Die japanischen Kampfkünste wurden vor Tausenden von Jahren als Mittel des Kampfes und der kriegerischen Auseinandersetzung geboren. Die Kampftechniken wurden im Laufe ihrer langen Geschichte systematisiert und vor etwa 300 Jahren zu der auf kriegerischen Tugenden wie Güte, Gerechtigkeit, Höflichkeit und Weisheit basierenden moralischen Lehre des Bushido erweitert. In der heutigen Zeit ist Karate sehr populär, wird weltweit anerkannt und ausgeübt.
Ursprünge und Entwicklung
Karate ist eine Kampfkunst, deren Ursprünge bis etwa 500 Jahre nach Chr. zurückreichen. Der Schauplatz der frühesten Entwicklungsphase des heutigen Karate wie auch vieler anderer Kampfkünste war das alte China, das schon seit dem 12. vorchristlichen Jahrhundert komplexe Kampfsysteme hervorbrachte. Die meisten von ihnen basierten auf traditionellen Methoden des Kräftemessens oder überlieferten Ritualen, in denen man Kämpfe simuliert hatte.
Einige dieser Stile stützten sich auf alte Religionen und enthielten esoterisches Gedankengut. Doch erst als die militärischen Interessen der Menschen um die Zeitwende bestimmende Formen annahmen, gewannen auch die Kampfsysteme an wesentlicher Bedeutung und weitausgedehnter Popularität. In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung kam es in diesen Kampfkünsten zu einschneidenden Wandlungen. Mittlerweile hatten sich viele nicht nur militärisch orientierte Schulen im ganzen Land etabliert und lehrten die Kampfmethoden unter dem Namen „Quanshu“ oder „Quanfa“ (auch Ch’uan-Shu, Ch’uan-Fa).
In dieser Zeit wurden erstmals bewußt Elemente in die Systeme aufgenommen, die in den meisten Fällen nicht in ihren Ursprüngen enthalten gewesen sind. Zu diesen bedeutenden Neuerungen gehörte die erstmalige Integration esoterischen, darunter taoistischen Gedankenguts sowie alter Gymnastik- und Therapiemethoden. Im Jahre 523 bereiste der indische Zen-Gelehrte Bodhidharma (Daruma, Ta Mo) das chinesische Kloster Shaolin in der Provinz Henan, um den Zen-Buddhismus zu verbreiten. Er war Meister der indischen Kampfkunst Vajramushti und unterrichtete die Shaolin-Mönche, um ihre Kondition zu stärken und sie bei guter Gesundheit zu halten. Seine Übungsformen wurden im Kloster weiterentwickelt und überliefert, und in den folgenden Jahrhunderten kam ihnen immer größere Bedeutung zu. Zum Einen hatten die sie mitsamt ihren Atem- und Meditationstechniken einen ergänzenden Effekt auf die Praxis des Zen, die Einheit von Körper und Geist verlangt.
Die Blütezeit des Shaolin-Quanshu war im Laufe des 16. Jahrhunderts erreicht, als das Hauptkloster zerstört und die Bewohner im ganzen Land verstreut wurden. Zu dieser Zeit enthielt das komplexe System außer einer Fülle bewährter Kampfmethoden mittlerweile aus anderen Stilen importierte Techniken des Boxens, Ringens und Greifens sowie das Wissen um Taktik und Strategie des Kampfes. Nach der Zerstörung des Shaolin-Klosters lehrten die Mönche ihren Hauptstil an verschiedenen Orten und mit eigenen Schwerpunkten weiter, so daß neben den separat expandierenden Stilen außerhalb des Klosters die verschiedenen Interpretationen des Shaolin-Quanshu eine starke Präsenz entwickelten.
Lesen Sie auch: Die emotionale Reise in Karate Kid (1984)
Die Fülle der Systeme, die im Laufe dieser Entwicklung in China entstanden und auch die Formgebung anderer Kampfkünste maßgeblich beeinflußten, wird heute aus Gründen der Vereinfachung und Anschaulichkeit in zwei große Stilgruppen geteilt. Die sogenannten „äußeren“, harten oder „buddhistischen“ Stile umfassen alle Quanshu-Richtungen, deren Ursprung oder großer Einflußbereich im Shaolin-Boxen und den buddhistischen Methoden des Bodhidharma liegt. Dieser Teil umfaßt unzählige Einzelstile, die zusätzlich in „nördliche“ und „südliche“ Schulen untergliedert wird und in der Öffentlichkeit für die Idee des Kung Fu repräsentativer ist.
