Es gibt immer eine Reihe von herausragenden Sportlern, auch beim Kickboxen, diese möchten wir Euch vorstellen. Es gibt von vielen der unten genannten Kickboxer eindrucksvolle Videos zu sehen.
Hall of Fame des Kickboxens
In der „Hall of Fame“ werden all diejenigen Sportler und Funktionäre aufgenommen, die durch ihre Taten und Leistungen den Kickboxsport nach vorne gebracht haben. Ohne diese Persönlichkeiten würde es den Sport Kickboxen in dieser Form nicht geben.
Georg F. Brückner
An erster Stelle dieser Hall of Fame steht natürlich der Gründer der Sportart Kickboxen, Georg F. Brückner. Er ist der „Vater des Kickboxsports“, und ihm ist es zu verdanken, dass der Sport in der heutigen Form betrieben werden kann. Er organisierte die ersten Veranstaltungen und bald fanden sich viele Anhänger dieser neuen Sportart.
Brückner reiste durch ganz Europa und gab Lehrgänge und Seminare, um das Kickboxen zu etablieren. Er war der Gründer der WAKO und veranstaltete auch die ersten Welt- und Europameisterschaften in Deutschland. Weiterhin entwickelte er bereits zu den Anfangszeiten des Kickboxens eine Schutzausrüstung, die noch heute den höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards entsprechen.
Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Georg F. Brückner es sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, Kickboxen zu verbreiten, was ihm auch gelungen ist. Nach langer, schwerer Krankheit starb er am 30. Als Georg F. Brückner damals starb, hatte mich das zutiefst erschüttert. Damit war nicht nur ein Freund und Zeitgenosse von uns gegangen, sondern ein Mensch der für den Kickboxsport lebte.
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Selbst in den letzten Jahren, als er sich seiner Krankheit schon bewusst war, ließ er es sich nicht nehmen für den Kickboxsport tätig zu sein. Durch seine Leistung als „Vater des Kickboxens“ hat Georg F. Ohne Georg F. und seinen unermüdlichen Einsatz gäbe es das Kickboxen in dieser Form in Europa nicht.
Dr. Dr. Ludger Dietze
Dr. Dr. Ludger Dietze ist ein Mann der ersten Stunde. Zum Kickboxen kam er im Jahr 1977 über das Taekwondo. Seinen ersten internationalen Einsatz im Kickboxen bestritt er 1979 bei der EM in Italien. 1983 in London wurde er Weltmeister im Semikontakt. Seinen Abschiedskampf bestritt Dr. Ludger Dietze 1986 beim Europacup in Warschau. Danach zwang ihn ein schweres Hüftleiden zur Beendigung seiner aktiven Laufbahn. Dennoch blieb er dem Kickboxen mit ganzem Herzen verbunden.
Zum einem als Trainer in seinem Verein und zum anderen als Funktionär in der WAKO. Er wurde 1987 zum Bundestrainer im Semikontakt berufen. In Deutschland leitete er über acht Jahre als Präsident die Geschicke des Verbandes. Unter seiner Führung wurden in Deutschland eine Welt- und Europameisterschaft ausgetragen. Auf Weltebene war Dr. Ludger Dietze von 1991 bis zum Jahr 2000 als Vizepräsident tätig. Der Allrounder, der insgesamt fünf Sprachen perfekt spricht, trat immer sehr bescheiden auf.
Ferdinand Mack
Begonnen hat der Ausnahmeathlet im Alter von 16 Jahren mit dem Karate. Bereits zwei Jahre später bestritt er die ersten Wettkämpfe im Semikontakt Kickboxen. 1978 wechselte er dann zur Königsdisziplin, dem Vollkontakt-Kickboxen. Zur damaligen Zeit fanden Welt- und Europameisterschaften noch im selben Jahr statt, erst später wechselte man zum zweijährigen Turnus.
Insgesamt wurde Ferdinand Mack viermal Europameister und viermal Weltmeister der Amateure. 1988 wechselte er ins Profilager und wurde im gleichen Jahr in Mannheim Europameister der PKO, dem damaligen Profiverband, der mit der WAKO zusammenarbeitete. Weltmeister der PKO und Intercontinental Champion der ISKA wurde Ferdinand 1991. Nach seiner aktiven Laufbahn war Ferdinand Mack von 1987 bis 2011 Bundestrainer im Vollkontakt-Kickboxen. In dieser Tätigkeit hat er zahlreiche Welt- und Europameister mitgeprägt.
