Seit über 2.000 Jahren faszinieren die Weltwunder Menschen auf der ganzen Welt. Ursprünglich zählten sieben Monumente aus der Antike zu den „Weltwundern“. In dieser Lernkartei dreht sich alles um die 7 Weltwunder der Antike.
Der älteste „Reiseführer“ stammte von Antipatros von Sidon. Er verfasste die erste Liste der Sieben Weltwunder. Die Liste wurde im Laufe der Zeit häufig geändert und passte sich den Vorlieben der Leser an. Manche Bauwerke verschwanden, andere kamen hinzu.
Die Sieben Weltwunder kennt jeder, oder? Doch selbst, wenn man etwas länger überlegt, fallen einem nicht unbedingt aus dem Stegreif alle sieben architektonischen Wunderwerke ein. Bestaunen Sie die sieben antiken Weltwunder und werfen Sie gleichzeitig einen Blick auf die neuen Weltwunder, die unsere schöne Erde zu bieten hat!
Die Antiken Weltwunder im Überblick
Den Begriff der sieben Weltwunder kennen wir. Doch wussten Sie, dass man zwischen den alten und den neuen Weltwundern unterscheidet? Der Mythos der Sieben Weltwunder stammt noch aus der Antike.
Schriftsteller Antipatros von Sidon, ein phönizischer Schreiber aus dem 2. Jahrhundert vor Christus, erwähnte die beeindruckenden Bauwerke in einem Epigramm, also einem kurzen Gedicht. Mit dabei und heute noch ein beliebtes Ziel vieler Touristen: die Pyramiden von Gizeh. Im Gegensatz zu diesen ist von den anderen antiken Weltwundern bis auf Ruinen übrigens nicht mehr viel übrig. Teilweise ist sogar nicht ganz klar, ob es sie überhaupt gegeben hat.
Lesen Sie auch: "Über sieben Brücken musst du gehen": Ein Karat-Klassiker
1. Die Pyramiden von Gizeh
Die berühmten Pyramiden, die sich nur etwa 20 Kilometer außerhalb von Kairo befinden, sind nicht nur das am besten erhaltene Weltwunder, sondern auch das älteste. Sie entstanden vor über 4.500 Jahren zu Beginn der ägyptischen Hochkultur. Auch deshalb sind die großen Bauwerke 1979 zusammen mit der Sphinx zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt worden.
Die Pyramiden von Gizeh - der Name umfasst drei einzelne Pyramiden, die den Ägyptern als Grabmäler für ihre Pharaonen dienten: Die Cheops-Pyramide ist die größte und älteste der drei, es folgen die Chephren- und die Mykerinos-Pyramide.
Dass die Ägypter diese beeindruckenden Bauwerke schon vor tausenden von Jahren mit den begrenzten Mitteln, die ihnen zur Verfügung standen, gebaut haben, ist wirklich ein Weltwunder, oder? Auf jeden Fall sind die Pyramiden von Gizeh eine Reise wert, das können wir Ihnen versprechen!
2. Das Mausoleum in Halikarnassos
Von den Pyramiden in Gizeh war anscheinend schon im 4. Jahrhundert vor Christus jemand begeistert: Maussolos II, ein mächtiger Statthalter aus Harlikarnassos, plante bereits zu seinen Lebzeiten seine letzte Ruhestätte nach dem Vorbild der Pyramiden.
In dem einzigartigen Bauwerk wurden persische, griechische und ägyptische Baustile kombiniert, zu dieser Zeit ein absolutes Novum! Eine riesige Säulenhalle wurde auf einem Würfelfundament errichtet, gekrönt von einer Pferdewagenstatue - das Mausoleum (hier stammt der Begriff übrigens her) erreichte so eine Höhe von 46 Metern.
Lesen Sie auch: Das Karat-Original: Über Sieben Brücken
Leider können Sie wegen eines Erdbebens im Jahr 1304 n. Chr. heute nur noch die Ruinen des Grabmals bewundern, die sich beim beliebten Urlaubsziel Bodrum in der heutigen Türkei befinden.
