Für viele Wrestling-Fans gibt es diesen einen Charakter, durch den man sich in den Ringkampf verliebt hat. Im Herbst 2005 debütierte bei SmackDown der „Boogeyman“, der eine übernatürliche Horror-Rolle im WWE-TV übernahm.
Der Boogeyman ist ein vom Kinderschreck des „schwarzen Mannes“ inspiriertes WWE-Gimmick, das von Martin Wright mit Leben gefüllt wurde. In Erinnerung blieb der Boogeyman als bekannter WWE Wrestler nicht so sehr wegen Titelerfolgen. Tatsächlich gewann er nicht einen einzigen Titel in der WWE. Stattdessen waren es die einprägsame Erscheinung und diverse widerwärtige Eigenheiten, die den Boogeyman unvergesslich machten.
Neben Goldust und Bastion Booger kann der Boogeyman mit Fug und Recht als einer der extremeren Charaktere gelten, den die WWE jemals beherbergt hat. Wobei das, mehr noch als bei Bastion Booger, wohl auf einen Ekelfaktor gebaut war.
Der Weg zum Boogeyman
Martin Wrights Weg ins professionelle Wrestling führte über die vierte Staffel, der von der WWE produzierten Reality-Competition „Tough Enough“. Eine Castingshow für angehende Wrestler, die einen WWE-Vertrag für den Sieger in Aussicht stellte.
2004 wurde Marty Wright aus der WWE Casting Show Tough Enough geworfen weil er sich 10 Jahre jünger machte als er war. Martin Wright kam tatsächlich unter die acht Finalisten, musste jedoch später zugeben, dass er in Wahrheit 40 Jahre alt war und somit fünf Jahre über dem Grenzwert des Wettbewerbs lag.
Dennoch sah man bei der WWE Verwendung für den muskelbepackten und offenkundig entschlossenen Martin Wright und brachte ihn in der damaligen WWE Farmliga Ohio Valley Wrestling (OVW) unter. Er trainierte zwischen Januar und Juni 2005 und gab sein OVW-Debüt am 25. Juni 2005. Während eines Matches mit drei Teilnehmern betrat Wright den Ring und machte alle drei Männer nieder. Er gab dann bekannt, dass er "The Boogeyman" wäre.
Ab Juli 2005 bereitete die WWE dann mit düsteren Einspielern das bevorstehende Debüt des Boogeyman vor. Dieses verzögerte sich dann jedoch verletzungsbedingt. Bis zu seiner Genesung überbrückte man die Zeit mit Backstage-Segmenten, in denen der Boogeyman an verschiedenen Orten bekannten Wrestlern und Co. auflauerte.
Das WWE-Debüt und die ersten Fehden
Als das WWE-Debüt erfolgte, wurde der Boogeyman sogleich an der Spitze eingesetzt und traf in Fehden auf JBL und Booker T. Dabei besiegte er diese Beiden jeweils meist enorm schnell und verkaufte so gut wie keine Aktionen. Fast schien es, als wäre hier der spirituelle Nachfolger des Undertaker geboren.
Dass es der WWE damit recht ernst schien, kann man daran ablesen, dass JBL in nur wenigen Minuten vom Boogeyman abgefertigt wurde. Auch der Einmarsch des Boogeyman war ein einprägsames Erlebnis. In dichtem Rauch kam er wie ein durchgeknallter Voodoo-Derwisch zum WWE Ring gekrabbelt und zerschlug sich einen Wecker auf dem Kopf, den er vorher zwischen seinen Zähnen trug, was eine schicke Zahnlücke (fehlende Vorderzähne) preisgab.
Ferner „verspeiste“ er echte Regenwürmer. Eine Delikatesse, die er auch gerne an seine geschlagenen Gegner weiterreichte und ein Ekelfaktor, der das durchgeknallte Gimmick zu einem unvergesslichen Anblick machte.
Bei einem Auftritt von JBL bei Piper´s Pit kam The Boogeyman zum Ring und riss den großen Tumor von Jillian Halls Wange ab und aß ihn auf. Dies führte zu einem Match zwischen JBL und The Boogeyman beim Royale Rumble 2006. Dieses Match gewann The Boogeyman.
Die Sache mit den Würmern
Dass es ausgerechnet Regenwürmer waren, hatte übrigens bürokratische Gründe. Wright hätte von sich aus alles Mögliche an Krabbeltieren verspeist. Aber Regenwürmer waren das Einzige, worauf sich die Inhaber der Arenen einließen.
