, Schläge und Tritte gezielt abzuwehren. Dadurch entsteht Zeit für eine Flucht oder einen Gegenangriff.
- Kickboxen: Die junge Disziplin verbindet Elemente aus dem thailändischen Muay Thai, etwa Tritte, Knie- und Ellbogenstöße, mit Schlagtechniken aus dem Boxen. Für den Ernstfall lernt man auch, wie eine effektive Befreiung aus bestimmten Situationen gelingt: angefangen bei Würgegriffen im Stand bis hin zur Abwehr von Überfällen aus der Bodenlage.
- WingTsun: WingTsun entwickelte sich aus dem „Tempelboxen“ von Shaolin-Mönchen. Für Frauen eignet sich dieser Kung-Fu-Stil, weil ein Teil des Trainings in der Analyse und Wahrnehmung von Bedrohungssituationen liegt: im Parkhaus, in düsteren Parks und auf einsamen Wegen. Ziele: Ängste und Konfliktscheu überwinden und die Selbstbehauptung stärken.
Was ist Karate?
Karate ist eine Kampfkunst und ein faszinierender sowie moderner Kampfsport aus Japan. Karate ist dynamisch und diszipliniert, kontrolliert und voller Energie. Karate ist sanft und kraftvoll zugleich, elegant und attraktiv. Karate ist viel mehr als nur ein Sport ... Karate ist lebensbegleitend!
Ursprung und Philosophie
Karate ist eine Kampfkunst, deren Ursprünge etwa 500 Jahre nach Christus liegen. Diese Kampfkunst galt auch als ein Weg der Selbstfindung und Selbsterfahrung. Als Sport ist Karate relativ jung: In Japan entwickelte sich die traditionelle Kampfkunst erst zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu einem Kampfsportspiel mit eigenen Regeln. Karate-Do spiegelt bis heute die fernöstliche Philosophie wider. "Karate-do" bedeutet übersetzt "der Weg der leeren Hand". Wörtlich heißt das: Der Karateka (Karatekämpfer) ist unbewaffnet, seine Hand ist leer.
Das "Kara" (leer) ist auch ein ethischer Anspruch. Im Training und im Wettkampf wird dieser hohe ethische Anspruch konkret: Nicht Sieg oder Niederlage sind das eigentliche Ziel, sondern die Entwicklung und Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit durch Selbstbeherrschung und extreme Konzentration. Karate entwickelte sich aus dem chinesischen Kung-Fu heraus auf den südlich von Japan gelegenen Ryukyu-Inseln, deren Hauptinsel Okinawa ist. Die Bewohner dieser heute zu Japan gehörenden Inseln standen mit dem chinesischen Festland in regem Handelsaustausch.
Karate ist eine körperliche und geistige Übung
Leider wird Karate oft mit einem Tameshiwari (Brettbruch) gleichgesetzt. Dieses Vorurteil rührt von öffentlichen Show-Demonstrationen her, die auf die Anziehungskraft des Publikums abzielen und Karate als Zirkusstil erklären. Im Training und Wettkampf werden Fuß und Faustschläge vor dem Auftreten gestoppt. Voraussetzung dafür ist Selbstdisziplin, Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Partner und natürlich eine gute Körperbeherrschung, die im Kihon (Grundschule) systematisch aufgebaut wird. Das macht fit! Mit Entspannungstechniken, Atemübungen und Meditation steigert er seine Konzentrationsfähigkeit und trainiert seine eigene Körperwahrnehmung.
Karate ist eine moderne und effektive Selbstverteidigung
Viele Karatekas betreiben ihren Sport, um sich im Notfall zu verteidigen. In der Tat ist Karate eine wirksame und praktikable Art der Verteidigung. Kraft und Körperbau spielen bei der Karate-Selbstverteidigung nur eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sind Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und Gelassenheit. Nur wer während eines Angriffs nicht in Panik gerät, kann sich sinnvoll verteidigen. In speziellen Kursen werden daher neben fachlichen auch die psychologischen Komponenten Selbstbehauptung und Selbstverteidigung vermittelt. Diese Aspekte machen die Karate-Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen besonders interessant.
