Xavier Naidoo: Kickboxen im Hintergrund

Auf Xavier Naidoo, Sohn einer Südafrikanerin und eines Deutschen mit indischen Vorfahren, ruhen die Hoffnungen der deutschen Musikbranche.

Seine Stimme ist eine seltene Mischung aus Leidensfähigkeit und Erotik, was er singt, klingt "aufrichtig, nachdenklich und anrührend", wie der "Stern" lobend notierte.

Naidoos bevorzugtes Thema als Interpret wie als Privatmann ist Gott.

Sinnfälliger könnte diese Geschichte nicht beginnen.

Zwar stieg er von keinem Berg herab wie der gleichnamige Urvater aus dem Alten Testament, um seinem Volk Gesetze von Gott zu bringen.

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Dieser neuzeitliche Moses ist aufgestiegen aus dem Untergrund, um den unerschütterlichen Glauben an sich selbst zu verwirklichen, und siehe: Er hat es gefunden, das Land, in dem Milch und Honig fließen.

Moses Pelham, erfolgreicher Musikproduzent deutscher Nationalität und dunkler Hautfarbe, stammt aus Rödelheim, was eigentlich ein ganz normaler Vorort ist, aber, da die Mythen des HipHop es heute so wollen, gern als die "Bronx von Frankfurt" bezeichnet wird.

Hier träumte der hoch begabte junge Mann davon, im Musikgeschäft ganz oben mitzurappen, und der liebe Gott erhörte ihn, ließ ihn emporsteigen, eine Produktionsgesellschaft namens 3p gründen und pflasterte seinen Weg mit Goldenen Schallplatten und sprudelnden Tantiemen.

Aber nicht Moses Pelham, von dem wir nicht genau wissen, wie nahe an der Ewigkeit er siedelt, sondern einer aus dessen Schar ist den Berg herabgestiegen, um singend und im Gespräch Gottes Wort zu verkünden.

Er heißt Xavier Naidoo, ist 28 Jahre alt und stammt aus Mannheim-Wallstadt.

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Frühe Jahre und Einflüsse

Xavier Naidoo wurde am 2. Oktober 1971 in Mannheim geboren und wuchs im Stadtteil Wallstadt auf.

In der Schule wurde er oft wegen seiner Hautfarbe geärgert.

Um sich zur Wehr setzen zu können, lernte er Kickboxen.

Später begann er eine Lehre als Koch.

Musikalische Anfänge

Unter dem Künstlernamen "Kobra" veröffentlichte er erste musikalische Werke.

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Er trat in Hockenheim und Mannheim auf.

Moses Pelham wurde auf Naidoo aufmerksam und förderte seine Karriere.

Gemeinsam mit Sabrina Setlur arbeitete er an musikalischen Projekten.

Durchbruch und Erfolg

Sein Erfolgsalbum "Nicht von dieser Welt" wurde mehr als eine Million Mal verkauft.

Der Titel hat programmatischen Charakter, denn seit der mal sensibel in sich hineinhorchende, mal ohne Punkt und Komma sein Dogma von einer besseren Welt verkündende Künstler das Licht gesehen hat, bespötteln Kameraden aus der Mannheimer "scene" seine Botschaften als "uncooles Gottgefasel".

Mit den absonderlichsten Schmähungen umzugehen, hat Naidoo freilich früh gelernt.

In seiner Kindheit wurde er als "Xavier, der Neger" verspottet, später, als er, um sich zur Wehr setzen zu können, Kickboxen gelernt und als Türsteher einer Szenekneipe angeheuert hatte, schalt man ihn "Nazi-Naidoo".

Zu Gott gefunden, für ihn ein nie erlebter "Flash", hat Xavier Naidoo am Silvesterabend vor sieben Jahren, als er, vom Tod seines Vaters erschüttert, zur Bibel griff.

Die Religion und das Studium der Heiligen Schrift haben ihn seitdem nicht mehr losgelassen und verleiten ihn zu den kühnsten Visionen, was die irdische Umsetzung betrifft.

So vertraute er der "Bild am Sonntag" an, so reich werden zu wollen wie der Microsoft-Chef Bill Gates, "um den Bossen auf dieser Welt zeigen zu können, wie man lebenswerte Städte gestaltet und Arbeitsplätze schafft".

Weitere Karrierehöhepunkte

Naidoo wurde als bester deutscher Künstler ausgezeichnet und erhielt mehrere Echos.

Er spielte in Filmen mit und veröffentlichte weitere erfolgreiche Alben.

Mit den Söhnen Mannheims realisierte er MTV Unplugged-Konzerte.

Kontroversen

Naidoo geriet aufgrund von Liedtexten und Äußerungen in die Kritik, die als antisemitisch und rechtspopulistisch wahrgenommen wurden.

Dies führte zu Diskussionen und zum Verlust von Engagements.

Im Jahr 2013 veröffentlichte Xavier Naidoo das Album „Bei meiner Seele“.

Im April 2016 kam das Album „Nicht von dieser Welt 2“ auf den Markt.

Ende November 2017 kam das Album „Für Dich“ auf den Markt.

Im Jahr 2013 veröffentlichte Xavier Naidoo das Album „Bei meiner Seele“.

Privatleben

Xavier Naidoo war elf Jahre lang mit seiner Freundin Stefanie Johst zusammen, bevor er sich im Jahr 2007 von ihr trennte.

Später heiratete er und wurde Vater eines Sohnes.

Er legt Wert auf eine zweisprachige Erziehung und soziale Umgangsformen.

Sein Privatleben hält er größtenteils aus der Öffentlichkeit heraus.

Aiko Rohd: Ein Produzent im Hintergrund

Aiko Rohd, 35 Jahre alt, aufgewachsen in Oldenburg, ist derzeit der zweiterfolgreichste Musikproduzent aus der Stadt.

Nach Dieter Bohlen.

Aiko Rohd tut, was er immer tut: Er sorgt dafür, dass andere glänzen.

Tim Bendzko, Xavier Naidoo, Yvonne Catterfeld, Söhne Mannheims und Laith Al-Deen sind einige der Künstler, mit denen er zusammengearbeitet hat.

Ein Abend in Mannheim, "legendär", erinnert sich Aiko Rohd: Xavier Naidoo, der Popstar, fragte ihn, hast Du Beats dabei?

"Beats" - so nennen die Hip-Hop- und Soul-Sänger ihre Hintergrundmusik.

Aiko hatte Beats dabei.

Sie setzten sich ins Auto und fuhren durch Mannheim, im Autoradio liefen Aiko-Rohd-Beats.

Noch am gleichen Abend das Angebot: Aiko Rohd konnte bei Xaviers Firma Naidoo-Herberger-Produktion anfangen.

Kartonsweise verkaufte er seine Mix-Tapes.

„Das war eine fantastische Zeit“, sagt er.

Aber irgendwann fragte er sich: Willst Du mit 50 immer noch durch die Clubs tingeln?

Nein, sagte er sich, will ich nicht.