Deutschlands Judoka sorgen international immer wieder für Erfolge.
Historische Erfolge bei Olympischen Spielen
So gab es bisher drei Olympiasiege:
- Bei den Männern durch die Halbmittelgewichtler Frank Wieneke (1984 in Los Angeles)
- Ole Bischof (2008 in Peking)
- Als einzige deutsche Frau triumphierte Yvonne Bönisch 2004 in Athen.
Alexander Wieczerzak: Ein Sensationssieg in Budapest
Alexander Wieczerzak hat sich bei der WM in Budapest sensationell zum ersten deutschen Judo-Weltmeister seit 2003 gekrönt.
Der 26 Jahre alte Wiesbadener setzte sich im Finale der Gewichtsklasse bis 81 Kilogramm gegen den Italiener Matteo Marconcini durch und eroberte die erste WM-Medaille für das deutsche Team.
„Es ist der Wahnsinn, ich kann es noch gar nicht glauben.
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Für Wieczerzak, der sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Verletzungen herumplagen musste und deshalb auch die Olympischen Spiele 2016 verpasst hatte, ist es der erste große internationale Erfolg.
2010 war er bereits U20-Weltmeister geworden, 2015 hatte er EM-Bronze gewonnen.
„Das ist der absolute Hammer.
Er ist ein Kämpfer, ich freue mich sehr", lobte Verbandspräsident Peter Frese.
"Mit Bundestrainer Richard Trautmann war das heute ein Traumgespann.
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Wieczerzak ist der erste deutsche Judo-Weltmeister seit Florian Wanner, der 2003 in der gleichen Gewichtsklasse triumphiert hatte.
"Bei der Siegerehrung kamen die Gefühle alle hoch, da kamen mir die Tränen", sagte der Hesse.
„Mir fehlen die Worte, ich habe hier meinen Traum erfüllt", sagte Wieczerzak nach seinem Final-Triumph:
„Das ist die Belohnung für das harte Training in den vergangenen Jahren, jeden Tag und ohne Pause."
Am Abend wollte der 26-Jährige seinen Triumph in Budapest gemeinsam mit seiner Freundin und der Familie bei einem Abendessen feiern.
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Auf seinem Weg zum Titel besiegte er unter anderen Olympiasieger Hassan Chalmursajew aus Russland und Lokalmatador László Csoknyai.
"Er hat heute alles richtig gemacht.
Er ist ein Athlet mit unglaublichen Fähigkeiten und war top vorbereitet, aber entscheidend ist, dass er heute sehr stark im Kopf war", lobte Bundestrainer Trautmann seinen Schützling.
"Das lief wie von selber.
Im Finale gelang Wieczerzak nach 1:56 Minuten der entscheidende Ippon zum vorzeitigen Sieg.
Auf seinem Weg zum Titel hatte er zuvor sowohl den russischen Olympiasieger Chasan Chalmursajew, als auch Europameister Alan Chubezow (ebenfalls Russland) geschlagen.
2010 war Wieczerzak Weltmeister bei den U20-Junioren geworden, 2015 hatte er EM-Bronze gewonnen.
Verletzungspech bremste den Hoffnungsträger allerdings aus.
Olympia 2016 in Rio verpasste Wieczerzak, nachdem er sich zuvor bei einem Wettkampf in Havanna mit Dengue-Fieber angesteckt hatte.
Eine zweite Medaille für das deutsche Team verpasste Martyna Trajdos knapp.
Die 28 Jahre alte Ex-Europameisterin unterlag im kleinen Finale der Polin Agata Ozdoba erst in der Verlängerung durch Golden Score.
Weitere Erfolge bei der Weltmeisterschaft in Budapest
Am Schlusstag der Weltmeisterschaft in Budapest haben die deutschen Judokas einen weiteren Erfolg verzeichnet.
Das Mixed-Team gewann am Freitagabend das kleine Finale gegen Italien und sicherte sich somit Bronze.
Der Deutsche Judo-Bund (DJB) beendet das Turnier mit insgesamt vier Medaillen.
Gegen Italien gelang dem Mixed-Team um die Olympiazweiten Miriam Butkereit und Eduard Trippel sowie die Europameisterin Seija Ballhaus ein deutliches 4:1.
Im 2017 eingeführten Mixed-Wettbewerb ist es nach 2022 die zweite deutsche Bronzemedaille.
Die entscheidenden Siege im Bronze-Duell erkämpften sich Losseni Kone, Ballhaus, Butkereit und Trippel.
Einzig Igor Wandtke verlor sein Duell gegen Giovanni Esposito.
Auf dem Weg ins Bronze-Match hatten die deutschen Judokas zunächst Aserbaidschan (4:1) und danach Brasilien (4:3) aus dem Weg geräumt.
Am Mittwochabend hatte Anna Monta Olek überraschend Silber in der Klasse bis 78 kg gewonnen.
Erfolge bei den Weltmeisterschaften der Veteranen
Bei den Weltmeisterschaften der Veteranen starteten am ersten Wettkampftag die Athleten in den Klassen M6 bis M9.
Theodor Keppel gewann in seiner Klasse M9 bis 90 kg alle vier Kampfe im System Jeder gegen Jeden.
Auch den Entscheidungskampf gegen den Franzosen Philippe Devineau, der bis dahin ebenfalls drei Siege zu Buche stehen hatte, entschied er für sich und wurde damit verdient Weltmeister.
Willy Huber (M9 -66 kg) beweist einmal mehr, dass er in der Weltspitze mitmischt.
Nur knapp musste er sich im Finale dem Portugiesen Jose Gomes geschlagen geben.
Auch Axel Metzdorf (M6 -66 kg) und Olaf Rodewald (M6 -90 kg) standen im Finale.
Beide mussten sich ebenso ihren jeweiligen Gegnern beugen und wurden damit Vize-Weltmeister.
Den vierten Platz erkämpfte Lothar Sterlinsky in der Klasse M9 -100 kg.
Den Kampf um Bronze haben fünf Athleten aus Deutschland gewonnen.
Andreas Pajer (M7 -66 kg), Harald Fungk (M7 -73 kg), Wolfgang Hinterleitner (M8 -90 kg) und Wolfgang Löffler (M9 -73 kg) dürfen sich ebenso über eine WM-Medaille freuen, wie Manfred Zöllner, der im Bronzekampf der M8 -81 kg das deutsche Duell gegen Edwin Ebermann gewonnen hat.
Stefan Bernhard Schulz (M6 -100 kg), Michael Traus (M8 -60 kg) und besagter Edwin Ebermann wurden Fünfte.
Weitere Erfolge bei den Weltmeisterschaften der Veteranen
Die Athleten des deutschen Teams in Las Vergas stand insgesamt 17 Mal im Finale.
Davon erkämpften fünf Teilnehmer den Weltmeistertitel, zwölf wurden Vize-Weltmeister.
Dazu gewannen zwölf weitere Athleten Bronze und weitere 14 Athleten platzierten sich von Platz 4 bis 7.
„Damit nimmt Deutschland - in einem qualitativ sehr guten Teilnehmerfeld mit 67 Nationen und 1132 Judoka - einen guten 5. Platz ein“, sagt DJB-Referent für die Veteranen Olaf Lange mit großer Freude.
„Hervorzuheben ist sicherlich das neue einheitliche Auftreten der deutschen Judoka durch die finanzielle Unterstützung des DJB und der Firma Dax Sports.
