Wie stellen Sie sich den Weihnachtsmann vor? Vielleicht als vollschlanken, gutmütigen Kerl mit weißem Rauschebart, roten Wangen und freundlichen Knopfaugen? Hoho, haha - das ist nur die Legende!
In Wahrheit ist Santa ein volltrunkener Fiesling, der keine Gelegenheit auslässt, Ärger zu machen. Der sich prügelt, der unflätig schimpft und der sogar vor brutalen Raubüberfällen nicht zurückschreckt!
Sollten Sie Ihren Glauben an den lieben Weihnachtsmann bisher noch nicht verloren haben - diese Typen werden das schon richten!
Weihnachtsmänner, die das Gesetz brachen
Santa Claus schlägt seine Frau
Beweis Nummer eins wohnt und wütet in Pawtucket im US-Bundesstaat Rhode Island. Er heißt Santa Claus Almeida (84). Wirklich! Seit Jahren zeigt er Kindern seinen Führerschein, wenn die behaupten, es gäbe Santa gar nicht.
Bis hierhin klingt das ja vielleicht noch ganz nett. Aber: Im Februar 2015 verhaftete die örtliche Polizei Santa, weil er seine Frau übel zugerichtet haben soll. Die Lokalzeitung berichtete, er habe sich wie ein Wilder aufgeführt, sie angeschrien und beleidigt, mit der Faust zu Boden geprügelt und dann bis kurz vor der Bewusstlosigkeit gewürgt.
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Ein Richter untersagte ihm daraufhin, sich seiner Frau zu nähern und setzte die Kaution auf 20 000 Dollar fest (ca. 18 000 Euro). Im Sommer wurde der Fall an den obersten Gerichtshof des Bundesstaates verwiesen und ist seitdem dort anhängig.
Santas tiefer Fall in der Tiefgarage
Flasche leer, Santa voll: Der zweite Weihnachtsmann in unserer Pöbel-Parade ist ein ordinärer Trunkenbold. Bilder einer Überwachungskamera zeigen ihn, wie er durch eine Tiefgarage torkelt. An einem Pfeiler kommt er einem menschlichen Bedürfnis nach - und klatscht kurz darauf der Länge nach hin.
Mit voller Wucht donnert sein Kopf gegen den Kofferraum eines geparkten Autos. Aua! Daraus lernt Santa allerdings nichts. Eine zweite Überwachungskamera filmt ihn bei einem erneuten Piesel-Vergehen - und wieder wird die kleine Sünde sofort bestraft. Santa will sich gerade an einem Lift erleichtern, als plötzlich die Tür aufgeht und ihn ein entsetztes Paar unsanft wegschubst.
Das Video geistert schon seit einigen Jahren durchs Netz. Viele User glauben übrigens, es könnte sich auch um einen Fake handeln. Möglicherweise sei es gar nicht der echte Weihnachtsmann, der sich hier die Blöße gibt.
„Hände ho, ho, hoch!“
Der nächste Weihnachtsmann ging noch einen Schritt weiter. Er überfiel mit vorgehaltener Waffe eine Bank!
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Am 22. Dezember 2009 zückte der als Santa Cool mit Sonnenbrille verkleidete David Cotton (21) am Schalter der Sun Trust Bank in Nashville (Tennessee, USA) seine Pistole, reichte der Angestellten einen mitgebrachten Sack herüber und verlangte, ihn mit Barem zu füllen. Wozu er das Geld benötigte, erklärte er laut einer Zeugin so: „Um meine Elfen zu bezahlen.“
Cotton entkam mit der Beute, die den Elfen allerdings offenbar nicht reichte. Ein Vierteljahr später überfiel er die nächste Bank. Dieses Mal wurde er von der Polizei gestellt und lieferte sich einen Schusswechsel mit den Beamten. Als er keine Chance mehr sah, noch zu entkommen, richtete er die Waffe gegen sich selbst und erschoss sich.
Lynchmob hängt Weihnachts-Räuber
Die folgende Geschichte endet sogar noch blutiger. Am Ende sind sechs Männer tot.
Texas, am 23. Dezember 1927: Ein mürrischer Weihnachtsmann läuft durch den Ort Cisco. Kinder folgen ihm, rufen, winken. Doch der Mann läuft stur geradeaus. Die Kinder nerven ihn sichtlich. „Gottverdammt“, zischt er unter seiner Maske. Einem Jungen, der Süßigkeiten von ihm will, entgegnet er: „Wende dich an Rockefeller!“
Dann betritt er die örtliche Bank. Alle Blicke richten sich auf ihn - als plötzlich drei weitere Männer hinter ihm in den Kassenraum stürzen und ihre Waffen zücken. Überfall! Der schlecht gelaunte Weihnachtsmann ist in Wahrheit der Bankräuber Marshall Ratliff (24). Wie geplant sorgt sein Kostüm für einen nützlichen Überraschungseffekt.
