Karat ist eine offiziell veraltete, aber im Volksmund noch sehr verbreitete Maßeinheit für den Feingehalt von Gold. Mit dem Begriff Karat (Abkürzung: C oder kt) wird der Feingehalt von Gold bezeichnet. An dieser Angabe kann der Anteil von Gold in Schmuck, Barren und Münzen erkannt werden.
Ursprung und Bedeutung von Karat
Ursprünglich stammt die Bezeichnung vom griechischen Wort keration ab, welches sich auf die Früchte des Johannesbrotbaumes bezieht. Die Samen dieser Früchte wurden früher oftmals als natürliches Vergleichsmittel bei der Gewichtsbestimmung eingesetzt, da man davon ausging, dass sie aufgrund ihrer scheinbar einheitlichen Größe stets die gleiche Masse aufwiesen. Auf dieser historischen Gewichtsmessung basierend setzt sich die Maßeinheit Karat aus einer 24-Teilung zusammen.
Ein Karat wird in Anteilen von 1/24 angegeben. Das bedeutet, dass beispielsweise eine 14-karätige Goldlegierung zu 14 von insgesamt 24 Teilen aus Feingold besteht und der Rest Zusatzmetalle sind. Ferner enthält 24-karätiges Gold - zumindest theoretisch - 24/24 Gewichtsanteile Feingold, wobei es in der Praxis aus technischen Gründen unmöglich ist, alle Verunreinigungen aus einer Legierung zu eliminieren.
Es bleibt stets ein minimaler Anteil an Zusatzmetallen in der Legierung bestehen, sodass man 24-karätiges Gold mit 999/000 Gold gleichsetzt. Die Reinheit wird nie als volle 100% angegeben, weil es fast unmöglich ist zu gewährleisten, dass absolut keine Verunreinigungen vorhanden sind.
Karat vs. Feingehalt in Promille
Der Feingehalt von Gold kann entweder in Karat oder in Promille angegeben werden. Die beiden Begriffe bezeichnen die gleiche Sache und rechnen lediglich in unterschiedlichen Maßeinheiten. Der Feingehalt oder auch Feinheit bezeichnet den Anteil eines Edelmetalls in einer Legierung, angegeben in Tausendteilen (Promille) des Gesamtgewichts. Diese Angabe ist heute der Standard, auch im Schmuckbereich.
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Die reinste Form von Gold hat 24 Karat oder 999,99 Promille. Zum Beispiel bedeutet 585er Gold, dass der Goldanteil 585 Promille des Gesamtgewichts beträgt. Der theoretische Maximalwert ist 1000, praktisch gilt 999er Gold als reines Gold.
Praktisch gesehen gibt es keinen Unterschied. Sowohl Karat als auch Feingehalt beschreiben den Anteil von reinem Gold in einer Legierung. Während der Feingehalt in Tausendteilen (Promille) angegeben wird, erfolgt die Karat-Angabe in 24er Teilen. Beide Werte sind relative Angaben, die grundsätzlich ineinander umgerechnet werden können.
Umrechnung von Karat in Feingehalt
Allerdings ist die Umrechnung von Feingehalt in Karat nicht immer mathematisch exakt. Zum Beispiel entspricht 585er Gold genau genommen 14,04 Karat und nicht exakt 14 Karat. Nur 9 Karat, 18 Karat und 21 Karat lassen sich genau umrechnen. Diese kleinen Abweichungen werden in der Praxis jedoch kaum beachtet.
Da viele Menschen mit Prozentangaben vertrauter sind, gibt es hier eine Tabelle zur Veranschaulichung:
| Karat (kt) | Feingehalt in Tausendsteln | Goldanteil in Prozent |
|---|---|---|
| 8 kt | 333er Gold | 33,3 % |
| 9 kt | 375er Gold | 37,5 % |
| 10 kt | 417er Gold | 41,7 % |
| 14 kt | 585er Gold | 58,5 % |
| 18 kt | 750er Gold | 75 % |
| 20 kt | 833er Gold | 83,3 % |
| 21 kt | 875er Gold | 87,5 % |
| 22 kt | 916,66er Gold | 91,666 % |
| 24 kt | 999er Gold | 99,9 % |
Hinweis: Prozentangaben dienen nur zur Veranschaulichung. Prozentwerte sind in der Edelmetallbranche unüblich.
