Jürgen Höller (Jahrgang 1953) ist Diplom-Sportlehrer, Sporttherapeut und Diplomtrainer. Er trägt den 3. Dan in Taekwondo, Ashihara Karate und Jujitsu sowie Schwarzgurte in Judo und Combat Hapkido. Die Fähigkeit zur optimalen Selbstverteidigung geht weit über Kampftechniken hinaus.
Er ist als Referent auf Lehrgängen im In- und Ausland tätig und Lehrer in der Trainerausbildung verschiedener Sportverbände (Taekwondo, Judo, Fencing). Darüber hinaus erhielt er die Ehrennadel in Bronze der DTU. Er ist Diplom-Trainer und besitzt die Trainer-C-Lizenz im Boxen.
Axel Maluschka (Jahrgang 1972) ist Business Coach und Autor. Er hat eine klare Struktur und der Lesefluss wird durch Abbildungen, Info-Kästen und eine übersichtliche Gliederung unterstützt. Axel Maluschka ist Karateka, Trainer und Autor von sieben Büchern über Kampfkunst. Er trainiert seit 1996 in verschiedenen Kampfsportstilen (Ashihara Karate, Taekwondo, Jujitsu und Kickboxen) und ist ein Schüler von Juergen Hoeller.
Stefan Reinisch begann mit 10 Jahren Judo und wechselte 1988 zum Jujitsu. Nach einer Tätigkeit als Jurist in einer Anwaltskanzlei ist er nun als Jujitsu-Lehrer am Uni-Sportinstitut Wien sowie als Lehrer für Frauen- und Mädchenselbstverteidigung an verschiedenen Schulen tätig. Heute ist er Selbstverteidigungstrainer am Universitäts-Sportinstitut Wien, Ausbildungsberater in der Sicherheitsbranche und Personal Trainer für Selbstschutz.
Er leitet die Vereinssektion "Combative Academic Amateurs" (Shobukai Austria), ist Mitglied von "Combatives Austria" und unterrichtet Selbstverteidigung an Schulen. Stefan Reinisch, Magister Juris, verfügt über den 4. Dan Jujitsu (Kawaishi Ryu).
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Das Buch "Selbstverteidigung für Frauen"
"Selbstverteidigung für Frauen" von Jürgen Holler, Stefan Reinisch und Axel Maluschka hat 207 Seiten und circa 300 Abbildungen. Das Buch aus dem Meyer & Meyer Verlag bietet ein sauberes Inhaltsverzeichnis, ein Verzeichnis weiterer Buchempfehlungen und Anlaufstellen, aber kein Stichwortverzeichnis.
Dieses Buch zeigt das komplexe Bedingungsgefüge auf und die Möglichkeiten, schon im Vorfeld einer gefährlichen Situation präventiv zu agieren. Diesen Anforderungen wir das Buch gerecht, indem es zahlreiche authentische Fallbeispiele anführt, die grundlegende Konzepte des Verhaltens in gefährlichen Situationen illustrieren. Die Autoren wissen, wovon sie sprechen. Es liest sich sehr gut, enthält viele wichtige Themen und macht darauf aufmerksam, dass man das Ganze auch trainieren muss, um es im Notfall sinnvoll einsetzen zu können. Speziell für Frauen ist es aufgrund ihrer physischen Voraussetzungen extrem wichtig, ihre Aufmerksamkeit zu schulen und die psychologischen Möglichkeiten bei einem (drohenden) Angriff auszureizen.
Auf Seite 12 bekommen wir eine Definition von Gewalt, so verstehen wir, um was es in diesem Buch geht. Seite 15 beschreibt einige Motive von Gewalt gegen Frauen und auf Seite 17 die Gründe sich zu wehren. Brecht wird zitiert mit "Wer kämpft kann verliehren. Wer nicht kämpft hat schon verloren". Damit soll klar gemacht werden: Gegenwehr ist sinnvoll! Dies wird auf den Folgeseiten mit einigen Statistiken untermauert.
Hier heißt es dann klar (S19): "Also, liebe Frauen: Wehrt euch!". Für alle die, die noch zweifeln: Ab Seite 20 werden moralische Bedenken besprochen und ab Seite 21 die Rechtslage in Österreich und ab Seite 29 die Rechtslage in Deutschland erklärt. Ab Seite 31 weisen die Autoren darauf hin, wie wichtig es wäre, Selbstverteidigungskurse zu besuchen und Seite 33 fragt, welche Vorteile es hat, als Frau Kurse zu besuchen, in denen man auch mit Männern trainiert.
Ab Seite 34 geht es um die Psyche beim Training und die Intuition. Wir gehen auf einige Punkte ein: Seite 54 beschäftigt sich mit dem Schubsen und einer passenden Wortwahl, dann mit dem Blick und dem Einsatz der Stimme. Auf Seite 62 kritisieren die Autoren die Nutzung von Hebeln, Würfen und Würgetechniken und nehmen Bezug auf die Inhalte des Aikido. Sie kritisieren hier auch "nachgebende" bzw "weiche" Techniken. Das ist zu undifferenziert.
