Kampfsportler werden im Gegensatz zu Fußballern nicht so ins Rampenlicht gestellt. Es gibt eine Reihe von bekannten Taekwondoin, vor allem auch deshalb, da Taekwondo durch die Teilnahme an olympischen Spielen deutlich stärker in den Fokus gerückt wurde.
Bedeutende Taekwondo-Kämpfer
Der weltweit erfolgreichste Sportler im olympischen Taekwondo ist Steven Lopez aus den USA. Der Rekordhalter unter den deutschen Athleten ist Michael Arndt, der 1980 und 1986 die Europameisterschaft gewann, anschließend 1987 den Sieg bei der Weltmeisterschaft und 1988 eine Bronzemedaille bei Olympia holte, sowie 1989 den 1. Platz beim World Cup und den World Games gewann. Die erfolgreichste deutsche Frau ist Helena Fromm, die die erste Bronzemedaille bei Olympia gewann.
Weitere bemerkenswerte Persönlichkeiten
Seit 2013 ist der deutsche Taekwondo Bundestrainer der Herren Aziz Acharki. Der gebürtige Marrokaner und Träger des 4. Dan gewann in seiner aktiven Zeit eine Weltmeisterschaft, zwei Militärweltmeisterschaften, zwei Europameisterschaften und einen 5. Platz bei Olympia.
Taekwondo-Messi peilt Medaille anWährend Olympia 2012 blutet sein Herz, bei den Europaspielen in Baku ist Taekwondo-Kämpfer Levent Tuncat nach langer Leidenszeit ein heißer Kandidat für die Medaillenränge. Bei den Olympischen Spielen 2012 in London "blutete sein Herz", denn Deutschlands bester Taekwondo-Kämpfer Levent Tuncat konnte die Wettkämpfe verletzungsbedingt nur vor dem Fernseher verfolgen. Vier Jahre zuvor war er als Favorit auf die Goldmedaille nach Peking gefahren, dort jedoch in der Vorrunde ausgeschieden.
Und trotzdem oder gerade deswegen sind die Erinnerungen an seine Olympiateilnahme für ihn täglicher Ansporn: "Der Moment auf der Matte, wenn die Beine durch die Schreie tausender Menschen zu zittern beginnen, motiviert mich weiterzumachen, jahrelang hart zu arbeiten, um meinem Traum von einer olympischen Medaille täglich ein Stück weit näher zu kommen."
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Die Europaspiele in Baku sind auf dem Weg nach Rio ein bedeutender Zwischenstopp. "Ich erhoffe mir eine aufregende Erstausgabe der Europaspiele mit erfolgreichem Ausgang", sagt der 26-Jährige vor den Wettkämpfen. Als dreifacher Europameister ist Levent Tuncat zweifellos ein Top-Anwärter auf eine Medaille. "Darüber hinaus geht es um wichtige Weltranglistenpunkte." Denn die "Top 6" qualifizieren sich am Ende des Qualifikationszeitraums direkt für Rio.
Aktuell befindet sich der türkischstämmige Deutsche auf Platz 3 der Weltrangliste, nachdem er nach dreijähriger Verletzungspause auf Platz 70 abgerutscht war.
"Der Weg zurück war aber alles andere als einfach", blickt der Ausnahmeathlet, von seinem Heimtrainer aufgrund seiner guten Technik schon mal als "Lionel Messi des Taekwondo" bezeichnet, auf harte Jahre zurück. Neben dem Sport absolvierte er eine Ausbildung zum Industriekaufmann, wurde anschließend übernommen und arbeitet seitdem bei ThyssenKrupp. Nach einem harten Wettkampf irgendwo auf dem Globus ging es somit jeweils immer direkt im Anschluss zurück ins Büro. An zwei Trainingseinheiten am Tag war zu dieser Zeit nicht zu denken, auch für seine Familie blieb nicht viel Zeit übrig.
Zum 1. April 2015 wurde Levent Tuncat jedoch in die ElitePlus-Förderung der Deutschen Sporthilfe aufgenommen, wodurch er bis zu den Spielen in Rio mit 1.500 Euro pro Monat unterstützt wird. "Dank der Sporthilfe und dem Förderprogramm der Sportstiftung NRW kann ich mich seitdem voll und ganz auf meinen Sport konzentrieren, mein Arbeitgeber stellt mich für die kommenden 18 Monate frei," zeigt sich der Duisburger erleichtert. "Jetzt kann ich zweimal am Tag trainieren und habe trotz Trainings die Möglichkeit, auch Zeit mit meiner Familie zu verbringen."
