Jürgen Hornung: Ein Leben für das Karate

Gerd Hahnemann, 5. Dan Karate, begann sein Interesse an asiatischen Kampfkünsten im Jahr 1975. Dies führte ihn zur Sektion Judo der BSG Fortschritt Thalheim im sächsischen Thalheim. Im Rahmen dieses Trainings begann er zusammen mit anderen Interessierten um 1980 herum, sporadisch, aber mit Eifer, Karatetechniken einzustudieren.

In der DDR gab es aus verschiedenen Gründen keine Plattform für diese Kampfkunst. Einige der Oberen sprachen sich sogar ausdrücklich dagegen aus, Karate wenigstens zu tolerieren. So begannen sie, nur mit einem auf abenteuerlichem Wege beschafften Karate-Fachbuch in den Händen, durch die Halle zu marschieren.

Im Sommer 1989 gelang es, Jürgen Hornung aus Berlin in die DDR zu holen, der einen Goju-Ryu-Lehrgang gab. Bis dahin übten sie sich im Shotokan. Jürgen kehrte dann 9 Tage vor den Ereignissen des „Mauerfalls“ noch einmal bei ihnen ein und sie durften bereits vom DKV genehmigte „Einstufungen“ im Zusammenhang mit Gürtelprüfungen machen.

Im Zusammenhang mit seinem Weg als Kampfkunst-Interessierter blieb Gerd Hahnemann auch dem Judo treu und legte am 12. Dezember 1989 den 1. Dan Judo im Judoverband der DDR (DJV) ab. Dann aber überschlugen sich die politischen Ereignisse und vieles wurde anders, selbstverständlich auch in seinem Kampfkunst-Leben.

Als 1991 der Sächsische Karatebund e.V. gegründet wurde, wählten ihn die Anwesenden zum Sportwart des Sächsischen Karatebundes, der er bis auf eine kurze Unterbrechung bis heute ist. Allerdings wird die Funktion seit 2008 als „Wettkampfleiter“ bezeichnet. Seit 2003 ist er als A-Prüfer für den Deutschen Karateverband im Stiloffenen Karate tätig.

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Heute ist er Träger des 5. Dan im Deutschen Karateverband im Stiloffenen Karate GO-JU. Mitte 1990 war er Gründungsmitglied im Karateverein Thalheim e.V., dem er auch heute noch als (Vorstands)Mitglied angehört.

Das Kampfkunst-Team betreibt insbesondere das Goju-Ryu-Karate-Do und Okinawa Kobudo Doushi Renseikai. Im Deutschen Karateverband und im Sächsischen Karatebund gehören sie konsequenterweise dem „Stilrichtungsoffenen“ Karate an.

Der Grundgedanke, den Begriff „Karate“ durch den der „Kunst“ zu ersetzen, war und ist der, dass man sich von der engen Betrachtungsweise des Karate-Begriffes lösen wollte, ja geradezu musste, um die Offenheit auch anderen Richtungen gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Folgerichtig schlossen sie sich auch innerhalb des Deutschen Karateverbandes dem „Stiloffenen Karate“ an. Selbstverständlich üben sie sich nach wie vor in der Kunst des Goju-Ryu, was im Stiloffenen Karate sehr gut möglich ist, so wie eben Angehörige anderer Stilrichtungen dies genauso gut tun.

Hahnemann betont, dass er den Kampfsport als moderne Form der Auseinandersetzung in die Kampfkunst einbezieht und sich weder das Gedankengut fanatischer „Nur“-Wettkämpfer, als auch das der genauso einseitig diskutierenden „Traditionalisten“ zu Eigen macht.

Er persönlich stöbert gern auch in zahlreichen anderen Sportarten herum, die scheinbar mit den Kampfkünsten gar nichts zu tun haben und wird immer wieder fündig. So oft es möglich ist, holt er Meister mit den verschiedensten Betrachtungsweisen der Kampfkünste in sein Training. Seine Schüler haben ein Recht darauf, von der breiten Palette der Kampfkünste zumindest zu erfahren.

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In den meisten „gürteltragenden“ Kampfkünsten werden die „Schwarzgurte“ (1. bis 5.Dan) aufgrund technischer Prüfungen verliehen. Ein niedriger Dan-Grad wird in jüngeren Budō-Systemen mit dem Tragen eines schwarzen Gürtels kenntlich gemacht. Entgegen landläufiger Annahme bedeutet das Erreichen des 1.Dan keineswegs die perfekte Meisterschaft. In einigen Systemen gilt vielmehr, dass der 1.Dan lediglich die Befähigung darstellt, die eigentliche Kampfkunst zu erlernen, d. h. einzelnen Disziplinen. Ein 1.Dan Karate ist nicht gleichzusetzen mit einem 1.Dan Judo oder einem 1.Dan Kendō.

Ebenso ist nicht in allen Künsten festgelegt, wer eine Dan-Graduierung vergeben darf und auf welchem Weg dies erfolgt. Internationale Spitzenkämpfer in den Kampfkünsten, welche Wettbewerbe austragen, haben in der Regel höchstens den dritten Dan inne.

Dan-Grade im Überblick

Grad Beschreibung
1. Dan Niedrigster Meistergrad, Befähigung zum Erlernen der Kampfkunst
2. - 5. Dan Fortgeschrittene Meistergrade, verliehen aufgrund technischer Prüfungen
6. - 10. Dan Höhere Meistergrade, oft für besondere Verdienste verliehen

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