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Karate ist ein Kampfsport für jeden
Im Karate werden grundsätzlich zwei Wettkampfdisziplinen unterschieden: Im "Kumite" (Freikampf) stehen sich zwei Karateka auf einer Kampffläche gegenüber und versuchen, wertvolle Schlag-, Schlag- und Tritttechniken anzuwenden. Die Kriterien sind so, dass Verletzungen der Kampfpartner ausgeschlossen sind: Wer nicht einhält, wird disqualifiziert! Die Disziplin "Kata" ist eine Abfolge klar definierter Angriffs- und Verteidigungstechniken gegen mehrere imaginäre Gegner, die sich aus verschiedenen Richtungen nähern. Es gibt rund 50 verschiedene Katas, deren Ästhetik im Einklang mit Kampfgeist, Dynamik und Rhythmus steht.
Karate kann Kindern helfen, ihre Koordination, Flexibilität und Kraft zu verbessern. Erwachsene profitieren von Karate durch verbesserte Fitness, Stressabbau und das Erlernen effektiver Selbstverteidigungstechniken. Auch ältere Menschen können von Karate profitieren, da es modifizierbar ist, um ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten zu berücksichtigen. Karate ist somit eine sehr inklusive Aktivität, die auf die Bedürfnisse und Ziele verschiedener Personen zugeschnitten werden kann. Unabhängig von Alter, Geschlecht oder körperlichen Fähigkeiten gibt es im Karate oft einen Weg, der jedem Einzelnen entspricht.
Ist Karate gut für Selbstverteidigung?
Karate ist eine beliebte Kampfkunst, die oft für ihre Selbstverteidigungstechniken geschätzt wird.
Wozu Karate?
Mittlerweile ist mir der Gesundheitsaspekt am wichtigsten. Dazu gehört die stetige Verbesserung oder zumindest Erhaltung von Beweglichkeit, Fitness (Ausdauer und Kraft) und Körpergefühl, aber auch das Vermeiden von übertriebenem Training und ungesunden Bewegungen.
Karate bietet aber ein wirklich ausgewogenes Ganzkörpertraining. Beide Körperseiten und alle Extremitäten sowie die Rumpfmuskulatur werden gleichermaßen beansprucht. Schnelligkeit und Ausdauer sind gefragt.
Ein weiterer Vorteil ist das individuelle Training. Jeder kann seinen Körper je nach Fähigkeit, Alter und Gesundheitszustand fordern. Dies hat mir den Einstieg erleichtert (als Jugendlicher war ich ziemlich unsportlich), erfordert allerdings auch Selbstdisziplin.
Neben dem Körper wird aber auch das Gehirn gefordert. Das Erlernen und Merken von neuen Bewegungsabläufen und längeren Technikabläufen (Kata) sowie die Konzentration auf den Moment sind in jedem Lebensalter förderlich.
Für die Anwendung der Techniken braucht es mindestens einen Partner. Man lernt Rücksichtnahme und Respekt. Das Training in einer Gruppe von Gleichgesinnten macht Spaß und spornt an.
Als erfahrener Karateka sehe ich inzwischen auch die Erhaltung des Kulturgutes Karate als ein Ziel meines Trainings an. Techniken, Kata und Trainingsmethoden haben sich über Jahrhunderte entwickelt. Sie bleiben nur erhalten, wenn wir sie benutzen.
Karate als Hobby zu haben, ist aufregend. Jeden Tag, an dem man trainiert, lernt man neue Bewegungen, Griffe, Würfe und vieles mehr.
Hier muss man Blöcke und Schläge, die von den Sensei (Trainer:in) vorher festgelegt werden, gegen seinen Partner ausüben. Dabei muss man seine Reflexe gut trainieren, um den Schlag rechtzeitig zu blocken bzw. Dies alles lernt man in Karate.
