Karat: Die Bedeutung von "Wenn ein Schwan singt"

Die Ost-Berliner Rockband Karat, bekannt für ihre tiefgründigen deutschen Songs, erlangte mit ihrem Hit "Über sieben Brücken mußt du gehn" auch im Westen Deutschlands große Popularität. Ein weiteres bemerkenswertes Lied der Band ist "Schwanenkönig", das eine poetische Metapher für den Tod und Abschied darstellt.

Die Inspiration hinter dem "Schwanenkönig"

Der Text des Liedes "Schwanenkönig" enthält die Zeilen: „Wenn ein Schwan singt, schweigen die Tiere. Wenn ein Schwan singt, lauschen die Tiere… Es ist ein Schwanenkönig, der in Liebe stirbt.“ Diese Zeilen sind von Leonardo da Vinci inspiriert. Ja, DER Leonardo da Vinci, der nicht nur einer der größten Maler und Erfinder der Renaissance war, sondern auch Fabeln geschrieben hat. Eine dieser Fabeln diente Karat als Grundlage für ihren Song.

Die Fabel erzählt von einem Schwan, der erkennt, dass seine Stunde gekommen ist und er bereit sein muss zu sterben. Er hebt seinen schönen Hals und steuert langsam unter eine Trauerweide. Im großen Schweigen des Abends beginnt der Schwan zu singen, voller Liebe für die Natur. Niemals zuvor hat er Töne so voller Liebe für alle Natur, für die Schönheit des Himmels, des Wassers und der Erde gefunden.

Der Schwanenkönig: Ein Symbol für Abschied und Vergänglichkeit

Das Lied "Schwanenkönig" poetisiert den Abschied und die Vergänglichkeit des Lebens durch die Figur des Schwanenkönigs. Der Schwan ist ein Symbol für Schönheit und Anmut, und sein weißes Gefieder steht für Reinheit und Unschuld.

Zu Beginn des Liedes neigt der Schwanenkönig seinen Hals über das Wasser und spiegelt sein Bild im klaren Wasser. Wenn der Schwan singt, hören die Tiere zu, was die Bedeutung und den Respekt des Moments unterstreicht. Der Gesang des Schwans ist ein Ausdruck seiner Liebe zur Erde und seiner eigenen Sterblichkeit.

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Mit der Zeit verflüchtigt sich sein Gesang immer mehr, während die Abendsonne untergeht und die Trauerweide still ihre Blätter senkt. Diese Bilder verstärken die Traurigkeit und die Vergänglichkeit des Lebens, während der Schwanenkönig sanft in den Tod entschwindet. Die Tiere neigen sich und zeigen damit ihren Respekt und ihre Trauer.

Herbert Dreilich: Die Stimme von Karat

"Wenn ein Schwan singt, lauschen die Tiere", sang Herbert Dreilich in "Schwanenkönig". Der Karat-Klassiker von 1980 bedient sich einer Metapher aus der Mythologie: Schwanengesang als poetische Auseinandersetzung mit dem Tod. In gewisser Weise enthält der Song aber auch ein Stück Selbstbeschreibung. Denn mit dem eigenen Gesang, der manchmal rau, oft melancholisch und immer ausdrucksstark daherkam, gilt Dreilich vielen bis heute als die Stimme der DDR-Kultband.

Mit Dreilich als Sänger stieg Karat zur kommerziell zweiterfolgreichsten Band der DDR hinter den Puhdys auf. Mit Songs wie "Über sieben Brücken mußt du gehn" und Alben wie "Der blaue Planet" feierte die Gruppe auf beiden Seiten der Mauer Erfolge.

Das Album "Der Schwanenkönig"

Das Lyrischste, was die DDR jemals zu bieten hatte, hatte die Band Karat 1980 auf den Markt gehauen. Der Schwanenkönig ist sehr faszinierend und besticht durch seine wohlklingenden Melodien und liedhaften Texte. Für mich ist die Platte auch nach 35 Jahren das Highlight deutsch-demokratischer Musik. Und für Karat bedeutete die Scheibe die endgültige Verschlüsselung der Texte. Begonnen wird die Platte mit „Tanz mit der Sphinx“, was wie ein typischer Opener daher kommt. Michael Schwandt spielt maschinenartig sein Schlagzeug zu ungewöhnlichen Klangteppichen. Wie kryptisch Karat auf der Platte sind, hört man schon an diesem Lied.