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Peter Zaar
Für Peter Zaar sind die Tugenden Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Gerechtigkeit, Freundschaft, Disziplin, Respekt und Anerkennung nicht nur leere Worte, sondern Lebensinhalt. Er versucht, diese Eigenschaften auch an seine Schüler weiterzugeben. Begonnen hat er in den 70er Jahren mit dem Kickboxen in Köln. Unter Anleitung von Georg F. Brückners Schüler Gustav Baaden begann er seine Kickboxkarriere in der er vier Deutsche Meistertitel im Leicht - und Semikontakt erkämpfte. Seit 1990 ist Peter Zaar Bundestrainer im Leichtkontakt Kickboxen.
Er zählt mit unzähligen Erfolgen auf nationaler- und internationaler Ebene weltweit zu den erfolgreichsten Trainern. Sein hervorragendes Lehrbuch über das Kickboxen - “von den Grundlagen bis zum Hochleistungstraining” - ist ein wegweisendes Standardwerk zum modernen Kickboxen für Sportler und Trainer. Seit 1990 modifiziert Peter Zaar federführend das Prüfungsprogramm der WAKO Deutschland als Schnittstelle zum Wettkampf und entwickelte die Voraussetzungen für eine landesweite Trainerausbildung.
Dazu gehört auch die langjährige Kooperation mit dem IAT in Leipzig und Dr. 1999 wurde Peter Zaar zum Präsidenten der WAKO Deutschland gewählt. Peter Zaar betreibt nicht nur Kickboxen, Peter Zaar lebt das Kickboxen.
Werner Sossna
Im Jahr 1979 begann Werner Sossna mit dem Kickboxen. Nach sportlichen Erfolgen auf Landes- und Bundesebene konzentrierte er sich auf seine Tätigkeit als Trainer und Funktionär für den Bayrischen Landesverband und die WAKO Deutschland. Er ist eine Kickbox Legende.
Peter Harbrecht
Peter Harbrecht erzielte seine Erfolge durch einen kompromisslosen und technisch Brillanten Kampfstil, der gepaart war mit einer ungeheuren Schlagkraft in Fäusten und Füßen. Mit harten Kombinationen, eisernem Willen, großer Disziplin, ja fast mathematischer Präzision, Logik und Ästhetik dominierte er das Kampfgeschehen von 1977 - 1979. Seine Sportliche Bilanz ist äußerst beeindruckend, vor allem wenn man bedenkt das er sich mit nur 22 Jahren vom aktiven Kampfsport zurück gezogen hat.
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Es begann im Frühjahr 1973, Peter Harbrecht wurde von seinem Bruder Hans zum Karate Training mitgenommen. Nach nur zwei Jahren stellten sich die ersten Wettkampferfolge ein. Großen Anteil daran hatte sein Bruder Hans der als Diplomsportlehrer ein systematisches, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierendes Trainingskonzept für Peter zusammenstellte. Von diesem Training profitierten später auch andere deutsche Spitzenkämpfer, als Hans Bundestrainer der WAKO wurde.
Vom traditionellen Karate über das Semikontakt kam Peter schließlich zum „Vollkontakt-Karate“, wie es zur damaligen Zeit hieß. Er begründete den Wechsel zum Vollkontakt so: „Hier kann man sein Können zeigen, ohne dass die Launen von Punktrichtern so großen Einfluss auf das Resultat haben. Besonders wenn man durch K.O. gewinnt. Nach diesem Prinzip gestaltete er seine Kämpfe. Wenn er sie nicht durch K.O. gewann, war seine Überlegenheit so klar das kein Zweifel an seinem Sieg aufkommen konnte.
Peter Harbrecht blieb in den 50 Kämpfen seiner Laufbahn unbesiegt. Er wurde im Halb-Mittelgewicht bis 74 Kg 3x Deutschen Meister, 3x Europameister und 1x Weltmeister. Das war 1978 in Berlin. In der Deutschlandhalle vor einer großen Kulisse von 8000 begeisterten Zuschauern fand die 1. Weltmeisterschaft der WAKO statt. Verantwortlich für diese erfolgreiche Veranstaltung waren Georg F. Brückner und der damalige Weltpräsident Mike Andersen. Peter Harbrecht besiegte in einem grandiosen Kampf den Amerikaner Harold Roth, der in der 2. Runde nur knapp einem K.O. entging.
