Das Erreichen des schwarzen Gürtels im Taekwondo ist ein Ziel, das viele Kampfsportbegeisterte verfolgen.
Es ist ein Meilenstein, der nicht nur technische Fähigkeiten und körperliche Fitness erfordert, sondern auch mentale Stärke und Ausdauer.
Dieser Artikel befasst sich eingehend mit der Frage, wie lange es dauern kann, bis man einen schwarzen Gürtel im Taekwondo erreicht, und welche Bedeutung die verschiedenen Gürtelgrade haben.
Die Taekwondo Gürtel - Ein Überblick
Eines ist bei allen asiatischen Sportarten gleich: Es gibt ein System von Gürtelfarben, die den Fortschritt des Schülers kennzeichnen.
Im Taekwondo gibt es zehn Schülergraduierungen, die durch farbige Gürtel dargestellt werden.
Lesen Sie auch: Zeit und Hingabe im Taekwondo
Der Anfänger beginnt mit dem weißen Gürtel und arbeitet sich dann weiter hoch.
Die Bedeutung der Gürtelfarben
Jede Gürtelfarbe hat eine eigene Bedeutung und symbolisiert eine bestimmte Stufe des Fortschritts:
- Weiß: Symbolisiert den Anfang und die Unwissenheit des Schülers.
- Gelb: Steht für fruchtbaren Erdboden, auf dem Wissen und Können gedeihen sollen.
- Grün: Steht für den Spross, der dem bestellten Boden entspringt und Richtung Sonne zur Pflanze heranwächst.
- Blau: Steht für den Himmel und somit sinnbildlich für eine Grenze. Der Schüler muss nun zeigen, dass er in der Lage ist, Höheres anzustreben und auch zu erreichen.
- Rot: Repräsentiert die Sonne, von der schon eine große Kraft ausgeht, dient dem Schüler aber auch als Signal. Er steht nun kurz davor, Meister zu werden, und wird angehalten, sich noch intensiver und ausdauernder mit der Kampfkunst zu beschäftigen.
- Schwarz: Symbol für das Weltall, vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste aller Farben. Schwarz soll auch die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meister symbolisieren.
Der Weg zum schwarzen Gürtel: Die KUP- und DAN-Grade
Das Gurtsystem ist unterteilt in KUP-Grade (die 10 Farbgurtstufen) und DAN-Grade (Schwarzgurtränge).
Die KUP-Grade werden von 10 bis 1 rückwärts nummeriert, die DAN-Grade vorwärts gezählt.
Der erste Gurt ist der Weißgurt (10. Kup). Er wird beim Eintritt in die Schule verliehen, der Lehrer gibt dem neuen Schüler damit einen "Vertrauensvorschuss".
Lesen Sie auch: Was ist der Unterschied?
Mit der Prüfung zum weiß-gelben Gurt (9. KUP) bestätigt der zweite Weißgurt, oder auch der weiß-gelbe Gurt genannt, dem Träger, dass er seinen Gurt nicht ohne Grund trägt.
Nach etwas über einem Jahr regelmäßigen Trainings steht man mit der Prüfung zum grün-blauen Gurt (5. KUP) an der Schwelle zu den Fortgeschrittenen.
Auch hier gibt es bis zum rot-schwarzen Gurt (1. KUP) weitere Stufen zu erklimmen.
Mindestens fünf Jahre aktive Trainingszeit sind die Regel für die Prüfung Schwarzgurt, dem I. DAN. Dieser stellt den Eintritt in die Meisterklasse dar, die ebenfalls in fünf Stufen bis zum V. DAN unterteilt ist.
Um mit dem 5. DAN die letzte Stufe technischen Könnens zu erreichen, muss man mindestens 25 Jahre aktiv trainiert haben.
Lesen Sie auch: Die Bedeutung von Taekwondo Poomsae
Das erreichen dieses Grades markiert den offiziellen Abschluß der Ausbildung unter dem seinem Lehrmeister.
Diese letzte Prüfung markiert den Übergang zur Meisterschaft.
Die DAN-Grade im Detail
Mit dem Erreichen des Schwarzgurtes endet die Ausbildung nicht - sie hat gerade erst richtig begonnen!
Beim 1. DAN, schwarzer Gürtel (Meisterschüler-Grad) wird der Gürtel einmalig bei der Prüfung zum 1. DAN ausgetauscht. Er wird bei folgenden Prüfungen nicht ausgetauscht.
