WWE One Night Stand Geschichte: Eine Nacht der Extreme

Was kann man dem Wrestlingfan anbieten, zu dem er nicht nein sagen kann? Richtig, einen "one night stand" mit extremen Regeln, welcher brutal, blutig und voller Action ist. WWE selbst bezeichnet das Ereignis als einen der "barbarischsten Abende" in seiner Geschichte - das klingt doch vielversprechend.

Die Anfänge: ECW One Night Stand

Die Geschichte des jährlichen WWE-Großereignisses Extreme Rules beginnt Mitte der 2000er: Laut eigenen Angaben war es Rob Van Dam persönlich, welcher Vince McMahon die Idee eines Pay-Per-Views im Stile von Extreme Championship Wrestling (ECW) vorstellen durfte. Die ECW erarbeitete sich von 1992 bis 2001 den Status als Pionier-Unternehmen für Hardcore Wrestling, womit die Promotion aus Philadelphia damals eine Stilart des Wrestlings (mehr oder weniger) als massentauglich etablieren konnte.

Der 2005 vom Marktführer World Wrestling Entertainment ins Leben gerufene PPV namens „ECW One Night Stand“ sollte an genau diese Art von Wrestling anknüpfen und tatsächlich gelang der WWE mit diesem vergleichsweise spontan entstandenem Konzept ein waschechter Achtungserfolg: Neben den altbekannten Elementen des Hardcore Wrestlings, wie den (brennenden) Tischen, den Barbed Wires und natürlich jeder Menge Blut, bestach der ‚ONS‘, welcher nämlich alles andere als einmalig bleiben sollte, vor allem durch überzeugendes Wrestling und großen Namen wie Eddie Guerrero, Sabu, den Dudley Boyz, Rey Mysterio und - natürlich - dem ECW-Veteranen Tommy Dreamer.

Aufgrund des großen Erfolges der Großveranstaltung folgte bereits ein Jahr später der nächste ECW One Night Stand, welcher einherging mit der Neugründung eines ECW-Kaders ab dem Sommer 2006 bei WWE als dritte Show neben Raw und SmackDown.

WWE One Night Stand: Die Evolution

In den Jahren 2007 und 2008 wurde der PPV von allen drei Brands veranstaltet und dementsprechend mit „WWE One Night Stand“ abgekürzt, auf den Cards dieser beiden Events finden sich allerhand verschiedene Gimmick Matches, welche allesamt in irgendeiner Form von der WWE als extrem oder hardcore angeboten wurden: Falls Count Anywhere-, Steel Cage-, First Blood- oder Stretcher-Matches waren da zum Beispiel dabei, allerdings auch ein Street Fight zwischen Bobby Lashley und Vince McMahon um den ECW World Championship (so absurd das aus heutiger Sicht auch klingen mag) ebenso wie ein Pudding Match.

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Nach nunmehr neun Jahren ist Extreme Rules mittlerweile eine etablierte Größe im PPV-Kalender der WWE. Einige dieser Veranstaltungen waren dabei durchaus denkwürdig: Bei der Premiere 2009 leitete CM Punk mit seinem Cash-In gegen den frisch gekürten World-Heavyweight-Champion Jeff Hardy damals seinen knapp zweijährigen Heel-Run ein, die Ausgabe von 2014 bot unter anderem eine wahre Schlacht zwischen dem “Shield“ und “Evolution“ sowie den einzig wirklich relevanten Sieg von Bray Wyatt über John Cena und im letzten Jahr gelang Samoa Joe tatsächlich ein Sieg in einem PPV bei World Wrestling Entertainment!

Nur ein einziges Mal gelang es dem Marktführer in den letzten Jahren mit dem Extreme Rules-PPV eine Atmosphäre und Intensität zu schaffen, die an vergangene Zeiten erinnern konnte - 2012. An diesem Abend verlor Brock Lesnar in einem Match, dessen Härte und Physis beiden Athleten Höchstleistungen abverlangt haben muss, bei seinem WWE-Comeback nach acht Jahren gegen John Cena.

