Nicht nur in Teeräumen und traditionellen Ryokan-Unterkünften, auch in vielen japanischen Wohnungen findet man die Tatami als Bodenbelag. Bei westlichen Innenarchitekten und Raumausstatter wird die Reisstrohmatte aus Fernost immer beliebter. In japanischen Räumlichkeiten finden Sie die Reisstrohmatten überall. Die japanische Bodenmatte wird traditionell als Untergrund zum Schlafen, Sitzen oder Gehen verwendet.
Sie müssen sich zum Verständnis des natürlichen Bodenbelags vergegenwärtigen, dass japanische Häuser mit Fokus auf das Dach gebaut werden. Die wichtigste Schutzfunktion eines Hauses ist das Dach über dem Kopf. In dieser Tradition wurden japanische Häuser über Generationen gebaut. Zunächst die Außenwände und dann erst das Dach. Aus dem Grund spielt die Inneneinrichtung in Japan eine untergeordnete Rolle und besteht aus eher leichten Materialien. Die Tatami spiegelt die Idee relativ gut wieder. Die japanischen Reisstrohmatten sind relativ einfach für einen japanischen Mann zu tragen. In Japan ist es durchaus üblich, dass die Zimmer für mehrere Zwecke genutzt werden, da vor allem in Städten Wohnraum nicht endlos zur Verfügung steht.
Was sind Tatami-Matten?
Tatami werden aus getrocknetem und gepresstem Reisstroh angefertigt und finden sich in Japan als Bodenbelag in nahezu allen Zimmern. Zusammengesetzt sind die japanischen Bodenmatten aus einem gepressten Kern aus Reisstroh, der von einer hochwertigen Matte aus Igusa-Gras bedeckt wird. Baumwollbänder an der Seite werden mit den Igusa-Gras-Matten vernäht und halten die Reisstrohmatten zusammen. Generell werden Tatamis nicht mit Schuhen, sondern nur barfuß, auf Socken, oder mit den Zori Tatami-Slippern betreten, um die Oberfläche nicht zu beschädigen.
Wer sich kein komplettes japanisches Zimmer einrichten kann oder möchte, kann sie auch als Unterlage für unsere Futons verwenden. Die Matten sind in der Regel doppelt so lang wie breit. Regionale Unterschiede außen vor, ist eine Tatami in der Regel einen Ken lang, und einen halben Ken breit. Unter Beachtung regionaler Unterschiede kann damit eine Länge zwischen 1,55m und 1,90m gemeint sein.
Herstellung im Wandel der Zeit
Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurden Tatami ausschließlich aufwändig von Hand gefertigt. Heute ist die maschinelle Fertigung an der Tagesordnung und die Matten sind in vielen unterschiedlichen Varianten erhältlich. Tatami-Matten, die frisch aus der Fertigung kommen, sind in der Regel grün. Klassische Tatamis bestehen aus einem gepressten Reisstrohkern, der Igusa-Ummantelung und dem Seitenrand, dem Beri. Heutzutage gibt es aber auch moderne Varianten mit einem Kern aus Schaumstoff oder einer Oberfläche aus Papier.
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Eigenschaften und Vorteile
Tatamis sind wärmeisolierend und reduzieren Schall. Sie haben keine isolierende Wirkung und sind daher nicht mit den japanischen Gras-Matten vergleichbar. Ob im Wohnraum als Bodenbelag oder als Futon-Unterlage - die japanischen Matten haben sehr gute wärme- und schallisolierende Eigenschaften. In Japan werden die Matten aus Reisstroh fast überall eingesetzt. Sie können sie selbst aus Veranden anstelle von Holz oder Bambus genutzt werden. Der Nutzung sind demnach keine Grenzen gesetzt. An sonnigen Tagen werden die japanischen Bodenmatten auch gern für Picknickausflüge mitgeführt. Unsere Sondermaße sind sehr genau geschnitten, es gibt nur wenige Abweichungen.
Tatami-Arten im 21. Jahrhundert
Die moderne Entwicklung macht an der Tatami nicht Halt. Sie finden die klassische Tatami daher in unterschiedlichen Ausführungen. Besonders wichtig sind dabei die unterschiedlichen Qualitätsstufen. Welche Arten von Tatamis gibt es im 21.
- Unit-Tatami: Die Dicke der Reisstrohmatte „Unit“ beträgt lediglich 1,5cm. Es handelt sich um dünnere Matten, die aber einen sehr festen Zellstoffkern besitzen. Sie können als Bodenbelag für Zimmer genutzt werden.
