Französische MMA Kämpfer: Eine Übersicht

Frankreich ist die Geburtsstätte großer Talente im Mixed Martial Arts (MMA) und eines der charakteristischen Elemente seiner Kämpfer ist der Einfluss von Savate, der französischen Kampfkunst schlechthin. Savate, auch bekannt als Boxe Française, ist eine im 19. Jahrhundert in Frankreich entwickelte Kampfkunst.

Es kombiniert englische Boxschläge mit stilisierten Tritten, die mit großer Präzision und Eleganz ausgeführt werden. Savate ist nicht nur eine traditionelle französische Kampfkunst, sondern auch ein technisches Erbe, das in der neuen Generation von MMA-Kämpfern weiterlebt. Werden wir mehr Savateure an der Spitze der Weltrangliste sehen?

Bis vor Kurzem war MMA in Frankreich offiziell verboten (die vollständige Legalisierung erfolgte erst 2020), was viele Kämpfer dazu zwang, in Einzeldisziplinen wie Judo, Boxen oder Savate zu trainieren. Mit der Legalisierung kam es zu einer Explosion an Talenten und Stilen.

In einem zunehmend homogenen Umfeld, in dem viele Kämpfer die gleichen Kombinationen aus Muay Thai, Jiu-Jitsu und Ringen trainieren, kann Savate eine stilistische Variation bieten, die aus dem Rahmen fällt. Savate legt großen Wert auf Mobilität. Obwohl Savate in der internationalen MMA-Szene nicht das gleiche Gewicht wie Muay Thai hat, haben mehrere französische Kämpfer Elemente der Disziplin auf das höchste Niveau gebracht.

Aktuelle Entwicklungen und Personalien

Ein Amateursportler träumt von der großen Profikarriere und von Anerkennung - die neue Netflix-Serie Der Käfig (im französischen Original „La Cage“) spielt in der Welt der Mixed-Martial-Arts. Es geht direkt dramatisch los im Trailer zu Der Käfig: „Ich werde niemals einen guten Abschluss haben, einen guten Job oder ein gutes Gehalt. Aber ich kann gut kämpfen und ich liebe es“, sagt Taylor (Melvin Boomer, Sage Homme). Der junge Amateursportler will Großes - Ruhm, Reichtum, Anerkennung und die große Bühne. Die neue Netflix-Serie aus Frankreich spielt in der Welt der MMA-Kämpfer und verspricht in den ersten Bildern schon Tempo und reichlich Drama. Ausgedacht hat sich die Serie der französische Schauspieler Franck Gastambide.

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Der Film "K.O.": Ein ehemaliger MMA-Kämpfer im Einsatz

Im neuen französischen Netflix-Actioner „K.O.“ nimmt es ein Ex-MMA-Kämpfer mit einer kriminellen Untergrundorganisation auf. Doch wer steht zum Schluss noch auf den Beinen? „K.O.“ erzählt die Geschichte des ehemaligen MMA-Kämpfers Bastien (Ciryl Gane), der seinen Rivalen Enzo versehentlich während eines Fights getötet hat. Von Schuldgefühlen geplagt, zieht es sich zurück und führt ein Leben in Abgeschiedenheit. Bis eines Tages Enzos Witwe Emma (Anne Azoulay) vor seiner Tür steht und ihn um Hilfe bittet.

Der französische Netflix-Film ist eine wahre Gewaltorgie vor einer typischen Genre-Geschichte mit kriminellen Schlägern und einem Mann auf einem Rachefeldzug.

Die Hintergründe der Familie Manchour

Bevor wir Dir das Ende von „K.O.“ erklären, gehen wir auf den Hintergrund der Familie Manchour ein. Die kriminelle Vereinigung der Familie Manchour ist der zentrale Gegenspieler in „K.O.“. Die Manchours waren vor zehn bis 15 Jahren eine äußerst aktive und mächtige kriminelle Organisation in Marseille. Sie waren bekannt und gefürchtet für ihre Brutalität und ihr weitreichendes kriminelles Netzwerk. Nach dem brutalen Mord an dem Bruder der Polizistin Kenza Alaoui (Alice Belaïdi) zogen sich die Manchours aber offenbar zurück. Der Grund dafür bleibt offen.

Zum Start von „K.O.“ sind die Manchours aber schon seit etwa einem Jahr wieder aktiv und bringen die Unterwelt nach und nach unter ihre Kontrolle. Nur Alaoui nimmt die Bedrohung wahr und alarmiert ihre Kolleg:innen, die den Behauptungen aber wenig Glauben schenken.

