Beim "RAW after Mania" präsentiert WWE regelmäßig Überraschungen und neue Entwicklungen. Die erste Ausgabe der TV-Show Monday Night RAW nach der 37. Auflage der Megashow bildete da keine Ausnahme. Beim wie immer heiß erwarteten "RAW after Mania" gab es diverse Comebacks und Überraschungen, sowie auch die Andeutung einer Erklärung für den großen Verrat von Alexa Bliss an der Horrorfigur The Fiend.
Alexa Bliss und The Fiend: Eine komplizierte Beziehung
Alexa Bliss meldete sich von "Alexa's Playground", wo sie auf ihre Geschichte mit The Fiend alias Bray Wyatt zurückblickte. Sie sei ein "verlorenes Mädchen" gewesen, dass von der Dunkelheit "gerettet" worden wäre. Dann aber sei die Dunkelheit verschwunden, dass sie gemerkt hätte, dass sie die Dunkelheit allein beherrschen könne - und dabei noch jede Menge "Spaß" vor sich habe.
Zum Schluss schwenkte die Kamera auf die zweite Schaukel, auf der in der Fehde gegen Randy Orton noch der Fiend gesessen hatte - und präsentierte etwas, das Bliss als neue "Freundin" vorstellte: eine Horrorpuppe, die sie "Lilly" taufte. Der verratene Wyatt meldete sich derweil zum ersten Mal seit seinem vermeintlichen Feuertod wieder aus dem "Firefly Funhouse" - seinem an eine düster-verzerrte Kindershow angelehnten Ort der Traumabewältigung.
Wyatt traf dort seine altbekannten Puppen wieder ("meine wahren Freunde"), versprach eine neue Funhouse-Staffel mit viel Spaß. Alles werde gut werden, wenn "Er" zurückkehre. Das Segment hatte diverse Anspielungen auf Wiedergeburts-Motive, am Ende mimte Wyatt einen Gospelprediger, der seine Puppen wie in einem Gottesdienst "heilte", Wyatt streute auch einige verdeckte Pointen auf Bliss' Kosten ein, in denen er Hip-Hop-Slang in das an sich dazu völlig unpassende Funhouse-Umfeld überführte.
In Anspielung auf Bliss reimte er "No more clout chasin' in this here simulation" - "clout chasin" ist ein in der Rapszene, aber auch in den sozialen Medien verbreitetes Schimpfwort, das man in dem Kontext grob als "Trittbrettfahrerin" übersetzen kann. Außerdem meinte er - vorgeblich über seine Puppenhexe "Abby" redend: "Witches be wildin'", Hexen machen halt Stress. Die subtile Beleidigung darin: Eigentlich heißt das geflügelte Wort "Bitches be wildin'".
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Randy Orton im Visier der Dunkelheit
Nach der Voodoo-Einlage spinnt WWE die Mystery-Story um Randy Orton, Alexa Bliss und The Fiend noch seltsamer weiter: Orton wird mit einem besessenen Doppelgänger konfrontiert. Die Fehde zwischen Randy Orton und The Fiend erreichte bei WWE TLC ihren Höhepunkt, als der Fiend in Flammen aufging. Außerhalb des Rings hatte der Fiend seine Mandible Claw ansetzen können.
Doch Orton drängte seinen Rivalen mit dem Rücken voran in die offenen Flammen. Jacke und Hose des maskierten Unholds fingen Feuer. Der Fiend stolperte brennend in den Ring, wo ihm Randy Orton einen feurigen RKO verpasste. Danach hatte der Legendkiller allerdings noch nicht genug. Er übergoss den Fiend mit Benzin und entzündete ihn dann mit einem Streichholz.
Weitere Entwicklungen bei WWE
Abseits der Geschichte um Orton, Bliss und The Fiend gab es weitere bemerkenswerte Ereignisse bei WWE:
- WWE-Champion Bobby Lashley eröffnete nach seiner Titelverteidigung gegen Drew McIntyre die Show.
- Sieben Monate nach der schweren Nackenverletzung von Ivar kehrten die Viking Raiders wieder vereint zurück.
- Ein Damentitel-Rückmatch zwischen dem neuen Champion Rhea Ripley und Asuka endete ergebnislos, als Charlotte Flair beide attackierte.
- Lashleys bei Mania unterlegener Herausforderer McIntyre warf am Ende der Show seinen Hut für ein Rückmatch in den Ring.
Randy Orton: Skandaljahre und Läuterung
Zu seiner aktuellen Fehde gegen die Horrorfigur The Fiend und Alexa Bliss gehen die Meinungen der WWE-Fans auseinander - einig sind sich jedoch fast alle, dass Randy Orton gerade auf einem Höhepunkt seiner inzwischen fast 20 Jahre andauernden Karriere beim Wrestling-Marktführer ist. Der 40-Jährige hat aber beileibe nicht nur gute Zeiten hinter sich.
In seinen ersten WWE-Jahren hatte er einen Ruf als Skandal-Wrestler - und das nicht ohne Grund: In der aktuellen Ausgabe der "Broken Skull Sessions" von WWE-Legende Stone Cold Steve Austin hat er über diese Zeit gesprochen und dabei besonderes Bedauern über einen Tiefpunkt ausgedrückt, den er erst vor einiger Zeit enthüllt hatte.
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Kurz vor einem seiner berühmtesten Kämpfe - dem Match gegen den Undertaker bei WrestleMania 21 im Jahr 2005 - hatte Orton die Nacht durchzecht und deswegen den Probelauf für den Fight verpasst. "2005 war der Beginn meiner Selbstzerstörung, die bis 2007 anhielt", erinnert sich Orton. In diesen Jahren schrieb der damalige Jungstar zahlreiche Negativschlagzeilen, wurde mehrfach suspendiert, unter anderem wegen Dopingverstößen, aber auch anderen Ärgernissen.
Orton gibt heute unumwunden zu, dass er von viel Wohlwollen der WWE-Entscheider begünstigt gewesen sei. Er hätte es der Promotion nicht übelnehmen können, wenn er gefeuert worden wäre. In besagtem Jahr gründete Orton eine Familie, heiratete seine erste Frau Samantha.
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