Gangster Rapper 18 Karat: Verurteilung, Hochzeit hinter Gittern und Kontroversen

Das Dortmunder Landgericht hat den Gangsta-Rapper 18 Karat wegen illegaler Drogengeschäfte verurteilt. Das Landgericht hat den Dortmunder Gangsta-Rapper 18 Karat verurteilt. Der Angeklagte hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt. Der Musiker hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt und gehofft, die Richter auf diese Weise milder zu stimmen.

In seiner Erklärung versicherte 18 Karat, aus diesen Fehlern gelernt zu haben und in Zukunft ein anderer Mensch zu sein. Neben der hohen Haftstrafe ordneten die Richter außerdem finanzielle Konsequenzen für den Gangsta-Rapper an. Die Richter bezifferten die Summe im Urteil auf fast 240.000 Euro.

Veröffentlicht am Dienstag, 20.12.2022 20:00, wurde der Dortmunder Gangsta-Rapper 18 Karat wegen illegaler Drogengeschäfte zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Ein hartes Urteil: Die Strafe ist höher als ursprünglich von der Dortmunder Staatsanwaltschaft gefordert. Der Rapper hatte vor Gericht eingeräumt, kiloweise Marihuana aus den Niederlanden nach Dortmund transportiert zu haben. Sein Auftraggeber soll ein Freund aus Jugendtagen gewesen sein. Der habe ihn gefragt, ob er mitmachen wolle, und da habe er nicht nein sagen können.

18 Karat sagte den Richtern, für ihn sei es ein Kick gewesen, seine Songtexte tatsächlich in die Realität umzusetzen. Gegen das Urteil kann der Rapper noch Revision beim Bundesgerichtshof einlegen. Er bleibt aber in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich zum Prozessbeginn eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten erhofft. Fast 50 Kilo Gras im Wert von rund 200.000 Euro soll 18 Karat über die Grenze nach Deutschland befördert haben.

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Mit einer solchen Größenordnung will 18 Karat jedoch zunächst nichts zu tun gehabt haben. Er sei 2007 über einen Freund in das Business geraten und habe zunächst als "Späher" gearbeitet. Das heißt: an der Grenze nach Polizeikontrollen Ausschau halten und Ablenkungsmanöver starten. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, als er bereits "gutes Geld als Gangsterrapper verdient" habe, sei er aus Imagegründen weiter gegangen. Die generelle Motivation von 18 Karat? Angeblich der Nervenkitzel. "Es ging um den Kick, dass ich einen Songtext in die Realität umsetze", lässt er laut den Berichten verlauten.

18 Karat steht seit jeher für kompromisslosen Gangsterrap. Die Titel seiner Alben lauten beispielsweise "Je m'appelle Kriminell" oder "Geld Gold Gras" und geben eindeutig die künstlerische Richtung vor.

Auch der Anbau von Marihuana wird 18 Karat in dem Verfahren zur Last gelegt. Diese Straftat streitet der Dortmunder Rapper hingegen ab. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe. Die Bild zitiert 18 Karats Vorstellungen für die Zeit nach dem Gefängnis: "Ich möchte alles anders machen und meine Verlobte heiraten und für meine Familie da sein."

Hochzeit hinter Gittern

Echte Gangster-Romantik: Rapper 18 Karat heiratet im Knast. Rapper 18 Karat und seine Maya gaben sich das Ja-Wort hinter Gittern.

In guten wie in schlechten Zeiten … Eine meterlange Hochzeitsschleppe, ein 18-Karat-Goldring und eine strahlende Braut - die durch die Gefängnispforte schreitet! Wenn das nicht echte Ghetto-Romantik ist.

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Rapper 18 Karat (37, bürgerlich Ivo V.) und seine Verlobte Maya (29) haben JA gesagt. Doch im Gegensatz zu den meisten Brautpaaren fand das Ehe-Versprechen nicht standardgemäß vor dem kirchlichen Traualtar oder etwa im Standesamt statt. Denn der Goldmasken-Rapper verbüßt eine Haftstrafe wegen Drogenhandels. Geheiratet wurde, wie es sich für einen echten Gangster-Rapper gehört, hinter Gittern! In welcher Stadt soll aus Sicherheitsgründen nicht geschrieben werden.

Ivo V., der als Rapper mit der Goldmaske bekannt wurde, kassierte im Dezember 2022 eine empfindliche Gefängnisstrafe - sechs Jahre und drei Monate wegen Drogenschmuggels aus Amsterdam! Dabei hatte er sich im Prozess einsichtig gezeigt und Besserung beteuert.

