Jeder Dialekt ist ein einzigartiges Zeugnis regionaler Identität, Vielfalt und Tradition. Er verbindet Menschen, gibt ihnen Heimat, Vertrauen und Zuversicht. Du bist „einer von uns“ - diese Bande ist stark, vor allem in Sachsen.
Wir feiern die Menschen, die den sächsischen Dialekt lebendig halten, beleuchten die Geschichte einer Sprache, die einst die Basis der deutschen Schriftsprache war, und tauchen ein in die spannenden Geschichten, die sich in jedem sächsischen Wort verbergen. Begleiten Sie uns auf Entdeckungstour durch Videos, Podcasts und Artikel, die das Sächsische in all seinen Facetten präsentieren - authentisch, herzlich und mit einer Prise Humor.
„Sächsisch is mehr als nur ’ne Mundart, es is en Stück Heimat!“ Entdecken Sie, wie lebendig und einzigartig unser Dialekt ist und lassen Sie sich von seiner Ausdruckskraft und Kreativität begeistern.
Typische sächsische Ausdrücke und ihre Bedeutung
Im Folgenden werden einige typische sächsische Ausdrücke erläutert, die einen Einblick in die sächsische Lebensart geben:
- BLIEMCHENGAFFEE: Sächsisch für „Blümchenkaffee“. Kaffee ist so dünn, dass man in der Tasse den Boden sehen kann, der früher traditionell mit einem Zwiebel-/Blumenmuster verziert war.
- FRIEMELN: Sächsisch für „konzentriert mit Fingerspitzengefühl arbeiten“, „etwas Kleinteiliges zusammensetzen“. Feinmotorisch sind die Sachsen echt talentiert!
- NINGELN: Sächsisch für „jammern“, „leise weinen“. In Sachsen wird nicht geningelt! Die Sachsen sind Macher und packen an.
- BESCHMUH: Sächsisch für „Schummelei“ bzw. schummeln.
- NAUSBELZEN: Sächsisch für „aus der Stube raus in die Natur treiben“. Raus in die Natur, an die frische Luft, weg von Computer und Fernsehgerät - im Erzgebirge wird „nausgebelzt“.
- BIBBUS: Sächsisch für etwas, das hervorsteht / Knubbel.
- EUJA: Sächsisch für „Doch!“, „Na klar!“, Ausruf der Bejahung/Zustimmung.
- AUSENANNER POSEMENTIEREN: Sagt man im Vogtland, wenn man etwas Kompliziertes ganz einfach erklären will.
- OAK NE JECHN: Sagt man in der Oberlausitz für „Immer mit der Ruhe!“ Geduld, Qualität und Präzision braucht man im Handwerk.
- FORHOHNEBIEBELN: Sächsisch für „veralbern“, „reinlegen“.
- MOHDSCHEGIEBSCHEN: Sächsisch für „Marienkäfer“.
- FORBLEMBORN: Sächsisch für „(Geld) verschwenden“, „vergeuden“. Die Sachsen forblemborn ihre Zeit nicht, sie packen an und sind echte Zukunftsmacher.
- NU!: Sächsisch für „Ja!“, aber auch „jetzt“ und „nun“, Ausdruck der Zustimmung.
- ANDADSCHN: Sächsisch für „anfassen“, „berühren“. „Andadschn vorbodn“! heißt es regelmäßig in den großen Kunsthallen im Freistaat.
- BOMFORZIONÖS: Sächsisch für „großartig“, „pompös“. Wo man in Sachsen hinschaut, gibt es Großartiges zu entdecken.
- DÄSCHDLMÄSCHDL: Sächsisch für „Liebschaft“, „versteckte Liebelei“.
- FORHÄDDERN: Sächsisch für „verheddern“, „hängen bleiben“, „ins Stocken geraten“, „sich in Widersprüche“ verwickeln.
- GEIGLN: Sächsisch für „herumalbern“, „Quatsch machen“.
- BEMME: Sächsisch für „eine Scheibe geschnittenes Brot“.
- HAAMIT: Erzgebirgisch für „Heimat“. Als Haamit bezeichnen Erzgebirgerinnen und Erzgebirger ihre Heimat.
- NISCHL: Sächsisch für „Kopf“.
- BUDZSCH: Sächsisch für „merkwürdig“, „verwunderlich“, „niedlich“.
- MÄFFDL: Sächsisch für „kleines Auto“.
- DÄMMSE: Sächsisch für „Hitze“.
- FISCHELANT: Sächsisch für „clever“, „rührig“, „auf Zack“, „schlau“.
Sächsische Erfindungen und Innovationen
Die Sachsen sind Macher und packen an. Nur so lässt es sich erklären, dass aus Sachsen so viele Erfindungen kommen. Mineralwasser, Kaffeefilter, BH, Kühlschrank, Porzellan, Teebeutel, um nur einige zu nennen. Und auch heute noch stammen bahnbrechende Erfindungen aus Sachsen: organische Oleds, KI-gestützte Brustkrebserkennung, das weltweit erste Carbonbetonhaus oder die erste Wasserstoffbahn Europas, die bald durch Görlitz fahren wird.