3. Der Koloss von Rhodos
Nach einer langen Belagerung, die für die griechische Stadt Rhodos 304 v.Chr. gut ausgegangen war, wollten die Bewohner dem Sonnengott Helios danken und bauten ihm zu Ehren eine 30 Meter hohe Bronze-Statue. 12 Jahre dauerte die Vollendung des riesigen Bauwerks.
Überlieferungen zufolge stand der Gigant mit gespreizten Beinen im Hafen von Rhodos und beschützte die Stadt vor Feinden, in anderen Schriften wird der Standort der Statue allerdings in der Mitte der Stadt angegeben.
Ganz egal, wo der Bronze Riese stand, schon nach 66 Jahren wurde er von den Naturgewalten in die Knie gezwungen: Bei einem Erdbeben im Jahr 226 v. Chr. wurde der Koloss bis auf die Unterschenkel zerstört, nach der Eroberung Rhodos' durch die Araber ein paar hundert Jahre später waren auch die letzten Überreste der Statue aus der Stadt verschwunden. Seitdem gibt es keine Spur mehr von dem unglaublichen Weltwunder.
4. Artemis-Tempel in Ephesos
In der heutigen Türkei stand der antike Artemis-Tempel, der zu Ehren der olympischen Göttin der Jagd gebaut wurde. Es brauchte allerdings einige Anläufe, bis der Tempel zu dem wurde, der in den Gedichten von Antipatros als Weltwunder erwähnt wird: Nach Zerstörung, Neuaufbauten und mehreren hundert Jahren stand schließlich der größte Tempel seiner Zeit.
Lesen Sie auch: "Über sieben Brücken musst du gehn": Eine Analyse
Über 8.000 Quadratmeter war das Tempelareal groß, 127 Säulen von 18 Metern Höhe und ein riesiges Steindach formten ein Bauwerk, das einer Göttin wirklich würdig war. Die Ruinenstätte von Ephesos in der Nähe von Izmir sollten Sie auf jeden Fall während einem sommerlichen Türkei Urlaub besuchen, hier gibt es noch zahlreiche andere Ruinen zu besichtigen, wie beispielsweise die Celsus Bibliothek.
5. Die Hängenden Gärten der Semiramis
Bekannter sind die Gärten vielleicht unter dem Namen "Die Hängenden Gärten von Babylon". Über dieses antike Weltwunder können wir Ihnen leider nicht so viel berichten, es gilt als das am wenigsten bekannte - die Existenz der Gärten wird immer wieder in Frage gestellt. Wo sie sich befunden haben sollen, steht ebenso wenig fest. Die Überlieferungen und Schriften deuten aber auf die antiken Städte Babylon und Ninive hin, beide liegen im heutigen Irak.
6. Die Zeusstatue von Olympia
Ein beeindruckender Tempel benötigt eine ebenso imposante Statue. Kein Wunder also, dass der Tempel des Zeus in der griechischen Stadt Olympia mit einer ca. 12 Meter hohen Statue ausgestattet wurde.
Das Abbild des obersten olympischen Gottes, an den die Griechen ihre Bitten und Wünsche schickten, war zwar nicht so groß wie der Koloss von Rhodos, aber sicher nicht weniger beeindruckend.
Die Statue ihres Göttervaters ließen sich die Griechen einiges kosten: Das Bauwerk bestand aus Gold, Elfenbein und Ebenholz, die Bauzeit betrug acht Jahre (438-430 v.Chr.). Von der Statue fehlt leider jede Spur, sie soll bei einem Brand zerstört worden sein. Die Überreste des Tempels können Sie während Ihres Griechenland Urlaubs allerdings noch besichtigen.