Während seine Komplizen die perplexen Angestellten und Kunden in Schach halten, stopft sich der falsche Santa den Sack mit Geld und Wertpapieren voll.
Doch dann läuft alles furchtbar schief. Eine Kundin entkommt nach draußen. Polizei rückt an, dazu versammeln sich bewaffnete Anwohner - sie hoffen auf 5000 Dollar Belohnung, die der Bankenverband wenige Wochen zuvor auf bei der Tat erschossene Räuber ausgesetzt hat. Eine wüste Schießerei beginnt.
Zwei Polizisten und ein Bankräuber werden tödlich getroffen. Der Rest der Bande entkommt vorerst, wird wenige Tage später aber auch geschnappt. Damit ist das Drama allerdings noch nicht vorüber: Henry Helms, der die Polizisten erschossen haben soll, wird auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Marshall Ratliff wird ebenfalls zum Tode verurteilt.
Am 18. November 1928 versucht er, seinem Schicksal zu entfliehen. Er nimmt einem Wärter die Waffe ab und erschießt ihn, wird jedoch von einem weiteren Wärter überwältigt und wieder eingesperrt. Am nächsten Tag stürmt ein wütender Lynchmob das kleine Gefängnis, zieht Ratliff nackt aus, schleift ihn auf die Straße und hängt ihn an einem Telegraphenmast auf.
Raubende Weihnachtsmänner in Ratingen
Schießwütige Weihnachtsmänner gibt es aber nicht nur in den USA. Auch in Deutschland kommen sie hin und wieder vor.
Im November 2004 überfielen Detlev S. (43) und Martin S. (42) mit roten Weihnachtsmannkostümen und weißen Bärten maskiert eine Sparkassenfiliale in Ratingen (NRW). Auf dem Weg ins Freie begegneten ihnen zufällig zwei Polizisten, die eigentlich gerade auf der Jagd nach Einbrechern waren.
Sofort eröffnete Detlev S. mit seinem 38er Colt das Feuer! Einer der Beamten (37) erlitt einen Bauchdurchschuss, feuerte aber noch zurück. Er traf Detlev S. tödlich und verletzte dessen Komplizen schwer. Martin S. wurde zu achteinhalb Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt.
„Das Vorgehen zeigt die äußerste Entschlossenheit und besondere Brutalität der Gangster“, sagte Oberstaatsanwalt Heinz Bremer nach der Tat.
Santa spielt Rumpelstilzchen
Nicht jeder Weihnachtsmann ist von Anfang an böse. Der folgende Kandidat scheint zum Beispiel auf den ersten Blick ganz nett zu sein.
Kurz vor Weihnachten 2012 stand er vor dem Texas State Capitol in Austin und forderte Passanten auf, ihre Wünsche für eine bessere Welt mit Kreide auf den Bürgersteig zu schreiben.
Zeugen berichteten später, Kinder hätten Worte wie „Frieden“, „Freundschaft“ oder „Gnade“ geschrieben, während das Lieblingswort von Santa selbst „Gemeinschaft“ gewesen sei.
Dann schritt jedoch die Polizei ein und behauptete, es sei verboten, mit Kreide auf den Bürgersteig zu malen. Und der eben noch so sanftmütige Santa schlüpfte ob der zugegebenermaßen etwas überpedantischen Cops in eine neue Rolle: Rumpelstilzchen. Aber sehen Sie selbst:
Saufen und hauen: So „amüsieren“ sich die Weihnachtsmänner auf ihrer eigenen Weihnachtsfeier
Schlechtes Benehmen und Weihnachtsfeier gehen ja oft miteinander einher. Besonders übel läuft es (natürlich) auf der Weihnachtsfeier der Weihnachtsmänner…
Seit Mitte der Neunziger gibt es auf der ganzen Welt sogenannte „SantaCons“: Weihnachtsmänner, Weihnachtselfen und Rentiere unternehmen kurz vor Weihnachten eine Mega-Kneipentour. Dabei sammeln sie zwar auch Geld für wohltätige Zwecke, im Vordergrund steht aber das Besäufnis.
