Karate ist mehr als nur eine Sportart; es ist eine Kampfkunst und Lebensweise, die Körper und Geist schult. Ursprünglich aus Japan stammend, bedeutet Karate übersetzt „leere Hand“, was symbolisiert, dass der Karateka unbewaffnet ist und sein Inneres von negativen Gedanken befreien soll.
Die Philosophie des Karate
So sind beim Karate auch nicht Sieg oder Niederlage das Ziel, sondern die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit durch Selbstbeherrschung und Konzentration. Im wahren Karate müssen Körper, Geist und Seele gleichzeitig entwickelt werden. Wahres Karate basiert auf Bushido - dem uralten Kodex der Samurai.
Für uns bedeutet Shotokan Karate Do ein Weg, den wir jeden Tag durch Training und Meditation erforschen. Eine solche Aktion erfordert Kraft, Schnelligkeit, Fokus, Kontrolle. Aber diese physischen Aspekte sind nur ein Teil der Praxis; sie sind nur das Fahrzeug, nicht die Reise selbst.
Im Wesentlichen erinnert sich der Körper, wie man sich bewegt und der Geist erinnert sich, still zu sein. Diese harmonische Einheit von Körper und Geist ist intensiv und mächtig.
Die Säulen des Karate-Trainings
Das Programm teilt sich unter anderem auch auf die klassischen Säulen des Kampfkunsttrainings: Kihon, Kata und Kumite.
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- Kihon (Grundschule): Hier werden grundlegende Techniken wie Block-, Schlag- und Stoßtechniken sowie Tritttechniken geübt.
- Kata (Schattenkampf): Kata ist der Kampf gegen mehrere imaginäre Gegner, somit Schattenkampf, bei dem es einen festgelegten Ablauf von Techniken gibt.
- Kumite (Kampf): Kumite ist der Kampf mit einem Gegner, bei dem es darauf ankommt, eine teils vorgeschriebene Technik möglichst gut am Gegner anzuwenden.
Kata: Der Schattenkampf
Kata wird wörtlich mit "Form" übersetzt. Sie beinhaltet einen Kampf gegen mehrere Gegner, die nur in der Vorstellung des Ausübenden oder des Beobachters existieren. Das Ziel einer Form besteht darin, in der Folge festgelegten Techniken, Kombinationen oder Aktionen in einer Art Rundum-Verteidigung gegen mehrere imaginäre Angreifer auszuüben. Der Schattenkampf versteht sich in erster Linie als eine Konzentrationsübung. Beim Karate gibt es viele verschiedene Katas, die alle auf unterschiedliche Weise aufgebaut sind.
Kumite: Der Kampf mit dem Partner
Im Kumite-Team treten drei Karatekas einer Mannschaft gegen die selbe Anzahl einer anderen Mannschaft an. Es gibt drei Kämpfe, dass heißt jeder eines Team kämpft einmal gegen einen des anderen Teams.
Weitere Trainingsformen
- Kombinationen: Kombinationen haben den Zweck, im Freikampf und in der Selbstverteidigung eine automatische Reichweitenanpassung an das Verhalten des Gegners zu erzielen. Des Weiteren wird die Schlagkraft und Geschwindigkeit gestärkt.
- Partnerübungen: Partnerübungen dienen dem Ziel der visuellen Früherkennung des gegnerischen Angriffs. Dabei geht es darum, die Technik im richtigen Moment abzuwehren und richtig zu kontern.
- Reflextraining: Bei der Reflexübung werden Bein- und Armtechniken mit Pratzen trainiert. Hierbei geht es um die Vermeidung des Gegriffen Werdens sowie der frühen Vermeidung von Würfen und Hebeln.
- Freie Selbstverteidigung: Die freie Selbstverteidigung fordert den Schüler zur Auswahl wirksamer Abwehrkonzepte gegen alle erdenklichen Angriffe in Realzeit.
- Waffenabwehr: Bereitet die Abwehr (mit oder ohne eigene Waffe) von Angriffen verschiedener Waffen wie Messer, Pistole, Stock und Baseballschläger vor.
- Kampfübungen: In den Kampfübungen, welche Ring-, Semi-, Leicht und Vollkontaktkämpfe umfassen, werden die erlernten Inalte eingebracht und die Kampf- sowie Verteidigungsfähigkeit geschult.