Die Aussage, dass Karate nicht viel mit schnellen Bewegungen zu tun habe oder nicht anstrengend sei, stimmt und stimmt zugleich nicht. Die Aussage stimmt in dem Sinne, weil man nicht viel läuft und sprintet. Auf der anderen Seite muss man schnell und hart reagieren und die Übungen durchführen, daher ist diese Aussage auch inkorrekt.
Die Partnerarbeiten machen richtig viel Spaß und dabei muss keiner etwas befürchten, da es sehr unwahrscheinlich ist, dass jemand wirklich geschlagen und verletzt wird. Diese Sportart kann jeder betreiben und sie ist ein wichtiger Ausgleich im Alltag.
Noch etwas Tolles daran ist, dass das Trainieren sich auch lohnt, weil man Prüfungen hat, bei denen man einen höheren Gürtel (Rang) bekommen kann, wenn man die Prüfung besteht, welche von den Senseis und Braun-Gürtelträgern bewertet wird.
Außerdem kommt keiner zum Training, der mit viel älteren oder jüngeren Personen kämpfen muss. Hierbei fühlt sich das Trainieren aller Körpermuskeln tatsächlich gut an.
So kann eine kleine Person gegen jemanden viel Größeren und Stärkeren antreten, kämpfen und schließlich vielleicht sogar besiegen.
Kyokushin-Karate, eine der bekanntesten und reflektiertesten Kampfkünste, bietet nicht nur physische Vorteile, sondern auch zahlreiche psychologische und soziale Vorteile.
- Kyokushin-Karate ist nicht nur eine Kunst der Selbstverteidigung, sondern auch eine intensive körperliche Aktivität.
- In einer Welt, in der Sicherheit immer mehr zu einer Priorität wird, bietet Kyokushin Karate effektive Techniken zur Selbstverteidigung.
- Durch die Konzentration auf Techniken und Bewegungen bietet Kyokushin-Karate eine Pause vom hektischen Alltag.
- Wie bei den meisten Kampfkünsten erfordert auch Kyokushin-Karate Disziplin und Engagement.
- Im Fusion Dojo werden Sie Teil einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten.
- Jede Klasse bietet neue Herausforderungen und Möglichkeiten, sich selbst zu übertreffen.
- Egal, ob Sie 20 oder 60 Jahre alt sind, es ist nie zu spät, mit Kyokushin-Karate zu beginnen.
- Neben der körperlichen Fitness bietet Kyokushin-Karate auch gesundheitliche Vorteile.
- Mit jeder gemeisterten Technik und jedem erreichten Ziel wächst Ihr Selbstbewusstsein.
Abschließend kann gesagt werden, dass Kyokushin Karate im Fusion Dojo weit mehr bietet als nur Tritte und Schläge. Es ist eine Reise der Selbstentdeckung, des Lernens und des Wachstums.
Kinder haben einen natürlichen Bewegungstrieb, sie wollen rennen, klettern, kicken und werfen. Manchmal wird auch gerangelt und geschubst, ein meist spielerisches Kräftemessen zwischen Gleichaltrigen. Ihr Alltag erlaubt es aber nicht immer, diesem inneren Drang nachzugeben: In der Schule muss man lange still sitzen, auch die Hausaufgaben erledigt man auf dem Stuhl. Als wäre das noch nicht genug, landen viele danach vor dem Computer, Handy oder Fernseher. Daraus entsteht Unzufriedenheit, Gereiztheit und Hibbeligkeit.
Regelmäßiger Sport dient als Ausgleich, um diese Effekte zu verhindern. Konzentrierte Karate-Übungen.
Vorteile von Kampfsport
Neben den Platzhirschen wie Fußball, Leichtathletik oder Tennis rücken auch Kampfkünste wie Karate, Taekwondo oder Kickboxen in den Fokus, und das mit gutem Grund! Hier sind fünf Vorteile, die Kampfsport über die allgemeinen sportlichen Effekte hinaus mit sich bringt:
- Koordination: Bei nahezu allen Kampfkünsten, insbesondere den klassischen wie Karate oder Taekwondo, wird neben der reinen Fitness (also Kraft und Ausdauer) auch die Koordination verbessert. Die Bewegung von Hand und Fuß muss abgestimmt sein, die Haltung gerade, auch auf einem Bein sicher stehend. Das stärkt die Tiefenmuskulatur, beugt Haltungsschäden vor und hilft, Unfälle zu vermeiden.