- Standard: Die Standard-Tatami ist 4,5 cm hoch.
- High Quality (HQ): Die HQ-Tatamis sind 5,5 cm hoch und haben einen besonders fest gepressten Reisstrohkern.
- Muko: Es gibt mittlerweile Allergiker geeignete Tatamis. Sie bestehen aus einem Schaumstoffkern und sind zum Schlafen wie auch zum Gehen und Stehen geeignet.
Neben dem Saum oder Beri der Tatami können Sie ebenfalls die Oberfläche wählen, wenn sie Tatamis online bestellen. Falls Sie keine richtige Tatami-Matte kaufen möchten, sondern lediglich ein Tatami-Gefühl in den Räumlichkeiten erwirken wollen, gibt es sogenannte Tatami-Rollmatten. Sie können als Teppich aus Reisstroh angesehen werden. Das kommt natürlich ganz auf die Größe des Betts an. Aber in der Regel reichen für einen großen Futon zwei Matten aus Reisstroh mit den Maßen 90cm x 200cm, die nebeneinandergelegt werden, völlig aus.
Verlegearten von Tatami-Matten
Es gibt viele verschiedene Varianten Tatamis in einem Raum auszulegen. Diese beiden Stile haben sich durchgesetzt. Am einfachsten ist das Auslegen der Tatamis einzeln oder bis zu vier Stück nebeneinander ohne jegliche Muster. Dann werden sie längs in die Laufrichtung des Zimmers nebeneinandergelegt. In größeren Räumen können auch mehrere Tatami-Reihen untereinandergelegt werden.
Die traditionelle Legeart wird als Fusyugijiki bezeichnet. Beim Syugijki werden in kleinen rechteckigen Räumen meist 2 Tatamis längs nebeneinandergelegt. Zwei weitere werden waagerecht als Abschluss oben und unten platziert. Falls die Räume breiter sind werden links und rechts jeweils 2 weitere Tatamis angelegt. Es gibt ferner Vergrößerungsmöglichkeiten, indem man 2 weitere Tatamis oben oder unten aneinanderlegt, sodass bis zu 12 Matten verwendet werden. Im klassischen Teezimmer werden die Reisstrohmatten um eine quadratische Tatamie verteilt. In der Regel werden die rechteckigen Tatamis längs in einer stilisierten Schneckenform um das Zentrum gelegt. Es wird ebenfalls als linksgedrehtes Swastika bezeichnet, ein hinduistisches Glückszeichen, was über China nach Japan gekommen ist. Die Teeecke nimmt dann meist 270x270cm Platz ein. Ein klassisches Tatamizimmer im Fusyugijiki-Stil.
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Seit vielen Jahren ist in Japan bekannt, dass auf 1 Tatami 2 stehende Menschen Platz finden. Auf 2 Matten aus Reisstroh können immerhin 4 bis 6 Personen sitzen. Doch wie werden die Tatamis richtig in einem Raum ausgelegt.
Pflege und Reinigung
Die japanische Reisstrohmatte muss zwar nicht übermäßig gepflegt, sollte aber bei der Verwendung möglichst nicht nass werden. Daher ist das Betreten der Tatami mit Schuhen verpönt. Es gab bisher beispielsweise nur einen dokumentierten Fall, bei dem 1857 Townsend Harris als amerikanischer Botschafter ein Tatamizimmer des damaligen Shoguns mit Schuhen betreten hat. Die Tatamis werden heutzutage meist mit einem Staubsauger abgesaugt. Zudem werden die Reisstrohmatten einmal im Jahr zum Trocknen und Lüften an einem sonnigen Tag nach Draußen gebracht. Zum Entfernen möglicher Milben oder Insekten sollten Sie die Tatami ebenfalls mit einem angefeuchteten Tuch abwischen. Es wird dafür eine Mischung von 1:5 aus Wasser und Essig hergestellt. Sie können Sie auch mit einem ökologischen Pestizid auf Pyrethrum-Basis besprühen. Nach vielen Jahren der Nutzung kann es passieren, dass sich die Oberfläche der Tatami-Matten abnutzt. In der Regel können Tatamibauer die Igusa-Oberfläche (auch Omote genannt) ablösen und eine neue Schilfrohrmatte daraufsetzen.
Tatami im Kampfsport
In dieser Funktion sind Tatami auch heute noch zu finden, außerdem sind sie ein Standard-Bodenbelag für Orte, an denen Kampfsport (z.B. Judo) praktiziert wird. Als Faustregel gilt: Standard-Tatami eignen sich vor allem in Räumen, wo wenig gelaufen wird und wo keine Punktlasten (z.B. durch Möbel) erzeugt werden, High Quality Tatami eignen sich für Räume, in denen viel gelaufen oder Sport ausgeübt wird.
