Karat: Die Maßeinheit für Diamanten und Gold erklärt

Der Begriff Karat spielt als wichtige Maßeinheit eine Rolle bei der Ermittlung des Wertes von Edelsteinen und wenn es um den Feingehalt von Gold geht.

Herkunft des Wortes Karat

Karat entstammt dem griechischen Wort Keration und bedeutet „Johannisbrotbaum“. Das Besondere dieses Baums: Jeder ausgewachsene Samenkern der Schote hat das gleiche Gewicht von rund 0,2 Gramm. Die Samenkörner dienten früher als Gewichtseinheit für Edelsteine, insbesondere für Diamanten.

Das Gewicht eines Karats entspricht daher 0,2 Gramm. Die Maßeinheit für Diamanten ist jedoch nicht mit der Maßeinheit für Gold zu verwechseln. Bei Gold drückt Karat nicht das Gewicht, sondern den Anteil des reinen Goldes aus.

In unseren allgemeinen Sprachgebrauch soll das Wort Karat bzw. Carat übrigens über das lateinische Wort carratus oder das französische Wort le carat gekommen sein.

Karat als Maßeinheit für Gold

Außer zur Bestimmung des Gewichts von Edelsteinen wird die Bezeichnung Karat auch zur Angabe des Feingehalts von Gold verwendet. Das Karat ist die Maßeinheit für den Feingehalt von Gold. 24 Karat entsprechen reinem Gold.

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1 Karat in einer Legierung entspricht 1/24-Gewichtsanteil des reinen Goldes - in Prozent ausgedrückt: 4,167 Prozent.

Der Reinheitsgrad wird offiziell in Promille (1/1.000) angegeben und als 3-stellige Zahl ausgedrückt. So hat 333er-Gold einen Goldanteil von 333/1.000, also 33 Prozent - dies entspricht 8 Karat.

Seit der Spätantike wird der Goldgehalt von Münzen in den Masseanteilen einer Münze gemessen, die auf Gold entfallen. Die wertvollste Münze - der Solidus - hatte einen Feingehalt von beinahe 24 Karat. Die Masse und der Wert eines Kerations entsprachen 1/24 eines Solidus.

Daher ergab die Zahl der Keratia Gold, aus dem die Münze bestand, ihren Feingehalt. Keration ist der griechische Name für die kleinste Gewichtseinheit des Römischen Reiches, die der römischen Silbermünze Siliqua entsprach. Das Keration wog etwa 0,189 Gramm.

Wie erkennt man den Feingehalt von Goldlegierungen in Karat?

Goldlegierungen werden hauptsächlich mit Kupfer und Silber hergestellt. Anhand der auf Barren und Münzen angegebenen Promillezahlen lässt sich der reine Goldgehalt in Karat bestimmen. Grundlage ist immer die Regel, dass 24 Karat fast exakt 100 Prozent Feingehalt entsprechen.

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Der Feingehalt wird faktisch mit 99,9 Prozent angegeben, da es praktisch ausgeschlossen ist, kleinste Verunreinigungen vollständig zu eliminieren. Ein Beispiel: Die Zahl „333“ bedeutet „333 von 1.000“, der Goldgehalt beträgt damit 33,3 Prozent. Und 33,3 Prozent von 24 (Karat) ergeben 7,992. Dies entspricht - aufgrund der „99,9-Prozent-Regel“ - 8 Karat.

Der höchste Reinheitsgrad für Gold ist 24 Karat. Der entsprechende Promillewert (Feingehalt) lautet 999,9. Je niedriger der Karatwert ist, desto weniger reines Gold ist enthalten. Beispielsweise entspricht ein Feingehalt von 250 dem Wert 6 Karat.

International unterschiedlicher Mindest-Reinheitsgrad für Goldlegierungen

In den verschiedenen Ländern gibt es unterschiedliche Definierungen des Mindest-Reinheitsgrades von Gold, die sich auf den üblichen Gebrauch oder auf den gesetzlichen Mindestwert beziehen können. Dieser Mindest-Reinheitsgrad muss eingehalten werden, damit Schmuck aus Gold auch als solches in den Handel gebracht werden darf.

In Deutschland regelt dies das sogenannte „Gesetz über den Feingehalt der Gold- und Silberwaren“. Das Gesetz besagt, dass die Reinheit des Edelmetalls mindestens 8 Karat, entsprechend eine 333-er Feinheit, haben muss, um als Gold verkauft zu werden. Dies gilt für Goldlegierungen.

