Das metrische Karat ist eine Gewichtseinheit zur Bestimmung von Edelsteinen (1 Kt = 0,2 g), wohingegen die Karat-Angabe bei Goldlegierungen den Feingehalt von Schmuckstücken definiert. Die Maßeinheit des metrischen Karats trägt in Deutschland die Abkürzung Kt (in Österreich und der Schweiz ist ct üblich).
Die Geschichte des Karats
Schon viele Jahrhunderte vorher kannten Menschen aber eine Methode zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen, die wahrscheinlich den Grundstein für diese Messmethode legte: Sie nutzten die Samen des Johannisbrotbaums als Gegengewicht. Die hörnchenförmigen Früchte des Johannisbrotbaums (Ceratornia siliqua) gaben so der römischen Gewichtseinheit Siliquia ihren Namen.
Eine Siliquia entsprach in etwa 189 bis 192 Milligramm - also annähernd dem Gewicht unserer heutigen Maßeinheit von einem Karat. Die Überlieferung besagt, dass der Grund für die Nutzung der Johannisbrotbaum-Kerne darin liegt, dass diese immer annähernd dasselbe Gewicht haben. Wissenschaftler wiesen jedoch nach, dass die Gewichtsschwankungen des Siquilias denen jeder anderen Samenart in nichts nachstehen.
Eine überraschende Entdeckung machten die Forscher jedoch: Zwar schwankt das Gewicht, Probanden konnten diese Schwankungen aber in über 70% der Fälle am Aussehen der Samen erkennen. Dies deutet darauf hin, dass unsere Vorfahren im alten Rom und in Griechenland die Kerne des Johannisbrotbaumes auswählten, da so eine geringe Fehlerquote bei Gewichtabweichungen garantiert werden konnte. Das menschliche Auge sorgte dafür, dass nur in etwa gleichschwere Samen zur Messung ausgewählt wurden.
Im Mittelalter bestimmten Menschen anhand von anderen Getreidekörnern, was als "ein Karat" galt. Die Gewichtseinheit Karat wurde erst 1875 auf das standardisierte Maß von 0,2 g festgelegt.
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Wie man Diamanten misst
Um einen Diamant oder andere Edelsteine heute zu messen, nutzt man eine spezielle Karat-Waage. Diese wird vor der Messung auf ihre Genauigkeit getestet, so dass keine größeren Abweichungen vorkommen können (normal ist eine Genauigkeit von ca. 0,01 bis 0,001 Karat). Neben der Vermeidung von Erschütterungen muss beim Wiegen auch darauf geachtet werden, dass Wärmequellen oder Luftzüge das Messergebnis nicht verfälschen. Schließlich wird die erzielte Karatzahl nicht gerundet, außer es handelt sich um die dritte 9 hinter dem Komma (z.B.
Statt in Karat erfolgt die Angabe auch häufig in Punkten: 100 Punkte entsprechen dabei einem Karat. Ein Halbkaräter hat also eine Punktzahl von 50. Dann spricht man auch von einem 50 Punkter oder bei einem Viertelkaräter z.B. von einem 25 Punkter. Diese Punkte-Angabe wird vor allem genutzt, wenn es sich um einen Edelstein-Masse unter 0,2 g handelt.
Die 4Cs der Diamanten
Den wahren Wert z.B. eines Diamanten misst der Fachmann anhand der 4cs (Englisch: carat, color, clarity und cut). Der Karat-Gehalt ist von diesen vieren der einzige unsichtbare, da er durch das Gewicht des Edelsteins bestimmt wird.
- Carat (Karat): Das Gewicht des Diamanten.
- Color (Farbe): Die Farblosigkeit des Diamanten, wobei farblose Diamanten wertvoller sind.
- Clarity (Reinheit): Die Abwesenheit von Einschlüssen und Unreinheiten im Diamanten.
- Cut (Schliff): Wie gut der Diamant geschliffen ist, um das Licht optimal zu reflektieren.
Die Reinheit (clarity) beschreibt die Sichtbarkeit vorkommender Einschüsse im Edelstein. Dessen Farbe kann von weiß bis gelblich eingestuft werden und erhöht den Wert eines Diamanten je heller sie ist. Eine Ausnahme sind Steine, welche in allen Regenbogenfarben schimmern. Diese sogenannten "fancy colored diamonds" erhalten ihre Farbgebung aber auch durch den besonderen Schliff (cut). Die Eigenschaft des Schliffgrads bestimmt die Brillanz eines Steins. Je höher also hier die Qualität, umso strahlender funkelt z.B.