Grundsätzlich gilt in der Kampfkunst, es ist anders als in jedem Film, den ihr bisher gesehen habt. Den Super Kung Fu oder Karatehelden, den ihr euch vorstellt gibt es nicht. Der Held ist nur deswegen so stark, weil der Regisseur ihn stark sein läßt, die Gegner zu verlieren haben und der reine Showeffekt gilt. Dagegen ist die Realität erstaunlich ernüchternd. Ein Mensch, der wirkliche Kenntnis über den Kampf als System besitzt wird unkompliziert unspektakulär zuschlagen. Das was leicht erscheint im Gegensatz zu akrobatischen Sprüngen erfordert ein Jahre langes Training. Das lernen eines Kampfsystems bedeutet nicht spaßorientiert üben. Ein wirkliches Kampftraining bedeutet harte Arbeit und unendliche monotone Wiederhohlungen der selben wenigen Grundprinzipien.
In vielen Stilen wird einem oft vorgegaukelt ein einzelner Schlag würde genügen oder gar töten. Von dieser Methodik ist gänzlich abzuraten. Eine derartige Präzision und Kraft haben nur Weltklasse-Lehrer, die ihr Leben der Kampfkunst gewidmet haben und Tag ein Tag aus trainieren. Der otto-normal Freizeitkampfsportler hat diese Fähigkeit nicht !!! Generell liegt das Geheimnis einer guten Schlagtechnik in der Kombination. Das "Bombardieren" mit einer fliesenden Bewegung von Angriffstechniken führt oft zum Kontrollverlust und einer reinen Verteidigungshaltung des Gegner, die zum Niederschlag führen muss. Äußerst wichtig ist anzumerken, das dieser Flucht und Verteidigungsreflex nicht bei einem auftreten darf. Blinzeln und Wegducken sorgt dafür, dass man die Übersicht verliert und die einzelnen Angriffe nicht mehr erkennt. Ziel einer Kampfkunst ist es hauptsächlich die Aufmerksamkeit zu schulen. Angriffe und Situationen zu erfassen um reagieren zu können.
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Die Griff und Wurfdistanz hat zumeist nur ein Ziel und zwar den Gegner zu Boden zu bringen um ihn dort zu bezwingen. Dies ist eine Methode, die im Wettkampf bei offenen Tunieren oft angewandt wird um gerade Boxern, die im Faustkampf schwer zu schlagen sind in die ungewohnte und verhängnisvolle Distanz zu bringen. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten Vertreter ist wohl das Brazilian Jiu Jitsu, dass von den Gracies in Ultimate Fighting Tunieren sehr effektiv eingesetzt werden konnte. Aber wie schon gesagt dies funktioniert im Wettkampf.
Ich möchte aus Prinzip keine Systeme bewerten. Denn die Systeme werden von Menschen gelehrt. Menschen haben die Eigenschaft radikal unterschiedlich zu sein. Deswegen möchte ich mich auf keinen Stil festlegen. Das erkennen eines guten Stils läßt sich anhand dieser Aspekte bewerkstelligen. Allerdings warne ich vor einem schnellen Urteil. Oft ist die eigentliche Kunst unter der Oberfläche zu finden. Aus reinen Prinzipien und Formen, die ansich nur schön auszusehen scheinen kann man mit etwas Geschick und Intelligenz für sich selbst, aus z.B. reinem Grundschulkarate, eine wirkungsvolle Bewegungsform kreieren. Grundsätzlich sollte man seinen Lehrer freundlich nach Technik fragen und erst etwas verweilen, bevor man meint sich eine Entscheidung über die Kampfkunst anmaßen zu müssen.
Qualitätsmerkmale und Fazit
Die Lehre die ein Lehrer an euch weitergibt ist nur so gut wie er selbst. Aber auch hier gilt : Nichts ist offensichtlich. Denn ein wirklich guter Lehrer prahlt nicht mit seinen Taten oder muss sich präsentieren. Jemand der dies dennoch tut hat eine Schwäche oder einen Komplex den er zu kompensieren sucht. Wenn euch ein Trainer also verspricht, dass sein System das Beste sei, dann ist das irreal. Ein Lehrer hingegen der seine eigenen Schwächen zugibt und selbst noch lernt bzw. sich als Schüler ansieht ist offen und ehrlich.
