Judo ist ein Sport, der sowohl körperliche als auch geistige Disziplin erfordert. Ein effektives Training beginnt immer mit einem gründlichen Aufwärmen. Dieser Artikel bietet einen Überblick über verschiedene Aufwärmübungen und Techniken, die sowohl zu Hause als auch im Dojo durchgeführt werden können.
Die Bedeutung des Aufwärmens
Das Aufwärmen dient nicht nur der körperlichen Vorbereitung, sondern auch der mentalen Einstimmung auf das Training. Es hilft, Verletzungen vorzubeugen und die Leistungsfähigkeit zu steigern. Ein gutes Aufwärmprogramm sollte:
- Alle Teile des Körpers erwärmen.
- Abwechslungsreich und interessant sein, um Langeweile zu vermeiden.
- Bereits Judo-Elemente enthalten, um das Techniktraining vorzubereiten.
Junbi Undo: Das traditionelle Judo-Aufwärmen
Junbi Undo ist ein traditionelles System von Aufwärmübungen im Judo. Es dient der körperlichen und mentalen Vorbereitung auf das Judotraining.
Die Übungen beginnen grundsätzlich am Fuß und enden am Kopf. Gymnastik, Kraftkoordination, Dehn- und Atemübungen fördern die körperliche Stärke und Durchhaltevermögen während des Trainings. Des Weiteren wird die Blutzirkulation verbessert sowie Muskeln und Sehnen auf das Training vorbereitet. Die Übungen werden hierbei durch eine bewusste Atmung unterstützt, was zur Folge hat, dass eine bessere Beweglichkeit erreicht wird.
Die Übungen sollen folgende Bereiche abdecken:
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- Aktives Aufwärmen: Aktives, aber nicht voll auslastendes Bewegen von Muskeln oder Muskelgruppen.
- Passives Aufwärmen: Massagen, Einreibungen usw., um die Muskulatur zu lockern oder die Hauttemperatur zu erhöhen. Diese Form des Aufwärmens ist alleine nicht ausreichend.
- Mentales Aufwärmen: Gedankliches Durchspielen konkreter Bewegungsabläufe. Mentales Aufwärmen muss jedoch immer in Verbindung mit aktivem Aufwärmen stehen.
Beispiele für Aufwärmübungen
Hier sind einige Beispiele für Aufwärmübungen, die im Judo verwendet werden können:
- Laufübungen oder Laufspiele, um den ganzen Körper aufzuwärmen.
- Bewegungsspiele, wie z.B. das Zuspielen eines Luftballons in Pärchen oder Dreierteams.
- Klassische Gymnastik und Kraft-/Ausdauerübungen.
- Judobezogene Übungen, wie lockere Randori-Formen (z.B. Bodenrandori) oder Spiele mit Judoelementen (z.B. Fangen in Verbindung mit Wurftechniken).
- Animal Drills.
- Fallschule.
Judo Techniken für das Training zu Hause
Obwohl Judo ein Sport ist, dessen Ziel darin besteht, eine Person im Zweikampf auf dem Boden festzuhalten, gibt es eine Reihe von sinnvollen Maßnahmen, die auch allein durchgeführt werden können. Mit wachsenden Fähigkeiten steigt auch die Anzahl der Judo Übungen, welche Ihr in Euren eigenen vier Wänden durchführen könnt. Das soll heißen: übt nur jene Judo Techniken zuhause, die Euch Euer Trainer bereits vorher im Dojo beigebracht hat. Das könnte zum Beispiel Joggen sein oder auch schwimmen.
Ein Judo Training für Fortgeschrittene im eigenen Heim könnte dann so aussehen, dass Ihr beispielsweise Eure Fallübungen selbst durchführt oder Euch einen Übungspartner sucht und die Würfe und Hebel aneinander übt. Ihr könnt die Bewegungsabläufe auch vorerst ohne Partner trainieren, wenn Ihr extreme Schwierigkeiten mit bestimmten Abläufen habt. Versäumt in diesem Fall auch nicht, Euren Trainer nach Tipps zu fragen.
Im Training kommen eine Reihe von Techniken zum Einsatz. Wir versuchen Euch einen kleinen Überblick zu den Wurf-, Halte-, Würge- und Hebeltechniken zu bieten.
Falltechniken
Als erstes werdet Ihr lernen, wie Ihr richtig fallt. Das ist elementar wichtig, damit Ihr Euch bei späteren Partnerübungen nicht verletzt. Sauberes Fallen werdet Ihr in alle vier Richtungen (nach vorn, rechts, links, nach hinten) erlernen. Die Fallschule ist auch ab der ersten Prüfung bereits im Prüfungsprogramm anzutreffen und bildet die Grundlage für verletzungsfreies Judo Training.
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Wurftechniken
Die Wurftechniken werden genutzt, um einen stehenden Gegner zu Fall zu bringen und sind Euer Herzstück im Judo. Würfe können aus fast jeder Lage ausgeführt werden und haben alle das gemeinsame Ziel, den Gegner auf den Boden zu werfen und Euch so zu positionieren, dass Ihr Ihn unter Kontrolle bringen könnt.