Peter Kruckenhauser
Peter Kruckenhauser begann 1978 , durch Bruce Lee Filme inspiriert, mit dem Taekwondo. Zu diesem Zeitpunkt wurde viel über das neue All - Style - Karate diskutiert und bereits 1979 wechselte er ins All - Style - Karate. (später Kickboxen) In den darauf folgenden Jahren verbuchte er europaweite Erfolge im Semikontakt als mehrfacher österreichischer Meister; mehrfacher internationaler Meister, dreifacher Europacupsieger und 3facher Grand Champion.
Als Mitfavorit für die legendäre WM in München, erlitt er bei einem Turnier einen komplizierten Handbruch und musste sich einer OP unterziehen, und somit war er zum Zuschauen degradiert. Peter Kruckenhauser konnte als einer der ersten in Österreich auch Erfolge in der neuen Disziplin, Leichtkontakt-Kickboxen verbuchen. Sein Verein den 1984 gegründet hat, zählte zu den erfolgreichsten in Österreich. Sein Meisterschüler war sein Bruder und Freund Michel Kruckenhauser, der WAKO Europa- und Weltmeister wurde und zweimal den WAKO Pro Welttitel erkämpfte.
Seit 1995 ist Peter Kruckenhauser Präsident der WAKO Österreich und eines seiner Ziele wäre eine Vereinigung der Kickboxverbände mit denen er bis heute gute Kontakte pflegt. Dem Kampfsport verschrieben, machte er sich sein Hobby zum Beruf und gründete 1992 die Firma Budoland, die er durch die Übernahme der Marken HAYASHI und TOP TEN sowie durch unermüdlichen Einsatz und Willen zum Global Player ausbauen konnte.
Andreas
Andreas begann 1974 im Alter von 14 Jahren mit dem Kampfsport. Der leidenschaftliche Sportler, der für den Kampfsport lebte wie kaum ein anderer, trainierte schon in jungen Jahren mit sehr viel Disziplin, Ausdauer und Fleiß. 1976 wurde Andreas deutscher Jugendmeister. Einen seiner größten Erfolge feierte der damals 19jährige auf der WM in Tampa/Florida. Dort wurde er Einzel- und Mannschaftsweltmeister im Semikontakt Kickboxen.
Mit dem damaligen German Power Team, in de sich die besten Kämpfer Deutschland befanden, sammelte Andreas immer mehr internationale Erfahrung. Doch das Allroundtalent konnte sich auch im Voll- und Leichtkontakt und bei den Formen mehrere deutsche Meistertitel erkämpfen. Aufgrund seiner herausragenden sportlichen Leistungen wurde ihm 1995 das Amt des Bundestrainers im Semikontakt Kickboxen erteilt.
Birgid Sasse
Birgid Sasse, 3-fache WAKO Weltmeisterin und 3-fache Tae Kwon Do Weltmeisterin, ist mit Sicherheit Deutschlands erfolgreichste Leichtkontakt Kickboxerin und Taekwondo Kämpferin aller Zeiten. In der WAKO gewann Birgid von 1985 - 2001 insgesamt 10 Deutsche Meister Titel im Semi- und Leichtkontakt Kickboxen, sowie zwei Internationale Deutsche Meisterschaften und folgende Weltmeisterschaften der WAKO: 1993 in der Klasse -65 kg in Atlantic City/USA, 1994 in der Klasse -65 kg in Venedig/Italien den der WAKO Pro und 2001 in der Klasse -70 kg in Maribor/Slowenien.
Daneben gewann Birgid unzählige Bronze und Silber Medaillen bei Europa-, Welt- und Internationalen Meisterschaften. 1983 erlitt sie bei einem Autounfall einen beidseitigen Beckenringbruch und Lendenwirbelquerfortsatzabriss bei dem sie bei einem acht Wochen dauernden Krankenhausaufenthalt ans Bett gefesselt war.
Gustav Baaden
Mit Gustav Baaden verbindet man viele Jahrzehnte Kampfsporterfahrung. Bereits 1953 trainierte er im Charlottenburger Box - Club, bevor er 1962 in die bekannte Sportschule von Georg F. Brückner in Berlin wechselte. Unter Georg F. Brückner lernte er Taekwon Do und Selbstverteidigung.