Das Finale von "K.O."

In der finalen Konfrontation von „K.O.“ greifen Abdel und Driss Manchour die Polizeistation an, um Léo zum Schweigen zu bringen. Denn der Junge ist nicht nur Zeuge eines Mordes von Abdel, sondern weiß auch von einem Maulwurf innerhalb der Polizei, der Informationen an die Manchours weitergibt. Die Identität ist Léo zwar nicht bekannt. Aber allein die Tatsache, dass er von einem Maulwurf weiß, könnte die Manchours zu Fall bringen.

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Driss (Ibrahima Keita Stunt) und Abdel (Foued Nabba) überleben das Ende von K.O. nicht. Die Manchours inszenieren einige Straftaten am anderen Ende der Stadt und locken einen Großteil der Polizist:innen aus dem Kommissariat. Sie hoffen, dadurch leichtes Spiel zu haben, haben ihre Rechnung aber ohne Alaoui und Bastien gemacht.

Bastien stellt sich den Angreifern und besiegt Driss im Nahkampf. Alaoui wiederum tötet Abdel äußerst brutal mit ihrem Schlagstock. Damit bekommt sie ihre Rache, denn Abdel hatte ihren Bruder getötet. Die Kämpfe zwischen Alaoui und Abdel auf der einen und Bastien und Driss auf der anderen Seite stehen im übertragenen Sinn für die Vergangenheiten der beiden Hauptcharaktere.

Alaoui hatte nie die Gelegenheit, Gerechtigkeit für den Mord an ihren Bruder walten zu lassen. Denn die Manchours hatten sich danach zurückgezogen und die Polizei hatte auch wegen der Korruption innerhalb des Dezanats offenbar kein großes Interesse an der Aufklärung. Durch die Rettung von Léo finden Alaoui und Bastien letztlich Erlösung.

Bastien wiederum nutzt seine perfektionierten MMA-Fähigkeiten, um Erlösung für den versehentlichen Tod von Enzo zu finden, indem er Léo rettet. Noch nicht genug? Die Hintergründe des Mordes an Alaouis Bruder werden in „K.O.“ ausführlich erklärt. Als beide Kinder waren, lebten sie in der gleichen Gegend, in der auch die Manchours kriminell aktiv waren. Kenza Alaoui (Alice Belaïdi) führt einen persönlichen Rachefeldzug gegen die Manchours.

Das gefiel den Manchours natürlich nicht. Sie fesselten Alaouis Bruder an einen Stuhl, verbrannten ihn bei lebendigem Leib und schickten das Video auch an Alaoui. In einem schockierenden Twist kommt heraus, dass Vasseur (Virgile Bramly) der Maulwurf innerhalb der Polizei ist. Er offenbart sich beim Verhör von Léo. Dort tötet er zunächst Benoit (Malone Ettori) mit einem Messer und will auch Léo und Alaoui zum Schweigen bringen.

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Zunächst hatte vieles darauf hingedeutet, dass Benoit der Maulwurf ist. Denn er wird immer wieder telefonierend gezeigt, bevor der telefonierende Abdel gezeigt wird. Gleichzeitig ist Benoit der Taufpate von Alaouis Tochter. So spielt „K.O.“ geschickt mit den Erwartungen der Zuschauer:innen und dem Crime-Klischee, dass der gute Polizist oft der Verräter ist.

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Ciryl Gane: Ein aufstrebender Star im Schwergewicht der UFC

Nach seinem starken Auftritt gegen Junior dos Santos wird Ciryl Gane bereits als nächster großer Star im Schwergewicht der UFC gesehen. Gegen Jairzinho Rozenstruik wird sich zeigen, wie reif der Franzose tatsächlich ist. Im vergangenen Jahr hatte der ehemalige Halbschwergewichtschampion bereits angekündigt, die Gewichtsklasse zu wechseln und legte dafür sogar seinen Titel ab. Zu den nächsten potenziellen Gegnern von Gane zählt auch Jon „Bones“ Jones.