Dem Richter sagte er damals: „Am 1. Mai 2021 lernte ich meine Verlobte Maya kennen. Ihr Sohn ist ein großer Teil von mir. Das erste Mal in meinem Leben habe ich richtig Liebe erfahren. Unser Verhältnis ist super, wir drei sind wirklich ein starkes Team.“

Am Ende seiner Rede, die sein Anwalt Detlev Binder (56, Bielefeld) verlas, hieß es: „Nach diesem Verfahren möchte ich alles anders machen! Ich möchte meine Verlobte heiraten und für meine Familie da sein. Das ist mein größter Wunsch.“

Und diesen Wunsch hat sich der Musiker jetzt endgültig erfüllt. Maya hatte am Dienstag Nachrichten gepostet, die darauf hindeuteten, dass der große Tag kurz bevorsteht. Um 6 Uhr stand sie auf, um sich für ihren Ivo („Die Liebe meines Lebens“) schön zu machen. Im MEGA-Brautkleid mit langer Schleppe und einem auffälligen Diadem ging es für die Verlobte des Rappers am Mittwochmorgen in die JVA.

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Eine klassische Hochzeitsfeier mit anschließenden Flitterwochen wird es für das Gangster-Paar natürlich nicht geben. Denn nach BILD-Informationen gibt es strenge Regeln, an die sich das Brautpaar halten muss.

„Es darf niemand mit, bis auf meine Mutter und meine Schwiegermutter“, so die Braut gegenüber BILD.

Und auch romantische Hochzeitsbilder bleiben dem Rapper und seiner Gangster-Braut vorerst verwehrt. Die gibt es erst später nach der Prüfung durch die JVA-Beamte, die selbst knipsten. Doch selbst dadurch wird das Glück des Brautpaares nicht gemindert.

Maya zu BILD: „Wir haben so unglaublich viel erlebt, wir haben so viel zusammen gemeistert, und wir haben nie aufgegeben. Wir sind ein Team seit Tag eins.“

Nach knapp vier Stunden war der Hochzeitszauber à la „Bonnie & Clyde“ dann endgültig vorbei. Maya: „Es war wie im Standesamt! Der Sozialarbeiter hatte Blumen und Kuchen besorgt, Getränke und Kaffee standen bereit. Sekt gab es natürlich nicht. Ivo hatte einen geilen, schwarz-goldenen Anzug an, den ich besorgt hatte. Er war sehr glücklich, und er hat sich sehr gefreut, mich zu sehen.“

Und die Hochzeitsnacht? Die Gangsterbraut sagt nur so viel: „Mitte nächsten Monats ist ein Langzeit-Besuch geplant …“

Kontroverse um Polizeieinsatz bei der Mutter von 18 Karat

Mit aller Konsequenz will die Polizei gegen kriminelle Clans vorgehen, derartige Ankündigungen sind von den Behörden jetzt immer wieder zu hören. Doch geht die Polizei mittlerweile zu weit? Ein Fall aus Nordrhein-Westfalen sorgt jetzt für Empörung. Im Mittelpunkt: Eine 60-jährige Frau, gerade einmal 1,58 Meter groß.

Ein Foto zeigt eine Frau, die auf dem Rücken in ihrem Krankenhaus-Bett liegt. Auf einem anderen Bild ist eine mit zehn Stichen genähte Operationswunde zu sehen. Aufgenommen hat die Fotos der bekannte Gangster-Rapper „18 Karat“. Denn es ist seine Mutter, die da in einer Dortmunder Klinik liegt.

Vor einer Woche wurde die 60-Jährige bei einem SEK-Einsatz schwer verletzt, ihr wurde ein Rückenwirbel gebrochen. Ein Polizist habe ihr einen Tritt versetzt, dadurch sei sie gestürzt und habe sich den Bruch zugezogen, sagt die Frau. Beim Eindringen der Beamten in die Wohnung „kam die im Flur befindliche Wohnungsinhaberin zu Fall“, sagt die Polizei. Wie genau? Dazu kein Kommentar, „die Ermittlungen dauern an“.

Der Rapper schäumt vor Wut und schreibt auf Instagram von einem „unfairen Einsatz“ gegen eine „unschuldige Frau“. Und weiter: „Es hätte jede andere Mutter, die einen Sohn hat, dem eine Straftat vorgeworfen wird, treffen können.“ Während seine Mutter mittlerweile Strafanzeige erstattet hat, gibt es auch von Experten Kritik an dem Vorgehen der NRW-Polizei in jüngster Zeit.