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Die Kritik an einigen Konzepten der Kampfkünste ist verständlich. Selbst in hohen Klassen einiger Kampfsportarten gehen simulierte Angriffe komplett an der Realität vorbei. Ob wir eine Judo- oder Aikidoschule finden, in der Verteidigungen gegen schnelle Boxerangriffe oder Kick-Schlag-Kombinationen von Kickboxern geübt werden, ist fraglich. Warum Distantzvergrößerung, Ausweichen oder auch nur ein Feger nicht schon nach wenigen Jahren als Verteidigung funktionieren können sollten, ist unklar.
Ab Seite 63 geht es um das Thema Distanz, dann um Trefferzonen und Kampfverhalten und ab Seite 72 geht es um das Thema Fallen. Ja, im Ernstfall liegen im Park keine Matten wie im BJJ-Training oder beim Ringen. Man sollte dies bedenken. Ebenso das Thema Gewichtsklassen in etlichen Kampfsportarten: In der Notwehr ist dem Angreifer die Gewichtsklasse egal. Daher sind diese Hinweise sehr wichtig (Seite 77).
Auf Seite 90 wird gesagt, dass die Idee des ständigen Einschlagens auf den Gegner bzw Beschäftigen des Gegners eine Idee des Wing Chuns ist. Andere Kampfkünste haben ähnliche Ideen und selbst, wer in einer guten Boxschule ist ,wird dieses Thema besprechen und üben. Die Kettenschläge sind sicher Teil der ersten Form des Wing Chun, aber die Idee dahinter finden wir in vielen Stilen. Warum Seite 91 davor warnt, dass Frauen eine Faust nutzen sollen, ist nicht klar. Hier wird das Verletzungsrisiko genannt und daher der Handballen als Waffe empfohlen. Seite 92 zeigt eine Technik der zweiten Form des Wing Chun.
Seite 100 weist auf Fingerverletzungen hin beim Nutzen von Fingerstichen Richtung Auge - ein guter Hinweis. Auf Seite 124 fehlt der Hinweis, dass ein Lowkick, der mit dem Schienbein geblockt wird, für den Kickenden höllisch wehtun kann. Gerade wenn wir die Gewichtsklasse außen vor lassen und eine 50 Kilo-Frau einen Lowkick gegen einen 90 Kilo-Mann versucht.
Ab Seite 165 geht es um mögliche Waffen der Verteidigung, und wenn es nur ein Rucksack ist oder eine Jacke. Ab Seite 181 geht es um die Verwendung von Pfeffersprays. Ab Seite 186 wird das Verhalten nach der Verteidigung thematisiert - eine sehr gute Idee. Ab 192 gibt es eine Hilfsliste, wie man Kurse zur Selbstverteidigung bewerten kann und auf Seite 193 finden wir den Hinweis, dass wir offen sein sollten für diverse Stile und dass es eben keinen allein seligmachenden Stil gibt.
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Weitere Aktivitäten und Einflüsse
Am 05.03.2016 traf sich ein Teil unseres Vereins in Bonn, um in kleiner Runde mit Marcus Haack, 4.Dan, aus Hagen zu trainieren. Marcus legte viel Wert auf die Beinarbeit, sowohl im Kihon, als auch im Kumite. Auch die Hüftarbeit bei Kata spielte eine Rolle im Training. Trainingseinheit der Unterstufe stand die richtige Distanz bei Partnerübungen wie Kumite im Vordergrund. In unserem Training wurde vor allem der Nahkampf als wichtiges Element der Selbstverteidigung beleuchtet.
Am 25.06.2016 ging es früh für eine kleine Gruppe von Wettkämpfern gemeinsam mit den Trainern Pirasath Mahendran und Nina Mons los nach Krefeld. Die Konkurrenz war zahlreich und stark, besonders in der Gruppe der Gelb- und Orangegurte. Hier traten 37 Teilnehmer in Kata gegeneinander an. kämpfte sich Kalin Ilchev durch 3 Vorkämpfe und qualifizierte sich für das Finale. sensationellen 3. Auch im Kumite lief es gut. Dagmar schaffte es in die zweite Runde beim Jiju Ippon Kumite.
Mit viel Geduld und Präzision gab der erfahrene Trainer neuen Input für die Mittel- und Oberstufe. Sensei Andreas Klein, Stützpunkttrainer NRW, 4. Durch seine kompetent vermittelten Inhalte lernten die Bonner Heian Sandan und Kata Jion noch einmal von einer anderen Seite zu beleuchten. Auch sei die richtige Festigkeit in der Technik wichtig, um kraftvolle Abwehr- und Schlagtechniken ausführen zu können.