Verglichen mit Jairzinho Rozenstruik, der lediglich auf den Standkampf bei der UFC setzt, kämpft Ciryl Gane weitaus variabler. Als ehemaliger Kickboxer wird sich „Bon Gamin“ vor seinem Standkampf gegen Rozenstruik wohl kaum verstecken. Im Schnitt landete der Franzose 5,61 signifikante Schläge pro Minute, dabei musste der 30-Jährige nur 1,95 signifikante Schläge seiner Kontrahenten absorbieren. Nach dem starken Auftritt gegen Junior dos Santos will Gane mit einem Sieg über Jairzinho Rozenstruik seine Titelambitionen bei der UFC untermauern. Auch gegen Rozenstruik ist ein vorzeitiges Kampfende nicht auszuschließen.

Rozenstruik vs. Gane: Analyse und Wettquoten

Immerhin wird sich der französische MMA-Kämpfer auf die brutale Schlagkraft von Rozenstruik wappnen müssen. Wie viel Power in den Fäusten von „Bigi Boy“ steckt, bekam vor knapp über einem Jahr schon Alistair Overeem zu spüren. Mit einem brutalen Jab spaltete Rozenstruik damals die Lippe seines Kontrahenten und feierte damit vier Sekunden vor dem Kampfende einen brutalen KO-Sieg. Wie die Rozenstruik vs Gane Wettquoten bei den besten Buchmachern zeigen, ist der 32-Jährige im anstehenden Kampf aber trotzdem nur nur Außenseiter.

Überraschend ist die Einschätzung der UFC Wettanbieter keineswegs, immerhin ist Gane im Gesamtpaket besser aufgestellt als der Ranglistenvierte aus Surinam. Weder in seiner Profikarriere im Kickboxen noch bei seiner laufenden MMA-Karriere gab es bislang eine Niederlage für den Franzosen.

Jairzinho Rozenstruik: Der Standkämpfer

Als ehemaliger Kickboxer baut Rozenstruik in seiner Laufbahn als MMA-Kämpfer hauptsächlich auf seine Fähigkeiten als Standkämpfer. Wie die Statistiken von Rozenstruik bei der UFC zeigen, wurde auf jegliches Grappling in seinen letzten sechs MMA-Kämpfen verzichtet. Im Schnitt landete Rozenstruik 4,04 signifikante Schläge pro Minute, musste dafür aber fast genauso viele signifikante Schläge pro Minute absorbieren. Wie schon in seinen UFC-Kämpfen zuvor wird „Bigi Boy“ auf den Standkampf setzen und versuchen, Ciryl Gane in einen offenen Schlagabtausch zu locken. Setzt sich Rozenstruik gegen Gane durch, werden Wettquoten im Bereich der 3.00er-Marke für einen Tipp auf den Außenseiter ausgezahlt.

Ausblick auf zukünftige Kämpfe

Wird nämlich das Hauptevent der UFC Fight Night 186 gewonnen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis UFC-Präsident Dana White bei „Bon Gamin“ mit einem namhaften Titeleliminierungskampf anklopft.

Das Schwergewicht der UFC: Ein Überblick

Neben dem Leichtgewicht ist das Schwergewicht derzeit unumstritten die populärste Gewichtsklasse bei der UFC. Weil mit Jon Jones nun ein Champion aus dem Halbschwergewicht dazugestoßen ist, bleibt es derzeit abzuwarten, wie lange Stipe Miocic noch auf dem Schwergewichtsthron verweilt. Weitere aufstrebende Schwergewichtler wie Ciryl Gane lauern nämlich ebenso auf eine Titelchance. Somit geht es bei Rozenstruik vs Gane darum, sich für einen baldigen Titelfight zu empfehlen. Rozenstruik zählt hinter Ngannou zu den Kämpfern mit der brutalsten Schlagpower im Schwergewicht.

Prognose

Weil Jairzinho Rozenstruik aber lediglich auf seine Fähigkeiten als Standkämpfer baut, sollte der Ranglistenvierte nicht überbewertet werden. Voraussichtlich wird der Franzose bei der UFC Vegas 20 das Mainevent dominieren und den achten Sieg seiner laufenden MMA-Karriere verbuchen.

UFC Fight Night 186 am 27.02.

Wie schon in der letzten Woche bekommen die MMA-Fans im anstehenden UFC-Event einen Hauptkampf im Schwergewicht zu sehen. Auf der Main Card der UFC Vegas 20 stehen neben dem brisanten Schwergewichtskracher noch fünf weitere Kämpfe an. Zudem steht im Fliegengewicht der Damen der Kampf zwischen De La Rosa vs. Silva, sowie im Strohgewicht der Damen der Kampf zwischen Hill vs. Yoder an. Im Bantamgewicht werden sich hingegen Munhoz und Rivera messen. Die Main Card startet am Sonntag um knapp 02:00 Uhr (MEZ) mit dem Federgewichtskampf zwischen Caceres vs. Croom.