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Schon seit Jahrhunderten tüfteln und werkeln, experimentieren und erfinden sie: einst die Zahnpasta, das Mundwasser, den Teebeutel, den Kaffeefilter und die Tageszeitung. Heute den selbst lernenden Roboter und die Gen-Schere. Die Zukunft - sie wird in Sachsen gemacht.
Sachsen als Bildungsstandort
„Das ist Beschmuh!" - Schummeln haben die sächsischen Schülerinnen und Schüler wirklich nicht nötig. Regelmäßig erzielen sie im Vergleich mit ihren Altersgenossen im restlichen Bundesgebiet die besten Ergebnisse. Jüngst erst wieder: 2023 hat Sachsen erneut Platz 1 im Vergleich aller Bildungssysteme belegt. Sie haben eben einfach was im „Nischel“, die Sachsen!
Sächsische Kunst und Kultur
Wo man in Sachsen hinschaut, gibt es Großartiges zu entdecken, vor allem in Sachen Kunst und Kultur: Ob Raffaels „Sixtinische Madonna“, zeitgenössische urbane Kunst, Konzerterlebnisse in der Dresdner Semperoper oder die spektakulären Schätze im Grünen Gewölbe. 2025 ist Chemnitz Europäische Kulturhauptstadt.
Großartig ist auch Sachsens Musiktradition. Namhafte Komponisten wie Bach, Wagner, Schumann und Mendelssohn Bartholdy haben in Sachsen gewirkt. Thomaner- und Kreuzchor, Sächsische Staatskapelle, Leipziger Gewandhausorchester und Dresdner Philharmonie sind Sachsens Musikbotschafter von Weltrang. Und: Sachsen hat die dichteste Theater- und Orchesterstruktur in Deutschland. Einfach bomforzionös!
Sächsische Gemütlichkeit und Humor
Die Sachsen lachen gern und viel - auch über sich selbst. Aber forhohnebiebeln lassen sie sich nicht. Man könnte fast meinen: Der sächsische Dialekt ist nur mit Humor zu ertragen. Das zeigt die berühmte sächsische Mundart-Dichterin Lene Voigt ebenso wie Dialekt-Botschafter der Neuzeit wie Tina Goldschmidt, Kristina vom Dorf, Tom Pauls, Gunter Böhnke, Bernd-Lutz Lange oder auch Peter Ufer.
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Sachsen und seine Natur
In Sachsen sind mehr als 70 Marienkäferarten heimisch. Und jede Menge andere seltene Tierarten: die Würfelnatter, der Bienenfresser, der Wiedehopf oder die Kleine Hufeisennase. Aber egal, ob Mohdschegiebschn, Luchse in der Sächsischen Schweiz oder die Bienen auf dem Dach der Leipziger Oper: Sie alle sind bei uns in guten Händen. Schließlich hat ein Sachse das Prinzip der Nachhaltigkeit entwickelt: Hans Carl von Carlowitz.
Raus in die Natur, an die frische Luft, weg von Computer und Fernsehgerät - im Erzgebirge wird „nausgebelzt“, was so viel heißt wie „aus der Stube raus in die Natur treiben“ und ein interessanter Gegenentwurf ist zur sonst fürs Erzgebirge so typischen Gemütlichkeit, die sich in Begriffen wie „ausbutzeln", „hutzen" und „Feierohmd" zeigt.
Handwerk in Sachsen
Über 56.000 Handwerksbetriebe arbeiten in Sachsen tagtäglich dafür, dass es dem Freistaat und den Menschen hier gut geht. Ob in kleinen Manufakturen oder großen Betrieben: Sie schrauben, brauen, sägen, verglasen, nähen, bauen, meißeln, binden, schmieden, backen, schneiden, fräsen und noch vieles mehr. Das Handwerk hat hier goldenen Boden und trägt dazu bei, dass wir uns heute und in Zukunft an echt sächsischen Erzeugnissen erfreuen können.
Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí
Als Haamit bezeichnen Erzgebirgerinnen und Erzgebirger ihre Heimat. Besonders geprägt hat diese der Bergbau, der vom ersten Silbererzfund im Jahre 1168 bis 1990 ununterbrochen betrieben wurde. Seit dem 6. Juli 2019 trägt die Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí sogar den Titel „UNESCO-Welterbe“. Warum? Im Erzgebirge boomte der Bergbau; hier wurde der Grundstein für den Reichtum und Wohlstand eines ganzen Landes gelegt. Und: Die Region verfügt über ein besonderes kulturelles Erbe, zu dem auch das Steigerlied zählt, das weltberühmte Lied der Bergleute und ebenfalls Immaterielles Kulturerbe der UNESCO.
Regionale Dialektvariationen in Sachsen
In Sachsen gab und gibt es eine faszinierende Vielfalt von regionalen Sprach- bzw. Dialektvariationen. Neben historischen Sprachstufen wie etwa dem Mittelhochdeutschen, haben beispielsweise slawische Einflüsse und insbesondere das Französische unüberhörbare Spuren in unserem Dialekt hinterlassen. Ursprünglich konnten für die einstigen Kernlande des Kurfürstentums (1356 bis 1806) und des späteren Königreichs Sachsen (bis 1918) ganze 21 Mundarten gezählt werden.
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