In der Welt der Kampfsportarten gibt es eine Vielzahl von Disziplinen, zu den bekanntesten zählen Karate, Judo, Kickboxen, Boxen, MMA oder Krav Maga. Aber es gibt weitaus mehr Kampfsportarten, nicht nur aus dem asiatischen Raum. Jede dieser Disziplinen bietet ihre eigenen einzigartigen Techniken, Regeln und Vorteile. Die Frage, welche Kampfsportart die bessere und effektiver ist, hängt meiner Meinung nach gar nicht von der Kampfsportart an sich ab, sondern vom Kämpfer. Denn die wahre "Größe" eines Kämpfers hängt auch davon ab, was passiert, wenn er mal einen Schlag nehmen muss.
Im Prinzip kann jede/r jeden Kampfsport ausüben, egal welches Alter oder körperlichen Voraussetzungen ihr habt. Euer Wille ist entscheidend. Allerdings sind manche Kampfsportarten härter als andere, erfordern mehr Beweglichkeiten etc. Daher eignen sich manche Kampfsportarten besser für manche Geschlechter bzw. Altersgruppen.
Die Wahl der richtigen Kampfsportart
Ihr wisst noch nicht genau welcher Kampfsport für Euch geeignet sein könnte?
- Zunächst einmal müsst ihr wissen, dass Kampfsportarten teilweise andere Zielstellung haben: Verteidigung (für das Militär oder Bevölkerung), sportliche Ertüchtigung oder Training des Geistes/ Konzentration.
- Manche Kampfsportarten sind härter als andere: Kickboxen und MMA sind sehr hart, Tai Chi hingegen ist auf sanfte Abläufe ausgelegt. Und habt keine Sorge, bei einer Anfängergruppe im Kickboxen schlägt man sich nicht sofort die Zähne ein.
- Probieren geht über studieren - nehmt an einem Probetraining teil: Es ist sehr empfehlenswert ein paar Schnupperkurse zu besuchen und sich einen Einblick zu verschaffen. Denn das Umfeld, eure Trainingspartner und der Trainer machen sehr viel aus. Sie entscheiden maßgeblich über den Erfolg.
➡️ Überlegt euch auch zunächst was euer Ziel ist.
Wie schwer ist welche Kampfsportart?
Wie komplex ist die jeweilige Kampfsportart zu erlernen, weichen die Bewegungsabläufe stark vom Alltag ab? - Grundsätzlich werden bei allen Kampfsportarten intuitive Bewegungsabläufe gelehrt und gesucht. Hervorzuheben sind hierbei ggf. Krav Maga, Sambo und ggf. Kickboxen. Denn diese Kampfsportarten wurden teilweise vom Militär entwickelt, mit dem Ziel, dass die Techniken schnell zu vermitteln und zu erlernen sind. Es gibt auch Kampfstile, die Jahrelange Übung erfordern.
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Wie lange muss man Kampfsport üben bis man ihn beherrscht?
In welcher Zeit lassen sich Grundtechniken erlernen und wie lange dauert es bis man die Sportart „beherrscht“? Die Grundbewegungen, -schläge, -tritte, -würfe und Hebel lassen sich bei allen Sportarten innerhalb von 12 Monaten erlernen. Vorausgesetzt, das Training wird zweimal die Woche besucht. Bis ihr allerdings schwierige Kicks gut beherrscht, vergehen Jahre.
Wie effektiv sind die einzelnen Kampfsportarten?
Kann die Kampfsportart im Ernstfall helfen sich gegen einen oder mehrere Gegner zur Wehr zu setzen? Hier schneiden letztendlich alle Kampfsportarten gut ab. Denn ihr Hintergrund ist die Verteidigung. Davon ausgenommen sind nur sehr wenige, wo es eher um Fitness und Beweglichkeit geht (bspw. Tai Chi).
Wie viel Kondition braucht man für Kampfsport?