1974 holten Georg F. Brückner und der aus Florida stammende Mike Anderson die US Elite des Sportkarate wie Bill Wallace, Jeff Smith, Joe Lewis, Gordon Franks und den Mexikaner Ramiro Guzman nach Berlin. Sowohl Brückner als auch Gustav Baaden ließen sich von der neuen Kampfsportart Full und Semikontakt Karate überzeugen.
Anfang 1976 zog Gustav Baaden mit seiner Familie nach Köln. Nach der Gründung der WAKO Germany durch Georg F. Brückner, Gustav Baaden, Jochen Böckmann, Peter Blankenburg, Gerd Lemmens und Mike Anderson 1977 in Berlin, folgte 1979 die Gründung der WAKO NRW durch Gustav Baaden.
Gustav Baaden gehörte zu den ersten Weltkampfrichtern im Kickboxen mit erstem Einsatz 1979 bei der zweiten WM in Florida/USA. Heute kann Gustav Baaden mit einer Vielzahl von Deutschen- Europa- und Weltmeistern auf eine unglaubliche und kaum vergleichbare Erfolgsgeschichte zurückblicken.
Rüdiger Hermann
Am Sonntag, dem 2. Juli 2006 ist der Gelsenkirchener Rüdiger Hermann im Alter von 41 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben. Rüdiger Hermann war jahrelang Mitglied der Nationalmannschaft im Leichtkontakt-Kickboxen. Er war Jugend-Landestrainer von NRW.
Noch auf der Deutschen Meisterschaft in Siegen haben wir miteinander gesprochen und gelacht. Niemand hätte damals an den Tod gedacht. Doch hier kann man wieder einmal sehen, wie schnell und unerwartet es jeden von uns treffen kann. Trainer, Funktionäre, Sportler und Freunde, alle waren geschockt, als sie die Nachricht von dem unerwarteten Tod Rüdigers erfahren haben.
Rüdiger Hermann war in seinem Heimatverein, dem Polizei SV Gelsenkirchen Trainer und Abteilungsleiter. Auch als Kämpfer war er immer noch aktiv. Ab 1990 wechselte er zum Kickboxen in die WAKO Deutschland. Er kämpfte in den Disziplinen Semi-, Leicht- und Vollkontakt.
Rüdiger wurde 12 mal Landesmeister von Nordrhein-Westfalen im Leichtkontakt und 3 mal Landesmeister im Semikontakt. Weiterhin wurde er 2 mal Deutscher und 4 mal Deutscher Vizemeister im Leichtkontakt. Auf Grund dieser Leistungen wurde er von Bundestrainer Peter Zaar auch in den Kader der Deutschen Nationalmannschaft berufen. Bis zum Schluss war Rüdiger als Trainer erfolgreich. Vor allen Dingen widmete er seine Energie, sein Wissen und seine Erfahrung dem Nachwuchs in der Jugendarbeit. Alle Kickboxer die ihn kannten, werden ihn nicht vergessen.
Michael Kuhr
Im Alter von nur 12 Jahren betrat Michael Kuhr zum ersten Mal das Sportstudio Blankenburg in der Luxemburger Straße in Berlin Wedding. Er wollte TAE-KWON-DO lernen. Sehr schnell wurde Michaels außergewöhnliches Talent vom Trainer P. Blankenburg erkannt und zielgerichtet gefördert. Charakterzüge, die auch heute noch den Grundstein für dauerhaften Erfolg legen. Er wurde in der Klasse bis 57 kg auf Anhieb Berliner Meister. Seine erste wirkliche Bewährungsprobe stand dann mit nur 16 Jahren bevor: die Deutsche Meisterschaft im Full-Contact Kick-Boxen.
Diesen Erfolg konnte Michael noch 9-mal wiederholen. Im Jahr 1979 wurde er bei den Weltmeisterschaften in Florida als 17-Jähriger Vize-Weltmeister. Später wechselte er ins Profilager.
Peter Blankenburg
Seine ersten Erfahrungen sammelte er im Judo und Boxen. 1965 wechselte zu Georg Brückner um Tae Kwon Do zu lernen. Mitte der 70er Jahre, Peter Blankenburg hatte mittlerweile sein eigenes Kampfsportstudio, folgte er gerne der Einladung zur Gründung eines Verbandes für eine neue, einzigartigen Kampfsportart. Peter Blankenburg war nicht nur Mitgründer sondern auch langjähriger Geschäftsführer der WAKO Germany sowie Präsident der WAKO Berlin. Bei den meisten Turnieren die in Berlin und Deutschlandweit stattfanden stand er als Organisator seinem Freund G.