Der Abstieg in die Undercard
So schnell wie der Boogeyman als Attraktion in den WWE-Fokus aufstieg, so schnell verkam er auch zu einem Undercarder, der quasi nur noch Jobber besiegen konnte und sich alsbald in der Undercard-Hölle namens „ECW“ (damals degradiert zur WWE C-Show) wiederfand.
Dabei fiel er gewissermaßen einigen der Dynamiken zum Opfer, die sei Gimmick zuvor so beflügelt hatten, dass selbst ein älterer Wrestling-Novize, wie Martin Wright damit abheben konnte. Zum einen führte der demonstrative Ekelfaktor des Gimmicks den Boogeyman schnell in Richtung Comedy Schiene - ein Todesstoß für jedes im Kern düstere Gimmick (fragt mal Doink the Clown).
Am 20.September 2006 kündigte die WWE den Vertrag von Marty Wright weil er nach seiner Verletzung nicht genug für sein Comeback getan hatte. Am 7.Oktober 2006 nahm die WWE Wright wieder unter Vertrag.
Am 11. Juni 2007 wurde er von SmackDown zur ECW gedraftet. Hier fing er eine Fehde mit Matt Striker an. Sein erstes Match bei der ECW gegen Matt Striker konnte er gewinnen. Anschließend wurde Matt Striker Big Daddy V’s Manager. Big Daddy V wurde ebenfalls gedrafted. Er kam von Raw zur ECW. Gegen Big Daddy V war The Boogyman meistens unterlegen.
Das Markenzeichen des Boogeyman
Ein weiteres Markenzeichen ist ein großer Wecker, den er an seinem Kopf zerschlägt, sowie die fehlenden Zähne. Ebenfalls makaber sind die fehlenden Zähne und die groteske Kopfbemalung.
Fehden und Partner
2007 startete The Boogeyman eine Fehde mit Finlay und Hornswoggle. Genau wie Finlay bekam auch The Boogeyman einen kleinen Partner. Dieser hieß Little Boogeyman. Nach dieser Fehde die Finlay und Hornswoggle für sich entscheiden konnten, wurde Little Boogeyman wieder aus dem Programm genommen.
Bei WWE No Way Out 2007 trafen Finlay und sein „Sohn“ Hornswoggle (bzw. Little Bastard) auf den Boogeyman und den Little Boogeyman.
Das Ende der WWE-Karriere und spätere Auftritte
Der Boogeyman verließ die WWE 2009, kehrte aber später sporadisch zurück und hat heute einen Legendenvertrag bei der WWE inne. Bis heute (2020) war er auch ab und an in den Indies zu sehen.
Zuletzt trat er bei der WWE als Teilnehmer im Royal Rumble von 2015 auf, war jedoch nur ein Kurzauftritt und wurde relativ zügig von Bray Wyatt eliminiert.
Fazit
Eines muss man Martin Wright lassen. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit kam er weiter, als man das wohl zu hoffen gewagt hätte. Im reifen Alter von 40 Jahren entschied er sich (mithilfe einer kleinen Notlüge) WWE Wrestler zu werden. Er mag kein großer Techniker gewesen sein und die Lücke, erst so spät mit dem Wrestling angefangen zu haben, konnte er nie ganz schließen.
Steckbrief
- Name: Marty Wright
- Ringname: The Boogeyman
- Geboren: 31. Oktober 1964
- Geburtsort: Phoenix/Arizona
- Größe: 186 cm
- Gewicht: 120 kg
- Finishing Move: Falling Chokebomb, Goodnight (Pumphandle Slam), Boogeyslam (Inverted Falling Slam)
Marty Wright wurde am 31. Oktober 1964 in Phoenix Arizona geboren. Er ist bekannt unter dem Namen The Boogeyman.
Weitere Informationen
Wenn er sich nicht um sein Fitnessstudio kümmert, ist er in den Indy-Ligen ab und zu als The Nightcrawler oder als Boogeyman zu sehen.
Viele Ehemalige besuchen immer mal wieder Shows der WWE um Freunde zu besuchen, weil es sich um bekannte Gesichter handelt, sind diese dann auch backstage und werden vom einen oder anderen Reporter erkannt.
Ja der Boogeyman war beim Royal Rumble. Die "älteren" von früher haben beim Royal Rumble immer wieder mal Einläufe.
