Regelmäßig fallen Shotokan-Gürtelprüfungen an, mit denen das Fortschreiten der Schüler dokumentiert werden soll. Im Karate gibt es, wie in den meisten asiatischen Kampfsportarten verschiedenfarbige Gürtel, die den Leistungsstand des jeweiligen Karateka widerspiegeln sollen. Diese Stufen geben einerseits dem Schüler eine Orientierung darüber, wo er oder sie steht, was aktuell zum Lernen anliegt, und wo der Weg hin führt. Andererseits helfen die Gürtelfarben Trainingspartnern und Trainern, den Leistungsstand grob einzuschätzen. Somit erhält man eine Orientierung, was vom Gegenüber verlangt werden kann. Um die genannten Funktionen sicherzustellen, muss zur jeweiligen Gürtelprüfung ein entsprechendes Niveau verlangt werden, unter anderem zur eigenen Sicherheit des Prüflings.
Man unterscheidet zwischen Meistern (schwarze Gürtel, Dan-Grade) und Schülern (farbige Gürtel, Kyu-Grade). Während letztere die Meisterstufe bezeichnen, stellen die Kyu-Grade die Stufen der Schüler dar. Jeder dieser Stufen wird eine Farbe zugeordnet. Der 9. Kyu ist hierbei die unterste Stufe.
Die Bedeutung der Gürtelprüfung
Das Thema Gürtelprüfungen ist nicht das Wichtigste. An Gürtelprüfungen kann man sehr schnell die Seriosität eines Budo-Vereins oder einer Kampfkunstschule erkennen. Wer z. schon nach 3 Wochen eine Prüfung macht, kann nichts gelernt haben... Eine "geschenkte Prüfung" nimmt dem ganzen Prüfungsgeschehen die Würde. Leider werden Anfänger häufig mit solchen Scheinerfolgen geködert. Bei späteren Prüfungen sieht man dann die Defizite umso deutlicher. Aus Gründen der Fairness werden bei Kindern Trainingskarten geführt in denen jede Trainingsteilnahme dokumentiert wird. Erwachsenen wird die Teilnahme nicht mehr erfasst.
Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man niemals eine Prüfung ohne Empfehlung seines Trainers machen sollte. Es gibt Fälle, in man in der Lage wäre, die Anforderungen der Prüfungsordnung zu erfüllen und dennoch rät der Trainer ab, zum jetzigen Zeitpunkt die Prüfung zu absolvieren. Das hängt dann mit den unterschiedlichen Ansprüchen von Prüfling und Trainer ab. Auf der anderen Seite weiß der Prüfling: Auf dem Weg zum Erfolg gibt es keine Abkürzung! Wird diese Prüfung „vorgezogen“, muss man sich bis zur nächsten Prüfung umso länger vorbereiten...
Vorbereitung auf die Prüfung
Es gibt keine spezielle Prüfungsvorbereitung. Karate lebt von der Regelmäßigkeit. Verbesserungen im Training werden durch Kontinuität erreicht. deshalb ist es für den Großteil der Mitglieder vollkommen ausreichend immer zum Training zu kommen, dann kann man auch seine Prüfung schaffen. Wer unnötigen Zweifel hat kann auch seinen Sensei fragen. Wer sich noch unsicher fühlt, hat die Möglichkeit, sich selbst vorzubereiten. Z. B. vor oder nach einer Trainingsstunde oder in einem freien Training.
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Die Trainer des Shotokan Karate Stade e. V. fördern und fordern ihre Schüler gewissenhaft und konsequent. Einige wenige sind so talentiert, dass sie nach kurzer Zeit alles verstehen und sofort umsetzen können. Voraussetzungen - dafür können sich die Karateschüler durch andere Möglichkeiten, wie z. B. Trainingsfleiß auszeichnen. Es ist ein Unterschied, ob man einmal oder dreimal die Woche trainiert. Ein guter Trainer ist auch immer gleichzeitig Coach seiner Schützlinge. Kein Prüfling möchte sich, seinen Verein oder seine Trainer blamieren.
Die Prüfungsordnung im Detail
Seit Januar 2023 gab es eine neue Shotokan-Prüfungsordnung des DKV. Dann wurde sie noch redaktionell am 20.03.2024 geändert. Die Prüfungsordnung ist in vier Gruppen aufgeteilt. In jeder Gruppe werden besondere Schwerpunkte in der Ausbildung gesetzt. In der Prüfungsordnung wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit auf das Hinzufügen von weiblichen Endungen verzichtet.