Klemens Willner
Eiserner Wille, Disziplin und vor allem seine mentale Stärke machten Klemens Willner so erfolgreich. Denn wo einige seiner Konkurrenten pure Muskelkraft einsetzen, kämpft Willner vor allem mit dem Kopf. Die Faszination und Begeisterung für den Kampfsport packt Klemens schon früh. Kickboxen ist für Willner eine der ehrlichsten Sportarten, der verborgene Stärken freisetzen kann. Von Beginn an hat er das Ziel Weltmeister zu werden. Konsequent verfolgt er seinen Traum.
Mit 13 Jahren beginnt er in Berlin bei Georg F. Brückner mit dem Training und bereits nach einem Monat legt er seine erste Gürtelprüfung ab. 1983 tritt Klemens zu seinem ersten Vollkontaktkampf an.
Bekannte Kickboxer
Don "The Dragon" Wilson
Leute, die sich für Kampfkunst interessieren und Kickbox-Experten finden den US-Amerikaner Don „The Dragon“ Wilson richtig cool. Viele denken, er ist einer der besten Kickboxer aller Zeiten. Der hat zehnmal die Weltmeisterschaft gewonnen und hat in 23 Filmen die Hauptrolle gespielt. Obwohl er schon 44 Jahre alt ist, will er wieder in den Ring steigen.
Don Wilson war von der Geburt des Kickboxens aktiv dabei und gewann insgesamt 11 Weltmeistertitel in der WKA, KICK und STAR. Don Wilson beherrscht auch heute noch die Techniken des Pai Lum Kung Fu. Du bist der einzige bekannte Kung-Fu-Stilist unter den großen Kickbox-Champions. Ich habe 1972 mit Kung Fu angefangen.
Der Grund für meinen Wechsel zum Profi-Kampfsport lag in einem Vorurteil der Zeit. Man sagte, Leute, die Kung Fu trainierten, könnten nicht wirklich kämpfen. Bei Turnieren sah man auf der einen Seite die Karatekas in ihren weißen Gis und auf der anderen Seite wir in schwarzen Kleidern. Schwarz bedeutete, dass du ein schlechter Kämpfer warst. In den frühen siebziger Jahren waren die meisten Turnierkämpfer Karatekas, ein paar kamen aus dem Taekwondo. Sie hatten einfach keinen Respekt vor Kung Fu.
Ich denke, wir haben viel über Meditation gesprochen. Nach jedem Training setzten wir uns hin, schlossen die Augen und gingen geistig die Techniken durch, die wir gelernt hatten. Das entspannt, reduziert Stress und erleichtert den Körper. Heute setze ich mich nach dem Training nicht mehr auf den Boden mit geschlossenen Augen. Ich mache meine Meditation während des Ausdauertrainings. Ich versetze mich in einen Zustand, in dem ich meine Gedanken auf den Kampf und die Technikabläufe fokussiere. Ich denke über die Bedeutung des Duells nach, usw. Aerobe Übungen sind ideal dafür. Man muss auf nichts reagieren, sondern kann den Geist klären und sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren.
Meine Erfahrung in den Kampfkünsten hat mir sehr geholfen. Vor allem ist es das Selbstvertrauen, das man durch das Training gewinnt. Als Weiß- oder Grün-Gurt spürt man dieses Vertrauen, wenn man lernt, Techniken zu beherrschen. Je mehr man lernt, desto bewusster wird einem, dass man nicht alles weiß - aber die eigene Einschätzung wird immer bewusster. Das Leben ändert sich allmählich, genauso wie die Fähigkeiten.
Niemand wird nach dem Weißen Gürtel gleich Schwarzgurt, und als Meister einer Kampfkunst wird man nicht über Nacht Weltmeister. Als Schauspieler ist es ähnlich. Ich halte es für leichtsinnig, von einem unbekannten Schauspieler zu einem Star in 20 oder 30 Millionen-Dollar-Produktionen zu werden. Van Damme und Seagal hatten so eine Karriere - heute leiden sie darunter. Nach nur wenigen Jahren spielen sie jetzt in Filmen, die Geld verlieren. Weil sie so schnell an die Spitze gekommen sind, hat der Status ihre Erfahrung ersetzt. Sobald ich für die großen Studios arbeiten kann, werde ich ein sehr erfahrener Schauspieler sein. In 10 Jahren habe ich 23 Filme gedreht.