- Sicherheit: Klar, jede Kampfkunst übt auch die Selbstverteidigung. Damit können Kinder sich in gefährlichen Situationen selbst zur Wehr setzen. Das ist aber - glücklicherweise - nur in Einzelfällen nötig. Viel häufiger stürzt ein Kind - da hilft die Fallschule, sich so abzurollen, dass man keinen Schaden nimmt.
- Disziplin: Insbesondere bei traditionellen Kampfkünsten wie Karate und Taekwondo wird viel auf Disziplin und Respekt geachtet. Kinder lernen schnell, sich an die jeweiligen Regeln zu halten und verstehen auch den Sinn dahinter. Sie müssen Übungen wiederholen, auch wenn es schwierig wird - und üben so Durchhaltevermögen und Fleiß, was zu Erfolgen führt und dadurch belohnt wird. Eine positive Rückkopplung setzt ein, die auch im Schul- und Privatleben hilft.
- Selbstbehauptung: Das Leben ist nicht immer leicht und wirft einem manchen Fallstrick in den Weg. Natürlich wollen wir unsere Kinder davor bewahren. Das Beste, was wir ihnen mitgeben können, ist innere Stärke. Diese lernen sie ganz natürlich im Karate und können sie immer wieder einsetzen. Das Wissen um die eigene Kraft und die Fähigkeit, sich notfalls auch körperlich durchsetzen zu können gibt die Stärke, sich auch sonst durchzusetzen, wenn es nötig ist. Nicht nur in Gefahrensituationen.
- Konzentration: Was viele Eltern überrascht, ist die Anforderung der Kampfkunst an das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Konzentration. Die Kata (japanisch: Form) ist dafür das beste Beispiel: Hier gilt es, zunehmend schwierigere Bewegungsfolgen zu erlernen. Die Karateka müssen auf die korrekte Bewegung von Hand und Fuß, die Stellung, die Richtung, den Rhythmus, die Spannung, die Atmung und vieles mehr achten - das ist eine ganze Menge! Wer das meistert, kommt auch im Unterricht gut zurecht.
Karate ist Fitness für Körper und Geist: Wenn du Fitness begeistert bist und nach einer Sportart suchst, die dich sowohl körperlich als auch mental fit hält - egal in welchem Alter - kann Karate genau die richtige Wahl für dich sein. Karate ist ein Lebensweg, der den Menschen (positiv) verändern kann. Bist du hektisch und impulsiv, wirst du ruhig und besonnen.
Rein aus Erfahrung können wir sagen: Das stimmt nicht. Der Irrglaube, Karate sei nur etwas für junge Leute ist leider weit verbreitet. Dennoch eignet sich der Sport hervorragend auch für Senioren, was unser breiter Seniorenstamm im Verein belegt. Unser ältestes aktives Mitglied ist 80 Jahre alt, einige weitere Mitglieder im Alter von 40 und 50 Jahren haben erst 2017 den Schwarzgurt erlangt. Es kommt immer drauf an, was man daraus macht.
Zugegeben: Wo gekämpft wird, gibt es auch Verletzungen. Und je höher dein Gürtelgrad, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit. Trotzdem brauchst du keine Angst vor dem Sport zu haben, da wir dich langsam und behutsam an den Kontaktsport / Kontakt mit anderen heranführen. Du lernst, Distanzen einzuschätzen, deine Kraft zu kontrollieren und gezielte Muskelpartien so anzuspannen, dass das Verletzungsrisiko so stark minimiert wird, dass es nur selten zu ernsthaften Komplikationen kommt. Karate härtet dich übrigens auch ab: Deine Knochenhaut wird dicker, deine Muskeln stärker und dein Gefühl für deinen Körper so gut, dass du normalerweise gut zurechtkommen wirst.
