Die Welt des Karate ist weit mehr als bloße Bewegungen und Techniken.
Sie ist eine Gemeinschaft, in der Disziplin, Respekt und Integrität oberste Priorität haben.
Gerade für Kinder bieten die Regeln des Karate einen soliden Rahmen für das Wachstum und die Entwicklung - nicht nur körperlich, sondern auch geistig und moralisch.
Mit jeder Verbeugung, jeder Kata und jedem Training lernen unsere jüngsten Karateka diese Regeln und die darin enthaltenen Lektionen.
Sie sind nicht nur ein unverzichtbarer Teil ihres Karate-Trainings, sondern auch ein wichtiges Instrument, um ihnen zu helfen, starke, verantwortungsbewusste und respektvolle Individuen zu werden.
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Karate ist japanisch und bedeutet wörtlich übersetzt „leere Hand“.
Bereits der Name deutet darauf hin, dass Karate eine waffenlose und faire Kampfkunst ist, in der es nicht um Sieg oder Niederlage geht, sondern um das gemeinsame Training, sich im Notfall verteidigen zu können und seinen Charakter zu stärken.
Auch heute noch spiegelt sich im Karate-Do die fernöstliche Philosophie wider.
Übersetzt bedeutet "Karate-Do" so viel wie "der Weg der leeren Hand".
Im wörtlichen Sinne heißt das: Der Karateka (Karatekämpfer) ist waffenlos, seine Hand ist leer.
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Das "Kara" (leer) ist aber auch ein ethischer Anspruch.
Danach soll der Karateka sein Inneres von negativen Gedanken und Gefühlen befreien, um bei allem, was ihm begegnet, angemessen handeln zu können.
Im Training und im Wettkampf wird dieser hohe ethische Anspruch konkret: Nicht Sieg oder Niederlage sind das eigentliche Ziel, sondern die Entwicklung und Entfaltung der eigenen Persönlichkeit durch Selbstbeherrschung und äußerste Konzentration.
Die Achtung vor dem Gegner steht an oberster Stelle.
Vor allem der Zen Buddhismus ist eng mit der Kampfkunst Karate verbunden.
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Im Zen Buddhismus wird vor allem die Achtsamkeit, die Fremd- und Selbstwahrnehmung geschult.
Der Geist soll von allen äußeren und inneren Ablenkungen befreit werden.
Man versucht ganz im Hier und Jetzt verwurzelt zu sein.
„Es sei kein Hauch zwischen Denken und Tun“.
Ein Karateka, der dazu in der Lage ist, kann ein hervorragender Kämpfer sein.
Dies ist jedoch nicht allein durch das Meditieren zu erreichen.
Zen meint praktizieren.
Die unzähligen Wiederholungen in der Grundschule, um eine ideale Technik zu erreichen und dabei möglichst den Intellekt abzuschalten, haben ihre Wurzeln im Zen.
Die Etikette, die beim Karatetraining zu beobachten ist, lässt sich auf den Konfuzianismus zurückführen.
Dazu gehört die Verbeugung vor und am Ende einer Übung mit dem Partner, sowie die Achtung vor dem Gegner während der Übung.
Der Konfuzianismus ist durch eine überragende Pflichtethik geprägt.
Im Karate zeigt sich dies, durch die große Achtung, die die Schüler dem Sensei entgegenbringen.
Ihm gegenüber nehmen sie sich niemals eine Kritik heraus.
Der Taoismus ist durch die Anschauung geprägt, dass alle Erscheinungen in der Welt als gegensätzliche Phänomene (z.B. weiblich-männlich; Tag-Nacht) auftreten.
In der Kampfkunst Karate ist der richtige Wechsel von Anspannung und Entspannung, das richtige Einatmen und Ausatmen sowie der stete Wechsel von agieren und reagieren, wichtig.
Gichin Funakoshi ist der Begründer des modernen Karate.
Der Trainingsablauf im Karate
Bevor man mit dem Karatetraining beginnt, müssen sich die Schüler erst einmal aufwärmen.
Das Aufwärmtraining kann von Stunde zu Stunde unterschiedlich sein, damit einem nicht langweilig wird.
Es besteht zum Teil aus Laufübungen oder auch Dehnübungen, damit man sich nicht leicht verletzen kann.
Das Aufwärmtraining kann auch in Zusammenhang mit einem Spiel stehen.
Zum Beispiel hat der Trainer zwei verschiedenfarbige Polster.
Der Trainer macht aus, welches Polster für welche Aufwärmübung steht.
Ein rotes Polster kann beispielweise für Kniebeugen stehen.
Der Trainer besitzt beide Polster und geht herum.
Dann nennt er eine Farbe von dem Polster und wirft beide weg.
Nun ist es die Aufgabe der Schüler so schnell wie möglich das richtig farbige Polster als erstes zu nehmen.
Wer nun das Polster hat, zählt bis fünf und die anderen machen die Übung für das Polster in diesen fünf Zählzeiten fünfmal.
Nun kann das eigentliche Karatetraining beginnen.
Nun beginnt das eigentliche Training.
In jeder Stunde können unterschiedliche Aspekte trainiert werden.
Es kann Kumite (der Freikampf) oder auch Katas drankommen.
Katas sind eine Abfolge von Schritten in der man gegen mehrere imaginäre Gegner kämpft.
Dies hat den Zweck, dass man auch alleine ohne einen Partner, den man im Freikampf benötigt, Trainieren kann.
Es gibt viele verschiedene Katas, die immer komplizierter und anspruchsvoller werden.
Doch man muss nicht gleich alle können, da Katas immer ab einer bestimmten Gürtelfarbe dazu gelernt werden.
Manche Katas können bis zu über 30 Schritte haben, diese lernt man aber auch erst mit dem Schwarzgurt.