Der „Mitternachts-Blues“ kommt dann als astreiner Reggae daher. Die Rede ist vom Paradies, aus dem er in seinem alten Frack heraus streicht. Nun ja, man kann schon sagen, dass es um einen Stammgast bei einer Prostituierten handelt. Und er ist dort immer, bis der neue Tag schon kommt. Und so weiter und so fort. Wunderbar ist das sphärische Lied „Magisches Licht“ - für mich eins der besten Lieder von Karat überhaupt. Das Lied baut sich ganz gewaltig auf und behält eine besondere Spannung. Das magische Licht ist der Regenbogen, der einen durch die dunkelste Nacht bringt und einen Torweg zu den Kindertagen schlägt. „Der Boxer“ ist dann wieder ein komplett anderes Stück, ein schneller Blues. Er war als Kind der Depp, aber er hat niemals aufgegeben und hat sich seinen Gegnern gestellt. Und so ist er Boxer geworden und hat so die „Schatten“ besiegt. Der erste Teil vom „Schwanenkönig“ wird beendet mit dem verspielten „Le Doyen I„. Hierbei handelt es sich um eine musikalische Erinnerung an Paris. Eine wunderbar verträumte Melodie, wie ich finde.

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„Das Narrenschiff“ ist dann wieder so eine typische Rocknummer, die wirklich unheimlich gut gelungen ist. Es wird Kritik an menschlichen Lastern und an der Politik geäußert. Natürlich konnte so etwas nicht klar und deutlich geschehen, sondern nur kryptisch, wie das gesamte Album. Dann machen wir uns auf zu Neptun und Poseidon und hören uns die „Tiefsee“ an. Im Alltag gehen Bilder verloren, und diese müssen gezeigt werden. Nur nicht zu oberflächlich werden, lieber tiefgründig sein. Mit der „Großstadt“ kommt eine waschechte Rocknummer daher. Er ist neu in der Stadt, hat noch keine Freunde und weiß nicht wohin. So geht es wohl jedem, der aus der Provinz in die große Stadt zieht. Und dann hören wir das Titelstück „Schwanenkönig“. Das lyrische Thema des Schwans, der in Liebe stirbt, ist das bekannteste von Karat. Auch hier geht die Wurzel wie beim „Narrenschiff“ wieder weit in die Vergangenheit zurück, denn Karat greifen eine Fabel von Leonardo da Vinci auf. So wunderbar das Lied auch ist, es kämpft leider mit einem Überschwang an Kitsch. Mit „Le Doyen II“ wird das Album abgeschlossen. Getragen von der Melancholie des Herbstes wird über die Begegnung mit dem vorüber gegangenen Sommer erzählt.

Nein, der „Schwanenkönig“ ist keineswegs die Erfindung des Folkrocks. Die Spielweise als Mischung aus Hard- und Art-Rock macht es aus. Teilweise haben es die Texter Norbert Kaiser und Herbert Dreilich auch gnadenlos übertrieben mit Kitsch und blumigen Worten. Aber dieses Album ergibt irgendwie die passende Mischung aus Text und Musik, und auch die Zusammenstellung der Lieder ist irgendwie passend. Die gelungensten Lieder auf dem Album sind in meinen Ohren „Magisches Licht“, „Das Narrenschiff“, „Tiefsee“ und „Le Doyen II“. Der „Schwanenkönig“ an sich ist mir einen Tick zu dick aufgetragen. Und die Platte insgesamt ist wohl ziemlich die erfolgreichste, die in der DDR erschien.

Tabelle: Die wichtigsten Informationen zu Karat und "Schwanenkönig"

Aspekt Details
Band Karat
Lied Schwanenkönig
Album Der Schwanenkönig
Inspiration Fabel von Leonardo da Vinci
Sänger Herbert Dreilich
Veröffentlichung 1980
Bedeutung Abschied, Vergänglichkeit, Liebe zur Natur

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