Die zweite Gruppe bilden die „inneren“, auch „weichen“ oder „taoistischen“ Stile. Ihr geschichtlicher Ursprung ist nicht gesichert, denn obwohl sie erst nach der Blütezeit der buddhistischen Richtungen zu größerer Popularität gelangen, so hat es doch sehr ähnliche Formen noch vor dem Auftauchen der äußeren Schulen gegeben. Obwohl die große Vielfalt an Stilrichtungen und Formen im Quanshu verwirrend und kaum zu systematisieren ist, bietet die Einteilung in die genannten Stilgruppen eine akzeptable Lösung, um ein Mindestmaß an Übersichtlichkeit und Transparenz auch innerhalb der Geschichte anderer Kampfkünste zu bewahren.
Okinawa und die Entstehung des Karate
Eine eigene Art des Kampfes hatte auf Okinawa seit frühester Zeit existiert. Die Techniken waren rein kämpferisch und wiesen weder esoterische, noch gesundheitlich-therapeutische oder besondere künstlerische Aspekte auf. Sie wurden „Te“ („Technik“) genannt und waren lange Zeit die einzige etablierte Form der Kampfkunst auf dem Archipel. Seit dem 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung hatte das kleine Inselreich Kontakt zu Japan und China, zahlte beiden Großmächten Tribut und profitierte von deren kulturellem Einfluß.
So gelangten auch Formen des chinesischen Quanshu und des japanischen Bujutsu im Laufe der Jahrhunderte nach Okinawa, wurden dort in ihrer traditionellen Form und in verschiedenen Interpretationen gelehrt und beeinflußten auch das einheimische Te. Im 14. Jahrhundert wuchs nach einem internen Konflikt der Einfluß Chinas auf den Archipel entscheidend an, und der chinesische Kaiser entsandte die sogenannten „36 Familien“, die sich auf Okinawa niederließen und in führenden politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Positionen die Entwicklung des vergleichsweise eher primitiven Landes vorantrieben. Ebenso gingen viele Okinawaner nach China und genossen dort eine exquisite Ausbildung auf verschiedenen Gebieten. In beiden Fällen des kulturellen Kontakts kam es bisweilen zu Zusammentreffen zwischen Kampfkunstmeistern, und vor allem die chinesischen Quanshu-Experten gaben ihre Kunst an viele Okinawaner weiter.
Die Folge dieses Austausches war außer der erhofften Weiterentwicklung des okinawanischen Staatswesens eine Verehrung Chinas und alles Chinesischen auf dem Archipel. Eine wesentliche Rolle in der Entwicklung der okinawanischen Kampfkunst spielten Waffenverbote, die von verschiedenen Zentralgewalten in der Geschichte des Inselreiches über dessen Bevölkerung verhängt wurden und die Entfaltung der waffenlosen Kampfsysteme maßgeblich anregten. Die ersten beiden Verfügungen traten um 1429 und 1477 in Kraft, als zwei okinawanische Herrscher aus Angst vor internen Übergriffen des Adels und Militärs das Tragen von Waffen und die Ausübung der Kriegskünste untersagten.
Lesen Sie auch: Karate Kid III: Lohnt sich der Film?
Ein drittes verhängnisvolles Waffenverbot wurde im Jahre 1609 erlassen, nachdem der Clan der japanischen Satsuma-Samurai Okinawa besetzte. Der Gewaltakt war ein machtpolitischer Schachzug japanischer Militärführer zur Beruhigung der nationalen Lage, die gerade einen internen kriegerischen Konflikt erlebt hatte, und er beendete jäh die Unabhängigkeit des Inselreiches. Die Satsuma erließen zahlreiche Gesetze, die das Leben der Okinawaner beschränkten und oft sogar bedrohten, darunter ein drastisches Verbot aller Waffen und Kampfkünste. Um sich vor der ständigen Gefahr zu schützen, entwickelten die einheimischen Meister des To-De und Quanshu ihre Kampfsysteme mit außergewöhnlichem Eifer weiter und vervollkommneten sie.
Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde das Volk von Okinawa von den Besetzern grausam unterdrückt, und die Kampfkunstexperten gingen organisiert gegen die Invasoren vor. Erst nach über 100 Jahren legten sich allmählich die Aggressionen, wenn auch nicht die Antipathien beider Seiten. Das To-De hatte in dieser Zeit ein hohes Niveau an Technik und Effizienz entwickelt und zeigte nur noch wenige Gemeinsamkeiten mit dem primitiven Kampfsystem der frühen Tage. Es etablierten sich im Laufe der Jahre auch andere Bezeichnungen für die populären und streng gehüteten Kampfmethoden. Sie wurden neben Te und To-De auch als „Kara-Te“ oder „Okinawa-Te“ bezeichnet.
Durch die unterschiedliche Gewichtung zwischen Te- und Quanshu-Einflüssen und individuelle Eigenentwicklung der Meister waren im Laufe der Zeit zahlreiche Stile des Karate entstanden, die sich räumlich in den drei wichtigsten Städten Okinawas konzentrierten: Naha, Shuri und Tomari. Dabei faßt man die Stile aus Shuri und Tomari unter dem Begriff „Shorin-Ryu“ oder „äußere (harte) Schulen“ zusammen, während die Methoden aus Naha als „Shorei-Ryu“ oder „innere (weiche) Schulen“ bezeichnet werden.
Das Shorin zeichnet sich dabei durch flüssige Technik und mehr Dynamik aus und soll auf die alten äußeren Schulen des chinesischen Quanshu zurückgehen. Das Shorei hingegen, auf den inneren Quanshu-Richtungen basierend, beinhaltet mehr stabile Stände und atembetonte Techniken. Diese Systematik ist - wie auch schon im Falle des alten Quanshu - nicht eindeutig und unumstritten, bietet jedoch eine anschauliche Möglichkeit zur Gliederung der Stilvielfalt und wird daher bis heute zu Klassifikationszwecken herangezogen.
Die Ursprünge des Shorin-Ryu gehen auf den Okinawaner Shungo Sakugawa (1733-1815) zurück, der in seinem späteren Leben als „Karate Sakugawa“ bekannt wurde. Er lernte ein System des Quanshu von Kushanku, einem der damals auf Okinawa lebenden chinesischen Gesandten. Sakugawa nannte seinen Stil „Shuri-Te“ („Technik aus Shuri“) und unterrichtete Sokon Matsumura, der dieser Karate-Richtung erstmals die Bezeichnung „Shorin-Ryu“ verlieh. Dieser Stilgruppe gesellte sich auch ein Meister aus Tomari, Kosaku Matsumora, hinzu, der ebenfalls von chinesischen Experten und zusätzlich einem Schüler Sakugawas gelernt hatte und seinen Stil schließlich „Tomari-Te“ nannte.
Lesen Sie auch: Karate in Deutsch Wagram: Was Sie wissen sollten
Etwa zur gleichen Zeit entstand in der Stadt Naha die Basis für die Schulen des Shorei-Ryu, die neben dem Shorin als zweite große Stilgruppe des Karate gilt. Kanryo Higashionna (1853-1916) lernte Quanshu von zwei verschiedenen chinesischen Meistern und verband ihre Konzepte mit eigenen Ideen zu einem Stil, der als „Naha-Te“ und später als „Shorei-Ryu“ bekannt wurde. Auch dieser Grundstil war der Ursprung bedeutender Karatesysteme, deren Konzepte in einigen der heutigen Stilrichtungen weiterleben.
Von Beginn der Satsuma-Invasion bis ins 20. Jahrhundert hinein war Karate eine populäre und bisweilen legendäre Kampfkunst, deren Ausübende und Methoden unbekannt blieben. Die geheime Lehre wurde von den Meistern nur innerhalb der Familie oder an engste Vertraute weitergegeben, und so war sie weder für den Großteil des okinawanischen Volkes, noch für die Besatzer zugänglich. Durch die Satsuma gelangte der Ruf über das Karate bis nach Japan, wo er auf großes Interesse stieß.