7. Der Leuchtturm von Pharos
Die kleine antike Insel mit dem Leuchtturm von Pharos vor Alexandria ist eines der sieben Weltwunder, das am wenigsten im Gedächtnis geblieben ist. Doch die schiere Größe des aus weißem Stein gehauenen Turms beeindruckte die Menschen jahrhundertelang bis heute, er soll eine Höhe von 113 Metern erreicht haben - außerdem soll er der erste Leuchtturm überhaupt gewesen sein.
Auch hier wurde die Geschichte von Naturgewalten zerstört: Mehrere Erdbeben ließen über die Jahrhunderte immer weniger vom Bauwerk übrig, bis ein Beben 1323 das Weltwunder, das etwa 282 v.Chr. fertiggestellt wurde, endgültig verschwinden ließ.
Karte der Sieben Weltwunder der Antike
Hier liegen die 7 Weltwunder der Antike: Zeus-Statue des Phidias, Artemis-Tempel, Grabmal von Maussolos II., Koloss von Rhodos, Leuchtturm von Pharos, Pyramiden von Gizeh und die hängenden Gärten von Babylon.
Die Neuen Sieben Weltwunder der Moderne
Seit 2007 gibt es nun auch offiziell sieben neue Weltwunder. Bei einer feierlichen Gala in Lissabon verkündeten Berühmtheiten wie Hilary Swank, Ben Kingsley oder Jennifer Lopez am 07. Juli 2007 die Sieger der weltweiten Abstimmung, an der mehr als 90 Millionen Menschen teilgenommen hatten.
Einige der Sieger werden Sie kennen, andere hingegen sind Ihnen vielleicht nicht unbedingt ein Begriff. Deshalb stellen wir Ihnen hier die neuen Weltwunder einmal genauer vor.
Die Liste der Neuen Weltwunder
- Chinesische Mauer
- Christus-Statue in Rio de Janeiro, Brasilien
- Maya-Ruinen von Chichén Itzá in Mexiko
- Inka-Ruinenstadt Machu Picchu in Peru
- Felsenstadt Petra in Jordanien
- Taj Mahal in Indien
- Kolosseum in Rom, Italien
Die neuen Weltwunder wurden am 07. Juli 2007 vor 50.000 Zuschauer:innen im "Stadion des Lichts" in Lissabon präsentiert. Die Kino-Stars Hilary Swank und Ben Kingsley führten durch die im TV übertragene Show.
Allerdings gab es viel Kritik an der Abstimmung und Auswahl. Die Wahl sei unwissenschaftlich, lautete einer der Vorwürfe, eine offizielle Kommission wie die UNESCO wurde nicht befragt. Die Tourismusbehörden einzelner Länder machten massiv Werbung für die Abstimmung und die eigenen Bauwerke, weshalb das Ergebnis nicht wirklich objektiv ist.
Überblick über die Neuen Weltwunder
| Weltwunder | Ort | Baujahr | Besonderheit | Besucher pro Jahr (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Taj Mahal | Agra, Indien | 1631-1648 | Symbol ewiger Liebe, Grabmal für Mumtaz Mahal | 8 Millionen |
| Felsenstadt Petra | Petra, Jordanien | um 300 v. Chr. | Schatzhaus und Tempel direkt in den Fels geschlagen | 1 Million |
| Chinesische Mauer | China | Ab 7. Jh. v. Chr. | Weltweit größtes Bauwerk | - |
| Chichén Itzá | Yucatán, Mexiko | zwischen 600 und 1200 n. Chr. | El Castillo als zentrale Pyramide | 2 Millionen |
| Machu Picchu | Anden, Peru | 15. Jahrhundert | Abgelegene Lage auf 2.400 m Höhe | 1 Million |
| Kolosseum | Rom, Italien | 72-80 n. Chr. | Größtes antikes Amphitheater der Welt | 7 Millionen |
| Christusstatue | Rio de Janeiro, Brasilien | 1922-1931 | Wahrzeichen von Rio, Symbol des christlichen Glaubens | 2 Millionen |