Wenn man Karate lange genug geübt hat, braucht man sich nicht körperlich zu verteidigen, durch den Geist geht das verbal mit Zurückhaltung.
Das "Werte-Konzept"
Respekt, Fairness und Wertschätzung. Drei Begriffe, die für den Sport elementar sind - da ansonsten kein Mit- und Gegeneinander auf Augenhöhe gewährleistet ist. Insbesondere dem ersten Teil des Wortes "Wertschätzung" kommt gerade im Kinder-Training eine exponierte Bedeutung zu: Denn der "Wert", der vermittelt werden soll, ist etwas Besonderes. Er ist zudem positiv besetzt und bezieht sich nicht nur auf den Karate-Sport im Speziellen, sondern auf das Leben im Allgemeinen. Die Vermittlung von "Werten" sollte somit zu den zentralen Aufgaben eines jeden Dojos und seiner Trainerinnen und Trainer gehören. Denn Werte sind verbindlich, dienen als Orientierungshilfen und halten eine Gemeinschaft zusammen - dies gilt im Übrigen nicht nur für den Sport.
Ziel des Konzeptes ist es, Kinder, die noch nicht mit der Sportart in Kontakt gekommen sind, für Karate zu begeistern und bestehende Mitglieder im Kinderbereich durch neue Herausforderungen und Motivation weiter an die Sportart zu binden - im Verbund mit den Eltern. Aktuell sind bereits 49 Prozent aller im DKV registrierten Mitglieder Kinder und Jugendliche.
Um das "Werte-Konzept" umsetzen zu können, bedarf es jedoch einer Zertifizierung seitens des Dach-Verbandes. Voraussetzung dafür ist die Teilnahme einer Trainerin oder eines Trainers an einer eintägigen Schulung, die von den Konzept-Entwicklern durchgeführt wird. Durch die Teilnahme erwerben die Teilnehmenden das Zertifikat „Werte-Trainer/in im Bereich Sozialverhalten“ und sind somit autorisiert, in seinem Dojo "Das Werte-Konzept - vier Stufen zum Erfolg mit Kinder-Karate" anzubieten.
Die sechs Werte
Im Rahmen des Karate-Unterrichts können dann sukzessive die folgenden Werte vermittelt werden: Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Höflichkeit, Mut und Respekt. Jede Vermittlung eines Wertes geht mit Bildern und Leitfragen, Übungsblättern und einem Fragebogen einher. Letzterer wird von dem Kind ausgefüllt - und mit den Eltern danach besprochen. Dadurch wir die Werte-Diskussion in die Familie getragen.
Abschließend erhalten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eine Urkunde (zum Beispiel "Sozialverhalten - Respekt") und einen Aufnäher für ihren Gi. Beides kann über die DKV-Geschäftsstelle im Jugendreferat bestellt werden. Insbesondere der Aufnäher als sichtbare Auszeichnung motiviert dazu, auch die anderen Werte-Aufnäher erlangen zu wollen.
Wie eine Wertediskussion in die Familie getragen wird:
Dazu wird das Training für ein Frage- und Antwort-Spiel kurz unterbrochen. Am Ende einer jeden "Werte-Besprechung", die mehrere Wochen dauert, erhalten die Nachwuchs-Karateka einen Fragebogen, den sie zuhause ausfüllen müssen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist der Austausch mit den Eltern. Auf diese Weise werde die Wertediskussion in die Familie getragen.
Die jungen Karate-Eleven haben das "Werte-Konzept" bereits verinnerlicht.
Karate ist mehr als nur Wettbewerb und Tradition.
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Selbstverteidigung | Einer der Hauptzwecke des Karate ist die Fähigkeit, sich in gefährlichen oder bedrohlichen Situationen verteidigen zu können. |
| Körperliche Fitness | Karate fördert Kraft, Flexibilität, Ausdauer und Koordination. |
| Mentale Disziplin | Karate betont die Bedeutung von geistiger Disziplin, Konzentration und Ausdauer. |