Badr Hari
Badr Hari ist einer der populärsten Kickboxer und K-1 Kämpfer aller Zeiten. Wie es sich für einen echten Finisher gehört, hat Hari eine unerhört hohe Quote an KO Siegen. Von seinen bislang 106 Siegen holte er 92 vorzeitig. Gerade einmal 15 Niederlagen stehen diesen beeindruckenden Zahlen gegenüber. Es muss allerdings erwähnt werden, dass diese Zahlen, genau wie Hari selbst, nicht ganz unumstritten sind. Lückenlos dokumentiert sind in der Tat knapp die Hälfte der Kämpfe die eben aufgezählt wurden.
Kämpfen ist jedoch keine Mathematik. Und unabhängig davon was die Zahlen sagen, oder auch nicht, sobald die Ringglocke ertönt ist der in Holland beheimatete Marokkaner eine echte Gefahr für jeden Kämpfer da draußen. Sein Können brachte ihm in der Hochzeit des K-1 Weltruhm ein. Legenden wie Ray Sefo, Stefan Leko, Remy Bonjasky, Peter Aerts, Alistair Overeem, Semmy Schilt und viele weitere gehörten zu seinen Gegnern.
Ob bewusst oder unbewusst, es gelang Badr Hari immer dafür zu sorgen, dass die Massen der Kampfsportfans seine Kämpfe sehen wollten. Denn in der Regel lieferte er sich vor den Auseinandersetzungen im Ring auch verbale Schlachten vorab. Ein altes Sprichwort sagt: Die Dosis macht das Gift. Dasselbe gilt auch für Aggression und Emotionen im Kampfsport. Während seine teilweise spektakulären Leistungen von der Emotionalität Haris überhaupt erst ermöglicht werden, gibt es auch einige Nachteile, die sich aus diesen Wesenszügen ergeben.
So hat sich der 1,97 m große und 105 Kilogramm schwere Hüne nicht immer unter Kontrolle. Im Ring äußert sich dies hin und wieder anhand unerlaubter Aktionen, zu denen er sich im Eifer des Gefechts hinreißen lässt. Besonders in Erinnerung geblieben ist hier unter anderem der Kampf gegen Remy Bonjasky im K1 Finale in Yokohame 2008. Nach einem wilden Schlagabtausch stolperten beide Kontrahenten. Badr Hari stand über Bonjasky und ließ eine Schlagsalbe und einen Stomp Kick auf seinen am Boden liegenden Gegner herab.
Wie es sich für einen echten Bad Boy gehört, beschränkten sich seine Impulsausbrüche und Skandale jedoch nicht nur auf den Kickbox und K-1 Ring. So saß Badr Hari von 2012 bis Anfang 2013 wegen des Vorwurfs der schweren Körperverletzung in Untersuchungshaft. Nach der Zahlung einer Kaution kam er zwar frei und bestritt auch noch einmal zwei Kämpfe gegen Zabit Samedov. 2014 wurde er dann schließlich zu einer vierjährigen Haftstrafe verurteilt.
Man mag vom Enfant Terrible des K-1 halten was man möchte, der 08. Legendär ist seine Fehde mit Glory Champion Rico Verhoven. Der Vorzeigesportler ist so ziemlich das komplette Gegenteil des Bad Boys Hari. Zwei Mal standen die beiden Erzfeinde sich im Ring gegenüber, beide Male sah es anfangs gut für Hari aus - doch jedes Mal endete der Kampf mit einer Verletzung für ihn. Im ersten Kampf brach Verhoeven Hari mit einem Kick den Arm. Im Rückkampf hatte Badr den Champion bereits mehrfach angeschlagen und sogar am Rande einer Niederlage. Dann verletzte er sich so schwer am Fuß, dass er vor auf einer Trage aus der Halle gefahren werden musste.
Für Hari geht es um viel. Eine weitere Niederlage würde ihn in den Ranglisten zurückwerfen und ein Kampf gegen die Nummer eins Verhoeven würde in weite Ferne rücken. Es gibt allerdings noch einen anderen prestigeträchtigen Namen, der an einem Duell mit ihm interessiert wäre. UFC- und Kickbox-Legende Alistair Overeem verriet im Exklusiv-Interview mit fighting.de, dass er an einem Kampf mit ihm interessiert wäre.