Alternative Weihnachtsgeschichten und Interpretationen
Keine Lust mehr auf die immer gleichen Geschichten von glücklichen Kindern, fleißigen Weihnachtselfen und einem Weinachtsmann, der trotz offensichtlichem Übergewichts durch jeden Schornstein passt? Wie wäre es mit dieser Weihnachtsgeschichte:
Die Kinder auf dem Mars sind genervt, weil es auf ihrem Planeten keinen Santa Claus gibt. Deshalb hängen die Kleinen nur noch vor der Glotze rum und sehen Erdfernsehen. Anstatt nun einen Planetenmitbewohner als Weihnachtsmann zu verkleiden, zischen die Marsianer kurzerhand zur Erde und kidnappen unseren Weihnachtsmann.
Klingt nach einer komplett hirnverbrannten Story? Absolut! Gedreht wurde "Santa Claus Conquers The Martians" trotzdem. Und zwar bereits 1964. Bis heute gilt er als das irrste Weihnachtswerk der Filmgeschichte.
Die Marsianer tragen grüne Strumpfhosen und eine Konstruktion aus Staubsaugerschläuchen und Fernsehantennen auf ihren Köpfen. Der Santa-Darsteller stammelt und nuschelt seinen Text, als hätte er ein massives Alkoholproblem - die Kinder im Film eigentlich auch.
Trotzdem hat es der Film in den USA zu einigem Ruhm gebracht, wenn auch zu zweifelhaftem. Von vielen B-Film-Enthusiasten wird er in einem Atemzug mit Ed Woods "Plan 9 From Outer Space" und dem Sci-Fi-Machwerk "Robot Monster" genannt. Zwei Streifen, die um den Titel des schlechtesten Films aller Zeiten buhlen.
"Santa Claus Conquers The Martians" wird dennoch alle Jahre wieder im US-Fernsehen ausgestrahlt - und von seinen Fans frenetisch gefeiert. Vielleicht liegt das daran, dass er eine willkommene Abwechslung zu den immer gleichen, stets besinnlichen, o du seligen Einheitsweihnachtsfilmen bietet. "Santa Claus Conquers The Martians" ist in seiner Absurdität einsame spitze.
Doch es gibt noch einige Filme, in denen der Santa-Mythos kräftig durch den Wolf gedreht wird, darunter viele Horrorstreifen. Bei den meisten X-mas-Gruslern denkt man fast, sie seien nur gedreht worden, weil dem Regisseur ein besonders beklopptes Weihnachtswortspiel eingefallen ist. Da wären "Silent Night, Bloody Night", nicht zu verwechseln mit "Silent Night, Deadly Night", "Santa Claws", "Santa's Slay" und - ein besonderer Knaller "To All A Goodnight", der in der deutschen Version "Goodnight - Die Nacht, in der Knecht Blutbrecht kam" heißt.
In dem absurdesten Heiligabend-Horrorfilm greift der Mann im roten Samtmantel dennoch nicht selbst zur Axt. In den "Jack Frost"-Filmen geht die Seele eines Serienkillers in einen Haufen Schnee über, der prompt zu einem Killerschneemann mutiert. Wenn also Schneemänner mit Mündern voller rasiermesserscharfer Eiszapfenzähne angreifen und Santa böse aus dem Kamin schielt oder gar einen bleichen Totenschädel unter seiner roten Mütze trägt, weiß man auf einmal wieder, warum man als Kind Angst vor dem Weihnachtsmann hatte.
Der gruseligste Weihnachtsmann von allen ist trotzdem Hulk Hogan. Die Wrestling-Legende mimte den Geschenkeausträger 1996 in einer hanebüchenen Actionkomödie - und hatte dabei einen roten Muscle-Mantel ohne Ärmel an. Folgerichtig trägt der Film den schnörkellosen Titel "Santa mit Muckies".
Vielleicht ist es aber auch der wahre Horror an den Weihnachtstagen wieder "Der kleine Lord" oder "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" sehen zu müssen. Dann doch lieber wrestlende, blutvergießende, von Marsianern entführte, schädelköpfige Weihnachtsmänner - oder einen mutierten Killerschneemann.
Klaus: Eine neue Interpretation des Weihnachtsmannes
Grant Morrison schrieb Meisterwerke wie BATMAN: ARKHAM ASYLUM, ALL-STAR SUPERMAN, HAPPY! und DOOM PATROL. In KLAUS zeigen Morrison und Zeichner-Senkrechtstarter Dan Mora (Once & Future) die Legende des Weihnachtsmannes, wie man sie noch nie gesehen hat: Denn dieser Santa Claus kämpft zwischen Fantasy und Science-Fiction für Weihnachten, gegen das Böse und für eine schöne Bescherung! Die Neuerfindung des Weihnachtsmann-Mythos als fantastischer, actiongeladener Comic in traumhaften Bildern.