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Verwendung von Karat und Feingehalt
Karat wird heute nur noch bei Goldschmuck verwendet. Laut § 5 des Gesetzes über den Feingehalt von Gold- und Silberwaren muss der Reinheitsgrad auch bei Schmuck in Promille angegeben werden. Bei Münzen und Barren wird der Goldanteil traditionell immer in Promille ausgewiesen.
Wichtig: Karat gibt es auch bei Diamanten, allerdings bezieht sich die Angabe dort auf ein absolutes Gewichtsmaß. 1 Karat bei Diamanten entspricht exakt 0,2 Gramm. Ein Diamant mit 5 Karat wiegt also genau 1 Gramm.
Warum Legierungen?
Reines Gold ist zwar sehr wertvoll, aber auch weich und daher anfällig für Kratzer. Um es widerstandsfähiger zu machen, werden oft Goldlegierungen verwendet, besonders im Schmuckbereich. Durch das Beimischen von Metallen wie Kupfer, Zink, Nickel, Silber oder Palladium können sowohl die Eigenschaften als auch das Aussehen des Goldes verändert werden.
Ein Schmuckstück aus 585er Gold oder 14 Karat hat einen Anteil von 58,5% Gold, die restlichen Prozente setzen sich aus anderen Metallen zusammen (z.B. Kupfer, Silber, Platin). Gold mit anderen Edelmetallen vermischt, nennt man auch Legierung.
Die Angaben zu Karat oder Feingehalt geben den Anteil des reinen Goldes in einer Legierung an, auch bekannt als Reinheitsgrad. Diese Werte informieren über die Goldqualität und ermöglichen eine grobe Wertbestimmung von Goldprodukten.
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Kennzeichnung des Goldgehalts
Der Goldgehalt wird bei Schmuckstücken durch eine Punzierung angezeigt - ein kleiner Stempel an einer unauffälligen Stelle des Schmuckstücks. Diese Punze war früher nicht zwingend vorgeschrieben, aber heute ist sie bei den meisten Goldwaren üblich. Die Angaben auf Schmuckstücken sind jedoch nicht immer einheitlich: Der Goldgehalt kann entweder in Karat oder als Feingehalt in Promille angegeben werden.
Nach dem Feingehaltsgesetz (FeinGehG) darf in Deutschland Schmuck jeglichen Feingehalts produziert und verkauft werden. Um den Feingehalt ersichtlich zu machen, wird bei Schmuckstücken, aber auch bei Besteck und anderen Gegenständen oft eine sogenannte Punzierung angebracht. Dabei handelt es sich um einen kleinen Stempel, der den Feingehalt in Promille und/oder Karat angibt.
Beispiele für Punzierungen:
- 333 / 8k = 333er Feingehalt / 8 Karat Gold
- 375 / 9 ct = 375er Feingehalt / 9 Karat Gold
- 585 / 14c = 585er Feingehalt / 14 Karat Gold
- 0.750 / 18 kt = 750er Feingehalt / 18 Karat Gold
Bei Goldbarren und Goldmünzen gibt in der Regel eine deutlich sichtbare Prägung Auskunft über den Feingehalt. Auch hier gibt es allerdings Besonderheiten bei der Schreibweise. So trägt zum Beispiel die Maple Leaf Goldmünze die Prägung „9999“, obwohl der Feingehalt korrekt als 999,9 Promille angegeben werden müsste. Diese Reinheitsangabe wird umgangssprachlich oft als „four nine fine“ bezeichnet.
Goldschmuck muss in Deutschland mit einem Feingehaltsstempel versehen werden. So ist es im Normalfall auch ein Leichtes, die Karatzahl eines Schmuckstücks zu bestimmen. Dennoch passiert es immer wieder, dass Fälschungen produziert und verkauft werden. Das fällt vor allem dann auf, wenn der betroffene Gegenstand auffällig leicht ist - denn reines Gold ist ein sehr schweres Metall.