Mit TLC oder Hell in a Cell bietet die WWE ohnehin mehrmals im Jahr Gimnick-PPVs an, welche Extreme Rules wenig besonders wirken lassen. Für den Zuschauer ist dieser PPV wohl oder übel einer von vielen, der wenn dann nur durch eine lukrative Card im Vorfeld für spezielles Interesse sorgen könnte.

Ein Blick auf One Night Stand 2007

WWE One Night Stand 2007, ausgetragen am 3. Juni 2007 im Jacksonville Veterans Memorial Arena in Jacksonville, Florida, ist mehr als nur eine Wrestling-Veranstaltung. Es ist ein Denkmal für die Extreme Championship Wrestling (ECW), eine Hommage an die rohe, ungeschliffene Leidenschaft, die diese Promotion einst definierte.

Schon bevor der erste Gong ertönte, war die Luft in Jacksonville elektrisiert. Die Fans, eine Mischung aus Hardcore-ECW-Anhängern und neugierigen WWE-Zuschauern, waren hungrig nach Action. Das Design der Arena spiegelte die raue Ästhetik der ECW wider: Stacheldraht, Tische, Stühle und Hämmer warteten sehnsüchtig auf ihren Einsatz.

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Die Matchcard von One Night Stand 2007 war sorgfältig zusammengestellt, um eine perfekte Balance zwischen Nostalgie, Rivalität und neuen Talenten zu bieten.

Die Matches im Detail:

  1. Rob Van Dam vs. Randy Orton (Stretcher Match): Der Abend begann mit einem Knall, als Rob Van Dam, ein ECW-Original, auf „The Legend Killer“ Randy Orton traf. In einem Stretcher Match war das Ziel klar: Den Gegner auf eine Trage legen und über die Ziellinie bringen.
  2. CM Punk vs. Elijah Burke (Singles Match): Als nächstes betrat CM Punk, der spätere „Voice of the Voiceless“, den Ring, um gegen Elijah Burke anzutreten. Dieses Match war ein Beweis für das aufkeimende Talent beider Athleten.
  3. The World’s Greatest Tag Team (Shelton Benjamin & Charlie Haas) vs. The Hardy Boyz (Jeff Hardy & Matt Hardy) (Ladder Match): Eines der Highlights des Abends war das Ladder Match zwischen The World’s Greatest Tag Team und den Hardy Boyz. Diese beiden Teams sind bekannt für ihre spektakulären High-Flying-Manöver und ihre Bereitschaft, Risiken einzugehen.
  4. Mark Henry vs. Kane (Lumberjack Match): Als nächstes trafen die Giganten Mark Henry und Kane in einem Lumberjack Match aufeinander. Um den Ring herum standen unzählige Lumberjacks, die sicherstellen sollten, dass der Kampf nicht nach draußen verlagert wird.
  5. Edge (c) vs. Batista (Steel Cage Match for the WWE Championship): Ein weiteres Highlight des Abends war das Steel Cage Match um die WWE Championship zwischen Edge und Batista. Ihre Rivalität war persönlich und intensiv, und der Stahlkäfig sollte sicherstellen, dass es keine Einmischung von außen geben würde.
  6. The Great Khali (mit Daivari) vs. Shawn Michaels (Singles Match): Der „Heartbreak Kid“ Shawn Michaels trat gegen den Giganten The Great Khali an. Michaels versuchte durch Schnelligkeit und Ausdauer dem Giganten etwas entgegen zu setzen.
  7. John Cena (c) vs. The Great Khali (Singles Match for the WWE Championship): Nach seinem Match gegen Shawn Michaels forderte The Great Khali direkt John Cena zu einem Match um die WWE Championship heraus.
  8. Vince McMahon (c) vs. Bobby Lashley (Street Fight for the ECW World Championship): Der Main Event des Abends war ein Street Fight um die ECW World Championship zwischen Vince McMahon und Bobby Lashley. Diese Fehde war persönlich und aufgeladen, und das Match versprach, ein brutaler Abschluss zu werden.