Der Wert und die Größe von Diamanten
Ein weit verbreiteter Irrglaube herrscht darüber, dass der Preis eines Diamanten direkt mit dessen Größe in Zusammenhang stünde. Zwar herrscht nicht direkt eine Beziehung zwischen Größe und Wert eines Steins, aber durchaus zwischen dessen Gewicht und seinem Wert. Die Preissteigerung erfolgt allerdings nicht gleichmäßig mit steigender Karat-Zahl, sondern es ergeben sich exponentielle Sprünge. Beispielsweise zwischen einem 0,95 Karäter und einem Einkaräter.
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Diese Preisentwicklung begründet sich durch die Seltenheit großer Diamanten. Je größer die Karatzahl, umso sprunghafter steigt der Preis, zwischen einem Stein mit drei und vier Karat liegt ein weitaus höherer Preisunterschied als zwischen zwei Steinen mit ein und zwei Karat.
Die Wirkung eines wertvollen Diamanten ergibt sich aus mehreren Faktoren: dem Karat-Gewicht und seiner augenscheinlichen Größe. Das menschliche Auge tendiert jedoch dazu, diesen zweiten Faktor zu verzerren.
- Edelsteine können unterschiedlich tief sein. Je tiefer ein Stein ist, umso kleiner wirkt er oft. Dagegen sehen flachere Steine größer aus.
- Wie bereits oben beschrieben, bestimmt der Schliff die Brillanz. Diese kann auch über die wirkliche Größe des Steines hinwegtäuschen, da mehr Licht auf das Auge zurückfällt.
- Als Tafel bezeichnet man den sichtbaren Bereich des Edelsteins bei Draufsicht.
Wie groß ein Diamant am Finger wirkt, hängt auch entscheidend von der jeweiligen Steinfassung ab.
Karat bei Goldlegierungen
Um den Gewichtsanteil reinen Goldes an der Gesamtmasse einer Legierung anzugeben, verwendet man ebenfalls den Begriff "Karat". Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt. Der Feingehalt in Karat wird in x/24-Teilen angegeben. Einkarätiges Gold entspricht also einem 1/24 Gewichtsanteil Gold (= 4,167%). Eine hundertprozentige Reinheit (24/24) ist quasi ausgeschlossen, da mögliche Verunreinigungen nie ganz zu eliminieren sind.
Statt der Bezeichnung "Karat" kann man die Reinheit von Goldlegierungen auch in 1/1000 Teilen angeben. Auch die Geschichte des Karat-Begriffs für Goldlegierungen geht auf die griechischen und römischen Vorbilder der Johannisbrotbaum-Samen zurück (siehe oben). In Deutschland gab es früher das Karat als kleines Gegengewicht, mit dem man die Feinheitsbestimmung des Goldes vornahm. Dieses Gewicht entsprach dem 24.Teil einer Mark, 1 Karat wiederum teilte sich in 12 Grän als Untereinheiten auf.
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Auch heute noch wiegt man Schmuckstücke aus Gold, um ihren Karat-Wert zu ermitteln und damit eine Aussage über deren Feingehalt zu treffen. Nicht überall ist Gold gleich Gold. Unterschiedliche Länder definieren den Mindest-Reinheitsgrad, den ein Schmuckstück haben muss, um als Gold verkauft zu werden, verschieden. In Deutschland gilt für Goldlegierungen eine Mindestgrenze der Reinheit von 8 Karat. Das entspricht einer 333er Feinheit.
Diese Werte sind nicht nur auf staatliche Festlegungen zurückzuführen, sondern auch auf kulturelle Vorlieben. So schätzt man auf dem amerikanischen Kontinent besonders Legierungen mit einem 585% Goldanteil, im Nahen Osten erfreuen sich Schmuckstücke ab Feingehalten von 20 bis 22kt großer Beliebtheit. Im Südasiatischen Kulturkreis legt man auf sehr hochprozentige Goldanteile wert und so begegnet man z.B. häufig thailändischem oder chinesischem Schmuck aus Feingold.
In Deutschland gibt es für jeden Geschmack die passende Legierung.
Goldkarat Reinheitsgrade
| Karat | Goldanteil | Verwendung |
|---|---|---|
| 24 Karat | 99,99% | Anlagegold (Barren, Münzen) |
| 22 Karat | 91,67% | Schmuck in Asien und im Nahen Osten |
| 18 Karat | 75% | Hochwertiger Schmuck |
| 14 Karat | 58,5% | Schmuck (USA, Deutschland, Nordische Länder) |
| 9 Karat | 37,5% | Günstiger Schmuck in Europa |
| 8 Karat | 33,3% | Günstiger Schmuck (kann schnell oxidieren) |
