Judo ist eine Kampfsportart, die durch die olympischen Sommerspiele besonders bekannt geworden ist. Auch in Filmen wird der Sport gerne gezeigt und es gibt viele, die sich den Kampf und die freundliche Verbeugung vor und nach dem Kampf gerne ansehen.
Grundlagen des Judo-Wettkampfs
Nicht nur die Kampffläche und die Ausstattung der Anlage inklusive des Judogi als notwendigen Kampfanzuges der Teilnehmer ist für den Judosport Grundvoraussetzung, es dürfen auch nicht alle gegen alle kämpfen. Für Frauen und Männer gilt, dass mit dem Superleichtgewicht die Staffelung der Gewichtsklassen beginnt. Auch die Männer beginnen mit dem Superleichtgewicht, wobei natürlich andere Gewichtsangaben berücksichtigt werden.
Die Kampffläche
Das Spielfeld ist eine quadratische Matte ("Tatami") - 16 x 16 Meter. Das Feld wird unterteilt in eine Wettkampffläche von 10x10 Meter und eine Sicherheitsfläche von 3 Meter. Sobald die ein Meter breite rote Warnfläche betreten wird, muss innerhalb von ca. fünf Sekunden ein Angriff ausgeführt werden.
Wertungen und Techniken
Man muss mit Hilfe von Wurf (Nage-Waza) bzw. Grifftechniken (Katame-Waza) Punkte erzielen. Punkte vergibt der Mattenrichter. Maximale Wettkampfzeit sind 5 Minuten (bei Frauen 4 Minuten). Bei einem Wurf aus dem Stand gibt es einen vollen Punkt (Ippon), worauf der Kampf vorzeitig beendet ist. Ebenso vor-zeitige Beendigung bei mindestens 25 Sekunden Festhalten am Boden (Kesa-gatame) und durch Aufgabe oder wenn ein Erfolg durch eine bestimmte Technik klar ersichtlich ist. Hat der Kämpfer schon eine große Wertung genügen auch schon 20 Sekunden. Ein halber Punkt für eine nicht ganz vollendete Wurftechnik (Waza-Ari) oder ein Festhalten von mindestens 25 Sekunden.
Die Gewichtsklassen im Judo
Die Gewichtsklasse ist bei den Kampfsportarten wie Boxen oder Judo wesentlich, denn sie begrenzt die Möglichkeiten der Teilnehmer. Aktuell gibt es ganze 14 Gewichtsklassen im Judo, jeweils 7 Gewichtsklassen pro Frauen und Männer und damit viele Chancen auf eine Goldmedaille.
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Die Gewichtsklassen haben sich im Laufe der Zeit so etabliert, wie sie nun festgeschrieben sind, aber das war ein Prozess, der wohl nie enden wird, weil etwa bei den olympischen Sommerspielen immer wieder am Gewicht gedreht wurde. Die Menschen wurden schwerer, das Training professioneller und damit hatte man Anpassungen gebraucht. Beim Judosport ist man da schon auf der sicheren Seite, bei anderen Kampfsportarten kann es gleich bei sechs Klassen zu Änderungen kommen, was die olympischen Sommerspiele betrifft.
Judo bei den Olympischen Spielen
Judo startete eigentlich recht spät seine Geschichte im Rahmen der olympischen Sommerspiele. Erst 1964 gab es die ersten Bewerbe, die Frauen hatten überhaupt erst in den 1990er-Jahren erstmals die Möglichkeit, um Medaillen zu kämpfen. Rein gefühlsmäßig glauben viele, dass Judo seit jeher Teil des olympischen Programms war, doch der Eindruck täuscht - umso mehr, wenn man an die Frauenbewerbe denkt.
Wichtig für den Judosport in der olympischen Geschichte waren auch die Jahre 1972 und 1980, als weitere Gewichtsklassen hinzugefügt wurden und somit eine ganze Reihe an Kämpfe möglich wurden, die die neuen Olympiasieger ermittelten. Doch blieb auch mit den Erneuerungen gleich, dass es sich um reine Männerbewerbe handelte. Das änderte sich erst im Jahr 1992, als auch die Damenbewerbe eingeführt wurden. Seither gibt es bei Frauen und Männer eine ganze Reihe an Gewichtsklassen und die Möglichkeit, um die Goldmedaille mitkämpfen zu dürfen, wobei die Gewichtsklassen natürlich auch nötig sind, um Gerechtigkeit zu ermöglichen.