Unterstufe (9. - 7. Kyu)
In der Unterstufe erlernt der Prüfling die Grundform der einzelnen Techniken. Die Prüflinge zum 7. Kyu (Orange Gurt) müssen die Kata Heian Nidan beherrschen. Prüfer und Prüfling achten vor allem auf sichere Stände, korrekte Techniken und Ausholbewegungen. Die aufrechte Haltung des Oberkörpers ist ein wichtiges Merkmal. Von der Unterstufe erwartet man gute Ansätze der inneren und äußeren Spannung beim Ausführen der Techniken. Beim Kumite wird eine kontrollierte Ausführung der Techniken und die richtige Distanz zum Partner erwartet.
Mittelstufe (6. - 4. Kyu)
Der 6. Kyu trägt den grünen Karate Gürtel und muss überwiegend Kombinationen erlernen, welche langsam die Einzeltechniken verdrängen. Weiterhin müsst Ihr die Kata Heian Sandan beherrschen, eine neue Variante des Kumite lernen und einen neuen Prüfungsteil, die Partnerübung zum Freikampf, vorführen. Diese gehört von nun an zum Prüfungsprogramm dazu.
Die Grundtechniken, die jetzt häufig in Kombinationen gezeigt werden, sollen sich von der Grundform zur Feinform entwickeln. Ausführung der Kombinationen ist wichtig, dass sich die Qualität der Einzeltechnik nicht verschlechtern darf. Das bewusste Einsetzen der Hüfte, die Atemtechnik und das Kime nehmen hier eine wichtige Rolle ein. Im Kumite drücken sich die technischen Fertigkeiten des Karatekas in seiner Bewegungsvielfalt, in seinem Kampfgeist und in der Kontrolle und Respekt vor dem Partner aus.
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Oberstufe (3. - 1. Kyu)
Die Grundschule der Oberstufe zeichnet sich durch eine Vielzahl schwieriger Kombinationen aus. Einzeltechniken, Rhythmus in den Verbindungen, Standfestigkeit und nicht zuletzt Ausdauer zu zeigen. In Kata und im Bunkai muss der Prüfling ein fortgeschrittenes Verständnis des Zusammenhangs von Kata und sinnvollen Anwendungen zeigen können. Bezogen auf die innere Reife, die sich auch in den Techniken ausdrückt, führt der Prüfling seine Ausbildung fort.
Weitere Aspekte der Karate-Ausbildung
Die Selbstverteidigung ist ein natürlicher Bestandteil des Karate. Das Erlernen der Sportart soll den Karateka zur Selbstbehauptung und zur Selbstverteidigung befähigen.
Wir fördern und fordern unsere Schülerinnen und Schüler gewissenhaft und konsequent. Dabei berücksichtigen wir individuelle Stärken, aber auch persönliche Einschränkungen. Nicht alle jedoch haben das gleiche Geschick oder die gleichen körperlichen Voraussetzungen - dafür können sich die Karateschüler durch andere Möglichkeiten, wie z. B. Trainingsfleiß auszeichnen. Regelmäßiges, konzentriertes Karatetraining ist der Schlüssel zum langfristigen Erfolg!
Unser Ziel ist es daher unsere Schützlinge sicher auf ihrem Karateweg (Karate-Do) zu führen, bis sie erfolgreich ihr jeweiliges Zwischenziel erreicht haben. So werden Enttäuschungen und Fehlentwicklungen vermieden. Ob eine Prüfung absolviert wird, wird daher bei uns eng mit den Trainern abgesprochen.
Gürtelfarben und ihre Bedeutung
Hier eine Übersicht über die Gürtelfarben und die dazugehörigen Prüfungsinhalte:
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| Gürtelfarbe | Prüfungsinhalt |
|---|---|
| Weißer Gurt | Grundlegende Techniken, Kata Taikyoku Shodan |
| Gelber Gurt | Einzeltechniken, Kata Heian Shodan |
| Orange Gurt | Kombinationen, Kata Heian Nidan |
| Grüner Gurt | Kombinationen, Kata Heian Sandan, Partnerübung zum Freikampf |
| 1. Blauer Gurt | Kombinationen, Kata Heian Yondan |
| 2. Blauer Gurt | Rückwärtstritt Ushiro-Geri, Kata Heian Godan |
| 1. Braune Gurt | Kata Tekki Shodan, Bunkai der Kata Heian Godan |
| 2. Braune Gurt | Kata Bassai Dai, Bunkai |
| 3. Braune Gurt | Freie Katawahl, Bunkai |
| 1. Schwarze Gurt | Erhöhte Schwierigkeit des Kihon, Wert der Kata und des Bunkai |
| 2. Schwarze Gurt | Diverse Techniken im Kihon, Kata nach eigener Wahl und vom Prüfer genannt |
| 3. Schwarze Gurt | Teilweise vom Prüfer und vom Prüfling gewählte Techniken, Kata vom Prüfer ausgesucht |
Im Vordergrund steht bei uns jedoch immer der Spaß am Training - nie eine Prüfung!
