Wie bekannt wurde, ist der Sänger der ostdeutschen Kult-Rockband Karat, Herbert Dreilich, in der Nacht zum 12. Dezember gestorben. Der Frontmann der ostdeutschen Kult-Rockband Karat erlag wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag in der Nacht zum Sonntag einem Krebsleiden. Er starb in seinem Haus in der Nähe von Berlin.
Noch im März, als ihn die Ärzte nach einer Routineuntersuchung mit der erschreckenden Diagnose Leberkrebs konfrontierten, war Dreilich voller Zuversicht. "Ich habe bis jetzt jede Krankheit überstanden", sagte er. Zwar wurden sämtliche Tour-Termine dieses Jahres abgesagt. Aber 2005 wollte der Sänger, dessen markante Stimme ein Markenzeichen der Band war, wieder mit dabei sein. Immerhin war anlässlich des 30-jährigen Bühnenjubiläums eine große Tournee geplant.
Frühe Karriere und Erfolge in der DDR
Karat war 1975 aus der damals bekannten Formation "Panta Rhei" (Alles fließt) hervorgegangen. Die Mannen um Dreilich gehörten zu den erfolgreichsten Rockbands der DDR, die als eine der wenigen bereits vor dem Mauerfall Triumphe im Westen Deutschlands feierten. Insgesamt verkaufte Karat mehr als 8,5 Millionen Tonträger.
1978 brachte die Band das erste Album "Karat" heraus. Mit "Albatros" folgte ein Jahr später das zweite, das mit einem der größten Hits "Über sieben Brücken" auch im Westen auf den Markt kam. Wesentlich bekannter wurde das Lied dort jedoch in der Cover-Version von Peter Maffay. Karat erhielt in der DDR zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunst- und den Nationalpreis.
Aber auch im Westen fand die Gruppe Anerkennung. Für das vierte Album "Der blaue Planet" (1982) bekam sie erstmals eine Goldene Schallplatte. Gold gab es 1984 rückwirkend auch für «Albatros». 2003 gab es für Karat dann noch den Media-Control-Preis für «Der blaue Planet» als meist verkauftes Album einer DDR-Band.
Lesen Sie auch: Musiklegende Herbert Dreilich
Die Wendezeit und spätere Jahre
Im Wendejahr 1989 erschien die Platte "...im nächsten Frieden" als Ost-West-Koproduktion. Als Gast war Maffay an Bord, der den gemeinsamen Hit erstmals mit Dreilich sang. Danach wurde es eher ruhig um die Gruppe. Erst 1995 meldete sie sich pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum mit der CD "Die geschenkte Stunde" zurück.
1997 erlitt Dreilich kurz nach Erscheinen des Albums "Balance" zum Entsetzen seiner Fans einen Schlaganfall. Er überwand jedoch sein gesundheitliches Tief und stand ein Jahr später wieder auf der Bühne. Im Jahr 2000 wurde die Band bei einem Konzert zum 25-jährigen Bestehen auf der Parkbühne in der Berliner Wuhlheide von 17 000 Anhängern enthusiastisch gefeiert.
Besondere Beziehung zu Peter Maffay
Mit Peter Maffay verbindet Karat eine besondere Beziehung. In der Pankower Max-Schmeling-Halle holte Peter Maffay, der dort sein Album „Begegnungen“ präsentiert, den von der Krankheit gezeichneten Freund auf die Bühne. Gemeinsam sangen sie „Über sieben Brücken musst Du gehn“ - jenen Titel, der „Karat“ berühmt gemacht hat und der 1981 beim ersten Auftritt der Ost-Band im Westen die Freundschaft zwischen Dreilich und Maffay begründete.
Weitere Informationen
1942 in Mauterndorf (Österreich) geboren, verbrachte Dreilich die Schulzeit bei Verwandten in England und der Bundesrepublik. 1959 siedelte die Familie in die DDR über, Dreilich verschrieb sich der Musik, besuchte von 1967 bis 1971 die Musikschule Friedrichshain. Die Band von Reinhard Lakomy, das „Henry-Kotowski-Quintett“, die „Alexanders“ und „Panta Rhei“ waren seine musikalischen Stationen, ehe er 1975 „Karat“ mitbegründete.
Titel wie „Über sieben Brücken“, „Schwanenkönig“ oder „Der blaue Planet“ bringen die Band ihrem Ziel nahe: den populären „Puhdys“ den Rang abzulaufen. Nächstes Jahr sollte das 30. Bühnenjubiläum mit einer Tour gefeiert werden.
Lesen Sie auch: Wissenswertes über Goldkarat
Der frühere Keyboarder und Mitgründer der Ost-Berliner Rockband «Karat», Ed Swillms, ist im Alter von 76 Jahren gestorben. Der 1947 in Berlin geborene Ulrich «Ed» Swillms hat 1975 «Karat» mitgegründet. Er komponierte zahlreiche Lieder, unter anderem «Über sieben Brücken» oder «König der Welt». 1987 verließ er «Karat» - er sei seiner Band aber auch danach noch verbunden geblieben, hieß es weiter vom Management.
"Mich zwingt keiner auf die Knie", sang Herbert Dreilich erstmals vor 20 Jahren in einem Lied. Der Text war sein Lebensmotto, wie er selbst einmal bekannte.
Lesen Sie auch: Schlaganfall: Was Sie wissen müssen