One Night Stand 2008: Ein Rückblick

In San Diego werden dem Fan einige interessante Matches geboten. So beginnt der Abend direkt mit einem "falls count anywhere" Match zwischen Jeff Hardy und Umaga. Beide bieten ein gutes und ansehnliches Match in und um den Ring herum. Kurzum ist das Match ein gelungener Opener des Abends und auch die Aktionen mit dem Feuerlöscher oder das Herunterrutschen des Treppengeländers mit gleichzeitiger close-line sind doch recht unterhaltsam. Die Swanton Bomb im Außenbereich vom Truck herunter ist definitiv das Highlight dieses Matches!

Nebenbei wäre zu erwähnen, dass Mick Foley als Kommentator auftritt und seinen Job ganz ordentlich macht, auch wenn er in dieser Funktion wohl nie an die Verdienste seiner aktiven Zeit als Hardcore-Legende heranreichen wird - nichtsdestotrotz ist es schön, ihn wieder zu sehen.

Die nächsten drei Matches sind allesamt anschaubar, aber nicht überragend. Zuerst wird das "Singapore Cane Match" mit Big Show, John Morrison, Tommy Dreamer, Chavor Guerro und CM Punk präsentiert. Das Match kommt schnell in Fahrt und die hierfür charakteristischen Holzstöcke sind recht oft in Aktion zu sehen. Hier fließt auch direkt das erste Blut des Abends und das Ende ist früh absehbar, trotzdem ein recht "brutal-gutes" Match!

Weiter geht es mit dem "first blood match" zwischen John Cena und JBL. Eigentlich eine unterhaltsame Ansetzung, allerdings leidet das Match unter dem relativ unkreativen Ende und einer blutenden Lippe.

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Ein "I quit Match" zwischen Beth Phoenix und Melina schließt diesen Block ab und diese Ansetzung kann gar nicht überzeugen. Das Match geht hin und her ohne wirkliche Wrestling-Unterhaltung, eher Akrobatik und Haareziehen stehen im Vordergrund. Wer das "I quit" hören möchte, muss schon sehr die Ohren spitzen, falls es wirklich gesagt wird, ist es nicht zu hören.

Etwas spannender geht es im Tragen-Match zu. Die Fehde, die bei der Großveranstaltung "backlash" zwischen Batista und Shawn Michaels durch das Vortäuschen einer Knieverletzung von Michaels begann, findet hier ihren Höhepunkt. Viele harte Aktionen rund um und mit den Tragen bieten dem Zuschauer einen guten Kampf und auch ein überzeugendes Ende.

Triple H und Randy Orton bestreiten hingegen ein recht ansehnliches "last man standing" Match in dem beide einige harte Aktionen zeigen, bevor ein Flug über die Ringseile und ein Vorschlaghammer das Match beenden.

Highlight des Abends ist ohne Frage das TLC-Match um den Welt-Schwergewichts-Champion-Titel zwischen dem Undertaker und Edge. Tische, Leitern und Stühle in Massen und ein sehr gutes Match mit einem wirklich guten Ende werden dem Zuschauer geboten. Die Brisanz in diesem Match ist nicht nur die Ansetzung an sich, sondern die Kombination aus mehreren Komponenten. Zum einen eben Edge gegen den Undertaker um den Titel und zum anderen hat die Managerin Vickie verfügt, dass der Undertaker im Falle einer Niederlage kein WWE-Superstar mehr ist.

Tische brechen am laufenden Band und das Highlight des Matches und des Abends ist eindeutig ein Fall von der Leiter über die Ringseile durch vier Tische. Klasse Match - wow.

Deutschsprachigen Fans wird zwar ein deutscher Kommentar angeboten, allerdings sind die Werbungen für andere WWE-Produkte sowie die Ansagen und das Preview vor der Veranstaltung nicht überarbeitet, sondern nur die Matches in der altbekannten Art kommentiert. Als Bonus gibt es noch vier große Momente des Undertakers, allesamt nicht länger als knapp eine Minute - nette Idee, aber in der Kürze kaum interessant.

Um kurz abseits des Ringes zu gehen: Randy Orton brach sich tatsächlich im Match sein Schlüsselbein und auch Big Show musste nach seinem Einsatz mit einigen Stichen genäht werden.