Yasutsune Itosu, ein Schüler Matsumuras und Meister des Shorin-Ryu, hatte die Kata verschiedener Meister gelernt und systematisiert und machte es sich zur Aufgabe, das Karate dem okinawanischen Volk zugänglich zu machen. Er entfernte die gefährlichsten Techniken und betonte die gesundheitsfördernde Komponente in seinem Stil. Er setzte sich für die Veröffentlichung dieses Konzepts ein und erreichte 1908 die Einführung des Karate an okinawanischen Schulen. Obwohl sein Vorgehen von traditionell orientierten Meistern als Verrat angesehen wurde, machte Itosu damit den ersten Schritt zur folgenden weltweiten Verbreitung des Karate.
Einige seiner zahlreichen Schüler verfolgten seine Idee weiter und nahmen sich die Verbreitung außerhalb Okinawas zum Ziel. Unter ihnen war Gichin Funakoshi, der außer Itosus Shorin-Ryu auch das Shuri-Te von Yasutsune Azato studiert hatte. Er ging 1921 nach Japan, um sein Karate-Konzept vorzustellen und zu unterrichten. Seine Bemühungen fanden großen Zuspruch, doch er mußte den Namen („Kunst aus China“) und die Begriffe für Techniken und Formen in japanische Bezeichnungen umändern, um Karate offiziell als japanische Kampfkunst auszuweisen und nur so legal unterrichten zu können. So gab er den überlieferten Kata neue, japanische Namen und benutzte für die Stilbezeichnung eine Schreibweise, die noch immer „Karate“ gelesen wurde, übersetzt jedoch „leere Hand“ bedeutete. Er begründete diesen Begriff zunächst mit dem waffenlosen Charakter seiner Kunst und interpretierte ihn später philosophisch, indem er die „Leere“ als Symbol für Selbstlosigkeit und Edelmut deutete.
Die Verbreitung in Japan und die Entwicklung moderner Stile
In den zwanziger Jahren begann Funakoshi, das so modifizierte Karate in Japan zu unterrichten. Zunächst nur in einem unbeachteten Rahmen, lehrte er bald das an verschiedenen Universitäten und erfreute sich großen Respekts. Obwohl er an seinen traditionellen Übungsmethoden, vor allem der intensiven Kata-Wiederholung festhielt, mußte er im Laufe der Jahre sein Trainingskonzept widerstrebend verändern, um sich an die Mentalität seiner modernen japanischen Schüler anzupassen. So führte er einige neuartige Formen des Partnertrainings (Kumite) ein, weigerte sich jedoch, den Freikampf (Jiyu-Kumite) nach dem Vorbild von Judo oder Kendo zu gestatten.
Ende der vierziger Jahre wurde das Training nach kriegsbedingter Unterbrechung an einigen Universitäten wieder aufgenommen, doch ohne die aktive Mitwirkung des mittlerweile über 80jährigen Funakoshi fanden seine Schüler keinen gemeinsamen Weg. Die Übungsleiter und Meister Shigeru Egami und Genshin Hironishi nahmen sich vor, das Karatesystem Funakoshis in seinem Sinne weiterzuführen und nannten ihre Stilrichtung „Shotokan“ nach dem Hauptdojo ihres Meisters. Den gleichen Namen verwendeten Schüler der zweiten Generation, darunter Masatoshi Nakayama und Hidetaka Nishiyama, für ein eigenes, modernes Stilkonzept, das die Verbreitung des Karate als Wettkampfsport anstrebte.
1949 organisierten sie ihr Shotokan in der „JKA“ („Japan Karate Association“) und begannen mit systematischer Öffentlichkeitsarbeit. Um sich von dieser kommerziellen Organisation und ihrem Karatekonzept zu distanzieren, änderte indessen die Schülergruppe um Shigeru Egami ihre Stilbezeichnung in „Shotokai“ und gründete ebenfalls einen Dachverband, der jedoch den Wettkampfgedanken wie jegliche Kommerzialisierung strikt ablehnte.
Außer diesen beiden Organisationen sind bis heute viele Vereinigungen damit beschäftigt, in verschiedenen Maßen auf den Lehren Funakoshis basierende Stile weltweit zu verbreiten. Außer Gichin Funakoshi fanden auch andere okinawanische Karatemeister ihren Weg nach Japan und suchten Möglichkeiten zur Verbreitung. 1928 kam Kenwa Mabuni, ein Schüler Itosus und Higashionnas, nach Japan und etablierte sein Karatekonzept, das einer Symbiose von Shorin- und Shorei-Elementen entsprach.