Der Judosport unterscheidet sich von anderen olympischen Bewerben insofern, als es stets zwei Bronzemedaillengewinnerinnen oder Bronzemedaillengewinner gibt. Denn der Platz drei wird nicht ausgekämpft. Wer im Halbfinale verliert, hat seine Bronzemedaille sicher, die Gewinner kämpfen um den Titel und somit um die begehrte Goldmedaille.
Aktuelle Entwicklungen und Nominierungen
Derzeit geht alles in Richtung Olympia. Auch die kontinentalen Meisterschaften bringen Punkte, ein EM-Titel immerhin 700 Punkte, ebenso viel wie für Silber bei einem Grand Slam. Damit beginnt nun auch das Taktieren. Viele Faktoren spielen eine Rolle. Wie hoch belastet man die Athleten bei vier möglichen Wettkämpfen innerhalb des nächsten Monats, welche Auswirkungen haben welche Ergebnisse auf die Positionierung in der Olympiarangliste.
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Nur die besten fünf Resultate der letzten zwölf Monate zählen für die Olympiaqualifikation. Dazu ein Extra-Resultat bei EM oder Masters. Unter dem Aspekt dieser Bedingungen steht auch die eine oder andere Nominierung.
Die Frauen werden in den Gewichtsklassen ab -57 kg antreten. Dabei geht es bei Dena Pohl und Agatha Schmidt in der 63-Kilo-Klasse um die Chancen, sich noch für Olympia zu qualifizieren. In den Klassen -57 kg, -70 kg und -78 kg sind die jeweils beiden Athletinnen qualifiziert. Pauline Starke und Seija Ballhaus sind 11. bzw. 14. im Ranking der Klasse -57 kg, Miriam Butkereit steht in der 70-Kilo-Klasse an vierter Stelle im Olympia-Ranking, Giovanna Scoccimarro erfüllt als 17. ebenfalls die Qualifikationskriterien.
„Ich will gutes Judo zeigen und natürlich möglichst eine Medaille haben. Aber ich will auch mit Spaß kämpfen“, sagt Miriam Butkereit zu ihren EM-Zielen. Auch Giovanna Scoccimarro fühlt sich gut. „Ich gebe bis zum Ende alles, um die Chancen für Olympia zu wahren. Es ist wichtig, dass ich heile bleibe“, sagt sie zu ihrer Motivation.
In der Klasse bis 78 kg stehen Anna-Maria Wagner und Alina Böhm auf Platz 3 und 4 im Olympiaranking. Für Alina Böhm wird es eine besondere Situation sein. Nach zwei Titeln in den vergangenen beiden Jahren hat sie natürlich ein besonderes Ziel. „Es wird Zeit, den Titel wieder zu verteidigen. Mein Ziel hat sich nicht geändert, ich würde gern das Triple holen“, gibt sie sich eine Marschroute vor. „Ich fühle mich fit, hab mich gesteigert und hab das Gefühl bekommen, dass ich mich meinem Peak nähere. Ich hoffe, dass ichs abrufen kann.“
Im Schwergewicht startet Renée Lucht, die in den vergangenen Wochen sehr gute Ergebnisse erzielt hat und damit für Paris qualifiziert ist.
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Weitere Aspekte des Judo
Die Wettkampfsprache ist Japanisch. Kampf-beginn heißt "Hajime" und Unterbrechung "Mate".
Offene Klasse
Früher gab es ja mal die offene Klasse bei OS, WM und EM. Man hat sie aber abgeschafft, weil so gut wie immer nur noch die Schweren an den Start gegangen sind und von den wenigen Halbschweren auch nur absolute Ausnahmekönner und physisch extrem starke Athleten erfolgreich waren (wie z.B. Dietmar Lorenz oder Robert.