Deutsche MMA-Kämpfer in der UFC

Mixed Martial Arts (MMA) hat in Deutschland in den letzten Jahren stetig an Popularität gewonnen. Besonders die Ultimate Fighting Championship (UFC) - als größte und prestigeträchtigste MMA-Organisation der Welt - bietet Athleten aus allen Ländern die Möglichkeit, sich auf höchstem Niveau zu messen.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die fünf erfolgreichsten deutschen Kämpfer, die in der UFC gekämpft haben.

  1. Dennis Siver ist zweifellos der bekannteste Name unter den deutschen UFC-Kämpfern. Geboren in Russland, wuchs er in Deutschland auf und trat ab 2007 in der UFC an. Siver fiel durch sein vielseitiges Striking und seine spektakulären Spinning-Kicks auf. Er erzielte mehrere Siege, die ihn zeitweise in die Top-10 der Federgewichtsdivision katapultierten. Trotz eines hochkarätigen Kampfes gegen Conor McGregor blieb ihm ein Titelkampf verwehrt.
  2. Ottman Azaitar: Der in Köln aufgewachsene Ottman Azaitar machte zunächst in regionalen Ligen auf sich aufmerksam, bevor er 2019 in der UFC debütierte. Sein explosiver Kampfstil und seine Knockout-Power verschafften ihm rasch einen Ruf als gefährlicher Finisher. Gleich in seinem ersten UFC-Kampf gegen Teemu Packalén gewann Azaitar mit einem krachenden K.o. und wiederholte das Kunststück im zweiten Kampf gegen Khama Worthy.
  3. Nasrat Haqparast: Nasrat Haqparast, in Afghanistan geboren und in Hamburg aufgewachsen, ist ein weiterer aufstrebender Name im Leichtgewicht. Mit seinem aggressiven Boxstil und soliden Bodenkampf hat er sich in der UFC schnell einen Ruf als harter Gegner erarbeitet. Nachdem er anfangs einige spektakuläre Siege - darunter gegen Marc Diakiese - feiern konnte, wurde er auch als potenzieller Kandidat für einen Platz in den oberen Regionen des Rankings gehandelt.
  4. Abusupiyan “Abus” Magomedov: Gewichtsklasse: Mittelgewicht Zeitraum in der UFC: 2022 - heute Highlight: Blitzschneller Erstrunden-K.o. Abusupiyan “Abus” Magomedov wurde in Dagestan geboren, besitzt aber die deutsche Staatsbürgerschaft und kämpfte lange Zeit in Deutschland. Nach Erfolgen in verschiedenen europäischen Promotionen gab er 2022 sein UFC-Debüt und sorgte direkt für Aufsehen: Mit einem spektakulären K.o. in der ersten Runde machte er auf seine Ambitionen in der Mittelgewichtsklasse aufmerksam.
  5. Nick Hein: Nick Hein, ein ehemaliger Polizeibeamter aus Köln, ging 2014 in der UFC an den Start und machte sich einen Namen als zäher und disziplinierter Kämpfer. Mit einem starken Judo-Hintergrund und guten Boxfähigkeiten konnte Hein mehrere Siege einfahren und begeisterte mit seinem Entertainer-Charakter sowohl die deutschen als auch die internationalen Fans.

Obwohl Deutschland bislang keinen UFC-Champion hervorgebracht hat, haben diese fünf Kämpfer bewiesen, dass deutsches MMA-Potenzial auf der größten Bühne des Sports existiert. Dennis Siver ebnete als Pionier den Weg für viele andere, während aufstrebende Talente wie Ottman Azaitar, Nasrat Haqparast und Abus Magomedov zeigen, dass der Traum vom UFC-Gold für deutsche Athleten längst nicht unerreichbar ist.

Kämpfer Gewichtsklasse Zeitraum in der UFC Highlight
Dennis Siver Federgewicht 2007 - unbekannt Top-10 Platzierung
Ottman Azaitar Leichtgewicht 2019 - unbekannt Explosiver Kampfstil
Nasrat Haqparast Leichtgewicht unbekannt Aggressiver Boxstil
Abus Magomedov Mittelgewicht 2022 - heute Erstrunden-K.o.
Nick Hein Leichtgewicht 2014 - unbekannt Starker Judo-Hintergrund