Steckbrief Levent Tuncat
- Sportart: Taekwondo (bis 58kg - Fliegengewicht)
- Geburtstag: 29.
Taekwondo in Film und Fernsehen
Taekwondo wird zwar selten in Filmen beim Namen genannt, es gibt jedoch den einen oder anderen Kampfsport-Schauspieler, der im wahren Leben Taekwondo gelernt hat. Die Auswahl ist allerdings, vermutlich aufgrund der schwachen Verbreitung des Taekwondo vor der Gründung der WTF in 1973, nicht sehr groß. Auffallend ist ebenfalls, dass diverse Stuntmen im Genre Martial-Arts Taekwondo lernten, um ihre Beintechniken zu perfektionieren.
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Das Vorzeigeexemplar unter den Schauspielern ist der durch seine perfekten Tritte bekannte Chuck Norris, dessen Markenzeichen, der Roundhouse-Kick, jedem von Euch noch geläufig sein dürfte. Obwohl ihn diverse Witzeleien in den letzten Jahren häufig als Scheinheld dastehen lassen, ist Chuck Norris Träger des 8. Dan im Taekwondo.
Der Engländer Scott Adkins, unter anderem bekannt aus „X-Men Origins: Wolverine“ und „The Expandables 2“, trägt den schwarzen Gürtel im Taekwondo. Der US-amerikanische Schauspieler Michael Jai White spielte in verschiedenen Martial-Arts-Filmen, unter anderem zusammen mit Steaven Seagal (Exit Wounds) und Jean-Claude-Van-Damme (Universal Soldier - Die Rückkehr).
Meister Ko Eui-Min
Ko Eui-Min wurde 1942 in der Stadt Asan, 80 km von der koreanischen Hauptstadt Seoul entfernt, geboren. Korea stand damals noch unter japanischer Besatzung. Die Kolonialherrschaft endete mit der Kapitulation Japans 1945. Schon in jungen Jahren wusste Ko Eui-Min, dass Taekwondo sein Lebensinhalt sein würde. Er hatte damals eine Vision, wie er Taekwondo weiter zu entwickeln hat, damit es auf der ganzen Welt bekannt werden würde. Im Alter von nur 32 Jahren war er der jüngste koreanische Nationaltrainer aller Zeiten. Er brachte 15 Weltmeister, 28 Asienmeister und über 100 koreanische Meister in seiner aktiven Trainerlaufbahn hervor. Nach ihm zogen seine Meisterschüler Kim, Sei-Hyeok (Korea), Kim Chul-Hwan (Deutschland), Kim Young-Ki (Spanien), Yu Young-Hap (Spanien), Kim Chul-Hoe (USA), Shin Jang-Hwan (Österreich), Son Tae-Hwan (Canada), Ju Shin-Kyu (Korea) ebenfalls unzählige Europa-, Asien-, Weltmeister und Olympia-Sieger heran.
Aus der Stammriege von Meister Ko stammen ca. 25% aller Weltmeistertitel von 1975 bis zum jetzigen Zeitpunkt. 1978 kommt Meister Ko nach Deutschland um Pionierarbeit in Europa zu leisten. Ko Eui-Min begann als 14-Jähriger mit dem Taekwondo Training. Nach fast zwei Jahren hartem Training bestand er die Prüfung zum 1. Dan.
Karriere von Ko Eui-Min
1961 - Nach Abschluss der Chung-Dong High School begann Meister Ko das Studium der Sportwissenschaften an der renommierten Kyung-Hee Universität in Seoul. 1966 - Er begann seine Trainerkarriere nach einem Sportfestival in Asan. In einem Restaurant hatte er zufällig eine Gruppe von US-Soldaten kennengelernt. Von Taekwondo hatten diese jungen Männer überhaupt keine Vorstellung. Meister Ko lud einige von ihnen zu einem Training ein. Der Name dieser Schule war „Mooduk-Kwan Shin-Chon Dojang“.
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Es war ein sehr schlicht eingerichteter Trainingsraum im Keller eines Geschäftshauses. Zu dieser Zeit gab es keinen übergeordneten Nationalen Taekwondo Verband. Die Taekwondo Meister gehörten neun verschiedenen Klans an, den so genannten Kwans. 1969 - Anfangs trainierten die Sportler dort auf dem blanken Betonboden, der nur 8x10m groß war. Dennoch trainierten in diesem Raum bis zu 40 Kämpfer gleichzeitig. Diese Enge war einer der ausschlaggebenden Gründe, warum die Sportler des Mooduk-Kwan Shin-Chon Dojangs in Wettkämpfen so erfolgreich wurden. In Trainingskämpfen gab es nahezu keinerlei Möglichkeit zum ausweichen. Als Alternative blieb nur - angreifen oder kontern.