Am frühen Morgen hätten die Beamten die Wohnungstür der Frau aufgebrochen, sagte ihre Anwältin Arabella Pooth zu FOCUS Online. Einer der vermummten Beamten hätte die unbewaffnete und gerade mal 1,58 Meter kleine Frau dann mit einem Fußtritt brutal auf den Boden befördert. Bis heute liege ihre Mandantin im Krankenhaus, die Ärzte vermuteten monatelange Beschwerden, so die Juristin.

Der eigentliche Grund für den Einsatz schlief ein Stock höher, 18 Karat, bürgerlich Ivo Vieira Silva. Die Polizisten hätten ihn „aufgrund vager Hinweise“ verdächtigt, an einer Attacke auf einen Bandido-Rocker beteiligt gewesen zu sein, sagt Arabella Pooth. Im Juli wurde der Bandido in Dortmund angeschossen. Verdächtig ist ein Mitglied des Miri-Clans.

Ja, Ivo Silva alias 18 Karat sei mit dem Clan-Mitglied befreundet, sagt Anwältin Pooth. Doch es sei für sie unbegreiflich, warum die Polizei nur deswegen zu einem solch massiven Einsatz in einer Wohnung anrücke, in dem 18 Karat noch nicht einmal gemeldet sei. Es sei ein weiteres Beispiel für den „unberechtigten Generalverdacht“, der sowohl gegen die Groß-Familien als auch ihre Bekannten stünde, sagt die Juristin, die einige Mitglieder aus dem Clan-Milieu vertritt.

Diese Einschätzung teilt Thomas Feltes, renommierter Kriminologe an der Uni Bochum. Demnach berichten rund 70 Prozent der Befragten von körperlicher Gewalt seitens der Polizeibeamten. Auch würden fast alle Verfahren gegen Polizisten, „oft mit fadenscheinigen Gründen“, eingestellt, bemängelt Feltes.

Zum anderen rügt Feltes ganz speziell den Kampf gegen Clans und Rocker in NRW. Die Ermittler würden sich beim Waffen- oder Zollrecht bedienen, um gegen die Clans vorgehen zu können, da sie offensichtlich mit dem Straf- oder Polizeirecht keine Handhabe gegen diese Personen sehen. Dies sei möglicherweise verfassungswidrig, sagt Feltes.

Ganz besonders kritisch sieht er aber die „massive Gewalt“, die von der Polizei dabei ausgehe. „Und das nur, um einen starken Staat zu beweisen. Damit tut sich die Polizei keinen Gefallen“, sagt Feltes.

Die Vorwürfe weist das Innenministerium in Düsseldorf auf Anfrage von FOCUS Online zurück: „Das sind unbewiesene Behauptungen. Selbstverständlich hält sich die NRW-Polizei auch bei ihrem konsequenten Vorgehen gegen Clankriminalität an Recht und Gesetz. Den Vorwurf, dass die Zusammenarbeit verschiedener staatlicher Behörden verfassungswidrig sei, hören wir zum ersten Mal.“

Mögliche Abschiebung nach Haftentlassung

Der inhaftierte Rapper 18 Karat, bürgerlich Ivo Vieira Silva, könnte nach seiner Entlassung aus einem Dortmunder Gefängnis abgeschoben werden. Seine Ehefrau Maya kämpft auf Social Media gegen diese Entscheidung und hebt die gute Führung ihres Mannes hervor.

Wegen Drogenschmuggels sitzt Ivo Vieira Silva, besser bekannt unter seinem Künstlernamen 18 Karat, derzeit eine Haftstrafe in einem Dortmunder Gefängnis ab. Nach seiner Entlassung droht dem Rapper nun wohl die Abschiebung. Das berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf die Ausländerbehörde der Stadt Dortmund.

Der aus Portugal stammende Musiker verbüßt derzeit eine sechsjährige Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Dortmund. Er war im Dezember 2022 wegen Drogenschmuggels - bis zu 17 Kilogramm Marihuana - zu sechs Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Bei einer vorzeitigen Haftentlassung im Sommer 2026 - spätestens 2028 müsste er regulär aus der Haft entlassen werden - könnte Vieira Silva bereits im kommenden Jahr abgeschoben werden und dürfte dann für mehrere Jahre nicht nach Deutschland einreisen. Über die Gründe für eine mögliche Abschiebung gibt es keine Angaben, laut „Bild“ sei „die Zustimmung der Staatsanwaltschaft“ jedoch reine „Formsache“.

