Abadá Capoeira Kempten Training: Eine Lebensphilosophie

Capoeira ist der ideale Sport für jung und alt! Auf den ersten Blick ist man sich nicht sicher, was es genau ist: Eine Kampfsportart oder doch ein akrobatischer Tanz. Capoeira ist beides - Tanz und Kampf.

Die Capoeira hat ihre Ursprünge in Brasilien. Sie geht zurück auf afrikanische Sklaven, die damit eine Art Verteidigung gegen ihre Vorgesetzten praktizierten. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine Kampfsportart der besonderen Form, kombiniert mit Musik, tänzerischen und akrobatischen Elementen, der sich dadurch von anderen Kampfsportarten abgrenzt.

Über die Jahre hat sich Capoeira immer weiterentwickelt und bietet ein ganzheitliches Training, das Kampf, Tanz, Akrobatik und Musik vereint. Auch in Europa erfreut sich die Sportart immer größerer Beliebtheit.

Abadá Capoeira Kempten e.V.

In Kempten gibt es seit circa acht Jahren eine Gruppe Capoeiristas, die regelmäßig trainiert und seit vergangenem Jahr ein eingetragener Verein ist: Capoeira Allgäu e.V.

Leonardo da Silva (34), in der Capoeira-Szene besser bekannt unter dem Namen "Professor Bronco", ist gebürtiger Brasilianer und hat Capoeria bereits als Kind kennen gelernt: Mit 12 Jahren begann er über ein Sozialprojekt mit dem Kampfsport, der von Akrobatik, Tanz und Musik geprägt ist. Leonardo alias "Professor Bronco" unterrichtet seit Ende 2012 in Kempten im Abadá Capoeira Kempten e.V. Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

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Abadá Capoeira verbindet zwei unterschiedliche Arten von Capoeira, die (traditionellere) Capoeira Angola mit der (moderneren) Capoeira Regional.

Was macht Capoeira besonders?

Ausgangssituation ist dabei die sogenannte "Roda": Die "Capoeirista" stehen im Kreis und immer zwei von ihnen beginnen ihr "Spiel" - so nennt man in der Capoeria den Kampf. Ähnlich wie beim Tanz gibt es bei der Capoeira einen Grundschritt, den "Ginga". Dabei ist man permanent in Bewegung und baut unterschiedliche Arm-, Fuß- und Drehtechniken ein.

So wie Andrea. Die Kemptenerin betreibt Capoeira seit neun Jahren. "Mich faszinierte das Ungewöhnliche. Ich habe das einmal am Strand gesehen, das war spannend, aufregend, die Musik hat mir gut gefallen." Für sie ist Capoeira ein Sport für alle.

Von anderen Kampfsportarten grenzt sich Capoeira dadurch ab, dass nie mit Fäusten, sondern mit der offenen Hand geschlagen wird. Und bei Wettkämpfen kämpft man nicht gegen den Gegner, sondern "mit" ihm.

"Es gibt dann in der Bewertung verschiedene Kriterien wie Kreativität, Objektivität und Reaktionsschnelligkeit", erklärt Leonardo, der selbst schon einmal Weltmeister war. Andererseits hat Capoeira durchaus auch Ähnlichkeiten mit Jiu Jitsu, Karate und Co. Als Capoeirista verbessert man seine Reaktionsschnelligkeit, erlernt verschiedene Abwehrreaktionen und kann sich so im Notfall auch selbst verteidigen.

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Und auch bei der Capoeira gibt es verschiedene Ränge oder Graduierungen: Andrea zum Beispiel befindet sich momentan zwischen "Aluno" (Schüler) und "Aluno graduado" (graduierter Schüler). Letzterer darf auch schon unterrichten.

Immer wieder wird dabei auch draußen trainiert. Im Hofgarten von Kempten sieht man die Gruppe öfters und wer sie entdeckt, darf sich gerne anschließen und mitmachen.

Capoeira: Mehr als nur Sport

"Capoeira ist eine Lebensphilosophie", sagt er. Bereits von Kindesalter an lehrt dieser kulturelle Sport den respektvollen Umgang mit dem Gegenüber sowie die Gleichheit untereinander. Capoeira ist die Vermittlung von WERTEN, welche spielerisch auf einfache Weise vermittelt werden.

Der Spaß bei Capoeira liegt nicht in der Hochleistung. Einfache Formen der Bewegung ermöglichen vielfache Kombinationen und Variationen und machen die Bewegung zum spannenden Kampfspiel.

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