1971 übernahm er das Cheftraineramt bei der Kwang-Sung Hochschule. Die besten Kämpfer folgten ihm auf diese Schule, um weiter unter seiner Leitung trainieren zu können. 1971 - Im Mai des Jahres 1971 heiratet Meister Ko die Profi-Volleyballspielerin Kim Seok-Soon. Im selben Jahr holte er mit diesem Team bei der 1. Asienmeisterschaft alle 8 möglichen Goldmedaillen.
1975 - Meister Ko bestritt die allererste Europatournee mit einer koreanischen Nationalmannschaft. 1975 - Im selben Jahr bestand kein Zweifel, dass Meister Ko bei der 2. Weltmeisterschaft in Seoul, Korea als Nationaltrainer der koreanischen Mannschaft gewählt werden würde. Er bestätigte seine Position mit Siegen aller acht Kämpfer. Vier davon waren seine eigenen Schüler. 1976/77 - absolvierte Meister Ko jeweils einen drei-monatigen Trainingsaufenthalt in Deutschland. Es gab einige Seminarteilnehmer, die sogar ihren Job gekündigt hatten, um die gesamte Zeit mit Meister Ko trainieren zu können.
1976 - Meister Ko wurde erneut als koreanischer Nationaltrainer bei der 3. Weltmeisterschaft in Chicago, USA gewählt. Hier holte er sieben Gold Medaillen mit seinem Team. 1978 - Bei den Taekwondo PRE WORLD GAMES errang er mit der koreanischen Nationalmannschaft vier Goldmedaillen.
1978 - Als HEAD COACH OF THE WORLD von 15 Weltmeistern kommt Meister Ko nach Deutschland. Günter Schramm engagierte Meister Ko für zwei Jahre als Cheftrainer für den SSV Dachau Ost. 1981 - Meister Ko übernahm das Training im Taekwondo Lehrzentrum München am Isartor. 1984 - Eröffnung des ersten MASTER KO TAEKWONDO Dojang in der Münchner Innenstadt am Karlsplatz.
1996 - Umzug des MASTER KO TAEKWONDO Dojang in die Rosenheimer Strasse 139 in München. Hier entsteht ein neuartiges Konzept einer Taekwondo Schule. Danach wurde es zum Standard für einen modernen Taekwondo Dojang. Meister Ko wird Technischer Direktor der World Taekwondo Federation. Verantwortlicher Supervisor der 6. Meister Ko Eui-Min ist koreanischer Nationaltrainer bei der 2. Weltmeisterschaft in Seoul, Korea. Jede Nationalmannschaft stellt 8 Kämpfer in verschiedenen Gewichtsklassen. Meister Ko ist koreanischer Nationaltrainer bei der 3. Weltmeisterschaft in Chicago, USA. Weitere 7 Goldmedaillen folgen.
Ausgezeichnet mit "Baegmajang" - Koreanische Bundesehrenmedaille 2. Klasse. Ausgezeichnet mit dem „Presidential Sports Award“ durch den US Präsidenten George W. Bush.
Als die ersten Kämpfer von Meister Ko bei Meisterschaften steppend die Kampfrunden begannen, wurden sie ausgelacht. Aber als die ersten Gegner durch die dynamischen Kicks, die fließend aus Stepp-Varianten hervorgingen, K.O. gingen, wuchs das Interesse an den "KO-Stepps" rasch. Durch die locker ausgeführten Stepps wurde der Kampfstil deutlicher von taktischen Manövern bestimmt.
Der Tiefschutz für Taekwondo, der unter der Dobok-Hose getragen wird, ist eine Kreation von Meister Ko. Nach der Eröffnung der Taekwondo Schule in Seoul hatte Meister Ko anfänglich kein Geld um einen Holztrainingsboden zu kaufen. Die Kämpfer mussten barfuss auf blankem Beton trainieren, sodass sie schon nach kurzer Zeit blutige Füsse hatten. Es gab zu dieser Zeit noch keine speziellen Taekwondo Schuhe. Durch die ständige Reibung auf dem Betonboden waren die Schuhe aber schon nach wenigen Trainingseinheiten durchgerieben.