Die Schwarzgurtstufen zählt man dann wieder regulär, also aufsteigend von 1-5.
Mit der Prüfung zum Schwarzgurt eröffnet sich schließlich ein langer Weg zu wahrer Meisterschaft.
Schwarz ist die Farbe der Meister und im Training diesen vorbehalten.
Schwarz als Symbol für das Weltall vereinigt alle anderen Farben in sich und ist somit die stärkste von allen.
Schwarz symbolisiert die Autorität, das Wissen und die Erfahrung der Meistergrade.
Die Träger des 1. bis 4. DAN gelten als Meisterschüler.
Sie sollen Schritt für Schritt auch an die Kunst des Lehrens herangeführt werden.
Im Training übernehmen sie Aufgaben und stehen Anfänger für Fragen zur Verfügung.
Mit dem 4. DAN ist Experte der Kampfkunst und in der Lage, alle Gurtfarben auszubilden und zu fördern.
Aktive, die sich im Taekwon-Do durch großes Engagement und lange, beharrliche Arbeit verdient gemacht haben (Richtwert: mindestens 15 Jahre), können zum IV. DAN geprüft werden.
Träger des 5. DAN und höher werden mit dem Titel Sabum-Nim bezeichnet.
Dieser Begriff lässt sich am ehesten als "Vorbildlicher Lehrer" übersetzen.
Hierzulande wird für diese Stufe auch die Bezeichnung "Meister" oder gar "Großmeister" verwendet.
Mit dem 5. DAN ist die Ausbildung im traditionellen Taekwon-Do vollständig durchlaufen.
Alle technischen und geistigen Fähigkeiten des Taekwon-Do sind beim Träger dieser Stufe umfänglich vorhanden.
Charakterlich soll er als Vorbild im Sinne der Kampfkunst gelten.
Der 5. DAN ist üblicherweise ein täglich unterrichtender Lehrer der Kampfkunst, der Schüler erfolgreich zum Schwarzgurt führen und und auch darüber hinaus ausbilden kann.
Der Titel eines 5. DAN lautet Sabeom (사범), das man am besten mit "Lehrmeister" oder "vorbildlicher Lehrer" übersetzen kann.
Höhere DAN-Grade
Wie im obigen Abschitt ausgeführt, ist mit dem V. DAN ist die technische Ausbildung im traditionellen Taekwon-Do vollständig durchlaufen.
Es existieren jedoch noch DAN Graduierung über den V. Diese setzen keine technische Steigerung mehr im klassischen Sinne voraus und haben eher den Charakter einer Verleihungszeremonie.
Eine formelle Prüfung findet jedoch trotzdem statt.
Der Anwärter auf den hohen DAN-Grad zeigt sein Können im Rahmen seiner Schüler.
Das Erlangen dieser Graduierungen setzt neben einer angemessenen Wartezeit und repräsentativer Leistung aber ein besonderes Engagement im Taekwon-Do voraus.
Dazu gehören insbesondere überregionale oder internationale Lehrtätigkeit oder sonstige besondere Verdienste um die Verbreitung der Taekwon-Do Kampfkunst.
Diese sehr hohen DAN-Grade werden in großen Verbänden auch genutzt, um eine funktionelle Hierarchie unter den Meistern herzustellen.
Taekwondo Gürtelprüfung / Taekwondo Dan Prüfung
Um ein faires System bei den Gürtelprüfungen im Taekwondo zu gewährleisten, gibt es Prüfungsanforderungen, die von Schule zu Schule variieren können.
Grundsätzlich richtet sich unsere Schule an die Vorgaben der WT (World Taekwondo) und den Prüfungsanforderungen vom Taekwondo Kukkiwon und U-Chong Taekwondo unseres Großmeisters Chang, Jae- Hee, 8. Dan.
DAN-Prüfungen
Der Prüfer muss selbst mindestens den 4. DAN-Grad erreicht haben, um DAN-Prüfungen abzuhalten.
Ab dem 2. DAN muss der Prüfer mindestens 2 DAN-Grade über dem Prüfling liegen.
Wie lange dauert es zum schwarzen Gürtel?
Die Frage, wie lange es dauert, einen schwarzen Gürtel im Taekwondo zu erreichen, hat keine eindeutige Antwort.
Die Dauer hängt von verschiedenen Faktoren ab:
