Judo, eine japanische Kampfsportart, die 1882 mit der Kodokan-Gründung von Professor Jigoro Kano ihren Ursprung hat, ist eine der am weitesten verbreiteten und beliebtesten Kampfsportarten der Welt und bedeutet "Weg der Freundlichkeit". Als Judoka zählst du zu einer großen Community. Auf mehr als Disziplin und Kraft setzt der sanfte Weg des Judo. Wie in anderen Kampfsportarten, tragen Athleten*innen im Judo einen speziellen Trainings- und Wettkampfanzug. Geeignete Kleidung ist daher sehr wichtig.
Was ist ein Judogi?
Der Judogi ist das typische Kleidungsstück eines jeden Judoka. Wie die meisten Uniformen in den Kampfsportarten besteht er aus einer offenen Jacke (uwagi), Hosen (zubon) und einem farbigen Gürtel (obi). Neben der knöchellangen Baumwollhose Zubon gehört die halblange Jacke Uwagi zum stilechten Judo-Outfit. Ein farbiger Gürtel Obi hält nicht nur deinen Anzug sicher an Ort und Stelle, er ist auch ein visueller Leistungsstandsanzeiger. Von den hellen (weiß) zu den dunklen Farben (schwarz) steigern sich Kenntnisse und Fähigkeiten, was über den Gürtel bereits von weitem sichtbar wird.
Material und Beschaffenheit
Der Judogi-Stoff besteht normalerweise aus Baumwolle, manchmal mit Anteilen von Polyester. Diese Materialien ermöglichen es, eine einheitliche leichte und resistente Beschaffenheit zu gewährleisten. Die Grammatur des Gewebes (Gewicht pro Quadratmeter) kann im Durchschnitt von 300 g/qm bis 700 g/qm variieren. Normalerweise haben Judogi einige verstärkte Punkte, insbesondere im Knie-, Kragen- und Schulterbereich. Dies hilft, Risse an den am stärksten beanspruchten Stellen zu vermeiden, die Gelenke zu schonen und die Auswirkungen von Stürzen abzumildern.
Baumwollgewebe neigt dazu, beim Waschen leicht zu schrumpfen: Um dies zu minimieren, ist es daher wichtig, dass der Judogi aus vorgewaschener Baumwolle oder einem speziellen Ripstop-Gewebe besteht, das nicht schrumpft. Wenn Sie ein passendes Modell gefunden haben, achten Sie darauf, dass der Stoff vorgewaschen ist, und kaufen Sie die Größe, die Ihrer Körpergröße am nächsten kommt (aufgerundet), oder eine Nummer größer. Wenn Sie z. B. Der Anzug sollte nach jedem Gebrauch gewaschen werden, um Schweiß zu entfernen.
Farbe
Die am häufigsten verwendete Farbe für Uniformen ist weiß, aber es gibt auch blaue Judogi. Während im Trainingsbereich hauptsächlich der Judo-Gi in weiß getragen wird, kommt auf der Wettkampffläche auch ein blaues Anzugmodell in Frage.
Lesen Sie auch: Frankreichs Judo-Held im Porträt
Die Rolle der International Judo Federation (IJF)
Die International Judo Federation (IJF) ist das weltweit führende Judo-Gremium und setzt Standards für die Ausrüstung, die bei internationalen Wettbewerben und offiziellen Veranstaltungen eingesetzt wird. Um eine sichere, faire und einheitliche Praxis zu gewährleisten, legt die IJF strenge Richtlinien fest, an die sich Hersteller und Athleten halten müssen. Als eine Disziplin, die Griffe und Projektionen beinhaltet, muss der Kimono bestimmte Eigenschaften in Bezug auf Festigkeit, Passform und Farbe haben.
IJF-Anforderungen an Judogi
- Gewicht und Grammatur des Gewebes: Die IJF-zugelassenen Judogen bestehen typischerweise aus Baumwolle oder Baumwoll/Polyester-Mischgewebe mit einer Grammatur, die Festigkeit und Haltbarkeit garantiert.
- Farbe: Nur weiß und blau für die offiziellen IJF-Wettbewerbe.
- Passform und Grösse:
- Die Jacke des Judogi muss den Körper ausreichend bedecken, mindestens bis zur Hälfte des Oberschenkels.
- Die Ärmel sollten mit nach vorne gestreckten Armen bis zum Handgelenk reichen und zwischen Handgelenk und Armabschluss sollte genügend Platz (ca. 5-8 cm) sein.
- Die Hosen Sie müssen mindestens den Knöchel bedecken und Bewegungsfreiheit ermöglichen.
- Label "IJF Approved": Judogi von IJF-anerkannten Marken sind mit einem roten Etikett mit dem Aufdruck "IJF Approved" gekennzeichnet.
Der Gürtel (Obi)
Der Gürtel (obi) ist ein weiteres Element des Judo-Anzugs. Er dient der Angabe des Grades des Praktikanten und stellt sicher, dass die Jacke während des Treffens gut geschlossen bleibt. Das Material besteht in der Regel aus strapazierfähiger Baumwolle, manchmal mit einer Mischung aus synthetischen Materialien, um die Haltbarkeit zu verbessern. Für die IJF-Wettbewerbe trägt der Athlet das Gürtel Ihres eigenen Grades (von weiß bis schwarz oder höher, wenn Sie über fortgeschrittene Dan verfügen).
Wie bei anderen Kampfsportarten kann der Rang des Sportlers an der Farbe seines Gürtels erkannt werden. Er beginnt mit dem Gürtel weiß für alle Anfänger, dann in der Reihenfolge gelb, orange, grün, blau, braun, schwarz (unterteilt in verschiedene Dan), weiß/rot und rot. Die Gürtel hält auch die Jacke am Körper und wird in der Taille mit einem flachen Knoten gebunden. In diesem Fall ist die Qualität nicht so wichtig wie beim Judogi. Sie können eine Gürtel Judo-Gürtel zu einem Preis von etwa 4 Euro kaufen.
Weitere Ausrüstung
- Kniebandagen, Ellenbogenschützer oder Schutzausrüstung für die Ohren (headguard): Sie müssen vom Arzt oder IJF-Delegierten genehmigt werden, wenn dies aus Sicherheits- oder Gesundheitsgründen erforderlich ist.
- Zori (Badesandalen): Oft von Athleten auf der Tatami-Kante aus hygienischen Gründen verwendet, gibt es keine spezifische IJF-Zulassung.
Die richtige Wahl treffen
Wenn Sie sich dieser Disziplin nähern, müssen Sie nicht gleich einen professionellen, wettkampferprobten Judogi mit schweren Stoffen kaufen. Ein vorgewaschener Baumwollanzug, mit einem Gewicht auf der 300 g/m2 und ohne Homologation reicht völlig aus. Es gibt mehrere Marken von Judogi auf dem Markt. Wenn Sie einen Wettkampf-Judogi benötigen, vergewissern Sie sich, dass er homologiert ist. Zu den wichtigsten Zulassungen gehören die der IJF (International Judo Federation) und FIJLKAM (Italienischer Judo-Ringer-Karate-Verband Kampfsportarten). Die Größe sollte gewählt werden nach der Körpergröße des Sportlers.
Natürlich kannst du auch in normaler Trainingshose und T-Shirt Judo trainieren. Dies wir aber ebenso effektiv sein, wie eine Balletttänzerin in Sneakers und Jeans. Jeder Sport hat seine Eigenarten und stellt an den Athleten*in unterschiedliche Ansprüche. Neben den körperlichen Voraussetzungen ist auch das entsprechende Equipment maßgeblich an deinen sportlichen Erfolgen beteiligt. Judokas benötigen einen speziellen Judo-Gi. Nur so können die einzelnen Techniken erlernt und einstudiert werden. Doch auch sicherheitstechnisch ist ein Judoanzug nicht zu unterschätzen. Schürfwunden durch Mattenkontakt oder gar Mattenbrand auf der Haut werden durch die lange Passform und das robuste Material auf ein Minimum reduziert. Du bist dir unsicher, welcher Judo-Gi der richtige für dich ist?
Lesen Sie auch: Informationen zum Judo-Stützpunkt Marseille
Beispiele für Judogi-Marken
Reißen, ziehen, festhalten - ein Judo-Gi hat es nicht einfach. Darum ist eine robuste Beschaffenheit des Sportanzuges unbedingt notwendig.
- Hayashi Todai: Hayashi hat den „Todai“ in bester Reiskorn-Webung gefertigt. Durch dieses spezielle Herstellungsverfahren ist der Anzug extrem reißfest und formstabil. Der zweiteilige „Todai“ setzt sich aus der typisch weiten Hose Uwagi und der Jacke Zubon zusammen. Letztere verfügt über ein mehrfach gestepptes Revers für packende Angriffe. Da im Judo zahlreiche Techniken im direkten Bodenkampf ausgeführt werden, befinden sich an den Knien eingenähte Verstärkungen. Dank der Größenvielfalt von 110 cm bis 200 cm ist dieser Judogi bestens als Team- oder Vereinsdress einsetzbar.
- Hayashi Kirin: Auch der Anzug „Kirin“ ist in weiß erhältlich und überzeugt mit robusten Eigenschaften im täglichen Trainingsgeschehen. Wer jedoch bei Wettkämpfen und Turnieren teilnehmen möchte, braucht spätestens dann auch einen blauen Kimono. Hier setzt der „Kirin“ in weißer wie blauer Ausführung an. Hayashi nutzt zum Erhalt der Reißfestigkeit des robusten Baumwollgewebes erneut die erstklassigen Vorteile der Reiskornwebung. Somit trägst du deinen „Kirin“ Sportanzug gern im dauerhaften Trainingsbereich, wie auch bei Wettstreiten und fühlst dich rundherum wohl und geschützt zugleich. Ein weicher Gummibund und verstärkte Knie sind auszeichnend für die lange Baumwollhose. Mehrfach gesteppte Saumkanten und eine bewegungsfreundliche Passform zählen zu den positiven Eigenschaften der langen „Kirin“ Jacke. Der beiliegende weiße Gürtel lässt den „Kirin“ als idealen Einsteiger-Gi punkten.
- Hayashi Osaka: Für den Einstieg in den Profibereich ist der „Osaka“ genau deine richtige Klamotte. Mit diesem Gi gelingt der Übergang aus dem Breiten- in den Spitzensport auf höchstem Niveau. Mit einer 24 oz schweren Stoffqualität ist der „Osaka“ ein Schwergewicht mit ungeahnten Stärken. Nähte und Gewebe sind auf extreme Belastungen ausgelegt und verleihen dem Gi seine Standfestigkeit. Dennoch kommt auch der Tragekomfort im „Osaka“ Anzug nicht zu kurz. Das natürliche Baumwollgewebe nimmt Feuchtigkeit sofort auf, wodurch deine Haut vor Irritationen geschützt wird. Dank der weiten Schnittform kann die Luft unter dem Gi störungsfrei zirkulieren und hält dich auf idealer „Betriebstemperatur“. Die für einen Judoanzug typischen Verstärkungen an häufig beanspruchten Stellen sind auch für einen Profi wie den „Osaka“ selbstverständlich.
Lesen Sie auch: Die Judo-Nationalmannschaft Frankreichs