Aus der Not geboren, benutze Meister Ko die alten Schuhsohlen als Trainingsgerät: Die Kämpfer hielten sich die Gummisohlen gegenseitig in Position, um darauf Kombinations- und Speed-Techniken zu trainieren. Es war weltweit das erste Buch über Theorie und Trainingsmethodik des Taekwondo-Wettkampfes, herausgegeben von Meister Ko Eui-Min. Das Trainingsgerät lässt sich variabel einstellen, so dass die Sportler damit alle verschiedene Techniken üben und optimieren können. Das Messgerät kann alle physikalischen Werte eines Schlages bzw. Kicks messen und analysieren.
Die Wettkampfdauer beträgt 3x2 Minuten. Oft kommt es vor, dass Kämpfe von beiden Sportlern passiv geführt werden und dadurch wenig Aktionen in einer Runde zu sehen sind. Die 10 Sekunden Regel: Innerhalb von 10 Sekunden muss ein Kämpfer eine Angriffsaktion durchführen. Die kreisförmige Wettkampffläche gewährleistet einen harmonischen und effektiven Wettkampfverlauf, zumal die Kämpfer nicht in eine Ecke gedrängt werden, sondern stattdessen seitlich ausweichen können. Die Kämpfer sind sich stets ihrer Position innerhalb der Kampffläche bewusst, können also besser einschätzen, wo sich die Begrenzungslinie befindet. Testkämpfe haben gezeigt, dass die Sportler auf der kreisrunden Fläche aktiver kämpfen.
Weitere Kampfsportler und Persönlichkeiten
Die besten Kampfsportler der heutigen Zeit können bei ihren Gagen durchaus mit den Stars anderer Sportarten mithalten. Verdienste in Millionenhöhe sind dabei nicht ungewöhnlich. Zu einem der erfolgreichsten Kämpfer zählt der MMA-Athlet George St-Pierre. Zu einer Legende im Boxsport wurde der im Jahr 2016 verstorbene Cassius Clay, der sich später Muhammad Ali nannte. 1967 wurde er Weltmeister im Schwergewicht. Der Titel wurde ihm jedoch aberkannt, weil er zum Islam wechselte. Muhammad Ali gilt aber nach wie vor als der beste Boxer aller Zeiten.
In Deutschland ist der Karateka Toni Dietl berühmt geworden. Er fungierte auch als Bundestrainer im Deutschen Karateverband DKV und erhielt vom deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker das Goldene Lorbeerblatt. Im Taekwondo fallen gleich zwei Namen auf. Beide Taekwondokämpfer haben türkische Wurzeln und beide sind in dieser Sportart äußerst erfolgreich geworden. Im Wrestling gibt es nicht nur berühmte Kämpfer, sondern auch einige, die es in die Ruhmeshalle der WWE geschafft haben. Die WWE ist ein amerikanisches Medienunternehmen, das für die Übertragung von Wrestlingshows verantwortlich zeichnet. Zu den Champions des Wrestlings zählen derzeit Roman Reigns, AJ Styles und die Kämpferin Roundy Rousey.
“Ich habe ein Ziel, bin diszipliniert, und es gibt kein Abschweifen mehr.“ So fasst Renato Marni seinen Weg zum Weltmeistertitel zusammen. Marni ist 58 Jahre alt, hat kurze, dunkle Haare mit grauen Ansätzen und ist achtzehnfacher Taekwondo-Weltmeister. Geboren wurde er in Thusis im Kanton Graubünden, aufgewachsen ist er in Domleschg. Er ist „glücklich geschieden“ und hat zwei Kinder. Seine Ausbildung zum Koch, die er mit 19 Jahren abschloss, beschreibt er als einzige Katastrophe. „Die Zustände als Lehrling waren zu der Zeit schlimm, Fußtritte und Ohrfeigen sowie zahlreiche Überstunden waren an der Tagesordnung. Nicht ein einziger Tag hat Spaß gemacht.“ Mit 23 Jahren wechselte er in den Verkaufsaußendienst eines Lebensmittelherstellers, wo er heute noch zufrieden tätig ist. In seiner Freizeit praktiziert und unterrichtet er Taekwondo. Ferner gibt er Seminare zum Thema Winner-Mindset und Einzelcoachings im Bereich Sport und Gesundheit.
Historische Entwicklung des Taekwondo
In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten war das Gebiet des heutigen Korea in drei Königreiche aufgeteilt: Koguryo im Norden, Baek Je im Südwesten und Silla im Südosten, wobei Koguryo flächenmäßig bei weitem das größte war. In den alten Königreichen von Korea war Taekwondo unter verschiedenen Namen bekannt: Subyokta, Kwonbaek, Byon und Taekyon.