- Bruchtest: Die Bruchtests prüfen die Ansatzlosigkeit und Kontrolle über die jeweiligen Techniken sowie Schlagkraft der Beine und der Arme.
Die Regeln des Karate
Da Karate eine Sportart ist, für die man ein großes Maß an Disziplin, Selbstbeherrschung und Wille benötigt, gibt es beim diesem Sport natürlich auch eine entsprechende Fülle an Regeln und Vorschriften, die zu beachten sind. Das Interessante und Spannende beim Karate ist die Tatsache, dass nicht das gesamte Maß an Regeln dem Karateka vorgeschrieben ist, sondern dass viele Regeln nach den eigenen Prinzipien entwickelt werden, an die man sich im Laufe der Zeit nicht nur beim Training hält, sondern nach denen man sich letztendlich auch im „normalen“ Leben richtet. Jeder definiert einen Teil dieser „Regeln“ auf andere Weise. Folgend „Die Zwanzig Regeln Funakoshi’s“, einem Urvater des Karate. Denn Karate schult nicht nur den Körper, sondern mindestens genauso stark die Seele und Mentalität einer Person.
Die 20 Regeln des Karate nach Gichin Funakoshi
- Karate beginnt mit Respekt und endet mit Respekt
- Im Karate gibt es keinen ersten Angriff
- Karate ist ein Helfer der Gerechtigkeit
- Erkenne zuerst dich selbst, dann den anderen
- Die Kunst des Geistes kommt vor der Kunst der Technik
- Es geht einzig darum, den Geist zu befreien
- Unglück geschieht immer durch Unachtsamkeit
- Denke nicht, das Karate nur im Dojo stattfindet
- Karate üben heißt, es ein Leben lang zu tun
- Verbinde dein alltägliches Leben mit Karate, dann wirst du geistige Reife erlangen
- Karate ist wie heißes Wasser, das abkühlt, wenn du es nicht ständig warm hältst
- Denke nicht an das Gewinnen, doch denke darüber nach, wie man nicht verliert
- Wandle dich abhängig vom Gegner
- Der Kampf hängt von der Handhabung des Treffens und Nicht-Treffens ab
- Stell dir deine Hand und deinen Fuß als Schwert vor
- Sobald man vor die Tür tritt findet man eine Vielzahl von Feinden vor
- Feste Stellungen gibt es für Anfänger, später bewegt man sich natürlich
- Die Kata darf nicht verändert werden, im Kampf gilt das Gegenteil
- Hart und weich, Spannung und Entspannung, langsam und schnell, alles in Verbindung mit der richtigen Atmung
- Denke immer nach und versuche dich ständig an Neuem
Karate als Selbstverteidigung
Karate ist ein Sport für jedermann, denn es fördert Gesundheit und Wohlbefinden und man lernt sich im Notfall zu verteidigen. Die körperliche Statur spielt bei dieser Kampfsportart keine Rolle, da es eher auf Schnelligkeit, Gelassenheit und Präzision ankommt.
Gürtelgrade im Karate
Die Gürtelfarben im Karate symbolisieren den Fortschritt und die Erfahrung des Karateka.
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| Grad | Beschreibung | Stufe |
|---|---|---|
| 9. Kyu | Weißer Gürtel | Unterstufe |
| 8. Kyu | Gelber Gürtel | Unterstufe |
| 7. Kyu | Oranger Gürtel | Unterstufe |
| 6. Kyu | Grüner Gürtel | Mittelstufe |
| 5. Kyu | 1. blauer Gürtel | Mittelstufe |
| 4. Kyu | 2. blauer Gürtel | Mittelstufe |
| 3. Kyu | 1. brauner Gürtel | Oberstufe |
| 2. Kyu | 2. brauner Gürtel | Oberstufe |
| 1. Kyu | 3. brauner Gürtel | Oberstufe |
| 1.-10 Dan | 1. schwarzer Gürtel | Meistergrad |
Stilrichtungen des Karate
Im Karate gibt es mittlerweile viele Stile. Die bekanntesten sind Shotokan, Shito, Goju und Wado, um nur einige zu nennen. Unsere Abteilung übt sich in der Kampfkunst des Shotokan-Karate mit dem Symbol des Tigers.
Der Leitspruch des Shotokan lautet: Oberstes Ziel im Karate ist weder Sieg noch Niederlage, sondern die Vervollkommnung des Charakters.
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