1933 bereiste der Okinawaner Chojun Miyagi die japanische Hauptinsel und unterrichtete ein System, das auf den Lehren seines Meisters Higashionna beruhte und „Goju-Ryu“ genannt wurde. Als letzter der vier großen japanischen Karatestile wurde 1939 das „Wado-Ryu“ von Hironori Otsuka, einem japanischen Schüler Funakoshis, begründet. Otsuka war Meister des Jiu-Jitsu und hatte unter Funakoshi und später Motobu das okinawanische Karate gelernt. Sein wettkampforientierter Stil ist heute nicht nur in Japan, sondern vor allem auch in Europa sehr bekannt und bildet mit Shotokan, Goju-Ryu und Shito-Ryu die vier ersten Karatesysteme, die in Japan Fuß fassen konnten und sich gleichzeitig zu den bedeutendsten modernen Stilen entwickelten.
Grundlagen des Karate-Trainings
Karatedo bedeutet in der deutschen Übersetzung ”Weg der leeren Hand” und stellt eine Form der waffenlosen Selbstverteidigung dar, in welcher die Gliedmaßen des menschlichen Körpers als Waffen des Angriffs und der Verteidigung eingesetzt werden. Karate wird hauptsächlich in Form von Kata und Kumite geübt.
- Kata: Kata sind festgelegte Bewegungsmuster, welche die aus Stößen, Schlägen, Blöcken, Fußtritten und Gleitbewegungen bestehenden Grundtechniken des Karate beinhalten. Die einzelnen Techniken werden von einer Person allein in festgesetzter Reihenfolge gegen imaginäre Gegner ausgeführt. Kata wurden von den Meistern der einzelnen Schulen erarbeitet und werden bis heute in der überlieferten Form geübt. Äußerlich stellt die Kata einen Scheinkampf gegenüber mehreren Angreifern/Angreiferinnen dar, die sich aus verschiedenen Richtungen nähern. Zweck ist jedoch nicht die Ästhetik, als vielmehr Härte und Nutzanwendung für den Kampf. Jede Bewegung hat ihre feste Bedeutung. Das Katastudium verlangt größte Disziplin.
- Kumite: Der freie Kampf findet als Zweikampf statt. Die Kampfpraxis zeigt einen freien Austausch von Angriffen, Abwehren und Gegenangriffen, bis einer der Kämpfer einen Treffer erzielen kann. Die Japaner haben nicht nur die Techniken verfeinert, sie schufen auch die Voraussetzungen, dass aus dem ursprünglich tödlichen Nahkampf ein Sport wurde. Feste Kampfregeln und strikte Disziplin der Kämpfer machen faire Wettkämpfe möglich.
Der Anfänger in einem Karate-Dojo beginnt zunächst mit der Grundschule. Sie umfasst zahlreiche Abwehrtechniken, Faust- und Fußstöße, wobei besonderer Wert auf einen korrekten Stand, das Gleichgewicht, die Atmung und die Treffgenauigkeit gelegt wird. Besonders wichtig ist eine Konzentration aller körperlichen und geistigen Kräfte, um ein Ziel in Sekundenbruchteilen anzugreifen.
Das ursprüngliche körperliche Ziel des Karate war, einen Gegner mit einer Technik kampfunfähig zu machen. Das setzt ein großes Maß an technischer Fertigkeit verbunden mit geistiger Kraft voraus. „Kime“ nennt man den Brennpunkt der geistigen und körperlichen Kräfte. Zum Karate-Do gehört die selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Technik und Respekt.
Die Philosophie des Karate
Durch Schulung von Körper und Geist soll der Charakter der Übenden geformt werden. Es wird im Karate großer Wert auf Etikette gelegt. In Japan gilt das Karate-Training als tief in der japanischen Kultur verwurzelt und wird auch so streng verstanden. Infolge seiner internationalen Verbreitung erfreut sich Karate Do eines großen Interesses. Genau deshalb ist es sehr wichtig, die Grundideen des Karate Do zu bewahren.
Was ursprünglich als Kriegskunst entwickelt wurde, hat sich zu einem aufregenden Kampfsport gewandelt, den in Deutschland ca. Zum Karate-Do gehört die selbstkritische Auseinandersetzung mit der eigenen Technik und Respekt.