Die beiden südlichen Länder Baek Je und Silla lebten in ständiger Wachsamkeit gegen die militärische und wirtschaftliche Bedrohung durch Koguryo aus dem Norden. Vor allem für Silla wirkte sich das insofern positiv aus, als die eigene Kraft und Stärke in jeder Beziehung erhalten und verbessert werden mußte. Man erkannte hier, daß eine geistige Überlegenheit die Grundlage für das Widerstandsvermögen gegen den Norden war, und so entwickelte man vielerlei Systeme, die die geistige Substanz des Volkes nährten und verbesserten.
Zu diesem Zweck wurde unter anderem im 6. Jahrhundert n. Chr. von dem König Chin-Hung das Hwarang-Do gegründet, eine Organisation, in der die talentierte Jugend der damaligen Zeit aufgenommen und im Ideengut des Zen unterrichtet wurde. Dieses Ideengut wendete man auf verschiedene Künste, Wissenschaften und die Selbstverteidigung an. Damit war der Grundstein für die Geschichte und Entstehung des Taekwondo gegeben Für die Hwarang-Do-Bewegung resultierte aus dem Gedankengut des Zen eine unüberwindbare Stärke, die schließlich zu einer friedlichen Vereinigung der drei Königreiche unter der Leitung Sillas führte.
In der folgenden Silla-Dynastie wurde Soo Bak Gi und Taek Kyon zur nationalen Kriegskunst erklärt, in der jährlich Wettkämpfe ausgetragen wurden, um den besten Kämpfer zu ermitteln. Der Wettkampfsieger erhielt einen bedeutenden Posten in der Regierung. Auch während der Koryo-Dynastie (918 - 1392 n. Chr.) erfreuten sich die kriegerischen Künste großer Beliebtheit. Chr., auch Yi-Dynastie genannt) im Zuge des Übergangs vom Buddhismus zum Konfuzianismus als Gesellschaftsordnung wurde jedoch alles, was mit dem Militär und so auch mit Taekwondo zu tun hatte, in der Geschichte Koreas abgewertet.
Da aber der äußere Anlaß der Auseinandersetzung mit den Nachbarstaaten im Laufe der Zeit verschwand, erlahmte die schöpferische Kraft des Volkes und die Entwicklung des Do stagnierte. Als im 14. Jahrhundert die Lee-Dynastie folgte, wurde das Taekyon nur noch von kleinen Gruppen am Leben erhalten und die Taekwondo Geschichte stagnierte mehrere Jahrhunderte lang. Im Jahr 1910 erfolgte die Besetzung Koreas durch Japan und Taekyon wurde in seiner öffentlichen Ausübung verboten.
Damit war aber der äußere Anlaß, der das Taekyon zu seiner einstigen Blüte geführt hatte, wieder gegeben: die Bedrohung von außen. Gerade das führte dazu, daß das Taekyon von neuem ausgeübt und gepflegt wurde und auch diese schlimme Zeit ohne Schaden überstand. Nach der Niederlage der Japaner 1945 war das Interesse vorhanden, das Taekyon und seine Techniken der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Es erfolgte schnell eine allgemeine Verbreitung und in dieser Zeit entstand eine Bewegung unter der Führung von General Choi Hong-hi.
General Choi Hong-hi (1918-2002) wurde beauftragt, das Taekyon neu zu ordnen und eine umfassende äußere Organisation zu entwerfen. Im Rahmen dieser Neuordnung änderte er auch 1955 unter Mithilfe eines Komitees, dem bedeutende Persönlichkeiten Koreas angehörten, den Namen des Taekyon in Taekwon-Do, was soviel wie „der Weg des Fußes und der Hand“ heißt. General Choi Hong-hi gilt als Begründer und wichtiger Motor der weltweiten Verbreitung und Geschichte des modernen Taekwondo.
Zwischen 1950-1953 entwickelten die Meister Südkoreas unter Leitung von General Choi Hong-hi einen neuen Kampfsport nach dem japanischem Modell. Taekwondo vereinte die bestehenden Stilrichtungen Chang Hon Yu, Chang Moo Kwan, Chung Do Kwan, Chi Do Kwan, Oh Do KWan, Yul Kwan Sool, Kang Duk Kwan, Yun Moo Kwan und andere. 1955 führte General Choi Hong-hi im Auftrag der südkoreanischen Regierung Taekwando als Nationalsport ein. Die Disziplin wurde schnell zum koreanischen Volkssport und als Pflichtfach auch an allen Militärakademien und Polizeischulen des Landes gelehrt.