Bein- und Fußwürfe
Die Würfe können als Bein- und Fußwürfe angesetzt werden, wobei entweder das Standbein, das unbelastete Bein oder auch beide Beine unter Zuhilfenahme von Schwung weggefegt oder blockiert werden, um ihn zu Fall zu bringen. Einer der bekanntesten Beinwürfe ist der O-soto-gari, übersetzt als „Große Außensichel“.
Hüftwürfe
Hüftwürfe eignen sich überwiegend gegen größere Gegner, um deren Gleichgewicht endgültig zu brechen. Der Sinn dieser Judo Techniken ist, den Schwerpunkt des Gegners an der Hüfte ins Wanken zu bringen. Für die Ausführung der meisten dieser Würfe wird ein größeres Maß an Kraft benötigt.
Hand- und Armwürfe
Hand- und Armwürfe nutzen den Zug an den Extremitäten des Gegners, um ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der wohl bekannteste Wurf dieser Kategorie dürfte der Seoi-nage sein, auch als Schulterwurf bekannt, da dieser häufig in Filmen zu sehen ist.
Körperwürfe
Körperwürfe können seitlich oder nach hinten ausgeführt werden und führen dazu, dass beide Kontrahenten am Boden landen. Ziel ist jedoch, dass der Geworfene deutlich härter fällt als der Werfende. Der Tomoe-nage, der Überkopfwurf, wird auch gern in Filmen dargestellt.
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Sonstige Wurftechniken
Es existieren noch zahlreiche weitere Würfe und die oben Genannten zählen lediglich zu den am häufigsten Angewandten. Bei entsprechender Routine können die Würfe im Ernstfall effektiv eingesetzt werden, um einen Gegner zu Fall zu bringen.
Bodentechniken
Die Bodentechniken dienen dazu, den Gegner in liegender oder hockender Position unter Kontrolle zu bekommen und zu halten. Diese Techniken können in einem Ernstfall sehr effektiv angewandt werden, da sie Euch einen nicht zu unterschätzenden Vorteil verschaffen. Wenige Menschen wissen ihre Kräfte am Boden effektiv einzusetzen.
Festhaltetechniken
Festhaltetechniken sind rein für den Wettkampf bestimmt und wurden geschaffen, um den Gegner auf dem Rücken am Boden zu halten und zu fixieren, da so im Wettkampf die Punkte erzielt werden. Je nach Dauer der Rückenlage des Gegners werden mehr oder weniger Punkte vergeben.
Hebeltechniken
Hebeltechniken sollen den Gegner im Wettkampf zur Aufgabe bewegen und werden ausschließlich gegen das Ellenbogengelenk angewandt, da die Verletzungsgefahr hier am geringsten ist. Hebel gegen andere Gelenke sind zwar im Wettkampf verboten, können aber durchaus zur Selbstverteidigung eingesetzt werden. Beachtet hierbei nur, dass Ihr Eurem Gegenüber nicht zu vorschnell alle Knochen brecht, da Ihr Euch sonst schnell strafbar macht.
Würgetechniken
Die Würgetechniken greifen die Halsseite des Gegners oder die Halsschlagadern an und können schnell zur Bewusstlosigkeit führen. Für den Ernstfall ist die Anwendung der Würgetechniken nicht zu empfehlen, da unerwartete Bewegungen des Gegners schnell zu schweren oder sogar tödlichen Verletzungen führen können.
Schlagtechniken
Als letztes wären da noch die Schlagtechniken, die gleichsam mit Händen und Füßen ausgeführt werden. Geschlagen wird mit Fäusten, Fingerspitzen, Handkanten, Ellenbogen, Handballen, Fußballen, Fußsohlen, Fußkanten, Knie und Ferse. Die meisten Vereine unterrichten Schlagtechniken ausschließlich in der Kata, da sie im Wettkampf verboten sind.
Trainingsmethoden
Es gibt verschiedene Trainingsmethoden, die im Judo angewendet werden:
- Tandoku renshu: Trainieren von Bewegungsabläufen einer Technik ohne Partner, mit sogenannten Imitationsbewegungen. Mit Tandoku renshu wird die Koordination von aufeinanderfolgenden Bewegungen geübt und verbessert, wobei der komplette Bewegungsablauf der zu übenden Technik bekannt sein muss.
- Sotai renshu: Trainieren der eigentlichen technischen Praxis im Judo mit Partner. Die Techniken werden im Gegensatz zum Tandoku renshu zusammen mit einem Partner geübt um diese zu erlernen oder zu verbessern. Eine stetige Selbstkontrolle ist auch hier unerlässlich.
Zusätzliche Tipps
- In den ersten Wochen solltet Ihr es vermeiden, alleine zu trainieren.
- Fragt Euren Trainer nach Tipps.
Diejenigen unter Euch, die es auf das Niveau eines Profis schaffen, werden sich dann mit der Zeit einen persönlichen Trainingsplan zusammenstellen, der auf Eure individuellen Ziele zugeschnitten ist.
