Andreas Tölzer: Eine Judo-Biografie

Andreas Tölzer, geboren am 27. Januar 1980 in Bonn, ist ein bekannter deutscher Judoka. Der wuchtige Rheinländer galt als große Kämpfernatur.

Frühe Jahre und Anfänge

Andreas Tölzer begann 1989 als Neunjähriger beim heimischen JC Swisttal, südlich von Köln, bei Trainer Klaus Kirste mit dem Judo. "Vorher habe ich ein bisschen Fußball gespielt", berichtete er.

Sportliche Erfolge

Seine Kämpfereigenschaften konnte er beim Judo bis zu seinem Rücktritt im Jahre 2013 häufig eindrucksvoll unter Beweis stellen, auch wenn es "nur" zu zwei Europameistertiteln (einer davon bei den Junioren), zweimal WM-Silber und einmal Olympia-Bronze für ihn reichte (insgesamt waren es acht Medaillen). Judo-Schwergewichtler Andreas Tölzer hat bei den Olympischen Spielen die Bronzemedaille gewonnen. Der 32-Jährige aus Mönchengladbach besiegte den Weißrussen Igar Makaraw im Kampf um Platz drei vorzeitig und holte damit bei seiner dritten Olympia-Teilnahme seine erste Medaille. Zum Abschluss der Judo-Wettkämpfe war es das vierte Edelmetall für die deutschen Kämpfer.

Überblick über die wichtigsten Erfolge

  • Olympia-Dritter 2012
  • WM-Zweiter 2010 und 2011
  • WM-Dritter 2013
  • Europameister 2006
  • EM-Dritter 2003, 2007 und 2010

Bei der WM verfolgte ihn immer wieder Verletzungspech. 2003 (bakterielle Infektion), 2005 (Schulterbruch) und 2007 (Bauchmuskelanriss) konnte er nicht antreten. Erst 2010 holte er eine Medaille.

Der 145-Kilo-Mann hat bei Turnieren die meisten Größen des Schwergewichts besiegt und schloss zu seinen Vorgängern Henry Stöhr und Frank Möller auf, gemäß seiner Überzeugung: "Ich weiß, dass ich alle in der Welt schlagen kann" (FAZ, 10.9.2010).

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Einfluss und Nachfolger

Wenn im deutschen Judosport spekuliert wurde, wer denn Nachfolger im Schwergewicht werden könnte für den zurückgetretenen früheren Medaillengaranten Andreas Tölzer, so fiel in den Jahren 2013 und 2014 immer öfter der Name André Breitbarth, des Junioren-Europameisters U23 von 2010. Der neue Tölzer zu sein, sagte der Braunschweiger Kämpfer aber, der in der Bundesliga für Witten-Annen antritt, das werde nicht von ihm erwartet, noch nicht jedenfalls. Bei seiner ersten EM-Teilnahme 2014 erkämpfte Breitbarth immerhin bereits eine Bronzemedaille im Gewichtslimit über 100 kg.

Frank Wieneke und seine Bedeutung für den Judo

Frank Wieneke hat 2019 seine Autobiographie als Olympiasieger und DJB Bundestrainer herausgebracht hat. Frank bringt Euch einen Auszug seiner erfolgreichen Athleten wie Ole Bischof (Olympiasieger), Florian Wanner (Weltmeister), Andreas Tölzer (Olympia Bronze) usw. im Trainer-Athleten-Gespann näher.

Als Trainer ist Wieneke genauso akribisch wie als Athlet, tritt aber ganz anders auf, als man ihn früher erlebt hat: zugänglich, offen, immer ansprechbar, selbstkritisch, sympathisch. Weit weg von jenem „Vollegoisten“, als den er sich selbst einmal bezeichnet hat. Der Ballast ist weg, der Diplom-Trainer Wieneke kann in neuer Funktion seinen Schutzpanzer ablegen, der Mensch tritt hervor.

Als erster deutscher Judoka erreicht Frank Wieneke als Athlet und als Trainer den größtmöglichen sportlichen Erfolg; das bringt ihm Analogien zu Franz Beckenbauer und Heiner Brand ein.

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