Ein Graduierungssystem (Dan Gup Jedo) wurde gegründet und Regeln für den Wettkampf erstellt. 1961 wurde General Choi Hong-hi der erste Präsident der Korean Taekwondo Association (KTA). 1965 brach als wichtiger Meilenstein in der Geschichte eine Abordnung höchster Danträger von Korea auf, um das Taekwondo in der ganzen Welt zu verbreiten. Seit dieser Zeit wird diese koreanische Kampfkunst auch in Europa unterrichtet. In der deutschen Delegation von Choi Hong-hi war übrigens auch Taekwondo-Großmeister Jae-Hwa Kwon.
Die moderne Taekwondo-Geschichte gipfelte in der Gründung von zwei großen Weltverbänden: Dem ITF 1966 unter General Choi Hong-Hi und der WTF 1973 unter Kim Un-Yong. Die Taekwondo-Techniken und Stile beider Verbände sind im Grunde identisch. Die beiden Stile unterscheiden sich in ihrer Geschichte vor allem in der Namensgebung, in den Formenläufen (Taegueks, Poomse) und in der Art des Wettkampfes (Semi-Kontakt, Vollkontakt).
Die WTF wurde 1973 als Reaktion auf die Emigration von General Choi Hong-Hi und die parallel stattfindende Verlegung der ITF-Zentrale nach Kanada gegründet. Die Begründung dafür war, dass Taekwondo als koreanischer Nationalsport seinen Zentralsitz unbedingt in Korea haben muß. In Deutschland ist nur das olympische WTF Taekwondo System offiziell anerkannt. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Weltverbänden ist, dass der WTF im Gegensatz zum ITF versucht, den Sport und die Wettkämpfe publikumswirksamer und attraktiver zu gestalten.
Das Hauptquartier der World Taekwondo Federation ist das Kukkiwon in Seoul (Südkorea). Im Kukkiwon, der internationalen Zentrale des Taekwondo, dreht sich alles um den Kampfsport und seine Geschichte.
Wichtige Daten in der Taekwondo-Geschichte
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über wichtige Ereignisse in der Geschichte des Taekwondo:
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1961 | Gründung der „Korean Taekwondo Association“ (KTA) |
| 1965 | Eine Abordnung höchster Danträger bricht von Korea auf, um das Taekwondo in der ganzen Welt zu verbreiten |
| 1966 | Gründung der International Taekwon-Do Federation (ITF) |
| 1972 | Fertigstellung des Kukkiwon (jetziger Sitz der World Taekwondo Federation) |
| 1973 | Gründung der World Taekwondo Federation (WTF) |
| 1974 | Die erste „Asian Taekwondo Championships“ wird im Kukkiwon veranstaltet |
| 1975 | Die WTF wird ein Mitglied der „General Association of the International Sports Federation“ (GAISF) |
| 1976 | Die „European Taekwondo Union“ (ETU) wurde in Barcelona (Spanien) gegründet |
| 1978 | Die zweiten „European Taekwondo Championship“ werden in München (Deutschland) ausgetragen |
| 1980 | Die IOC erkennt offiziell die WTF bei ihrer 83. Sitzung in Moskau an |
| 1981 | Die Deutsche Taekwondo Union entsteht aus der Sektion „Taekwon-do“ des Deutschen Judo Bundes |
| 1982 | Die Deutsche Taekwondo Union (DTU) wird Mitglied im Deutschen Sportbund (DSB) |
| 1983 | Die „International Taekwondo Academy“ wurde gegründet |
| 1986 | Der erste „World Cup Taekwondo“ wurde in Colorado Spring (USA) veranstaltet |
| 1988 | Taekwondo ist eine Demonstrationssportart bei den vierundzwanzigsten Olympischen Spielen |
| 1992 | Taekwondo nimmt als eine Demonstartionssportart bei den fünfundzwanzigsten Olympischen Spielen teil |
| 1995 | Die WTF (Südkorea) setzt die DTU unter Druck, damit diese das bis dahin bevorzugte Formensystem des Choi Hong Hi (Hyong) auf Poomse umstellt |
| 2000 | Die ersten Olympischen Spiele mit Teilnahme, bei der Taekwondo (WTF Stil) als Vollkontakt vertreten ist |
| 2003 | Weltmeisterschaft der WTF in Garmisch-Partenkirchen / Deutschland |