Wie viel Fitness ist notwendig, um die Kampfsportart auszuüben und wie wirkt sich das Training auf das Fitnesslevel aus? Wer schon einmal einen Trainingskampf hatte, weiß wie anstrengend das ist. Daher ist der Konditionspunkt ein wichtiger Faktor. Auch zur Selbstverteidigung ist es sehr sinnvoll eine gewisse Fitness mitzubringen. Das Gute an allen klassischen Kampfsportarten ist die Erhöhung der Fitness.
Wie hoch ist der Kraftbedarf bei Kampfsportarten?
Ist die Kampfsportart auch ohne hohen Kraftbedarf zu erlernen bzw. auszuüben - bzw. wie wirkt sich das Training auf das Training der Muskelkraft aus? Kampfkünste die explizit die Kraft des Gegners nutzen, um sie gegen diesen einsetzen sind für körperlich schwache Menschen gut geeignet. Das ist beispielsweise Judo sowie Jiu Jitsu. Aber auch sehr effektive Kampfsportarten gleichen diesen Faktor aus, so ist auch Krav Maga oder Sambo eine gute Wahl. Beim Training werdet ihr natürlich an Fitness zulegen. Allerdings werdet ihr dadurch nicht unbedingt Muskelpakete. Daher könnt ihr euer Kampfsport-Training noch um ein Muskeltraining ergänzen. Es ist jedoch selten entscheidend, wie viel Kraft ihr habt.
Wie beweglich sollte man für Kampfsport sein?
Die Anforderungen an die Beweglichkeit variieren innerhalb der Kampfsportarten mitunter erheblich. Das betrifft in erster Linie die Beweglichkeit für Würfe oder auch Fußtritte. In jeder Kampfsportart existieren beim Training für Fortgeschrittene Tritttechniken, die ein hohes Maß an Beweglichkeit erfordern. Jedoch kann das Anfängertraining auch mit geringer Beweglichkeit absolviert werden.
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Betrachtung verschiedener Kampfsportarten
Im Folgenden werden einige beliebte Kampfsportarten betrachtet:
Boxen
Die wohl bekannteste Kampfsportart neben dem Ringen ist das Boxen. Dabei schlagen zwei Personen über einen bestimmten Zeitraum aufeinander ein. Sie tragen Schutzausrüstungen wie Mundschutz, Bandagen und Boxhandschuhe. Der Boxsport hat berühmte Boxer und denkwürdige Wettkämpfe hervorgebracht. Boxen ist eine der ältesten und am weitesten verbreiteten Sportarten der Welt und wird sowohl als Amateursport als auch als Profisport betrieben. Es ist eine komplexe Sportart, die sowohl körperliche Fitness als auch Geschicklichkeit und Technik erfordert. Boxer treten in einem Ring gegeneinander an und versuchen, ihre Gegner durch Schläge mit den Fäusten zu besiegen. Boxen hat sowohl körperliche als auch mentale Vorteile und ist eine hervorragende Möglichkeit, sich fit und gesund zu halten. Es erfordert Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Technik und kann helfen, Selbstvertrauen und Selbstdisziplin zu entwickeln.
Karate
Um 500 nach Christus erschufen chinesische Mönche aus gymnastischen Übungen eine waffenlose Kampfkunst zur Selbstverteidigung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts etablierte sich diese Kampftradition in Japan unter dem Namen Karate als Sport mit eigenem Regelwerk. Beim Karate erlernt man Stoß-, Schlag- und Tritttechniken. Schläge und Tritte müssen aber im Training und im Wettkampf abgestoppt werden, bevor sie den Gegner oder die Gegnerin berühren. Das erfordert eine gute Körperbeherrschung, die bei dieser Kampfsportart systematisch trainiert wird.
