Herbert Dreilich Todesursache: Der Verlust einer Ostdeutschen Musiklegende

Wie gestern bekannt wurde, ist der Sänger der ostdeutschen Kult-Rockband Karat, Herbert Dreilich, in der Nacht zum 12. Dezember gestorben. Der Frontmann der ostdeutschen Kult-Rockband Karat erlag wenige Tage nach seinem 62. Geburtstag in der Nacht zum Sonntag einem Krebsleiden. Er starb in seinem Haus in der Nähe von Berlin.

Die Diagnose und der Kampf gegen den Krebs

Noch im März, als ihn die Ärzte nach einer Routineuntersuchung mit der erschreckenden Diagnose Leberkrebs konfrontierten, war Dreilich voller Zuversicht. „Ich habe bis jetzt jede Krankheit überstanden“, sagte er.

Zwar wurden sämtliche Tour-Termine dieses Jahres abgesagt. Aber 2005 wollte der Sänger, dessen markante Stimme ein Markenzeichen der Band war, wieder mit dabei sein. Immerhin war anlässlich des 30-jährigen Bühnenjubiläums eine große Tournee geplant.

Ein Blick auf das Leben von Herbert Dreilich

Seit August 2003 litt Herbert Dreilich an Leberkrebs. Ein Jahr später, vom 11. auf den 12. Dezember 2004, erlag er im Alter von 62 Jahren seinem Leiden. Ostdeutsche war ab 1975 Leadsänger in der Band Karat.

1942 in Mauterndorf (Österreich) geboren, verbrachte Dreilich die Schulzeit bei Verwandten in England und der Bundesrepublik. 1959 siedelte die Familie in die DDR über, Dreilich verschrieb sich der Musik, besuchte von 1967 bis 1971 die Musikschule Friedrichshain. Die Band von Reinhard Lakomy, das „Henry-Kotowski-Quintett“, die „Alexanders“ und „Panta Rhei“ waren seine musikalischen Stationen, ehe er 1975 „Karat“ mitbegründete.

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Karat: Eine Band zwischen Ost und West

Karat war 1975 aus der damals bekannten Formation «Panta Rhei» (Alles fließt) hervorgegangen. Karat war 1975 aus der damals bekannten Formation "Panta Rhei" (Alles fließt) hervorgegangen. Die Mannen um Dreilich gehörten zu den erfolgreichsten Rockbands der DDR, die bereits vor dem Mauerfall Triumphe im Westen Deutschlands feierten.

Insgesamt verkaufte Karat mehr als 8,5 Millionen Tonträger. 1978 brachte die Band das erste Album "Karat" heraus. Mit "Albatros" folgte ein Jahr später das zweite, das mit einem der größten Hits "Über sieben Brücken" auch im Westen auf den Markt kam. Wesentlich bekannter wurde das Lied dort jedoch in der Cover-Version von Peter Maffay.

Im Wendejahr 1989 erschien die Platte "...im nächsten Frieden" als Ost-West-Koproduktion. Als Gast war Maffay an Bord, der den gemeinsamen Hit erstmals mit Dreilich sang. Danach wurde es eher ruhig um die Gruppe. Erst 1995 meldete sie sich pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum mit der CD "Die geschenkte Stunde" zurück.

Titel wie „Über sieben Brücken“, „Schwanenkönig“ oder „Der blaue Planet“ bringen die Band ihrem Ziel nahe: den populären „Puhdys“ den Rang abzulaufen. Nächstes Jahr sollte das 30. Bühnenjubiläum mit einer Tour gefeiert werden.

Nach der Wende sagte er diesen Satz fast ein bisschen trotzig. Denn wie andere Musiker aus der DDR erlebte auch „Karat“ einen Durchhänger Anfang der 90er Jahre, als Musik aus dem Osten „out“ war. Ohnehin hatte „Karat“ zu DDR-Zeiten gelegentlich mit dem Vorwurf zu kämpfen, zu regimetreu zu sein. Doch nach der Wende eroberten sie ihr Publikum zurück, auch wenn keine neuen Songs in die Charts aufrückten.

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Im Jahr 2000 feierten 17 000 Anhänger in der Wuhlheide das 25-jährige Band-Bestehen. Sie vermittelt mit dem unvermeidlichen Schuss Nostalgie noch immer dieses grüblerische Lebensgefühl, das ihre Fans an den Musikern schätzen - und das Plattenfirmen im Westen als zu wenig marktfähig verschmähen.

Ein schwerer Schicksalsschlag und die Rückkehr auf die Bühne

1997 erlitt Dreilich kurz nach Erscheinen des Albums "Balance" zum Entsetzen seiner Fans einen Schlaganfall. Er überwand jedoch sein gesundheitliches Tief und stand ein Jahr später wieder auf der Bühne. Gemeinsam sangen sie „Über sieben Brücken musst Du gehn“ - jenen Titel, der „Karat“ berühmt gemacht hat und der 1981 beim ersten Auftritt der Ost-Band im Westen die Freundschaft zwischen Dreilich und Maffay begründete.

Ehrungen und Auszeichnungen

Karat erhielt in der DDR zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunst- und den Nationalpreis. Aber auch im Westen fand die Gruppe Anerkennung. Für das vierte Album "Der blaue Planet" (1982) bekam sie erstmals eine Goldene Schallplatte. Gold gab es 1984 rückwirkend auch für "Albatros". 2003 gab es für Karat dann noch den Media-Control-Preis für "Der blaue Planet" als meist verkauftes Album einer DDR-Band.

Das musikalische Erbe lebt weiter

In die Fußstapfen seines Vater trat 2005, nach mehrmaliger Anfrage der Bandmitglieder, sein Sohn "Claudius Dreilich".

Name Geburtsdatum Todesdatum Todesursache
Herbert Dreilich 05.12.1942 12.12.2004 Leberkrebs

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