Mindest-Reinheitsgrad von Goldlegierungen in verschiedenen Ländern

LandFeinheitKarat
DeutschlandGold 333mindestens 8kt
SpanienGold 375mindestens 9kt
GroßbritannienGold 375mindestens 9kt
USAGold 417mindestens 10kt
NiederlandeGold 585mindestens 14kt
FrankreichGold 750mindestens 18kt
ItalienGold 750mindestens 18kt
SchweizGold 750mindestens 18kt

Karat als Maßeinheit für Diamanten

Das Gewicht bei Diamanten wird in Karat angegeben. 1 Karat entspricht 0,20 Gramm. Hierbei spricht man auch vom metrischen Karat. Das metrische Karat ist eine Maßeinheit für die Masse von Edelsteinen.

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Die Karatangabe gibt also nur Auskunft über das Gewicht eines Diamanten und nicht - wie oft angenommen - über seine Größe. Wie viel Karat ein Diamant hat, kann man mit einer Diamantwaage bestimmen. Bei geschliffenen Diamanten wie Brillanten lässt sich die Karatzahl auch durch Vermessen ermitteln.

Karat gehört neben der Farbe, dem Schliff und dem Reinheitsgrad zu den wichtigsten Kriterien, wenn es darum geht, den Wert eines Diamanten zu bestimmen. Die Größe kann hingegen trügerisch sein, da der Schliff den Edelstein für das menschliche Auge oft größer oder kleiner erscheinen lässt, als er tatsächlich ist.

Kleine Diamanten werden in Punkten gemessen, wobei 1 Punkt dem hundertsten Teil eines Karats entspricht. Brillanten, die gleich viel wiegen, können verschieden groß wirken, je nachdem wie sie proportioniert sind.

Die (vermeintliche) Größe ist bei der Karatzahl nicht relevant, entscheidend ist das Gewicht. Ein Diamant kann ein höheres Karatgewicht haben, ohne größer zu wirken, und zwei Diamanten des gleichen Karatgewichts können unterschiedlich groß sein, wenn einer tiefer geschliffen ist als der andere.

Die 4 Cs der Diamanten

Der Wert eines Diamanten lässt sich präziser mithilfe von vier Faktoren ermitteln, und zwar mit den sogenannten 4 Cs:

  • Carat: Das Gewicht des Diamanten.
  • Color (Farbe): Die Farbgebung von Edelsteinen kann variieren zwischen weiß bis hin zu gelblich. Je heller der Stein ist, umso wertvoller wird er eingestuft.
  • Clarity (Reinheit): Die Sichtbarkeit von Einschlüssen im Stein.
  • Cut (Schliff): Der Schliffgrad bestimmt, wie wertvoll der Edelstein ist (Brillanz).

Je größer die Karatzahl wird, umso größer werden diese sprunghaften Steigerungen. Je größer die Karatzahl, umso sprunghafter steigt der Preis, zwischen einem Stein mit drei und vier Karat liegt ein weitaus höherer Preisunterschied als zwischen zwei Steinen mit ein und zwei Karat.

Zusammenhang zwischen Größe und Karat eines Edelsteins

Was den Zusammenhang zwischen Größe und Karat eines Edelsteins betrifft, sollten Sie sich folgendes merken:

  • Ein tiefer Edelstein wirkt von oben kleiner, da das Gewicht im unteren Bereich seinen Schwerpunkt hat. Steine mit Tiefe wirken daher kleiner.
  • Steine mit hoher Karatzahl wirken kleiner, wenn sie einen einfachen Schliff haben. Achten Sie daher auch auf den Schliffgrad bzw. auf die Brillanz des Edelsteins.
  • Achten Sie auf die Tafel. Das ist der sichtbare Anteil bei Edelsteinen bei der Draufsicht. Ein größerer Sichtbereich (eine größere Tafel) lässt den Diamanten automatisch größer erscheinen.

Karat und Größe von Diamanten

KaratGröße (ca.)
0,01kt1,35mm
0,02kt1,75mm
0,03kt2,00mm
0,04kt2,20mm
0,05kt2,40mm
0,06kt2,50mm
0,07kt2,65mm
0,08kt2,75mm
0,09kt2,85mm
0,10kt3,00mm
0,11kt3,10mm
0,12kt3,18mm
0,13kt3,25mm
0,14kt3,35mm
0,15kt3,40mm
0,18kt3,65mm
0,20kt3,80mm
0,25kt4,10mm
0,28kt4,25mm
0,30kt4,30mm
0,38kt4,70mm
0,40kt4,80mm
0,45kt5,00mm
0,50kt5,20mm
0,65kt5,60mm
0,75kt5,90mm
0,85kt6,20mm
1,00kt6,50mm
1,50kt7,40mm
2,00kt8,20mm
3,00kt9,30mm
5,00kt11,00mm