Im September erwartet seine Ehefrau, mit der er seit Kurzem verheiratet ist, das erste gemeinsame Kind des Paares, eine Tochter. Die Justiz hat 18 Karat einen kurzfristigen Hafturlaub zur Geburt in Aussicht gestellt. Angeblich wollte das Paar nach der Haftentlassung sowieso auswandern.

Maya Vieira Silva kämpft öffentlich gegen die Abschiebung ihres Mannes. Auf Instagram postete Maya ein Statement und hebt dessen gute Führung sowie seine Bereitschaft zu einem Neuanfang hervor. Sie betont zudem, dass 18 Karat während seiner Haftstrafe nie auffällig geworden sei und mit seinem Label positiven Einfluss genommen habe. Eine mögliche Abschiebung würde bedeuten, dass er über Jahre hinweg nicht zu seiner in Dortmund lebenden Familie, darunter auch seine kranke Mutter, zurückkehren könnte.

In ihrer Instagram-Story äußert sie aber auch Unverständnis für die Entscheidung der Behörden, ihren Mann abzuschieben. Sie weist auf die Mutter des Rappers hin, die „bereits einen Schlaganfall hatte“. Es sei „ein Unterschied ob man freiwillig geht oder dazu ‚gezwungen‘ wird und nicht wieder kommen darf.“

Auch für das Vergehen, wegen dessen ihr Mann in Haft sitzt, zeigt Ehefrau Maya wenig Verständnis: „Bei aller Liebe, mein Mann hat Gras verkauft - niemand will das verherrlichen, dennoch ist Gras mittlerweile LEGAL?“. Sie unterstellt den Behörden zudem indirekt, dass ihr Mann aufgrund seiner Karriere als Gangster-Rapper vorverurteilt würde: „Es ist immer wieder dasselbe, jedesmal wird er als Mensch durch seine Musik bewertet ohne sich je ein eigenes Bild zu machen.“

Abschließend weist Maya darauf hin, dass sich der Anwalt ihres Mannes um den Fall kümmere. Und sie übermittelt eine Botschaft an die Fans des Rappers: „macht euch keine Sorgen - 18Karat wird nicht schlafen“. Musik könne schließlich „von der ganzen Welt aus produziert werden“.

Bojan distanziert sich von 18 Karat

Heute ist mit "500Benz" der gemeinsame Song von Bojan und Zuna erschienen. Wer die Deutschrap-Szene nicht erst seit gestern verfolgt, weiß, dass diese Zusammenarbeit noch vor ein paar Jahren nicht möglich gewesen wäre. Zuna und Bojan (damals noch unter dem Namen Play69) waren einst jeweils Teil der verfeindeten Camps KMN Gang und Supremos, beziehungsweise Banger Musik. Heutzutage ist KMN für Zuna mal mehr, mal weniger die Gang und Bojan nicht mehr Teil von Supremos, sondern steht bei Samras Cataleya Edition unter Vertrag. Nichtsdestotrotz fühlt sich Bojan nun in der Pflicht, seiner Followerschaft zu erklären, in welchem Verhältnis er mittlerweile zu Supremos-Kopf 18 Karat steht. Schließlich sind die beiden ja praktisch gemeinsam ins Rap-Game gekommen.

Per Instagram-Story lässt der Dortmunder wissen, dass er sich mit dem Feature selbst "in Zugzwang" gebracht habe. Dementsprechend wolle er jetzt Klarheit um seine Kollaboration mit Zuna und seine Freundschaft zu 18 Karat schaffen. Um es kurz zu machen: Bojan hat keinen Kontakt mehr zu 18 Karat.

"Ich und Karat haben seit 2021 kein Verhältnis mehr zueinander." Wer jetzt auf einen großen Beef hofft, wird jedoch enttäuscht. Bojan führt weiter aus, dass er zwar keine Freundschaft mehr zu 18 Karat pflegt, aber auch keine Feindschaft. Man habe damals nach "paar Auseinandersetzungen, paar Streitereien" entschieden, getrennte Wege zu gehen. Worum es bei diesen Streitigkeiten ging, lässt er offen. Die beiden hätten ganz explizit beschlossen, diese Trennung nicht in der Öffentlichkeit auszuschlachten.

"Weil wir alles immer hinter den Kulissen geklärt haben. Karat hat sich auch mit dem ein oder anderen vertragen, Karat hat auch die ein oder anderen Sachen gemacht, ohne ihn jetzt schlechtreden zu wollen, die inkompatibel zu mir sind." 18 Karat, der zurzeit im Gefängnis sitzt, hat seinen Instagram-Account zwischenzeitig deaktiviert und sich bislang auch nicht öffentlich zu dem Statement von Bojan geäußert.