WEIHNACHTLICHER HELD MIT SCHWERT UND WOLF
Zerstörerische Götter, eine frostige Herrscherin, Dämonen oder Zahnradroboter: Klaus, dessen Schlitten von Wölfen gezogen wird und der ein Schwert schwingt, beschützt die festlichste Zeit des Jahres vor allen Gefahren! Unterstützt wird der heroische Weihnachtsmann dabei von seiner treuen Wolfsfreundin Lilli, einem guten Schneemann und anderen Legenden des Winters.
EIN FANTASTISCHER, FESTLICHER HELD
Im ersten KLAUS-Comic inszenierten Grant Morrison und Dan Mora eine spektakuläre Fantasy-Version der Anfänge von Santa Claus. Alles begann mit dem jungen mittelalterlichen Jäger Klaus, der zur Zeit des Julfestes Ende Dezember in die Stadt zurückkehrte, die ein fieser Baron knechtete. Als sich Klaus gegen Düsternis und Trostlosigkeit auflehnte, sollte er von Soldaten exekutiert werden. Doch seine beste Freundin, die weiße Wölfin Lilli, rettete ihn - so, wie Klaus ihr vor langer Zeit das Leben gerettet hatte.
In der folgenden Nacht spielte Klaus auf seiner Flöte, erweckte alte Mächte und schuf bis zum Morgen wie in Trance Spielzeuge. Diese brachte er in einem großen Sack hinter die Mauern der Stadt zu allen Kindern. Der zornige Adelige beschwor sogar einen Dämon, der alle "bösen Kinder" holen wollte. Klaus, der inzwischen einen von Wölfen gezogenen Schlitten nutzte und ein Schwert schwang, enthauptete den Dämon. Daraufhin feiert en die Menschen wieder fröhlich das Julfest.
In diesem Band warten nun weitere fantastische Abenteuer des Weihnachtsmannes ...
DIE ERSTE BESCHERUNG
Klirrende Kälte herrscht, Wölfe ziehen umher, und nicht nur bei Nacht liegt ein fi nsterer Schatten über der winterlichen Welt. Bis eine laute Stimme ertönt, die das Feuer in den Herzen der Menschen neu entfacht... Ho, ho, ho!
DIE MACHER
GRANT MORRISON zählt zu den versiertesten und revolutionärsten Comic-Schaffenden der Moderne. Morrison, 1960 in Schottland geboren, ist bekannt für komplexe Meta- Geschichten, die eine genaue Kenntnis der Comic- und Genre-Historie sowie das Bestreben nach Erneuerung widerspiegeln.
Ende der 1970er-Jahre veröffentlichte Morrison erste Science-Fiction-Comics in britischen Magazinen wie 2000 AD, danach folgte der Sprung auf den US-Markt. Mit DOOM PATROL, ANIMAL MAN und dem Graphic Novel-Bestseller BATMAN: ARKHAM ASYLUM wurde Morrison Ende der 1980er zum Superstar. Seither schrieb Morrison die Comic-Highlights Kid Eternity, INVISIBLES, WE3, Seven Soldiers, The Filth, Joe the Barbarian, ALL-STAR SUPERMAN, MULTIVERSITY, New X-Men, das als TVSerie umgesetzte HAPPY! und The Nameless.
Zudem revitalisierte Morrison in JLA, BATMAN, BATMAN & ROBIN, BATMAN INCORPORATED, SUPERMAN, WONDER WOMAN: ERDE EINS und GREEN LANTERN einige von DCs größten Ikonen, schrieb das Event FINAL CRISIS und das Sachbuch Superhelden: Was wir Menschen von Superman, Batman, Wonder Woman & Co. lernen können.
DAN MORA wurde 1987 auf Costa Rica geboren und ist ein Nachkomme des berühmten Malers und Bildhauers Francisco Zúñiga. Im Anschluss an sein Kunststudium unterrichtete Mora erst selbst und veröffentlichte diverse Comics in seiner Heimat. Seit den 2010ern arbeitet er für die US-amerikanischen Verlage. 2016 erhielt Mora vor allem wegen KLAUS bei den Eisner Awards, den amerikanischen Comic-Oscars, als bester Newcomer den Russ Manning Award. Mit Autor Michael Alan Nelson setzte er die Serie Hexed fort, mit Autorin Jordie Bellaire startete er den BUFFY-Comic-Reboot, und mit Autor Kieron Gillen initiierte er die moderne, eigenständige Fantasy-Serie Once & Future über die altenglischen Mythen. Außerdem zeichnete er Comic-Storys mit den Power Rangers und den Wrestlern der WWE.