Kickboxen
Kickboxen nahm als „Sport-Karate“ seinen Anfang in den USA der 1970er Jahre. Die Kampfsportart verbindet Schlagtechniken des klassischen Boxens mit Tritttechniken aus Karate und Taekwondo. Es gibt verschiedene Wettkampfarten des Kickboxens. Die Hauptvarianten sind Leicht-, Semi- und Vollkontakt. Die ersten beiden werden wie Karate auf der Matte ausgeübt. Es geht um die Anzahl der gelandeten Treffer und darum, wie sauber die Kämpfenden die Schlag- und Kicktechniken ausführen. Beim Vollkontakt-Kickboxen im Boxring ist ein Sieg auch über K. O. möglich. Kickboxen ist eine Kampfsportart, die Elemente aus Boxen und Karate vereint. Beim Kickboxen sind sowohl Schläge mit den Fäusten als auch Tritte mit den Beinen erlaubt. Es gibt verschiedene Stilrichtungen des Kickboxens, deren Regelwerke genau festlegen welche Körperpartien eingesetzt bzw. getroffen werden dürfen. Beispielsweise beschränkt sich amerikanisches Kickboxen auf Schläge und höheren Tritte während einige andere Regelwerke niedrige Tritte und sogar Kniestöße, Ellbogenstöße und Greifmanöver ermöglichen. Beim Muay Thai oder Thaiboxen können neben Schlägen und Tritten auch Knie- und Ellbogenstöße eingesetzt werden. Außerdem ist der Low Kick, ein Tritt gegen die Wade oder den Oberschenkel des Gegners, fester Bestandteil im Muay Thai, während er beim Kickboxen nur in einigen Verbänden erlaubt ist. Kickboxen erfordert sowohl Kraft als auch Ausdauer und ist eine hervorragende Möglichkeit, sich fit zu halten und Gewicht zu verlieren.
Mixed Martial Arts (MMA)
Die Popularität von Mixed Martial Arts, auch bekannt als MMA, nimmt zu. Aber die meisten Menschen wissen nicht, dass es nicht nur eine weitere Trainingsmethode ist. Es ist ein Vollkontakt-Kampfsport, der Schläge, Griffe und Bodenkämpfe beinhaltet. Mixed Martial Arts (MMA) ist eine moderne Vollkontaktsportart, die Elemente aus verschiedenen Kampfsportarten wie Boxen, Wrestling, Jiu-Jitsu, Karate und Taekwondo vereint. Im MMA-Kampf können sowohl Schläge als auch Griffe und Würfe eingesetzt werden. Der Zweck des MMA ist es, den Gegner durch einen K. O. oder eine Aufgabe (Submission) zu besiegen. In der Welt des Kampfsports gibt es einen besonderen Platz für Mixed Martial Arts. Der Grund dafür ist, dass es darauf abzielt, Bewegungen aus verschiedenen Kampfsportarten, Taekwondo, Kickboxen, Brazilian Jiu-Jitsu, Ringen, Luta Livre und Boxen zu vereinen. Natürlich sind nicht alle Kampfsportarten bei einem MMA Kampf im Ring von Vorteil.
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Boxen vs. MMA
Mixed Martial Arts hat sich in den Vereinigten Staaten als Rivale des Boxens zum unangefochtenen König der Kampfsportarten entwickelt und zieht das Interesse der Kampffans auf sich. Zweifellos sind Boxen und Mixed Martial Arts die beiden beliebtesten Kampfsportarten der Welt, doch es wird immer wieder darüber diskutiert, welche Disziplin besser und effektiver ist. MMA und Boxen sind fantastische Kampfsportarten, je nach deinen Zielen. Obwohl es Vor- und Nachteile hat, beides zu trainieren, führt das MMA-Training oft zu einem vielseitigeren Kämpfer, weil es sowohl Stand-up als auch Bodentraining beinhaltet. MMA hat einige der besten Kämpfer der Welt hervorgebracht, so wie das Boxen den besten Boxern den Weg geebnet hat. Dieser Artikel wird nicht versuchen, dich davon zu überzeugen, dass MMA dem Boxen oder das Boxen dem MMA überlegen ist. Er wird lediglich beide Kampfsportarten untersuchen und eine klare Einschätzung der Situation geben.
Vorteile des Boxens
- Bessere Verteidigung: Im Vergleich zu MMA-Kämpfern können Boxer viel besser ausweichen, blocken, parieren und mit den Schlägen rollen. Die Boxer verfügen daher über eine viel bessere Schlagtechnik. Außerdem ist eine bessere Technik gleichbedeutend mit mehr Kraft.
- Bessere Handgeschwindigkeit: Die Muskeln von Boxern sind viel mehr an die Schläge gewöhnt; daher sind ihre Schläge viel schneller.
- Bessere Beinarbeit: Die beste Beinarbeit aller Kampfsportarten findet man beim Boxen.
- Besserer Jab: Der Jab ist der wichtigste Schlag im Boxen. Wenn ein Boxer gegen einen MMA-Kämpfer antritt, wird das seine Hauptwaffe sein.
Nachteile des Boxens im Vergleich zu MMA
- Leg Kicks: Weil die Boxhaltung leicht seitlich ist, ist es schwierig für den Boxer, die Beinkicks zu kontern. Bei einem MMA-Kampf werden seine Beine durch die Kicks getroffen. Das geht zu dem Punkt, an dem es fast unmöglich ist, auf dem Beinen zu stehen. Die Tritte werden nämlich auf dieselbe Stelle ausgeführt.
- Takedowns und Submissions: Für einen MMA-Kämpfer ist der Takwdown die beste Waffe gegen einen Boxer. Er kann dann eine Vielzahl von Techniken anwenden, z. B. Ground and Pound, Würgen, Armhebel usw. Der MMA-Kämpfer wird leichtes Spiel haben, weil der Boxer nicht weiß, wie er sich am Boden schützen kann.
MMA: Die vielseitigere Option
Die Kampfphilosophien vieler Kampfsportarten werden in Mixed Martial Arts oder MMA kombiniert. Ohne MMA-Erfahrung könnte dir das Betreten eines Achtecks zum Verhängnis werden. Um gegen einen MMA-Kämpfer anzutreten, brauchst du zumindest ein gewisses Maß an Wissen, das durch Training unterstützt wird. Wenn du keine Erfahrung mit Kampfsportarten hast, ist Boxen vielleicht der bessere Einstieg für dich. Es hat nur eine stehende Haltung und hält sich an strengere Richtlinien. Für neue Wettkämpferinnen und Wettkämpfer ist das einfach, weil sie sich leicht daran gewöhnen können. Sie müssen jedoch Körper, Kraft, Geschwindigkeit und Griffkontrolle entwickeln. Das Wichtigste ist, sich seiner Grenzen bewusst zu sein. So kannst du dich auf die Boxbewegungen konzentrieren, die dir helfen, dich in einem Kampf durchzusetzen. Es ist besser, viele verschiedene Bewegungen und Methoden zu lernen. Du kannst davon profitieren, MMA dem Boxen vorzuziehen, wenn du bereits Erfahrung in mehr als einer Kampfsportart hast. MMA lehrt dich, deine Schwächen zu erkennen und gibt dir Hinweise, wie du sie verbessern kannst, damit du dich zu einem vielseitigen Kämpfer entwickeln kannst. Dadurch wirst du zu einem stärkeren Kämpfer.
Fazit
Es gibt keinen „überlegenen“ Kampfsportstil. Jeder Kampfkunststil hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Die Kampfsportart, die du am meisten praktiziert hast, ist die ideale. Aufgrund ihres einzigartigen Körperbaus und ihrer körperlichen Eigenschaften wird jede Person mehr von einer bestimmten Kampfkunsttechnik profitieren. Es kommt darauf an, wie geschickt du als Kämpferin oder Kämpfer bist und wie du deine Fähigkeiten einsetzt, um effizienter zu sein, wer sich in einem Kampf durchsetzen würde. Ein Kampfstil verbessert sich durch Wiederholung und Übung. Beide Sportarten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Das wirft die Frage auf, welche davon effektiver ist. Die Realität ist, dass es nicht nur einen Weg gibt, diese Frage zu beantworten. Je nachdem, was du erreichen willst, kann sich eine der beiden Sportarten als nützlich erweisen.
